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1870. Donnerstag den 11. August.
Oberhessischer Anzeig
Friedberger Intelligenzblalt
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Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
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Amtlicher Thbeil. Betreffend: Das Malhildenstift, hier die Vertheilung der für Industrieschulen verwilligten Summen. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürger meistereien, in welchen sich Industrieschulen befinden. Die Generalversammlung des Mathildenstifts des Kreises hat Bei dieser Vertheilung erträgt es Ihren Gemeinden die in nach— in ihrer Sitzung vom 29. Juli d. I. beschlossen, 1250 fl. für In, stehendem Abdruck bemerkten Beträge, welche Sie dem Gemeindeein— dustrieschulen dergestalt nach der Seelenzahl der betreffenden Ge, nehmer unter Ord. Nr. 44 des Voranschlags in Einnahme decretiren meinden zu vertheilen, daß an diejenigen Gemeinden, welche Industrie.[und controliren lassen wollen. schulen haben, Auszahlung des ertragenden Antheils erfolgt, der Die Verwendung erfolgt nach Maßgabe unserer Verfugung vom Antheil der übrigen Gemeinden aber, die solche nicht haben, in den 26. Februar 1855 an die Schulvorstände(Intelligenz-Blatt Nr. 17 Kassen verbleiben und hiervon denjenigen Gemeinden, in deren Industrie-[von 1855), sowie vom 27. Mai 1808 un der. 64 des Oberh. Anzeigers.
Friedberg den 8. August 1870.
schulen Außerordentliches geleistet wird, außerdem auf Nachsuchen D noch besondere Gratificationen zu Theil werden sollen. enen
Assenheim 25 fl. 42 kr.
a— Nieder⸗Mörlen 24 fl. 4 kr.— Nieder⸗Rosbach 16 fl. 2 kr.— Nie der⸗Weisel 41 fl. 40 kr. — Bönstadt 18 fl. 2 ke.—
— Nieder- Wöllstadt 31 fl. 41 kr.— Ober ⸗Florstadt 7 fl. 24 kr.— Ober⸗ Mörlen 59 fl. 6 ke.— Ober-Rosbach 38 fl. 52 ke.— Ober- Wöllstadt 25 fl. 32 kr. — Ockstadt 33 fl. 58 kr.— Oppershofen 19 fl. 32 kr.— Ossenheim 9 fl. 24 kr.— Ostheim 15 fl. 10 kr.— Pohl⸗Göns 15 fl. 56 ke.— Reichelsheim 26 f Rockenberg 39 fl. 58 kr.— Rödgen 6 fl. 9 ke.— Södel 19 fl. 38 ke.— Schwal⸗ heim 15 fl. 31 kr.— Steinsurb 29 fl. 48 kr.— Trais⸗Münzenberg 7 fl. 37 kr.— Weckesheim 12 fl. 48 kr.— Wisselsheim 6 fl. 46 kr.— Wohnbach 19 fl. 32 ke.
— Bauernheim 7 fl. 22 kr.— Beienheim 12 fl. 7 ke. Bruchenbrücken 17 fl. 45 kr.— Butzbach 80 fl. 34 ke. — Dorheim 23 fl. 12 ke.— Dorn Assenheim 20 fl. 50 kr.— Fauerbach v. d. H. 17 fl. 58 kr.— Fauerbach b. Fr. 16 fl. 19 kr.— Friedberg 149 fl. 10 kr.— Gambach 23 fl. 24 tr.— Griedel 24 fl. 48 ke.— Hoch⸗Weise 21 fl. 10 kr.— Ilben⸗ stadt 27 fl. 32 kr.— Kirch⸗Göns 19 fl. 58 kr.— Langenhain mit Ziegen⸗ derg 16 fl. 56 kr.— Maibach 7 fl. 16 kr.— Melbach 15 fl. 3 kr.— Münster 9 fl 32 kr. — Münzenberg 29 fl. 2 kr.— Nauheim 76 fl. 4 ke.— Nieder⸗Florstadt 39 fl. 22 ke.
Betreffend: Das Mathildenstift, hier die Vertheilung der für Industrieschulen für 1870 verwilligten Summen. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Schulvorstände derjenigen Gemeinden, welche In dustrieschulen errichtet haben.
1 85 Indem wir Ihnen von vorstehender Verfuͤgung an die betr. Großherzoglichen Bürgermeistereien Keuntaiß geben, verweisen wir bezüglich der Verwendung der verwilligten Beträge auf unsere Verfügung vom 26. Febr. 1855, Int.⸗Bl. Nr. 17, sowie vom 27. Mai 1868
Friedberg den 8. August 1870.
in Nr. 64 des Oberhessischen Anzeigers, und sehen Ihren Berichten wie vorgeschrieben entgegen.
Trapp.
Kriegs nachrichten. beiden niederschlesischen Regimenter Nr. 7 konnte die Cavallerie nur nicht rasch verfolgen, Wir geben über den Vorgang bei Weißen⸗(Königs-Grenadiere aus Liegnitz) und Nr. 58 sonst wären noch sehr viel mehr Franzosen ge— burg nach dem Bericht eines Correspondenten erstürmen eine französische Verschanzung, das fangen genommen. Der Brand von Weißen— d. K. Z. folgende Einzelheiten: Das war ein 5. Jägerbataillon aus Görlitz, in dem viele burg hat nicht Statt gefunden. Die Bayern vrächtiger Anfang des großen Krieges und mit Freiwillige dienen, schießt mit sicheren Schüssen haben sich sehr brav geschlagen und werden glänzendem Siege haben wir den Feldzug er- stets die französischen Zuaven zusammen, plötz- überall von den Preußen jubelnd begrüßt. offnet. Ich befand mich bei Hagenbach, in der lich ertönt der begeisterte Schlachtruf der Un- Die badische Division rückte heute von Lauter— Nähe der badischen Division Beyer, welche mit serigen und unaufhaltsam wie eine Wetter- berg nach Selz und hatte mehrere lebhafte autem Gesang auf Lauterbach im Elsaß zu- wolke, brechen die Preußen und bald ihnen zur Vorpostengefechte. Preußen sollen bis Hagenau marschirte, als des Morgens um vier Uhr, Seite auch wieder die Bayern, vor. Ganz vorgegangen sein. unter strömendem Regen, welcher die unerträg⸗ Weißenburg, mit allen seinen Verschanzungen Saarbrücken, 7. Aug. Gestern gegen iche Hitze der letzten Tage glücklicher Weise und festen Höhen wird erstürmt, und die Jäger 5 Uhr waren nach der Saarbrücker Ztg. die ehr kühlte, rechts von unserem Flügel in der des 5. Bataillons erobern auch eine fronzösische Spicherer Höhen durch die tapferen preußischen Richtung nach Weißenburg zu lauter Kanonen-⸗ Kanone, während die schwarzen Husaren ein Truppen genommen und zwar wie von Augen- donner, der fortwährend an Stärke zunahm, französisches Zeltlager und viele französische zeugen berichtet wird, mit einem Muth, der erscholl. Die Avantgarde des II. bayerischen Pferde erbeuten. Die ganze französische Divi- jeden einzelnen Soldaten zum Helden machte. Armeecorps unter dem General-Lieutenant Graf fion Douay's ist vollständig zersprengt, der Der Kampf entspann sich etwa gegen 12 Uhr Bothmer war gegen Weißenburg, welches von General Douay selbst, der zuletzt wie ein Ver⸗ Mittags und dauerte ununterbrochen bis es der französischen Division Douah's vom Corps zweifelter den Tod suchte, soll gefallen sein. Nacht geworden war und ihre Schatten erst des Morschalls Mae Mahon besetzt wurde, Wir haben über 800 französische Gefangene, einem Siegesringen ein Ende machten, mit ungerückt. Zwar war Weißenburg stark ver- darunter viele Zuaven, die lange nicht so ge- dem das blutigste von Königgrätz nach compe— schanzt und die Franzosen hatten in aller Eile wandt fochten, wie man früher von ihnen be- tentem Urtheil keinen Vergleich auszuhalten möglichst Schanzen und Verhaue dort aufge- hauptet hatte. Unsere Verluste sind bedeutend vermag. Die Action zu eröffnen war dem 39. führt, allein die braven Baiern stürmten unter und werden sich an Todten und Verwundeten Jufauterie-Regiment beschieden und traten nach vem Schutze ihrer sehr gut schießenden Artillerie wohl über 900 Mann belaufen. Besonders und nach das 74, 12 753. 40. und das nit todesverachtender Kühnheit und drangen bayerische Jäger, dann das 57. und 58. preu-48. Infanterie-Regiment in dieselbe ein, sowie unter harten Verlusten bis in die Mitte der ßische Regiment und das 5. Jäger-Bataillon später noch die brandenburger Jäger und an— Stadt vor. Hier aber warfen sich ihnen neue haben sehr gelitten. General v. Kirchbach ist dere Bataillone, die wir mit Gewißheit zu be— sranzösische Regimenter entgegen und das Ge- leicht an der Backe verwundet. Am schwierigsten zeichnen noch nicht im Stande sind. Die Fran⸗ secht kam zum Stehen. Aber schon nahte die und verlustreichsten war die Erstürmung des zosen schlugen sich nicht minder brav als die »reußische Hülfe; der baierische Kanonendonner Geisberges, eines hohen Hügels südostwärts Unserigen, ihre Schußwaffen sind den preußischen gatte die preußischen Truppen vom 5. Armee- von der Stadt. Die Franzosen hatten sich hier wenigstens gleich und dabei befanden sie sich sorps zur Eile getrieben. Im Laufschritt rückten stark verschanzt und eröffneten ein mörderisches in verschanzter, schwer zu nehmender Stellung. ie vorwärts, voran der General v. Kirchbach, Feuer auf unsere Soldaten, allein das 7. Königs-[ Dreimal wurden die Preußen von der mit er Führer des 5. Armeecorps. Mit schnellem Grenadier-Regiment aus Liegnitz stürmte un- aufopfernder Bravour genommenen ersten Berg— Ueberblick wirft er seine Truppen in die rechte aufhaltsam vorwärts. Die Franzosen haben erhöhung zurückgeschlagen, und es war Zeit, Flanke des Feindes, zwar leisten die Franzosen anfänglich sehr muthig gekämpft, als sie aber daß neue Regimenter„Verstärkung bringend, en hartnäckigsten Widerstand, aber der unge- einmal geschlagen waren, sind sie sehr unor- auf dem Kampfplatz AAchtenen, dean der Feind züme Andrang der Unserigen ist zu groß. Die dentlich geflohen. In dem sehr coupirten Terrain sandte immer frische Bataillone,'die mit der


