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gesetzter und gewaltiger, daß man das Ende aller Dinge gekommen glauben konnte. Mit der Ver- pflegung der Truppen kann es nicht besser gehen; wir haben vollauf. Der Mann bekommt täglich 1 Pfund Fleisch, Pfund Brod, Loth Kaffe, ½2 Quart Branntwein und das nöthige Gemüst, wobei die Erbswurst eine bedeutende Rolle shielt Außerdem wird unsere Division mit Wein verpflegt, den wir eine Nacht um die an- dere, allerdings mit Lebensgefahr, aus verschiedenen Kellern in.... holen.

Da die Frage ver Verproviantirung von Paris jetzt von hervorragender Wichtigkeit ist, dürfte ein Aufsatz Wittstocks Erwähnung verdienen, in welchem die im Jahre 1868 in Paris auf gezählten Lebensmittel aufgeführt sind. Darnach verbrauchte Paris 9,398,348 Kilogr. Getreide, 221,508,551 do. Mehl, 341,253 Ochsen, 219,641 Kälber, 209,615 Schweine, 1,707,266 Schafe, 3728 Pferde und 109 Esel; 831,310 Hekt. Wein, 174,940 Hekt. Liqueur. Außerdem wurden ver- zehrt 14,166,866 Kilogr. Fische, 11,461,414 Kilogramm Butter, 244,141,155 Stück Eier, 14,65 1,203 Stück Geflügel.

Straßburg. Der Maire und der Pastor von Reiningen bei Mülhausen im Elsaß hatten durch Trommel und Kanzel die dortigen jungen Leute der Gemeinde aufgefordert, sich den Legionen det Loire-Armee anzuschließen. Im Interesse der Gemeinde hat man es für gut befunden, Beide so lange zu entfernen, bis der Friede geschlossen ist; sie wurden nach Straßburg gebracht

Garibaldi hat über das Gesecht bei Pasques folgende Depesche an seine Tochter, die Gattin Canzio's, gesendet:Autun, 28. Nov., 9 Uhr 40 Min. Gestern um 2 Uhr Nachmittags griff der Feind unsere Positionen bei Lantenay an. Er wurde von dem ganzen Plateau ver trieben und bis Dijon verfolgt. Wir unternahmen um 8 Uhr Abends einen Sturm auf Dijon und zogen ung, da die feindlichen Streitkräfte zu be⸗ deutend waren, zurück. Wir sind alle vollkommen gesund. General Werder meldete bekanntlich, daß der Rückzug der Garibaldianer sich in Flucht aufgelöst habe.

Bei Belfort sind nunmehr die Batterien

so weit aufgestellt, daß am 3. früh 8 Uhr das.

Bombardement hat beginnen können, also gerade vier Wochen nach der Einschließung. In St. Hyppolite, südlich von Belfort, ziemlich nahe an der Schweizergränze und am Doubs liegend, ziehen sich die Rekruten des Departements zu⸗ sammen und wird dort ein Waffenplatz impro visirt. Wahrscheinlich werden auch die Elsässer theilweise dort sich sammeln. An der Gränze zeigen sich von Zeit zu Zeit französische Streif Patrouillen in oft ziemlicher Stärke, welche den Zweck haben, junge Elsässer, die sich nach dem Kriegsschauplatz begeben wollen, abzufangen, wie auch die Verbindungen zwischen Belfort und Mühlhausen zu unterhalten und zu decken. Am 30. waren z. B. 300 Mann in Delle, am 1. war die gleiche Mannschaft wieder von einem anderen Orte her signalisirt.

Aus Karlsruhe wird gemeldet: Die Kämpfe unserer Division bei Dijon behalten fortwährend den Charakter eines Guerillakriegs. Die zer⸗ streuten Freischaaren Garibaldi's sammeln sich da und dort wieder stärker an und bewirken, daß unsere Truppen immer auf dem Qui vive bleiben müssen. Ein ernsteres Rencontre hatte dae 2 badische Grenadierregiment wieder am 30. Nov. mit nicht ganz unbedeutendem Verluste, auch zweier verwundeter Offiziere. Der Feind wurde mit doppeltem Verluste geworfen. In Dijon herrscht strenge Kälte.

Hessen. Dar mstadt. Zu Lieutenants der Reserve wurden ernannt: der Vieefeldwebel Georg Stark aus Mommenheim im 1. Jäger- Bataillon und der Vicefeldwebel Joseph Gernsheim aus Worms im 2. Infanterie-Regiment.

Unter den hier internirten französischen Offizieren circulirt eine Erklärung, in welcher die Unterzeichner gegen die Wiedereinsetzung Napoleons protestiren.

Preußen. Berlin. DerStaatsanzeiger enthält die Verordnung wegen Einberufung des Landtags zum 14. December. Wie verlautet, bat die französische Regierung bei Annahme des Conferenzvorschlags die Erwartung ausgesprochen, daß die Conferenz die thatsächliche Lage Frank- reichs berücksichtige. Die Zusammenkunft der deutschen Fürsten wird voraussichtlich nicht in Versailles stattfinden.

Amtlichen Nachrichten zufolge hat sich in neuerer Zeit der Gesundheitszustand der deutschen Armee im Felde sehr günstig gestaltet. Ruhranfälle kommen fast gar nicht vor, der Typhus hat an Ausdehnung wie an gefährlichem Charakter ver⸗ loren; die Zahl der übrigen Krankheitsfälle hat sich ebenfalls wesentlich verringert. In den Laza⸗ rethen befinden sich etwa 10,000 Kranke weniger, als Ende des Monats October.

Kassel. DieHess. Meztg. schreibt: Frank furter Blättern wird unterm 5. Dez. von hier gemeldet, die Exkaiserin Eugenie sei am 3. Abends bei ihrem Gemahl zu Wilhelmshöhe eingetroffen. In Kassel weiß man davon nichts.

Frankfurt. Wie hiesige Blätter mittheilen, ist ein sich hier aufhaltender Agent und Corre spondent einer Brüsseler Zeitung, Ollivier, dieser Tage auf Ordre des Polizeipräsidiums verhaftet worden, weil er das betreffende belgische Blatt, das Lügen und Verläumdungen der deutschen Armee und ihrer Führer enthalten soll, unter die hier befindlichen gefangenen Officiere vertheilt habe. Derselbe ist der Staatsanwaltschaft behufs Einlei tung einer Untersuchung überantwortet worden.

Bayern. München. Am Abend des 6. d. drängten sich Hunderte vor dem Redactions locale derNeuesten Nachrichten, wo in Lapiz darbuchstaben der Brief unseres Königs zu lesen war, in welchem er im Namen der deutschen Fürsten dem Könige von Preußen die deutsche Kaiserwürde anbot. Diese unerwartete Neuig keit fand die freudigste Aufnahme in der Be völkerung. Allenthalben pries man diesen patriotischen Schritt unseres Königs, welcher hierdurch einen neuen glänzenden Beweis seiner deutsch-nationalen Gesinnung gegeben hat. In heutiger Sitzung hat auch der hiesige Magistrat dieser Stimmung der Hauptstadt in begeisterten Worten des Dankes und der Anerkennung Aus druck gegeben.

Würtemberg. Stuttgart. So weit bis jetzt die Ergebnisse der Abgeordnetenwahlen zu übersehen sind, hat die demokratische und die großdeutsche(nicht ultramontane) ziemlich viele Stimmen verloren, die der liberalen(ministe riellen) und derdeutschen(nationalen) Partei zugefallen sind. Von 70 Wahlen haben näm⸗ lich 56 stattgefunden, von weiteren 10 ist der Erfolg sicher; davon sind für den Bundesver⸗ trag von der deutschen Partei und den Con- servativen 50 und wahrscheinlich auch 4 Groß⸗ deutsche, gegen den Vertrag die 7 Mitglieder der Volkspartei und 5 Großdeutsche, also 12 gegen 54. Hiernach ist eine Zweidrittelmajori tät für den Vertrag gesichert.

Frankreich. Die Regierung in Tours hat in London einen Contract auf Lieferung von 300 gezogenen Geschützen, allwöchentlich fünf Batterien, abgeschlossen, und zwar ist die Hälfte von eng- lischen, die andere Hälfte von amerikanischen Häusern übernommen.

Gambetta hat, nach einem Telegramm aus Tours vom 6. d., folgende Depesche an die Präfecten gerichtet:Dementiren Sie keck die alarmirenden Gerüchte über die Lage der Loire Armee, die vom Uebelwollen colportirt werden, um Entmuthigung und Demoralisation hervorzu rufen. Sie werden genau die Wahrheit sagen, wenn Sie versichern, daß die Armee gegenwärtig in vortrefflichen Stellungen ist, daß ihr Material intact oder vermehrt ist und daß ste sich vorbereitet, den Kampf gegen den Eindringling wieder auf⸗ zunehmen. Jedermann möge fest und stark sein, mögen wir älle zusammen eine große Anstrengung machen und Frankreich wird gerettet.

DieGazette de France macht Gambetta

bittere Vorwürfe wegen der unrichtigen Nachrichten

schein gekommen. Der Rückzug der Lofre⸗Armee wurde ohne ein anderes Opfer bewirkt, als das Zurücklassen der schweren Schiffskanonen im ver⸗ schanzten Lager. Kein Theil der Feld Artillerie ward zurückgelassen, keine Verproviantirung, welche vorbereitet war, um Paris mit Vorräthen zu ver⸗ sehen, ward vom Feinde genommen.(7) DieGazette de France schreibt: Prinz Friedrich Karl griff am 3. December das 15. Corps unter General Pallieres und das 20. unter General Crouzat bei Pithiviers an; der französische linke Flügel wurde auf Chilleurs zurückgeworfen. Die Preußen nahmen hlerauf den Wald von Orleans. Das 18. französische Corps trat den Rückzug auf Sullt an, wo es über die Loire ging. General Crouzat überschreitet die Loire bei Jargeau und General Pallieres nahm den Rückzug über Orleans; andere Corps schlugen verschiedene andere Richtungen ein. Ein allgemeines Gefecht hatte nicht stattgefunden. Günstige Nachrichten aus Paris werden dem Wider- stande und dem Wunsche, den Mißerfolg(I) der Armee auszuwetzen, neuen Nachdruck verleihen.

Lille. Die Verbindung zwischen Havre und dem übrigen Frankreich ist gänzlich unterbrochen. Die Preußen marschiren in Eilmärschen auf Havre.

Italien. Florenz. Preußen verlangt von Italien die Zurückweisung der nach Italien ge flüchteten kriegsgefangenen französischen Offiziere. Es heißt, der König von Spanien werde Ende December oder Anfangs Januar nach Spanien gehen. Die spanische Deputation trifft nächsten Freitag in Turin ein, um die Königin zu be⸗ glückwünschen.

Amerika Washington, 5. December. (Kabeldepesche.) Heute wurde der Congreß eröffnet. Die Botschaft des Prästdenten bespricht kurz die Alabamaforderungen und empfiehlt, die Regierung der Vereinigten Staaten möge die Eigentbums⸗ forderungen behufs Erledigung derselben über⸗ nehmen. Der Präsident erklärt, sobald England eine völlig freundschaftliche Auseinandersetzung der Forderungen wünsche, würden die Vereinigten Staaten in die Erörterung des Gegenstandes ein- treten mit dem ernsten Wunsche, einen Abschluß herbeizuführen, welcher der Ehre und der Würde beider Nationen entspreche. Der Präsident ver⸗ kündigt das ernste Verlangen der Vereinigten Staaten nach Wiederherstellung des Friedens in Europa; allein die hergebrachte Politik verbiete die Einmischung in europäische Fragen. Die Bot⸗ schaft erwähnt ferner, daß der amerikanische Ge⸗ sandte in Paxis mit dem Schutze der Deutschen in Frankreich betraut worden und daß derselbe diesen Schutz in einer alle deutschen Länder zu⸗ friedenstellenden Weise ausgeführt habe. Nach Einsetzung der Republik erhielt der Gesandte in Paris die Instruction, die neue Reglerung anzu⸗ erkennen und zu beglückwünschen. Die Republik habe alsdann den amerikanischen Gesandten um ihre guten Dienste zu Gunsten des Friedens er⸗ sucht, die Politik der Unionsstaaten jedoch eine Einmischung in europäische Fragen nicht gesta ttet.

Ne u e st e 8. Amsterdam, 9. Dez. DasHandelsblad veröffentlicht die Worte der Notificalion des

Grafen Bismarck. Sie lauten:Da Luxemburg trotz mehrfacher ihm von französischer Seite zu⸗ gefügten Gebiete verletzungen niemals dagegen pro⸗ testirt habe, betrachte sich Preußen an diese Neu⸗ tralität gleichfalls nicht mehr gebunden.

Brüssel, 9. Dec. DieIndependance belge meldet: In den Kammerbureaux wollte man heute wissen, Preußen habe nach dem Haag und wahrscheinlich auch an alle Unter⸗ zeichner der Conferenzbeschluͤsse von 1867 die

Notification gesandt, es halte sich weiter an

dieselben nicht gebunden.

in seinen Pariser Bulletins, die geeignet seien, den General Aurelles zu einem Irrthume zu verleiten.

Aus Tous, 6. Dec., kommt folgende Depesche: Keratry traf in Tours ein. Noch sind in Calais keine preußischen Eelaireurs zum Vor

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