— an demselben Tage der Bergmeister Storch auf dem Dorheimer Bergwerk;— am 17. der Diftrietseinnehmer Reider zu Höchst;— am 30. der pensionirte Gradirer Scheiber zu Carlshalle;— am 1. Mai der Friedens⸗ gerichtsactuar Vogt zu Mainz;— am 6. der pensionirte Kanzleidiener bei dem Oberappellations⸗ und Cassations⸗ gericht Fadum zu Darmstadt;— am 8. der Landgerichts⸗ diener Sudheimer zu Schotten;— an demselben Tage der evangelische Pfarrer Gruber zu Ober-Eschbach;— am 9. der Kreisdiener Düball zu Alzey;— an demselben Tage der evangelische Pfarrer Geiger, zu Mörfelden;— am 13. der Decan und Oberpfarrer Simon zu Michelstadt; — am 16. der Hauptstaatskassediener Schmilt zu Darm⸗ stadt;— am 19. der Friedensgerichisactuar Henk zu Oppenbeim;— am 20. Mai der Hofgerichts-Advocat Dr. Hamm von Darmstadt.
— Der Major und Abtheilungs-Commandeur in der Feldartillerie v. Herget ist unterm 29. Mai von der Commandirung zum Kriegsministerium enthoben und dem Hauptmann Ronstadt von der Feldartillerie, unter Versetzung zum Kriegs- ministerium, die Stelle des Chefs der 1. Abthei⸗ lung übertragen worden; am 1. Juni wurde dem Major z. D. Habermehl der Character als Oberstlieutenant und dem Hauptmann in Pension v. Heimrod der Charakter als Major ertheilt; sodann der Commandeur des 1. Reiterregiments, Oberst Freiherr Riedesel zu Eisenbach unter Anerkennung seiner langjährig und treu geleisteten Dienste, unter Stellung à la suite des 1. Reiterregiments und Verleihung des Comthur- kreuzes 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt; der Oberstlieutenant Gan⸗ den berger ist von seinem seitherigen Verhältniß als Landwehr ⸗Bezirks-Commandeur entbunden worden und in den Pensionsstand zurückgetreten.
Mainz. Endlich wird die Ufer⸗Erweiterung und der Hafenbau zur Thatsache, indem die be⸗ treffende Material- und Arbeitslieferung vergeben wird. Auch die Regierung hat bereits die nöthigen Anordnungen getroffen, um dieser wichtigen An- gelegenheit einen prompten Fortgang ohne Störung des Flußverkehrs zu sichern.
Preußen. Berlin.„Ehre dem Könige!“ ruft die Zukunft:„Die sächsischen Reichstags abgeordneten haben bekanntlich allesammt— mit einer einzigen Ausnahme— ohne Unterschied ihrer sonstigen politischen Parteistellung gegen die Todesstrafe gestimmt. Und sie haben so ge stimmt nicht bloß als Vertreter des Volkes, son⸗ dern auch als Mandatare ihres Königs. Denn der König Johann hat die sächsischen Abgeord- neten, soweit er ihrer vor der Abreise nach Berlin in Dresden habhaft werden konnte, zu sich beschieden und ihnen auf Wort und Hand- schlag das Versprechen abgenommen, daß sie gegen die Todesstrafe stimmen würden. Und die Sachsen stimmten wie ein Mann gegen die Todesstrafe, mit Ausnahme des Sohnes von Robert Blum.“
— Herr Hans Blum wird, wie einige Blätter melden, in preußischen Staatsdienst treten. Das Gerücht scheint in Folge der Unterredung ent— standen zu sein, zu welcher Graf Bismarck nach den Verhandlungen über das Strafgesetzbuch Hin. Blum berief, und in welcher er ihm die Ver— sicherung gegeben haben soll, sein Votum für die Todesstrafe thue der Pietät gegen seinen Vater keinen Abbruch.
— Der„Grazer Tagespost“ zufolge beab⸗ sichtigt der seinem Absterben entgegensehende Herzog von Anhalt sein 48 Quadratmeilen großes Ländchen an Preußen abzutreten; der Erbprinz würde gegen Belassung des Domanialgutes seine Zustimmung zur Accession ertheilen. a
Hannover. Dieser Tage war hier der am 21. März niedergesetzte vorläufige Ausschuß der nordwestdeutschen Protestanten⸗Vereine versammelt. Man beschloß, entweder noch im Juli oder im October hier einen norddeutschen Protestantentag zu halten, auf welchem 1) über die Lehrfreiheit der Geist— lichen, 2) über das Recht der Gemeinden auf freie Pfarrwahlen, 3) über die Uebergriffe katho⸗ lischer Geistlichen bei der Kindererziehung in ge— mischten Ehen verhandelt werden soll. Als Organ der Bewegung in diesem Theile von Deutschland erkannte man des in Bremen erscheinende„Nord—
über nachstehenden Vorgang. Die Affaire spielt
sich in einem Conflikte zwischen Militär und
Polizei ab. Am 13. Mai, Abends 10 Uhr, be ⸗ gab sich der hiesige Polizeicommissär Moltke, ein äußerst ruhiger und verständiger Beamter, auf einem längeren Dienstgange, vollständig adjustirt, auch in das Bergmann'sche Conditoreilocal, in dem eine Sängergesellschaft concertirte. Als das dort anwesende, aus ca. 60 Personen des besseren Bürgerstandes bestehende Publikum dem Vortrage eines Gumbert'schen Liedes wohlgefällig zuhörte, wurde dasselbe durch das Mitsingen eines draußen vor der zu einem Seitengange führenden, halb— geöffneten Thüre stehenden Mannes unangenehm berührt. Der Polizei-Commissär, der dicht neben dieser Thüre saß, schloß diese geräuschlos, um etwaigen Collisionen vorzubeugen. Trotz dieses verständigen Winkes für den Herrn Sänger draußen wurde die Thüre von außen wiederum geöffnet und jene lästige Begleitung des Gesanges fortgesetzt, worauf der Polizei-Commissär, ohne sich nach der Person des Störers umzusehen, in den Gang hineinrief:„Stören Sie die Gesell— schaft nicht.“ Hierauf wurde die Thüre von Außen ganz geöffnet, in das Lokal rief der Lieutenant vom 21. westphälischen Husarenregimente Graf Stolberg, sich gegen den Polizeicommissär wendend, zu hinreichendem Verständniß der An- wesenden:„Was wollen Sie, Sie dummer Kerl, Sie Schafskopf, Sie Rindvieh, kommen Sie heraus, Sie Polizeicommissär.“ Letzterer ent- gegnete mit aller Ruhe, daß er dieser Aufforderung zu folgen um deßwillen fich nicht veranlaßt finde, als er nur im Locale selbst die nöthigen Zeugen für jede seiner augenblicklichen Handlungen habe. Nun trat der Offizier in das Local, wiederholte mit großer Zungenfertigkeit obige Schimpfworte und mit besonderer Vorliebe„Rindvieh“. Der Excedent ist dem Militärgerichte denuncirt; die hiesige Bevölkerung aber ist auf die Art und das Maß der Strafe um so mehr gespannt, als sie dadurch in die Lage gesetzt werden wird, einen Vergleich zu machen mit der über jenen englischen Offizier verhängten Arbeitshausstrafe, welcher einen Policeman in bedeutend geringerem Grade beleidigte.
Oesterreich. Wien. Die„Wiener Ztg.“ enthält eine Entschließung des Kaisers, durch welche der Abhaltung einer internationalen Welt⸗ ausstellung zu Wien im Frühjahre 1873 die Genehmigung ertheilt und angeordnet wird, den fremden Regierungen unverweilt die darauf be— züglichen Mittheilungen zu machen.
Semlin. Laut Privatdepesche des Telegra- phenamtes zu Nissa vom 5. d., Abends 9 Uhr, stehen die Hauptstraßen Pera's seit fünf Stunden in Brand.
Schweiz. Bemerkenswerthe Resultate hat der letzthin in Bern abgehaltene Concurs für Bewerber um Telegraphenstellen ergeben. In der Schluß— prüfung nämlich haben sich die Aspiranten weiblichen Geschlechts bedeutend ausgezeichnet vor ihren männlichen Concurrenten. Von den Männern er⸗ hielten die erste Note 6,67, die zweite 26,67, die dritte 53,33 Proz. und konnten 13,33 Proz. gar nicht patentirt werden; von den Frauen dagegen kamen mit der ersten Note durch's Examen 15,38, mit der zweiten 46,15, mit der dritten 34,63 Proz. und konnten nur 3,84 Proz. das Examen nicht bestehen. Gewiß geben diese Zahlen ein neues und gewichtiges Argument für die Verwendbarkeit von Frauen im Telegraphendienste ab.
Bern. Der Bundesrath hat die nöthigen Anordnungen getroffen, daß wegen des an der italienischen Gränze stattgehabten Landfriedens⸗ bruches eine eriminalgerichtliche Untersuchung durch das Bundesgericht eingeleitet werde.
Frankreich. Paris. Die„Agence Havas“ meldet unterm 2. d. aus Lans le Boury(Sa- vohen), daß eine Bande aus ungefähr 60 Per- sonen, darunter mehrere Studenten, Mailand ver lassen habe und im Norden des Comer-Sees erschienen sei.
— Im gesetzgebenden Körper wurde eine ganze Reihe von Commissionsberichten auf den Tisch
deutsche Protestantenblatt“ an. Lüneburg. Die„D. Volksztg.“ berichtet
des Hauses gelegt. Die Commisston für den Joubeyran'schen Antrag spricht sich im Prinzip
zu Gunsten dieser Vorlage aus; der Bericht der Commission für den auf Abschaffung der Todes⸗ strafe bezüglichen Gesetzentwurf concludirt auf Verwerfung desselben. e
— Das Ministerium geht mit dem Gedanken um, der ausländischen und vornehmlich der deut⸗ schen Presse, deren Urtheilen man hier entschieden die meiste Wichtigkeit beilegt, wieder etwas genauer auf die Finger zu sehen. Es hat hier nämlich sehr empfindlich berührt, daß man sich jenseits des Rheins so wegwerfend über das Plebiseit und insbesondere über den jüngsten„Parlamentaris- mus“ des liberalen Großsiegelbewahrers geäußert hat. Es soll ein eigenes Bureau errichtet werden, das die ausländischen Blätter täglich genau studirt, analysirt, beziehungsweise excerpirt und dem Ca- binet darüber Bericht erstattet. Das zu gründende Bureau wird dem Ministerium des Innern und dem des Aeußeren dienen, da Herr v. Gramont Werth darauf legt, über die Stimmung des Auslandes und zumal Norddeutschlands auf dem Laufenden zu bleiben.
Spanien Madrid. Aus der Umgebung Espartero's verlautet, daß der Herzog auf die Manifestation seiner Anhänger vom 1. d., in welcher sie das Land auffordern, ihn zum Könige zu wählen, mit der wiederholten entschiedenen Ablehnung der Thronkandidatur antworten werde,
— Die Banditen, welche sich der englischen Reisenden unfern Gibraltar bemächtigt haben, haben Nachrichten von ihren Gefangenen geschickt, welche, wie sie sagen, sich bei guter Gesundheit befinden und gut behandelt werden. Die Ban— diten verlangen Geld. Es sind Unterhandlungen angeknüpft worden, um zu ihrer Befreiung zu gelangen.
— Die Schlacht- und Mahlsteuer, welche be⸗ kanntlich bald nach der Septemberrevolution ab- geschafft, nachträglich aber zum Theile wieder ein⸗ geführt worden, hat in Valladolid einen Aufruhr veranlaßt. Etwa 500 Arbeiter erhoben sich gegen die Abgabe und es wurden Truppen zur Her- stellung der Ruhe aufgeboten. Es gelang, die Bewegung zu unterdrücken..
Italien. Florenz. Der Bandenführer Nathan hat seine Bande verlassen und ist nach der Schweiz zurückgekehrt. Wie die„Italie“ meldet, soll der Minister des Aeußern bei der Regierung der Schweiz wegen unzureichender Be- wachung der Gränze, sowie wegen Verzögerung in der Internirung der Flächttinge Reclamation erhoben haben. n
— Das Memorial Diplomatique veröffentlicht ein Telegramm aus Rom, wonach die Unfehl⸗ barkeit am St. Petersfeste verkündigt werden wird. Hierauf wird sich das Concil vom 1, Juli bis zum 15. October vertagen.
Türkei. Konstantinopel. Am 5. d. Nachmittags 1 Uhr brach hierselbst eine schreck⸗ liche Feuersbrunst aus, welche bei starkem Winde reißend um sich griff. Das Hotel der britischen Botschaft, die Consulate Amerikas und Portugals, das Theater Nasun, mehrere Kirchen und Moscheen, sowie einige tausend Privathäuser, darunter die reichsten Magazine, sind in Asche gelegt. Mehrere Todte und Verwundete sind zu beklagen. Der Schaden ist unberechenbar.
— Weitere Nachrichten vom 6. d. Abends melden: Die Stadt hat ein düsteres Aussehen. Die Börse und fast alle Gewölbe sind geschlossen. Der französische Botschafter hat alle Franzosen, welche durch die Feuersbrunst beschädigt sind, ein⸗ geladen in seinem Hotel Unterstützungen entgegen zunehmen.
Rußland. Die Vorbereitungen zum Em- pfange des Zaren, der bekanntlich auf seiner Rück- reise Warschau berühren und drei Tage hier und in Skerniewice weilen will, sind im besten Gange, und ist die Polizei besonders thätig, Alles zu entfernen, was irgend unangenehmen Eindruck auf den Landesherrn machen könnte. So dürfen z. B. Bettler, Krüppel ꝛc. während der Anwesen⸗ heit des hohen Besuchs ihre Wohnungen unter keinen Umständen verlassen, und sind die Wirthe und Miethgeber solcher Leute verantwortlich und strafbar von 5 bis 50 Rubel, wenn einer ihrer
*
1
kroffen borhel 0
J d beg dnttolit
An e
Fusscht
bigct Kenigte
den Ind
Weißen abgesehe und 5.
gekosttt
— Bin wurde in bei sih. Brei —
5
10 80 soll die ahr 187. Hürtau un Euf der Sum
Buß
—
N
1509 Nauhe
Lagerpla
Offetten „Offer dis zum unterzei die Ber
gr,
1567 Oieße werden Tour 400%
chf Mardi zu ma lasse qu


