Ausgabe 
7.4.1870
 
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ist in dem abgelaufenen Jahre finanziell ziemlich

Die Stadt Bern votlete mit großer Ma jorität den ihr zukommenden Beitrag zu der Sub⸗ vention zum Bau der Gotthardtbahn.

Frankreich. Paris. Ueber die Frage, ob das Senatusconsult der Volksabstimmung unter- breitet werden soll, lauten die Nachrichten vom 3. d. noch unentschieden. Man versichert, das linke Centrum werde beantragen, daß der gesetz⸗ gebende Körper und der Senat sich vorher für Annahme des Plebiscits aussprechen.

Es haben am 3. und 4. d. Sitzungen des Ministerrathes stattgefunden und soll beschlossen worden sein, die Interpellationen des Deputirten Grevy nicht zurück zu weisen. Der Senatus. consult solle der Volksabstimmung unterbreitet werden.

Am 4. d. erklärte im gesetzgebenden Kör⸗ per der Kriegsminister Leboeuf, daß die Regierung die Reduction des Contingents auf 90,000 Mann annehme. Der Justizminister Ollivier erklärt sich bereit, die Interpellation über die constituirende Gewalt zu beantworten. Grevy sagt, das Ple⸗ biscit diene dazu, den Willen der Nation zu confisciren. Ollivier antwortet darauf: Das Ministerium wolle nichts ohne die Zustimmung rer Kammer thun. Die Umwandlung des Kaiser- reichs in liberalem Sinne sei vollzogen.Wir werden die Nation auffordern, der liberalen Ver⸗ fassung ihre Zustimmung zu geben, wie sie sie der autoritären Verfassung von 1852 gab. Ueber das Resultat sind wir ohne Sorgen, denn die Nation, welche zwischen der Reaction und der Revolution zu wählen hat, wird sich für die Freiheit entscheiden.(Beifall.) Picard spricht sich in heftiger Weise gegen das Plebiscit aus. Ebenso Jules Favre, welcher dasselbe als voll⸗ ständige Wiederherstellung der despotischen Gewalt bezeichnet.

Aus Barcelona wird vom 4. d. gemeldet, daß es dort bei Gelegenheit der Ausloosung für den Militärdienst zu Störungen der Ruhe ge kommen, wobei Versuche gemacht wurden, Barri⸗ kaden zu errichten. Dieselben wurden ohne Mühe wieder genommen, jedoch gab es dabei 10 Todte. Die Ruhe wurde wieder hergestellt.

Der deutsche Hülfsverein hielt im Grand Hotel unter dem Vorsitz des Grafen Seebach seine Jahresversammlung. Der Stand des Vereins

stationär geblieben; sein Budget beziffert sich in der bescheidenen Summe von 54,969 Frs. 30 C. Die Zahl der Mitglieder ist im Jahre 1869 von 636 auf 674 gestiegen. An Unterstützungen wur⸗ den 10,628 Frs. baar und 4230 Rationen Brod geleistet; 285 Individuen wurden von dem Verein nach Deutschland befördert.

Rußland. Der Vorschlag einer allgemeinen Amnestie für die polnischen Emigranten oder wenigstens für diejenigen, welche sich in Oesterreich und Preußen aufhalten, ist trotz der warmen Fürsprache des Grafen Berg in Petersburg ver⸗ worfen worden.

Friedberg. Gestern Dienstag Abend zwischen 8 und 9 Uhr beobachtete man ein prachtvolles Nordlicht, das sich namentlich durch die Intensivität des Lichtes, sowie die ausschießenden mächtigen Strahlenbündel aus⸗ gezeichnete und nahezu eine Stunde am Himmel stand.

** Friedberg, 6. April. Zu der soeben zu Ende gegangenen diesmaligen Aufnahmeprüfung am hiesigen Schullehrer⸗Seminar hatten sich 51 Präparanden angemel⸗ det, von welchen 42 für hinreichend befähigt gefunden wurden, um aufgenommen zu werden. Ein Correspon⸗ denzarlikel in Nr. 41 des Weiterauer Boten, der bereits unterm 4. April die Nachricht bringt, daß nur etwa 36 junge Leute ins Seminar aufgenommen worden seien, ist nach obiger Angabe zu berichtigen.

Frankfurt. Von nächstem Montag den 1. April an werden die Gewächshäuser der Frankfurter Palmen⸗ garten⸗Gesellschaft zum ersten Male für das Publikum geöffnet sein Die Gesellschaft hat bekanntlich die herzog lichen Wintergärten zu Biebrich käuflich erworben und das ganze aus nahezu 20,000 Exemplaren bestehende Pflanzen⸗ Inventar nach Frankfurt übergeführt. Zur Aufnahme desselben hat die Gesellschaft mit einem Kostenaufwande von ca. 400,000 fl. eine großartige Wintergarten-Anlage auf der Bockenheimer Landstraße(eiwa 10 Minnten von den West⸗Bahnhösen errichtet, von der nunmehr die Glas⸗ häuser vollständig fertig gestellt sind. Das mittlere, nach einer ganz neuen Eisenconstruction errichtete Palmenhaus ist ein Prachtbau, wie Deutschland keinen zweiten der⸗ artigen aufzuweisen hat und übertrifft sogar an Aus- dehnung das größte der Gewächshäuser von Kew in England. Das innere Arrangement mit Felsengruppen, Wasserfällen, Grotten ꝛc. ist nach einem Plaue des Herrn Gartendirektor Thelemann von dem Inspektor der Gesell⸗ schaft, Herru Heiß, ausgeführt und gewährt schon jetzt einen wunderbaren Anblick, der in einigen Tagen, wenn die Flora in ihrer ganzen Pracht entfaltet ist, auf den Beschauer einen noch imposanteren Eindruck machen wird. Jeder der Besucher des Palmenhauses fühli sich vollstäudig in die Tropenweßt versetzt. Wir machen alle Pflanzen⸗ und Blumensreunde auf diesen nur einige Wochen ihnen sich bietenden Genuß aufmerksam. Der Eintrittspreis beträgt in den 3 ersten Tagen 1 fl., in den folgenden 14 Tagen bis zum Schluß der Ausstellung 30 kr.

Vom Main. Seitdem der Wetterprophet in Her⸗ rieden das Zeitliche gesegnet hat, ist in der Bildung der Lufiberge und Luftthäler eine wahre Anarchie eingetreten, da dieselben sich nicht mehr beobachtet sehen, daher die bisherige Kälte! Ueberhaupt geht dermalen in den oberen Regionen vielfach einanderer Wind und läßt die unteren eine unerquicklicheKälte fühlen.

Darmstadt. Der Aufenthalt des HochstaplersPro⸗ fessor Steckewitz ist schon vor einiger Zelt in London ermittelt worden. Verhaft, sondern wird nur von der dortigen Polizei auf das sorgfältigste beobachtet. Um die Festnahme und Aus⸗ lieferung an die hessische Justiz herbeizuführen, ist die Ein⸗ leitung einer Civilklage von Seiten der durch Steckewitz beschwindelten Personen bei den englischen Gerichten er⸗ forderlich. Zu diesem Zwecke hielt sich ein hiesiger Anwalt, der ebenfalls mit dem Hochslabler in unliebsame Geschästs⸗ verbindungen geratben ist, einige Zeit in London auf und soll gegründete Hoffnung vorhanden sein, daß der Pro⸗ sessor in die Lage kommen wird, sich seinen zahlreichen hiesigen Freunden noch einmal zu präsentiren, jedoch bleibt es zweifelhaft, ob denselben ihre Guthaben ihrem ganzen Belrage nach zurückerstaltet werden.

Wien. Mit der am 9., 10. und 11. Juni d. J. in Wien abzuhaltenden 19. allgemeinen deutschen Lehrer⸗ versammlung wird eine Lehrmittelausstellung verbunden werden, die darauf berechnet ist, die Theilnehmer mit allen neuen besseren Erscheinungen auf dem Gebiete des Schul⸗ wesens mögen diese in Büchern, Karten, Anschauungs⸗ mitteln, naturwissenschastlichen Sammlungen oder Uten⸗ silien bestehen bekannt zu machen. Vorläufige Anmel⸗ dungen, unter genauer Angabe der zur Einsendung be⸗ stimmten Objekte, werden bis Ende April enigegengenome men. Der Einsendungstermin ist bis zum 15. Mai fesigesetzt.

Verloos ungen.

Wien, 1. April. Bei der heutigen Verloosung des 185er Lotterie-Anlebens wurden die folgenden 26 Serien gezogen: 113 270 330 420 650 791 981 1216 1302 1362 1366 1895 2081 2170 2220 2623 2691 2804 2827 2998 3018 3112 3351 3466 3807 3857. Der Haupt⸗ treffer mit 110,000 fl. fiel auf Serie 1366 Nr. 2 und der zweite Treffer mit 20,000 fl. auf Serie 3857 Nr. 16. Auf alle übrigen Nummern fällt ein Gewinn von je 300 fl.

Madrider 100⸗Frs. Prämienscheine. Ziehung am 1. April. Nr. 375,916 35.000 Fr., Nr. 419,421 und 300,417 je 2000 Fr., Nr. 256,254, 330,774, 89,755 und 275,764 je 1000 Fr.

Mailänder Fr. 45 Loose. Ziehung am 1. April Serien: 103 408 462 486 965 1145 1230 1261 1318 1892 2003 2056 2193 2281 2426 2705 3189 3655 3650 3869 3960 4605 4649 50145138 5155 5311 5319 5640 5978 6147 6317 7021 7123 7346 7440 7623 7754 7970. Hauptpreise: S. 103 Nr. 1 und 2, S. 408 Nr. 38, S. 1318 Nr. 11, S. 2193 Nr. 12, S. 3189 Nr. 18, S. 3869 Nr. 4, S. 4605 Nr. 24, S. 5311 Nr. 49, S. 5640 Nr. 24, 36 und 42, S. 6147 Nr. 38 und 42, S. 6317 Nr. 15, 22 und 35, S. 7754 Nr. 14, S. 7970 Nr. 7 und 45 je 1000 Fr.

Holzversteigerung

in der Oberförsterei Nidda. 936 Dienstag den 12. u. Mittwoch den 13. k. M. soll in dem Domanialwald⸗Disiriet Klausekopf nach⸗ verzeichnetes Holz versteigert werden: Scheitholz. Prügelholz. Stockholz. Reis holz. Stecken.

Holzart. Buchen 70 540 60 684 Eichen 144 128 Acdpen 36 45 74 Nadelholz

7 16 Eichenssämme von 6-8 ½ Durchmesser, 1525 Länge mit 120 Cubiffuß, 4 Nadelholzstsämme von Durchmesser, 20-30 Länge mit 27 Cubikfuß,

1 Aspenstamm von 13 Durchmesser, 20 Länge mit

208 Cubiksus,

25 Elchenstangen von 45 Durchmesser, 20 25 Länge mit 76 Cubikfuß(Wagnerholz),

87 Buchenstangen von 24 Durchmesser, 15 25 Länge mit 175 Cubikfuß(Wagnerholz),

39 Nadelholzstangen von5 Durchm., 20307 Länge mit 147 Cubikfuß,.

Zusammenkunft in dem Holzschlage, der oberbalb Unter⸗Schmitten gelegen iu; Beginn der Versteige⸗ rung präcis 9 Uhr Vormittags.

Nidda der 30. März 1870.

Großherzogliche Oberförsterei Nidda Georgi.

Kapital⸗Gesuch.

976 Die hiesige Gemeinde sucht Kapitalien bis zu 1530 fl. zu% Zinsen aufzunehmen Diejenigen Herren Kapttalisten, welche sich an dieser Kapitalaufnahme belhelligen wollen, werden gebeten, ihte Anmeldungen nebst Angabe des Belrags baldigst an dle unterzeichnete Stelle gelangen zu lassen. Oppershosen am 5. Apfil 1870. Großherzogliche Bürgermeisterel Oppershofen C. d. B.:

Sch m Id 1, Belgeordneter.

Lohrinden- Versteigerung.

964 Samfiag den 23. April l. J., Nachmittags 1 Uhr, sollen circa 600 Centner 17jährige Eichen⸗Lohrinden des Dishtets Gaulskopf, der Gemeinde Cleeberg gehörend, und circa 70 Centnet der Gemeinde Weiper⸗ felden auf dem Rathbaus dahier verfsigert werden. Cleeberg den 2. April 1870. Der Bürgermeifler Vleh mann.

Verpachtung von Steinbruchgelände.

963 Das Gelände des fiokalischen Steinbruchs in der Gemarkung Schwalheim soll auf dem Submissionswege an den Melsibietenden verpachtet werden.

Die Pachtbedingungen liegen auf unserem Büreau zur Einficht offen und haben Uebernahmslustige ihre Eingabe veisiegelt mit der AufscheilftVerpachtung von Steinbruchgelände längstens bis Montag den 11. April l. J., Morgens 10 Uhr, einzureichen.

Friedberg den 4. April 1870.

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Bekanntmachung.

975 Die am 29. und 30. März d. J. im Domanial⸗ wald Burgwald abgehaltene Holzverfleigerung ist ge⸗ nehmigt und sind die Abfuhrscheine vom 12. d. M. an bei Großherzoglichem Rentamt Friedberg in Empfang zu nehmen.

Der etste Abfuhrtag ist auf den 13, d. M. anberaumt.

Ober⸗Rosbach am 5. April 1870.

Großherzogliche Oberförsteret Ober⸗Rosbach e Jochem, Forst⸗Accessist.

Rechnungen

mit Geschäfts⸗Firina per Buch 32 kr., in größeren Quantitäten billiger, liefern

Bindernagel 8 Schimpf.

1

Holz-Versteigerung. 968 Montag den 11. April sellen im Mockstädter Markwalde, Distriet Lückenkopf, Salzlachenschlag und Stiftshecken, nachfolgende Holzsorten zur öffentlichen Versteigerung kommen:

1) 35 Stecken Buchen⸗Scheltholz II. Classe,

2 25 7 Prügelholz, 2 Stockholz, e Eichen⸗Prügelholz, 50 Klefern Scheitholz,

6) 20 75 Eichen⸗Stockholz,

Aspen⸗Prügel, b

8) 1500 Stück Eichen⸗ u. Buchen⸗Wellen,

9) 2000 Asopen⸗Wellen,

10 44 Stämme Eichen Bauholz von 919 Durch⸗ messer und 1549 Länge.

Die Zusammenkunft findet statt Vormittags 9 Uhr

auf dem Heegbeimerweg am Pflanzgarten. Nleder⸗Mockstadt am 30. März 1870. 8 Der Markmeister Reuther.

7575 8. 7 Holz-Versteigerung.

969 Dtienstag den 12. April sollen im Mockstädter

Markwalde, District Forftwald, Kirchwald, Höbhwald

Versteigerung kommen: 1) 14½ Stecken Buchen⸗Stamm⸗Prügelholz, 2) 2000 Stück Kiesern⸗Bohnenstangen, 3) 1900 Buchen Entästungs⸗Wellen, 9 56½ Stecken Weichholzreiser, 2 und 24-38 Länge.

auf dem Neuenderg bel dem Tannenwald. Nleder⸗Mockstadt am 4. April 1870.

Reuther.

neben der Post in Friedberg.

Herrenkragen

Derselbe ist jedoch bis jetzt nicht in

und Klafterwalv, nachfolgende Holzsorten zur öffentlichen 5

Eichenstämme von 11 15 Durchmesser

Die Zusammenkunkt findet statt Vormittags 9 Uhr ö

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