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genden Bedingungen statt:

Aus Versailles, 26. Okt., ist an die Herzogin in Meiningen folgendes Telegramm gelangt: Chartres war mit 67000 Mann und 6 Geschützen besetzt. In Folge Capitulation räumte der Feind die Stadt Nachmittags, Garde 1500 Mann streckten Waffen, wir nahmen Besitz ohne nennenswerthes Gefecht. Abkommen geschah, um Stadt zu schonen und unseren durch letzte Tage sehr ermüdeten Truppen Ruhe zu schaffen. Gez. Georg.

Chartres hat sich bekanntlich am 21. Okt., Morgens, den Deutschen ergeben, nachdem die Stadt bedroht worden war, daß man sie, falls sie Widerstand leisten würde, niederbrennen werde. Die Garnison, die aus regulären und irregulären Truppen bestand, hatte übrigens einigen Wider stand geleistet. Die Uebergabe fand unter fol⸗ Die französischen Truppen zieben binnen zwei Stunden ab; der Stadt wird keine Kriegssteuer in Geld auferlegt; die Requisitionen an Lebensmitteln, welche die deutsche Armee nothwendig hat, werden nur durch

Vermittlung der Gemeindebehörde bewerkstelligt.

Das Privateigenthum und die Personen werden respektirt. Die Nationalgarde gibt die Waffen auf der Mairie ab; die deutsche Armee rückt erst um Uhr in Chartres ein.

Nach einer Mittheilung derElberf. Ztg. aus dem Lager vor Metz vom 25. Okt. hat in der Nacht vom 24. auf den 25. ein Brief Ba- zaine's an den Prinzen Friedrich Karl die Unter⸗ handlungen wieder aufgenommen, welche zu der am 27. erfolgten Uebergabe geführt haben. Die Truppen hatten Befehl, sich am 25. früh in Ge⸗ fechtsbereitschaft aufzustellen, vermuthlich, weil man den Ausfall erwartete, der über das Schicksal der feindlichen Armee und der Festung entscheiden sollte. In Folge jenes Briefes erhielten die Truppen Gegenbefehl.

Ueber die Vorgeschichte der Capitulation

von Metz wird derK. Z. aus Corny vom

26. Okt. Folgendes mitgetheilt: Vorgestern Abend kam ein Brief Bazaine's im Hauptquartier an, mit der Bitte, anderen Tages dem General Chan⸗ garnier eine Audienz zu bewilligen. Prinz Friedrich Karl gewährte diese Audienz und bestimmte, daß der General von zwei Ordonnanz⸗Ofsizieren gestern um eilf Uhr bei den Vorposten abgeholt werden sollte. Diese trafen den General noch nicht dort. Das zwischen unseren Vorposten urd dem Feinde liegende, etwa 2000 Schritt breite Terrain wim; melte von unbewaffneten Franzosen, die sich bis auf 100 Schritt den Unsrigen näherten, um Kartoffeln, Trauben und Pferdefutter zu suchen, eine Scene, die sich alle Morgen wiederholte. Die Franzosen nehmen vor unseren Doppelposten die Mütze ab, zeigen auf den Bauch und machen die Geberde, daß sie großen Hunger haben. Unsere Soldaten winken dann, die Franzosen beginnen mit ihrer Arbeit und kehren zurück, sobald sie einen Sack voll haben. Hierdurch sind die Roth hosen bereits so dreist geworden, daß wir sie gestern aus einem Orte, den sie besetzt hatten und durchaus nicht räumen wollten, mit Stöcken ver⸗ treiben mußten. Als der General nicht kam, nahmen unsere Ordonnanz Offiziere eine Parla⸗ mentärflagge und gingen, von Hunderten unbe- waffneten Feinden umschwärmt, bis zum franzö⸗

sischen Verhau, wo die Wache sie mit Gewehr

bei Fuß empfing. Als sie sagten, daß sie den General erwarteten, zeigte der Wachthabende auf auf einen eben sich beranbewegenden Wagen. Changarnier, ein Greis von circa 80 Jahren, noch ziemlich rüstig, bat, so weit als möglich fahren zu dürfen, da er nicht lange gehen könne. Unsere Offiziere schickten nach ihrem Wagen und ließen denselben so nahe herankommen, daß der General nur über einen kleinen Graben zu klettern brauchte. Changarnier ist Republikaner, lebte seit dem Staatsstreiche im Exil zu Brüssel, stellte sich nach der Schlacht bei Wörth dem Kaiser zur Disposition und befindet sich seit dem 8. August in Metz, wo er Adlatus von Bazaine ist, ohne ein eigenes Commando zu haben. Die Augen wurden ihm verbunden, und hier angekommen,

zum Prinzen geführt. Die Conferenz dauerte Stunde, worauf er wieder bis zum Wagen begleitet wurde. Der General Changarnier war gebrochen, und das Letzte, was er sagte, war: Wir werden fallen, aber mit Ehren. Ich wünsche Ihnen, meine Herren, daß Sie und kein braver Soldat so etwas erleben mögen. Damit brach ein Strom von Thränen aus seinen Augen. Mit verbundenen Augen führte man ihn bis über die Vorposten zurück. Hier, nachdem ihm die Binde abgenommen, sah er die Kartoffelsucher und hielt eine Lobrede auf unsere Soldaten. Schließlich sagte er, daß er wünsche, die am Abend Statt findenden Unterhandlungen möchten zun Resultate führen. Das mit dem Prinzen Karl verabredete Rendezvous fand auf dem Schlosse Frescath Statt. Ein französischer Divistons⸗General und General v. Stiehle fanden sich dort ein. Wir stellten unsere Bedingungen auf Grundlage der Capitulation von Sedan und Straßburg. Der Franzose soll darüber zuerst wüthend gewesen sein, schließlich nahm er die Bedingungen aber doch mit nach Metz. Von den Ereignissen, welche der Capi tulation unmittelbar vorausgingen, gibt ein englisches Blatt folgende Mittheilungen: General Coffinidre, der Commandant der Stadt und Festung Metz, machte dem Marschall Bazaine am 21. v. M. die Eröffnung, daß er für die außerhalb der Festung gelagerte Armee keinerlei Mundvorräthe mehr liefern könne, und daß diese sonach selber sehen müsse, wie sie fertig werde. Darauf befahl Bazaine seinen Vor posten, das Feuer auf die preußischen einzu stellen, und stillschweigend erlaubte er seinen Mannschaften in Gruppen zu einem bis zwei Dutzend zu desertiren. Diese wurden von den Deutschen als Gefangene acceptirt; größere Massen indeß zurückgewiesen. Am Nachmittag des 24. Okt. brachte ein Spion die verläßliche Nachricht aus der belagerten Stadt, daß während der Nacht ein starker Ausfall in der Richtung auf Gravelotte zu gemacht werden sollte. Da

das wiederholte Anerbieten Bazaine's, mit seiner

Armee zu capituliren, entschieden abgewiesen worden war, sollte der Ausfall ohne jegliche Hoffnung auf die Rettung eines Theiles der organisirten Truppen, sondern nur zu dem Zwecke unternommen werden, um die Deutschen zu zwingen, sie zu Gefangenen zu machen, damit die Festung selber durch geringere In anspruchnahme der noch vorhandenen Mund vorräthe in den Stand gesetzt werde, noch einige Zeit länger auszuhalten. Um 7 Uhr Abends indessen war es dem Marschall Bazaine gelungen, den General Coffinière davon zu überzeugen, daß das unvermeidliche Blutver gießen für eine bloße Verlängerung des Wider standes um wenige Wochen ein zu theurer Preis sein würde. Dann wurde ein Parla mentär zum Prinzen Friedrich Karl mit der Meldung geschickt, daß die Festung zu capi⸗ tuliren gesonnen sei. Dies war der erste Vor⸗ schlag, welcher die Festung und die außerhalb liegende Armee einbegriff. In Folge dessen erhielten die deutschen Truppen, welche sich in aller Stille gegen Gravelotte angehäuft hatten, Ordre, sich in ihre Lager zurückzuziehen. Am 25. nun folgten die oben geschilderten, von General Changarnier eingeleiteten lungen, welche die Capitulation zur Folge hatten.

In Metz machen die Deutschen bei der Uebergabe der Festung eine so große Kriegs beute, wie sie noch nie erlebt wurde Nach einer Correspondenz aus Saarbrücken berechnet man dieselbe auf 3000 Geschütze und ungeheure Vorräthe an Waffen und Munition. Die Kriegskasse von 40 Millionen soll sich eben⸗ falls dort befinden und fast alle Staarskassen der östlichen Departements Frankreichs sind bei Ausbruch des Krieges in die Festung ge⸗ bracht worden; dieselben sollen über 20 Millionen Francs enthalten, wie die aus den Registern gesammelten Angaben des preußischen Gouver⸗ nements festgestellt haben sollen.

Nach Aussagen von Offizieren, welche in

wurde er vom General v. Stiehle empfangen und

den letzten Tagen vom Belagerungscorps bei Metz

Verhand⸗

Cernirungsarmee von Paris abrücken. Das 7. (westphälische), das 8.(rheinländische) und das 10.(hannover'sche) Armeecorps würden(nach derselben Quelle) der Vogesenarmee zugetheilt, während das 9.(schleswig⸗bolsteinische Armeecorps mit der hessischen Division), das 1.(ostpreußische) Armeecorps und die Division Kummer zunächst zur Beaufsichtigung der Gefangenen bis zu deren gänzlichen Abführung nach Deutschland bei und in Metz stehen bleiben werden.

jungfräuliche, das niemals eroberte Metz, mit seinem ungeheuren Kriegsmaterial, seinen Werk stätten für den Bedarf der französischen Heere das ist als reife Frucht der blutigen am 14., 16. und 18. August ausgestreuten Saat in unsere Hand gefallen. Der heutige Tag krönt die Krieg⸗ führung, welche mit dem heißen Gefechte am rechten Moselufer begann, die abziehenden fran⸗ zösischen Heere durch die heldenmüthige Tapfer⸗ keit unserer Truppen am Tage von Mars la Tour sesthielt und sie mit dem Siege vom 18. August in die gewaltige Veste bannte, aus der sie die Capitulation heute in unsere Gefangenschaft führt, indem uns als Morgengabe die Festung selbst mit zufällt. Der heutige Tag schmückt die Hundert tausende, welche unter harten Entbehrungen und steten Gefahren wachsam, aus dauernd, gleich tapfer gegen die Einförmigkeit und Anstrengungen des Dienstes, wie gegen die Ausfälle des eingeschlossenen gewaltigen Heeres ausharrten, mit dem Ruhm einer Waffenthat, die fort und fort leben wird in dem Gedächtniß unseres Volkes. Die That sache, daß ein Heer von weit über hunderttausend Mann Monate lang in Metz festgehalten werden konnte, widerspricht allen bisherigen Anschauungen. Eine solche Heeresmacht, sagte man, kann, wenn sie rücksichtslos den Versuch wagt, wenn es nicht darauf ankommt, ob ein Viertel oder die Hälste des Heeres darauf geht, gar nicht festgehalten werden. Und an Versuchen durchzubrechen, hat es wahr⸗ lich nicht gefehlt. Der Ausfall am 31. August und am 1. Sept., die Reihe von Ausfällen im Anfange dieses Monats stellten hohe Anforderun⸗ gen an die stete Kampfbereitschaft und an den Muth unserer Truppen. Alle jene Versuche sind gescheitert, und das Heer vor Metz hat durch seine Standhaftigkeit seinen gerechten Antheil an den Erfolgen, welche inzwischen unsere Truppen vor Paris herbeigeführt haben. Mit der Capitulation von Metz ist nun die Armee des Prinzen Friedrich Karl zum großen Theil für andere Bestimmungen frei geworden. Nichts ist wohl so sehr geeignet, eine Vorstellung von der kolossalen Größe unserer trotzdem etwa sieben Armeecorps vor Metz auf⸗ gehalten wurden, dennoch der Krieg unbeirrt in seinem letzten Ziele fortgesetzt werden konnte. Aus Straßburg schreibt der Oberrabbi⸗ ner Aron in der ZeitschristIsraelit.: Leider

portion die Leiden der Belagerung materiell und geistig empfunden; eine große Zahl sonst vermög⸗ licher Leute ist an den Bettelstab gebracht. Mehrere Familienhäupter sind umgekommen, besonders viele, vor einigen Wochen erst verheirathete haben Wittwen, und viele Andere noch 3 bis 5 Waisenkinder hinterlassen. Es wohnen im Ganzen in Elsaß und Lothringen 55,000 Israeliten, die auf 4 Consistorien vertheilt sind.

des bisherigen Frankreichs. Karlsruhe. b über Gefechte, die für ihn erfolgreich gewesen

Angriffe der deutschen Truppen, deren schwere Verluste ꝛc. berichtet oder berichten läßt, ist eitel Erfindung, wie wir aus vollständig competenter Quelle versichern können. Die Truppen des Generals Cambriels wurden überall, wo man sie traf, geworfen; der deutsche Verlust ist verhältnißmäßig gering; den feind⸗

lichen beziffert ja schon hinlänglich der Umstand

zurücklamen, wird unmittelbar nach ersolgter Ueber- 1 gabe und Besetzung von Metz das 2.(pommer'sche) und das 3.(brandenburgische) Armeecorps zur

DieWeser⸗Ztg. schreibt: Metz, das

Heeresmacht zu geben, als eben der Umstand, daß,

haben die Israeliten Straßburgs in hoher Pro-

In dieson beiden Pro⸗ vinzen wohnt demnach die Hälfte der Israeliten

nach dem 22. v. M., über abgeschlagene

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