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in Berlin einzutreffen, somit von Privatnachrichten überholt sind. Nicht bekannt bis jetzt war, daß die französischen Generale Frossard und Bourbaki verwundet sein sollen. 5
— Den 30. Aug., Morgens 2 Uhr, ist aus dem großen Hauptquartier ein Telegramm des General⸗Quartiermeisters v. Podbielski eingegangen, das bereits den 24. aufgegeben worden ist. Da der Stand der Dinge bei der Armee sich seit dieser Zeit verändert hat, so mag von den gege— benen Nachrichten nur die mitgetheilt werden, daß eine Correspondenz in unsere Hände gefallen ist, die von der bei Metz eingeschlossenen Haupt. armee durch einen Spion nach Paris abgeschickt worden war.
Vor Straßburg, 29. Aug., Vormittags. Gestern Abend 8 Uhr starkes Kleingewehrfeuer; ein Ausfall der Franzosen zurückgeschlagen. Nachts 11 Uhr 2 Brände in Straßburg im Entstehen.
Bei der Belagerung von Metz werden die neuen gezogenen 120 pfündigen Mörser ihr Probestück in der Ernstverwendung ablegen. Auch von der Verwendung der neuen Marinegeschütze zu demselben Zweck ist viel die Rede, doch bleiben darunter wohl nur die mittleren Caliber zu ver— stehen, da der Transport und die Aufbebung der ganz großen Geschütze jedenfalls wohl zu große Schwierigkeiten bieten möchte. Der gesammte Belagerungstrain soll, wie verlautet, mit 1000 Zügen seinem Bestimmungsort zugeführt werden, was ein Material an Geschützen und Munition voraussetzen läßt, wie es in der Geschichte noch nicht vorgekommen sein dürfte. Außer den 11 bei den vor Metz vereinigten preußisch-norddeut— schen Corps befindlichen Pionier⸗Bataillonen sird noch 12 Pionier und 24 Festungs Artillerie- Compagnien nach Frankreich beordert worden, welche größtentheils vor Metz eine Verwendung finden werden.
— Die deutschen Truppen sind nicht ohne Erfolg bemüht, der Festung Metz das von außer— halb zufließende Trinkwasser zu entziehen, was um so empfindlichere Folgen haben muß, da das Moselwasser fiebererzeugend ist. In Gravelotte hat man einen dort angelegten riesigen Brunnen entdeckt, dessen Wasser nach Metz geleitet ist. Die Truppen haben den Metzern dieses Wasser ent— zogen. Eine zweite Wasserleitung befindet sich in Gorce, deren man sich ebenfalls zu bemächtigen bestrebt ist. Auch herrschte nach Mittheilung französischer Gefangenen schon vor dem 18. d. in Metz die Cholera. Es ist wahrscheinlich, daß diese Seuche bei der Anhäufung so gewaltiger Truppenmassen und eines großen Theils der Metzer Landbevölkerung, die in der Festung Zu— flucht gesucht, riesige Dimensionen annehmen wird.
— In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag wurden von den Franzosen 734 deutsche Gefangene von verschiedenen Truppengattungen, welche in Metz internirt waren, aus der Festung geschafft und zwar ohne Aus wechselung französischer Gefangenen. Sie trafen Nachts 1 Uhr im Lager der preußischen Armee ein. Nach Aussage der Leute erhielten Anfangs je zwei Mann täglich ein Brod, in den letzten Tagen aber je sechs Mann nur ein Brod, Es ist das ein Zeichen, daß ein Mangel an Lebensmitteln in Metz sich bereits anzumelden beginnt.
— Nach Mittbeilungen von Augenzeugen sind die Schutzgräben, Parallelen und Batteriebettungen vor Metz mit einer erstaunlichen Schnelligkeit vollendet und eröffnet worden. Es sollten vorerst 600 Belagerungsstücke aufgestellt werden. Ebenso rasch war die neue, fast drei Meilen lange Ver— bindungsstrecke zwischen dem westlich von St. Avold nach Metz und von da südöstlich auf Nancy laufenden Schienensträngen ihrer Fahrbarkeit nahe gebracht und damit die ununterbrochene Eisen— bahnverbindung zwischen Saarbrücken und Nancy wiederhergestellt worden.
— Von einem Ausfall der in Metz ein— geschlossenen französischen Truppen wird aus Remilly berichtet: Freitag den 26. gegen 9 Uhr Vormittags ertönte Kanonendonner in der Gegend von Metz. Oben am Berge von
Remilly erschienen lange Züge von Train— soldaten, welche die im Thale liegenden Muni⸗ tionswagen abführten. Staffetten auf Staffet⸗ ten jagten hin und her, durch welche man die Kunde vernahm, daß bei Metz gefochten worden. Mit einem Sanitätszuge eilten wir dem Kampf⸗ platze näher nach Courcelles. Dort war Alles in größter Spannung, der Kanonendonner schwieg seit einigen Stunden. Deutlich ver— nahm man das Knattern des Kleingewehrfeuers, welches gegen 3 Uhr Nachmittags näher kam. Die Staffetten theilten mit, daß von Metz in der Richtung nach Courcelles ein Scheinaus— fall gemacht worden sei. Ein weiterer Ausfall sei gegen Pont à Mousson versucht. Bei Courcelles, wie überhaupt auf den Höhen um Metz, hatten die Preußen sich verschanzt, Schützengräben gezogen und erwarteten vor denselben stehend die heranrückenden Franzosen. Langsam zogen sich die Preußen in ihre Ver⸗ schanzungen zurück und empfingen den Feind mit einem solch kräftigen Feuer, daß er sich nach dreistündigem Gefecht wieder hinter die Mauern von Metz zurückzog.
Vor Straßburg, 27. Aug., Nachmittags 3 Uhr. In diesem Augenblicke brennt es in Straßburg an wenigstens vier Stellen, u. A. auch ganz in der Näbe des Münsters. Wiewohl derselbe absichtlich möglichst geschont wird, soll doch das Kirchendach bereits von einigen Kugeln getroffen worden sein, und man ist nicht sicher, ob es nicht im Münster selbst schon gebrannt hat. Abends. Es ist jetzt ganz stille geworden; um so schauerlicher leuchtet es von dem brennenden Straßburg her durch die Nacht. Was vor Allem, deutlich erkennbar, in hellen Flammen steht, ist die Gärtnervorstadt von Straßburg, der Stadttheil zwischen dem Weißenthurm und dem Kronenburger-Thor; dort wüthet die Flamme nun seit vorgestern. Außerdem lodert es aber noch an 5—6 anderen Orten, auch in der Cita— delle. Auch das Dorf Bischheim, von der Stadt aus in Brand geschossen, steht in Flammen. Von Zeit zu Zeit zuckt gegen Osten hin ein glühender Streifen auf; das sind die Bomben, welche von Kehl aus in die Citadelle fliegen. Auf dieser Seite ist es seit dem 27. Morgens ganz ruhig.
Aus dem Elsaß, 26. Aug. Sicherem Vernehmen nach hat neuerdings ein badischer Offizier in B. ein ärarisches Tabaks magazin auf⸗ gefunden, worin 52,000 Centner Tabak lagern. Es stellt dies einen Werth von über 300,000 fl. dar.
Hessen. Friedberg. Prinz Ludwig von Hessen ist in Anerkennung seiner persönlichen Tapferkeit in der Schlacht bei Metz am 18. d. von dem König von Preußen mit dem eisernen Kreuz decorirt worden. In dieser Auszeichnung liegt zugleich eine wohlverdiente und ehrende Würdigung des von unserer hessischen Division bewiesenen ausdauernden Muthes während des zwölfstündigen heißen Kampfes an jenem Tage.
Darmstadt. Hiesige Blätter melden, daß Lieutenant Anton(1. Infant.-Reg.) an seinen bei Metz erhaltenen Wunden erlegen ist. Der Ver— storbene war ein sehr beliebter Offizier.— Brigade⸗ Adjutant Krömmelbein, der durch einen Granat— splitter leicht verwundet ist, befindet sich auf dem Wege der Wiederherstellung und wird bald wieder dienstfähig sein.— Ein verwundeter hessischer Offizier gibt von dem Geiste, welcher die fran— zösischen Bauern beseelt, folgendes Bild. Dieser Offizier sollte mit noch 10— 12 andern Verwun- deten zur Bahn transportirt werden, als plötzlich der Bauer absichtlich den Wagen in den Chaussee- graben warf, die Stränge durchschnitt und mit dem Pferd davon eilte. Dieser Bösewicht soll übrigens von den preußischen Feldgensdarmen er⸗ mittelt worden sein und seine Grausamkeit inzwischen mit dem Tod gebüßt haben.
Preußen. Berlin. Die Kronprinzessin Victoria von Preußen wird sich mit ihren Kindern zu einem vierwöchentlichen Aufenthalte nach Hom- burg v. d. H. begeben. Das landgräfliche Schloß
ist zu ihrer Aufnahme in Bereitschaft gesetzt worden. — Es verbreitet sich das Gerücht, General
v. Steinmetz sei erkrankt und werde sein Com⸗ mando niederlegen. Andrerseits wird behauptet,
es läge andere Veranlassung zu diesem Schritte Neuere Nachrichten stellen das ganze Gerücht in Abrede und bezeichnen dasselbe
vor als Krankheit.
als Erfindung müßiger Köpfe.
— Der Name des kürzlich erwähnten helden.
müthigen Hauptmannes vom 67. Regiment, der in der Schlacht von Gravelotte eine ganz decimirte
Truppe an dem entscheidendsten Punkte wieder ge⸗ sammelt und dem Feind aufs Neue entgegengeführt
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hat, obgleich er nicht unbedeutend verwundet war,
ist nicht v. Weihern, sondern v. Schrader.
Heilung seiner Wunden.
— Graf Renard ist zum Präfecten von Nanch ernannt.— Graf Tauffkirchen, bisher bayerischer Gesandter in Rom, soll zum Präfecten des Departements der Maas und der Regierungs— präsident von Unterfranken Graf Luxburg zum Prä⸗ fecten des Departements Niederrhein ernannt sein.
— Dem Kronprinzen von Sachsen ist nach der Schlacht von Gravelotte das eiserne Kreuz verliehen worden.
— Verschiedene Auslassungen von Officiösen deuten darauf hin, daß die Aufstellung der drei neuen Reserve⸗Armeen bei Berlin, am Rhein und in Schlesten nicht ausschließlich auf die Ergänzung der auf französischem Boden in Action befindlichen Operationsarmeen berechnet ist. Im Widerspruch mit dieser Auffassung steht ein Telegramm, das der„Weser-Ztg.“ von Berlin aus in folgender Fassung zugeht:„Die Voraussetzung, daß die Bildung der Reservearmeen im Zusammenhange stehe mit diplomatischen Vorgängen, wird nicht bestätigt.“
— Sonntag Mittag fand die feierliche Einholung von 27 erbeuteten französischen Ge— schützen, worunter 4 Mitrailleusen, vom Anhalter Bahnhof aus statt. Auch war der vor kurzer Zeit hier eingebrachte eroberte französische Adler des 36. französischen Infanterie-Regiments aus dem hiesigen Zeughause durch eine Fahnensection abgeholt und nach dem Anhalter Bahnhof über— bracht worden, von wo aus sich unter dem Commando des Majors v. Notz, Vorstand des Artilleriedepots, der militärische Zug in Be— wegung setzte. Ein zahlreiches Publikum begleitete die Einholung unter begeistertem Hochrufen. Als der Zug sich dem königlichen Palais näherte, stimmte die Musik die Wacht am Rhein an. Die Koͤnigin erschien auf dem Balkon des Palais und wurde von dem Publikum begrüßt.
Fulda. In der hier stattfindenden Versamm⸗ lung deutscher Bischöfe wird ein Hirtenbrief an die Katholiken Deutschlands redigirt werden, der sich über die Concilsbeschlüsse und die Stellung der Opposition gegen das Unfehlbarkeitsdogma verbreitet. Die Versammlung beginnt wahrschein— lich Mittwoch den 31. August.
Frankfurt. Um einen längeren Transport von Schwerverwundeten zu ermöglichen, ist eine Anzahl von Eisenbahnwagen vierter Classe so ein- gerichtet worden, daß die Tragbahren mit den Verwundeten in der Schwebe hängen und die Bewegungen des Wagens keine schmerzliche Erschütterung auf den Kranken hervorbringen können. Diese Wagen sind außerdem so ein— gerichtet, daß der die Verwundeten begleitende Arzt von einem Wagen in den anderen auch während der Fahrt gelangen kann. Man hat, um die Zweckmäßigkeit dieser Wagen festzustellen, vorerst deren 36 für den Krankendienst eingerichtet; dieselben sind bereits gestern nach Weißenburg abgeschickt word n. Um den Betrieb der Eisen⸗ bahnen in den occupirten französischen Departements nutzbar zu machen, sind von den westphälischen Eisenbahnen die abkömmlichen Locomotiven re quirirt worden.
Frankfurt. Die Verwundetenzüge dauern ununterbrochen fort. Wiederum wurden ca. 600 Franzosen, Badenser und Preußen nach Breslau dirigirt; fast die gleiche Zahl ist zur Verbringung nach Kassel angesagt.
Hamburg, 28. August. Der Senat hat dem Berliner Magistrat die Summe von 25000 Thlr.
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