Ausgabe 
28.12.1869
 
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Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 57 enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, die Errichtung eines neren Hausgesetzes für das Fürstlich Leiningische Haus betreffend. 3

II. Bekanntmachung Großh. Commission für Post⸗ angelegenbeiten, den Personenpostcours bezw. die Personen⸗ geldsätze zwischen Offenbach und Seligenstadt betr.

III. Bekauntmachung derselben Behörde, den Personen⸗ posicours bezw. die Personengeldsätze zwischen Jugenheim in Röeinbessen und Nieder-Ingelheim betr.

IV. Namens veränderung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 6. Dec. dem Reinhold Thein von Bischofsbeim zu gestatten, daß derselbe statt seines dis berigen den Familiennamen Schaub führe.

Dem Gendarmen zu Fuß J. Becker in Ernsthofen ist, in Anerkennung seines bei Ver⸗ haftung des Conrad Müller von Ober-Ramstadt bewiesenen Muthes, das silberne Kreuz des Philipps ordens mit Schwertern verliehen worden.

Vom Rheine. Vor einiger Zeit hat die Verhaftung der Kaufleute Gebrüder Dickhoff in Bochum großes Aufsehen gemacht. Dieselben sind beschuldigt, in den Rheinlanden und Westphalen seit Jahren ein bedeutendes Geschäft mit Befreiung militärpflichtiger junger Männer vom Militärdienst durch Fälschung der Controllisten, Ausstellung falscher Todtenscheine und in. ähnlicher strafbarer Weise betrieben zu haben. Nach Angabe der Ger.⸗Ztg. ist im Besitz der Gebrüder Dickhoff ein Depot von 100,000 Thlrn. gefunden worden, das zur Bestechung der Beamten und überhaupt zur Bestreitung der für die Befreiung vom Militär- dienst erforderlichen Kosten bestimmt war. Das Verzeichniß der Kunden dieses Geschäfts ist im Pulte der Gebrüder Dickboff gefunden worden und soll Hunderte von Namen enthalten. Es sind nicht weniger als 22 Militärärzte und ein Oberstabsarzt verhaftet worden, auch soll ein bei der Aushebung mitwirkender Civilbeamter, jedoch nur wegen bewiesener Fahrlässigkeit, arg com- promittirt sein. Entdeckt wurde der böse Handel durch einen Bauer, der für die Befreiung seines Sohnes einen Wechsel von 500 Thlrn. ausgestellt hatte, diesen aber zur Verfallzeit nicht bezahlen wollte, weil inzwischen sein tapferer Sprößling bereits militärfrei geworden war. Nach Bauern- art hing der Alte stark am Gelde, glaubte auch wohl, daß die betrogenen Betrüger den Mund halten würden; sie thaten dies aber nicht, klagten den Wechsel ein und so kam durch die Klage- beantwortung die Sache an den Tag. Die dem Dienst entzogenen jungen Leute sind bereits sämmt⸗ lich ohne Ausnahme zum Militär eingezogen worden.

Oesterreich. Aus Cattaro wird gemel⸗ det: In Folge persönlicher Zusammenkunft des obersten Befehlshabers, Fürsten v. Auersperg, mit einer von den Insurgenten abgeschickten Deputation ist die gänzliche Unterwerfung der Insurgenten und gütliche Pacificirung der aufrührerischen Lau-

destheile wahrscheinlich nahe bevorstehend. Die Entmutbhigung unter den Ausständischen wird als eine sehr große bezeichnet. 9 Eine Deputation aus der Zypa ist bei General Auersperg eingetroffen und hat demselben ein an den Kaiser gerichtetes Gnadengesuch über- bracht. Die Deputation erklärt die Bereitwillig⸗ keit Aller, sich den Landwehrgesetzen, sowie jeder Verfügung der Regierung zu unterwerfen und gab die Namen der Rädelsführer an. Die Zupa ist wieder ganz bevölkert und die Maina soll in den nächsten Tagen dem obigen Beispiele folgen.

denen Arbeiterversammlungen sind verhaftet worden.

Prag. Die Blätter sind voll von Tele⸗ grammen über die Verfassungefeier, die in Karls⸗ bad, Warnsdorf, Iglau, Auspitz, Innsbruck, Tuschkeu u. s. w. überaus glänzend begangen wurde. Von verschiedenen Vereinen der deutsch böhmischen Städte wurden Zustimmungsadressen an Giskra abgesandt.

Belgien. Brüssel. Die Deputirtenkammer genehmigte mit 69 gegen 13 Stemmen den Ver⸗ trag mit Dr. Strousberg bezüglich des Ankauses eines Theils der Antwerpener Festungswerke durch den Genannten.

Spanien. Madrir. Dem Vernehmen nach wird die Regierung nach dem Wiederzusam⸗ mentritt der Cortes eine Frist festsetzen, nach deren Ablauf die Candidatur des Herzogs von Genua aufgegeben werden würde, falls die italienische Regierung nicht bis dahin die Annahme Seitens des Herzogs offiziell angezeigt haben sollte. Italien. Florenz. Dem Vernehmen nach werden die Mitglieder des königlichen Hauses dem- nächst zu einem Familienrath zusammentreten, um in der Frage der Throncandidatur des Herzogs von Genua einen endgültigen Beschluß zu fassen.

B. Friedberg. Alljährlich versammeln sich am Weihnachtsabend die Mitglieder des Gesangvereins Froh⸗ sinn und so waren denn auch am Abend des 24. d. im Vereinslokal außer den Vereins- Mitgliedern noch Mit⸗ glieder der Musik dieses Vereins und einzelne Freunde desselben anwesend, um die in ebenso sinnreicher wie an⸗ sprechender Weise stattfindende Feier der Christbescheerung unter sich zu begehen. Zahlreicher denn je waren die Theilnehmer erschienen und es begann, nachdem das Lied Brüder reicht die Hand zum Bunde gesungen war, die Ausloosung der theilweise recht werthvollen Geschenke,

boten und bald eine fröhliche Stimmung hervorriefen.

leitet.

Die Veranstalter der unlängst stattgefun⸗

geisterung und den Enthusiasmus, welchen Arndt s. g als Abgeordneter in der Paulskirche im 9 hre 85 0 erndtete, hervorhoben. Nach Absingung erschied ner Lieder von Arndt schloß man die ebenso einfache als an⸗

tag Arndts festlich. Wir bedauern, daß man nicht wle bei der Humboldtfeier vorzog, eine allgemeine Jeier für diesen Zweck zu veranstalten. Gewiß würde dies mit Freuden begrüßt worden sein, denn die Humboldtfeier ist noch in bestem Andenken. Hierbei waren alle Kräfte vereinigt diesmal sind sie zersplittert.

jahr, nicht heute, stattfinden. 13 Gießen. Dic Eröffnung der Babnstrecken von Gießen nach Grünberg und von Gießen nach Hungen wird für den 29. d. angekündigt.

Mainz. Auf einen hiesigen Bankier, Hugo P., der wegen betrügerischen Bankerotts in Untersuchung steht und die Flucht ergriffen hat, wird polizeilich gefahndet.

DampfbootRheinfall? und versank sofort. Das Schiff wurde in Stücke zerrissen, 4 Passagiere und von der Schiffsmannschaft 3 Personen sind todt; außerdem sollen noch Passagiere schwer verletzt sein.

Literarisches.

Von derAllgemeinen Familien ⸗Zeitung (Stuitgart, Hermann Schönlein), welche wir schon mehr mals erwähnten, liegen uns die neuerdings erschienenen Heste XI und XII vor. Dieselben bestäligen auf's neue, daß wir es hier mit einem durchaus soliden und höchst gewissenhaft redigirten Unternehmen zu thun haben, wel⸗ ches, statt in seinen Leistungen nachzulassen, mit jeder Woche immer Gediegeneres bietet. Die beiden Hefte ent⸗ halten eine solche Fülle theils unterhaltender, theils be⸗ lehrender Lektüre, daß es schwer wird, das Interessanteste besonders zu bezeichnen. An belletristischen Beiträgen

derisiebenunddreißig, Erzählung von Levin Schücking, Orest, Novelle von Emilie Heinrichs, den Schluß des Zastrow'schen RomansLeidenschaftliche Herzen, sowie den Anfang einer neuen, vielversprechenden Novelle von Otfrid Mylius:Der Försters- Adjunkt, neben welcher einige kleinere Erzählungen von Elise Polko, A. Mels, Alice Kurs, Max Ring, Emma Vely und Fr. Eggert

die Humeresken von Fr. Brentano:Auf der Mauer und Max Ring:Aus dem Leben eines Junggesellen destens gesorgt. Dankenswerthe naturwissenschaftliche Bei⸗ träze sind:Der Einfluß des Mondes auf die belebte und undelebte Natur von W. Baer undBoten aus den Himmels räumen von Hermann J. Klein; auch J. Arndt ist mit einem anerkennenswerthen Beitrag:Lord Byron

der Illustrationen heben wir namentlich die Porträts des

fellow's, General Leboef's, Bunsen's, Thackeray's, Heinrich

welche alle mit Devisen versehen waren, die viel Heiteres] Laube's, Friederike Bremer's, Max Ring's und Theophil

Gautier's hervor, ebenso wie denPlatz vor der neuen

Hierauf folgte Seitens des Vorstandes die Ueberreichung Oper in Paris, denBrand des Dresdener Hoftheaters, eines prachtvollen Oelgemäldes an den derzeitigen DirkDie unterirdische Eisenbahn in London, dengroßen genten des Vereins Hrn. Reallehrer Blickhahn, der Schiffsbrand im Hafen von Bordeaux,Die Eremitage den Verein nun seit 17 Jahren in uneigennütziger Weise in St. Petersburg. Danksagend für das Geschenk leitete derselbe nach diegenbeit steht daher die Billigkeit des Journals(Preis Absingung des Liedes:Was ist des Deutschen Vater⸗ eines Monatsheftes, enthaltend 8 Folio⸗Bogen= 192 land einen kurzen Vortrag über Arndt, verweisend auf. Spalten, uur 21 kr.) in gar keinem Verhältniß und wir den in nächster Zeit stattfindenden öffentlichen Vortrag können es daher allen Freunden einer veredelnden Leklüre des Herrn Professor Köhler, ein, aus dem wir die Be- aus voller Ueberzeugung empfehlen.

Zu dieser Reichhaltigkeit und Ge⸗

Aufforderung.

3538 1. Chrissoph Knipper von Nieder⸗Weisel, 2. Georg Zippler von Münster, 3. Paulus Anschütz von Münster, beabsichtigen mit ihren Familien nach Amerika auszuwandern. Rechtsansprüche an dieselben sind binnen 4 Wochen dei Großh. Land⸗ gericht Butzbach anzumelden und zu begründen, widrigenfalls ihnen die Entlassungsurkunde ertheilt wird.

Friedberg den 22. Dezember 1869.

eee, Kreisamt Friedberg, 8

8 5 Haas, Kteis⸗Assessor.

Bekanntmasch un 3536 Die am beutigen Tage im hiesigen Siadtwalde, Disirict Bauwald, abgehaltene Holzversteigerung ist ge⸗ nebmigt worden.

Abfahrtage sind: Montag, Mittwoch und Freitag von S bis 1 Uhr, bis einschlteßlich 26. Januar 1870. Bad⸗Nauhelm am 21. Dezember 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad-Nauheim Schutt.

Zin Mädchen vom Lande, welches meiken kann, geld⸗ und Gartenarbeit verffeht, auch kochen kann, ebenso ein Knecht, der mit Pferden ued Kühen Bescheid weiß, mit guten Zeugnissen, können sich melden in Dornholzpyausen bei 3540

Ebrenbaum.

Ein Logis

Versteigerungs⸗ Anzeige.

10 Uhr,

werden: arbeiten.

Sand, Baumflützen u. dergl. mehr. des Sandes im Jahr 1870.

und Butterwaage für 1870 meistbtetend dersteigert und

die Lieferung des erforderlichen Oels für den Thürmer,

die Wasserleitung und Faselftall, sowie Tinte, Kreide

und Schwämme für die städtischen Schulen auf das

Jahr 1870 an den Wenigstnehmenden in Accord ge

geben werden

Frledberg den 22. Dezember 1869. g Großherzogliche Bürgermeisteret Friedberg ue a d.

3542 Die am 1. Januar 1870 fälligen Livorneser, Toskaner, Amerikaner Coupons sowie alle übrigen Coupons lösen ein und besorgen Staatspaplere billigst Eduard Hirsch. Leopold Arnstein.

Futtererbsen

3531 Mittwoch den 29. Dezember l. J., Vormittaas. 1 sollen auf bhiesigem Ratbhaust nachstehende 3514 Donnerstag den 30. d. M., Morgens 9 Uhr Arbeilen an die Wenigfinehmenden in Accord gegeden anfangend, läßt der Unterzeichnete in seiner Wohnung g 1 Pferd, 2 Wagen, 1 Karren, 2 Pflüge und sonstige 1. Die a der Wasse leitung, Maschinen, Lauf- und 0 10 0 5 n

Pumpbrunnen im Jahr 1870 entstehenden Schlosser⸗

3. Das Brechen, Aufsetzen der Steine und Messen

Sodann soll um 11 Uhr das Einkommen der Stadt-

Versteigerung.

Occonomiegeräthe, sowie 20 bis 30 Cen iner Heu, 30 bis 40 Körbe Spreu, mehrere Fuder Stroh verschie⸗ dener Art, ein neues einspänniges Pferdegeschirr u. s. w.

2. Die sämmtlichen allgemeinen im Jahre 1870 vor- einer öffentlichen Versteigerung an den Meistbietenden kommenden Fuhren von Grund, Bauschutt, Steinen, gegen gleich baare Zablung aussetzen. N

Friedberg den 20. Dezember 1869. Franz Ruppel II

sprechende Feier. Auch begingen der Gesangve ein Liederkranz und der Turnverein den 100 jährigen Geburts⸗

Friedberg. Wie wir vernehmen, soll die nächste Vorlesung im Hötel Trapp erst Dienstag nach Neu⸗

Im unteren Bodensee explodirte am 20. d. dag

bringen die Hefte unter vielem Anderen:Nummer hun⸗

Platz gefunden haben. Auch für die Erheiterung ist durch

im Umgang mit Frauen vertreten. Aus der Reihe

Herzogs von Saldanha, des Königs von Sachsen, Long⸗

3483 hat zu vermiethen Heinrich Lochmann.

3529 billigst bei Simon Strauß.

Die Administration der Felse

gegen Magen

Wissenschaftlich empfohlen katarrhe, Säurebildung, Auffloßen, Verdauungs⸗

schwäche, Atbemnoth und Harngries. Vorräthig in

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plombirten Schachteln mit Gebr.⸗Anw. A 30 kr. nur

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alle in ächt in Frienberg bel Dofapotheker C. Görtz.

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