Ausgabe 
26.10.1869
 
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in Aufl Catalonia gegen Loon Ih. spalist

Carabiniers der Dank des Landes für die aus gezeichneten Dienste, die sie geleistet, ausgesprochen und Diejenigen, welche sich besonders hervor- gethan, unverzüglich zur Beförderung vorgeschlagen werden. Den Freiwilligen der Freiheit, welche sich um die Regierung geschaart haben, um die Ordnung zu vertheidigen, und namentlich denen, welche an dem Feldzuge Antheil genommen haben, wird gleichfalls Dank zu erkennen gegeben. f

Der Ministerpräsident Prins erklärt, etwaige Entscheidungen des römischen Concils, die das Votum der Cortes verdammen würden, seien als null und nichtig zu betrachten.

Türkei. Konstantinopel. Der Gesandte des norddeutschen Bundes, Graf Kahserlingk, überreichte am 21. d. sein Beglaubigungsschreiben. Der Sultan reiste dem Kronprinzen von Preußen nach den Dardanellen entgegen.

Amerika. Newyork. Expräsident Johnson ist bei der Senatorenwahl in Tenessee durchgefallen. In Boston und der Küste von Newbrunswick wurden Erdstöße verspürt.

L. Rockenberg. Ein überaus schönes Fest haben wir in der verflossenen Woche begangen. Am 20. d. M. wurde nämlich Herr Aloys Mees, welcher seit dem 12. Februar d. J. die hiesige Pfarrei verwaltet und sich während dieser Zeit die allgemeine Achtung und Liebe im hohen Grad erworben hat, durch Herrn Dekan Keller zu Ockstadt als Pfarrer von Rockenberg installirt. Die Feier wurde durch festliches Geläute und Böllerschüsse am frühen Morgen eingeleitet. Um 10 Uhr wurde der neue Pfarrer an seiner Wohnung, wo sich bereits die Repräsentanten der Bürgerschaft und viele Geistliche ein⸗ gefunden hatten, von der gesammten Pfarrgemeinde ab⸗ geholt und in Prozession unter Gesang und Musik in die Kirche begleitet. Hier bestieg Herr Dekan Keller die Kanzel, verlas den bischöflichen Hirtenbrief und hielt, hieran anknüpfend, eine hoͤchst ansprechende Rede, worin er die Bedeutung des statthabenden Aetes auseinander⸗ setzte und wies sodann Herrn Pfarrer Mees in seine Rechte, Obliegenheiten u. s. w. ein. Nach dem Hochamt und der Predigt, welche von dem soeben installirten Pfarrer gehalten wurden, vereinigte in den Räumen des Pfarrhauses die anwesenden Geistlichen, die Vertreter des Orts-, Schul⸗ und Kirchenvorstandes und die Lehrer ein Festmahl, welches bis zur feierlichen Vesper um 3 Uhr währte. Abends 8 Uhr veranstaltete der hiesige Gesang⸗ verein Concordia unter Mitwirkung des Sextettes von der Kapelle des 2. hess. Infanterie⸗-Regiments eine glänzende Serenade, bei welcher Herr Lehrer F. Kanz mit beredten Worten den Gesinnungen der Anwesenden Ausdruck ver⸗ lieh. Eine Abendunterhaltung im Gasthauszur Gerste, wozu Jeder freien Eintritt hatte, bildete den Schluß dieses schönen Festes, welches durch die allgemeine Theil⸗ nahme und einmüthige Begeisterung der Bevölkerung ein wahres Volksfest geworden ist, das durch keinen Mißton gestört wurde und deshalb gewiß die angenehmsten Er⸗ innerungen in den Herzen Aller zurücklassen wird.

Aus dem Vogelsberg. Es verdient öffentlich rühmlichst anerkannt zu werden, daß die obwohl gerade nicht bemittelt zu nennende Gemeinde Stockhausen, resp. der Ortsvorstand, ihrem fleißigen, pflichtgetreuen ersten Lehrer gegen Ende Sepiember d. J. eine Zulage von 40 fl. verwilligt hat: ein Beweis, wie überall das wackere Arbeiten eines Lehrers sich Bahn bricht und zu seiner Zeit dankbare Anerkennung findet. Aus Kirschhausen im Kr. Heppenheim ist gleichfalls zu vermelden, daß die dortige Gemeinde ihrem verdienten Lehrer Beck eine Ge halisaufbesserung von 50 fl. zuerkannt hat.

Gießen. In einer am 18. d. dahier stattgehabteu Versammlung wurde der projectirte Verein für Garten⸗ und Obsibau förmlich gegründet. Es waren elwa 40 Theilnehmer erschienen. Der Herr Erbgraf von Laubach, der sich der Sache mit warmem Interesse annimmt, leitete die Versammlung. Ein von der in der VBorversammlung zu Butzbach erwählten Commission bearbeiteter Statuten⸗ enwurf wurde mit geringen Modificationen angenommen. Am längsten wurde über den Namen des Vereins debattirt, da man einen solchen wählen wollte, welcher die Aus- dehnung des Vereins über die Gränzen der Provinz Ober hessen hinaus andeutete, indem Personen aus Marburg, Frankfurt, dem Kreise Wetzlar u. a. O. ihren Beitritt er⸗ klärt hatten. Endlich vereinigte man sich, die Bezeichnung mittelrheinischer Garten- und Obstbau-Verein anzunehmen. In den Vorstand wurden gewählt:) Se. Erlaucht der Erbgraf zu Solms-Laubach zum Präsident, 2) Justizrath Geyger von Assenheim, als Sꝛellvertreler des Vorsitzenden, 3) Gärtner Deines in Gießen für Obstbaum⸗ zucht, 4) Oekonomierath Dr. Maaß zu Marburg für Ge⸗ müsebau, 5) Kunstgärtner Schmidt-Deines zu Frankfurt

tiges Jahr zu passender Zeit eine Gartenbauausstellung in Gleßen zu veranstallen. Die Anwesenden wurden aufge⸗ fordert, darauf Bedacht zu nehmen, daß diese Ausstellung recht zahlreich beschickt werde.

Frankfurt. Am 23. fand dahier eine Probe mit den Schäffer und Budenberg'schen Gasspritzen(Extincteur) statt. Der erste Angriff galt einem großen mit Theer ge⸗ lränkten Scheiterhaufen. Nachdem derselbe in voller Gluth siand, wurde er innerhalb zweier Minuten vollständig gelöscht. Die zweile Probe fand mit sechs, mehrere Schrikt von einander entfernten, mit Theer gefüllten, 10 Fuß langen und 4 Fuß breiten Pfannen siatt. Hier war die Wirkung eine noch mehr Erstaunen erregende, denn in der kurzen Zeit von 3 Minuten waren sämmtliche sechs Feuer gelöscht. Nun wurden fämmtliche Pfannen neben⸗ einander gestellt und angezündet. Hier wurde das Feuer in 2 Minuten bewäluuigt. Sämmtliche Anwesende, sowie compeiente Sachverständige sprachen sich in höchst aner⸗ kennenswerther Weise über diese Apparate aus, an deren Einführung beim Löschwesen nicht mehr zu zweifeln ist.

Darmstadt. Uebereinstimmende Nachrichten aus dem Lande melden, so schreibt dieHess. Loͤzt., daß in Folge des allerwärts herrschenden Arbeitermangels noch ein beträchtlicher Theil der Kartoffelernte aussteht, was bei dem eingetretenen Frost zu begründeten Befürchtungen Anlaß bietet.

Mainz. Am Mittwoch den 20. d. führte der Main dem Rhein das erste Eis zu.

Aus Starkenburg. In Biblis fand kürzlich ein landwirthschaftliches Fest statt, das in seinem ersten Theile einen sehr befriedigenden schönen Verlauf nahm.

für Blumenzucht u.. w. Weiler wurde beschlossen, künf⸗

Bei den am Abend stattgehabten Tanzvergnügen kamen indeß mehrfache Streitigkeiten vor, die gesähcliche Ver wundungen zur Folge hatten. 2

Wien. Ein Wiener Morgenblatt enthält folgend Inserat:Jener Herr Dieb, welcher die Güte hatte, Son tag Abends zwischen Wien und Felixdorse einem mit lande, üblicher Intelligenz ausgestatteten Offiziersdiener ei Reisetasche abzunehmen, wird böflichst ersucht, die dar! vorgefundenen Briefschaften, Bücher und Photographie an das Eisenbahn⸗Bureau in Felixdorf gütigst übersende⸗ zu wollen. Die übrigen Gegenstände bitte ich den Herr Gauner als Beweis meiner Hochachtung für den bestehe⸗ den vaterländischen Culturzustand und blühenden For schritt gefälligst behalten zu wollen.

Literarisches,

Soeben gehen uns die Hefte VIII, IX und X de Allgemeinen Familienzeitung zu, welche sic bezüglich der Reichhaltigkeit und Gediegenheit des In haltes ihren Vorgängern würdig anschließen. Vor alle Dingen ist es die ErzählungNella aus der gewandten Feder Fanny Lewald's, die das Interesse des Lesers in Anspruch nimmtz an diese reihen sich sehr unterhaltende Novelletten von Marie Calm, Oscar Elsner, Emilie Heinrichs, Alice Kurs, Neumann⸗Strela, Ern Pasqué, Elise Volko und Max Ring, abwechse mit naturhistorischen, kulturhistorischen und histeri Artikeln von Alb. Amlacher, F. Arndt, W. B Ingo Ettmüller, Friedrich Friedrich, Otft Mylius, Dr. Hugo Schramm, Theodor Winkle und Carl Zastrow, von welchem Letzteren auch in He IX ein sehr spannender RomanLeidenschaftliche Herzen begonnen hat.

Die mit gewohnter Vollendung ausgeführten Illu strationen zeigen uns neben den Porträts von Gervinus Turgenjew, Großherzog von Baden, Fanny Lewald, Lud⸗ wig Knaus, König von Bayern, Thiers, Rouher, Professor Pettenkofer, Don Carlos, Marschall Niel, Freiherr von Friesen und Först Henri de Latsur d' Auverge⸗Lauragnais die sehr interessante Abbildung einesFrühlings-Sonntag⸗ morgen in Paris, ferner: Der Hasen von Jameslown auf der Insel St. Helena; die Petite-Minou-Bucht, Aus⸗ gangspunkt des französisch-transatlantischen Kabels; das Vorzimmer des englischen Unterhauses Ansicht von Omaha; Kientzy und Garnier's Straßen-Lokomotive; Eisenbahn⸗ train der Stillen-Weltmeerbahn in einem Prairiebrande; der Great-Castern im Sturme des 30. Juni 1869, sowie verschiedene Scenen aus der transatlantischen Kabellegung; die Redner-Tribüne im Sitzungssaale des gesetzgebenden Körper in Paris; die Redner-Tribüne des französischen Senats; der Fairlie'sche Eisenbahnwagen; Kaiser Alexan⸗ der UI. von Rußland und sein militärisches Gefolge; An⸗ sicht von Port Said und dem Eingang des maritimen Canals; Verbrennung einer Zuckersiederei bei Los Ingenios durch cubanische Jusurgenten, und endlich: das neue Nathhaus in Manchester.

Zieht man unter Hinblick auf obiges Juhaltsverzeich⸗ niß nun in Betracht, daß der Preis eines Monatsheftes, enthaltend 8 Folio-Bogen 192 Spalten, nur 6 Sgr. ist, so muß man zugeben, daß dieAllgemeine Familien⸗ zeitung an Billigkeit alle bisher erschienenen ähnlichen Journale übertrifft, und ihre enorme Verbreitung daher auch wohl zu begreifen ist.

Bekanntmachung.

2961 Aeltere bei hiesigem Landgericht auegeschiedent Acten, circa 9 Centner, werden Montag den 8 November 1869, Vormittags 10 Uhr, unter den bekannt gemacht werdenden Bedingungen im Gerichtslocal meistbietend versteigert. Altenstadt am 19. Ortober 1869.

Großherzogliches Landgericht Alienstadt Dr. Stammler.

Arbeits-Versteigerung. 2968 Freitag den 29. October l. J., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Ostbeim nach⸗ folgende Arbeiten und Lieferungen unter den vor der Verfseigerung dekannt gemacht werdenden Bedingungen in Accord gegeben werden, nämlich:

Maurerarbeit, veranschlagt zu 120 fl.

Deckplattenlteferung 8 fl.

Butzbach am 24. October 1869. Der Wee e eueben

Gefundene Gegenstände.

2970 1 goldener Ring, 1 Hut, 1 Sonnenschirm, 1 Spazierstock, 1 Filzschuh, 1 lederner Gürtel, 1 pals⸗ tuch, 1 Stück Lampendocht, 1 Kaffeelöffel, 6 Porte⸗ monnaies mit einigem Geld, 1 Cigarrenpfeifchen, 2 Messer, 1 Gummigüttel, 1 Zollstock, eine Acker⸗ walze, verschiedene Schlüssel, 1 kupferner Stab.

Die E'gentbümer werden auftefordert, sich binnen

14 Tagen bei der unterzeichneten Stelle zu melden,

wivrigenfalls dlese Gegenstände auf Verlangen an die

Finder zurückgegeben, oder später zu Gunsten der hiesigen

Stadtarmen versteigert werden. N a

zrtedberg den 23. October 1869. Großherzogliche Bürger meisteret Frledberg Fouc ar.

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