I
* 3
1 n 9 5 5
Friebtic
der i
* 1 Nu⸗
1
1
— 3——
1
1869.
Donnerstag den 16. Dezember.
147.
Oberhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Ausgleichung der im Jahre 1866 entstandenen Kriegskoften.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
ann die Großherzoglichen Bürgermeistereien Dorheim
Wenn Sie nicht binnen 24 Stunden unserer Verfügung vom 26. October d.
unnachsichtlich Wartbote an Sie zur Abholung
Das Großherzogliche Kreis
Nur wenige von Ihnen haben un
Traie⸗Münzenberg, Wölfersheim. ö 8 0 8
J ab.
Erledigung bei Meidung der Abholung erinnern.
Friedberg den 12. Dezember 1869.
Friedberg den 12. Dezember 1869.
„Dorn⸗Assenheim, Fauerbach b. Ir., Friedberg, Gambach, Nauheim, Oppershofen,
„ Oberhessischer Anzeiger Ne. 126., entsprechen, geht
Trapp.
amt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
serer Verfügung vom 25. v. M. Amtsblatt Nr. 8 entsprochen, weßhalb wir an deren umgehende
Tr
Hessen. Darmstadt. Das Kriegsmini— sterium hat in der Kammer eine Vorlage ein- gebracht, welche für Ausrüstung von 8 Landwehr⸗ Bataillonen 357,000 fl. fordert. Ein recht nied- liches Christgeschenk für das Hessenland!
Preußen. Berlin. Im Abgeordneten- hause erklärte der Finanzminister v. Camphausen gelegentlich der Vertheidigung des Consolidations- gesetzes, er sei zur Uebernahme des Finanzministeriums hauptsächlich durch den Wunsch bewogen worden, die nationale Politik des Grafen Bismark zu fördern.
— Das Staatsministerium hat an den Prä— sidenten des Abgeordnetenhausts die Erklärung gelangen lassen, daß sie glaube, über die Ver— wendung der in Beschlag genommenen Gelder und deren Zinsen, sowohl des Königs Georg, als des ehemaligen Kurfürsten von Hessen, zur Rechnungs- legung an den Landtag nicht verpflichtet zu sein, indem die Einnahmen und Ausgaben nicht für Rechnung der Staats-Kasse, sondern der deposse— dirten Fürsten erfolgen. Was insbesondere die Ausgaben betrifft, so würde die Verwendung derjenigen Summen, welche der politischen Ueber— wachung der gegen Preußen gerichteten Umtriebe gewidmet sind, sich ihrer Beschaffenheit nach der Veröffentlichung entziehen. Die Ausgaben würden zur unmittelbaren oder mittelbaren Abwehr feind— licher Unternehmungen(2?) in den neu erwor- benen Landestheilen verwendet, welche sich zahl— reich genug ergeben hätten, um es nicht zur An- sammlung von Beständen aus den Revenuen der equestrirlen Vermögensmassen kommen zu lassen.
Bayern. München. Der König hat an jeden der beiden abgetretenen Minister ein sehr huldvolles Handschreiben gerichtet und jedem den St. Michael⸗Orden verliehen.
Baden. Die zweite Kammer ist den ab- weichenden Beschlüssen der ersten Kammer in der Fassung des Gesetzes über obligatorische Civilehe und bürgerliche Standes beamtung beigetreten und hat das ganze Gesetz mit allen gegen 6 Stimmen ungenommen, so daß jetzt in Betreff dieses Gesetzes Uebereinstimmung in beiden Kammern etzielt ist,
Oesterreich. Wien. Die Thronrede bei Eröffnung des Reichsraths hebt die allseitige fort- schreitende Entwicklung des Reichs auf Grundlage der Verfassung hervor. Sie beklagt auf's Tiefste vie Verirrungen eines Theils der dalmatinischen Bevölkerung und beauftragt die Regierung die Folgen dieser traurigen Verkrrungen nach Wieder⸗ herstellung des gesetzlichen Zustandes nach Kräften zu mildern. Neben den bevorstehenden fortschritt— lichen Vorlagen gilt es auch, den Grundlagen des öffentlichen Vertrauens selbst eine allgemeine that
sächliche Anerkennung zu verschaffen, welche zu des Kaisers lebhaftem Bedauern von mancher Seite!
her versagt wird. Zu erfahrungemäßigen wün— schenswerthen Verfassungsänderungen wird der Weg durch die Verfassung selbst geboten. Die Regierung wird die Landtagsvota betreffs der direkten Reichsrathswahlen dem Reichsrath zur Beschlußfassung mittheilen. Der Kaiser erwartet, daß das berechtigte Verlangen der Königreiche und Länder nach Autonomie die für die Reichs- macht erforderlichen Grenzen nicht überschreiten und den allseitigen Wunsch nach Verständigung nicht hindern wird. Der Kaiser ist überzeugt, daß der Ruhm einer ehrwürdigen Vergangenheit nur durch die klare Erkeuntniß der Gegenwart erneut werde, durch Verkennen derselben jedoch leicht verdunkelt werden könne, und daß echte patriotische Gesinnungen die Vereinigung der widerstrebenden Absichten sicher herbeiführen müßten. Der Kaiser erwähnt des Suezkanals uad der überall gefundenen warmen Sympathien für das Vaterland und dessen Zukunft. Die Beziehungen nach Außen haben allseitig und auch da, wo sie vorübergehende Erscheinungen zu trüben scheinen, eine freundliche beruhigende Gestaltung gewonnen.
— Eine ministerielle Kundmachung verbietet für die Dauer der Unruhen in Dalmatien die Ausfuhr von Waffen und Munitions-Gegenständen aus den Häfen des adriatischen Meeres.
— Im Abgeordnetenhause wurde Kaiserfeld zum Präsidenten, Hopfen und Franz Groß zu Vicepräsidenten gewählt. Der Finanzminister legt das Budget für 1870 vor, Dle Mehrausgaben belaufen sich auf 16, die Mehreinnahmen auf
7 Millionen Gulden. Der Finanzminister er— klärte, daß dessenungeachtet die Ausgaben für 1870 ohne Creditoperation gedeckt würdeß. Er
sagte für nächste Woche die Vorlage des Rechnungs- abschlusses des Jahres 1868 mit günstigem Er- gebnisse zu.— Die Nachricht, daß die Majorität des Ministertums ihre Demission eingereicht habe, wird von competenter Seite als unbegründet bezeichnet.
hofe eine für Süddalmatien bestimmte Sendung von Patronen für Hinterlader mit Beschlag belegt. Die betreffenden Kisten kamen aus Wien und bildeten eine fünfte Sendung, indem eine voran- gegangene Partie gleicher Kisten unter der Decla— ration„kupferne Röhren“ anstandslos passirte und nach Dalmatien abging.
Schweiz. Bern. Der Nationalrath hat der literarischen Convention mit den süddeutschen Staaten, welche analog derjenigen mit Nord- deutschland gehalten ist, die Ratifikation ertheilt.
Frankreich. Paris. In dem französischen gesetzgebenden Körper dauern die heftigen Scenen bei Gelegenheit der Wahlprüfungen fort, weil trotz der fortwährend constatirten Umtriebe der Regierung und ihrer Agenten die Majorität auch die anrüchigsten Wahlen bestätigt. In der letzten Sitzung verlangte Goupyot-⸗Montpairoux, daß der Minister Forcade in Anklagestand versetzt werde; es entstand ein surchtbarer Lärm, der fast eine Stunde dauerte. Schließlich jedoch wurde auch diese Wahl bestätigt. Das Auftreten Rochefoxts in der Kammer findet nachgerade auch bei den— jenigen Blättern der Opposition Anerkennung, welche seine- Wahl am Entschiedensten bekämpften; selbst der Pariser Correspondent der„Kreuzztg.“ hebt hervor, daß Rochefort als Deputirter der Regierung zum Mindesten ebenso gefaͤhrlich sei, wie als Pamphletist der„Laterne“.
— Cremieux wird ein Gesetzprojekt einbringen, welches die Ehescheidung in Frankreich wieder herstellt. Dieselbe bestand von 1791 oder 1792 bis 1815, wo sie bei der Rückkehr der Bourbonen wieder abgeschafft wurde. Unter dem Juli-König⸗ thum und unter der Republik von 1848 machte man vergebliche Versuche, sie wieder herzustellen. Die bezüglichen Anträge fielen durch.
Italien. Florenz. Nach Angabe der Journale ist das neue Cabinet aus folgenden Personen gebildet: Lanza, Präsident und Inneres; Sella, Finanzen; Visconti-Venosta, Aeußeres;
— Eine abgehaltene Arbeiterversammlung ent- Govone, Krieg; Gadda, Arbeiten; Reali, Justiz; sendete eine Pelition an den Ministerpräsidenten Blancherie, Marine; Correnti, Unterricht; Luzzati,
behufs Gewährung der Coalitionsfreiheit, Vereins- freiheit, Preßfreiheit, Reform des Wahlgesetzes und Aufhebung des stehenden Heeres. Der Ministerpräsident versprach, die Forderungen dem Ministerrath vorzulegen. Die Ordnung wurde nicht gestört.— Im Herrenhause interpellirten
14 Mitglieder desselben das Gesammtministerium
anläßlich dieser Arbeiterdemonstration, die un— gesetzlich gewesen sei. Die Interpellation fragt an, warum die Behörden die Versammlung nicht verhütet hätten, und welche Antwort den Arbeitern ertheilt worden sei? Der Ministerpräsident ver spricht demnächstige Beantwortung.
— In Triest wurde auf dem dortigen Bahn-
Handel.— Der Arno ist erheblich gefallen, für Pisa ist keine weitere Gefahr. Man glaubt, daß die Ueberschwemmung 40 Todte gekostet hat. Am Sonnabend wurden 15 Leichen bereits aufgefunden.
Rom. Am 8. Dezember eröffnete der Papst umgeben von 650 Bischöfen das Coneil. Morgens 9 Uhr zog man in großer Prozession aus dem Vatikane(Wohnung des Papstes) nach der St. Peterskirche. Als alle die ihnen in der Coneilsaula bestimmten Plätze eingenommen hatten, celebrirte ein Cardinal das Hochamt. Hierauf verlas ein Erzbischof die Eröffnungsrede und legte sodann ein Bischof die heilige Schrift auf dem Altare nieder. Alle Bischöfe brachten jetzt dem


