geeignet, greifbare Vortheile und irgendwie aus- giebigen Nutzen zu bringen: das sollte man aus der Praxis von 1849 doch schon gelernt haben. Oder wüßte man einen Grund anzugeben, aus dem zu schließen wäre, daß dieselben Kraftmittel, durch welche Haynau den Einwohnern von Brescia Liebe zu Oesterreich einflößen wollte, auf die Bocchesen angewandt eine ganz entgegengesetzte, der Sicherheit des Staates zuträgliche Wirkung üben werden?“
Wien. Der Vorschußfonds für unbemittelte Offiziere der k. k. Armee hat bereits den Betrag von 400,000 fl. erreicht. Der Kaiser hat 100,000 fl. dazu gespendet, die vier Erzherzoge Leopold, Ernst, Sigismund und Rainer je 5000 fl. Der Feldmarschalllieutenant Graf Festetics gab ebenfalls 5000 fl. dazu.
— Auf Intervention des Ministers Giskra bei dem Kriegsminister sollen die standrechtlichen Hinrichtungen in Budua und Cattaro keine Fort⸗ setzungen erhalten. Die drei Risanoten, welche zum Galgen verurtheilt wurden, sind angeblich dabei ertappt worden, wo sie von einem Felshang Steine auf die Truppen hinabschleuderten.
Franrreich. Paris. Der„Rappel“ mel det, daß Beaumont, Flourens, Gambon, Rochefort nach London abgereist sind, um Ledru⸗Rollin zu bewegen, nach Paris zu kommen. Demselben Journal zufolge hätte Carnot die Annahme einer Candidatur abgelehnt.
— Das„Journal offiziel“ meldet, die Kaiserin sei aus Oberägypten in Kairo wieder eingetroffen und werde nach Alexandrien abreisen. Sie er— freue sich der besten Gesundheit.— Am 13. ds. fand beim Auseinandergehen einer Wahlversamm⸗ lung eine Demonstration gegen Rochefort statt. Mehrere Anhänger Rochefort's wurden auf dem Boulevard Poissonniere verhaftet. Die Ruhe ist wiederhergestellt.
— In öffentlicher Versammlung versicherte Rochefort, Ledru⸗Rollin weigere ich, nach Paris zu kommen. Er werde erst kommen, wenn er gewählt sei. Carnot wird gegenüber Rochefort als Candidat auftreten.
— Der Prinz und die Prinzessin Napoleon wären bei ihrer letzten Reise nach Compiegne beinahe ums Leben gekommen. Sie befanden sich nämlich auf dem Eisenbahnzuge, der zwischen Bourg und Amberieux aus den Schienen sprang. Indessen kamen sie mit dem bloßen Schrecken davon.
— Einem aus Wien datirten Telegramm des „Constitutionnel“ zufolge hat Rußland den Ca- binetten von Wien und Konstantinopel anzeigen lassen, daß die bezüglich des Gerüchts einer ge⸗ meinsamen militärischen Operation Oesterreichs und der Türkei gegen Dalmatien gegebenen Erklärungen die russische Regierung vollkommen befriedigt! hätten.
— Die„France“ veröffentlicht einen Hirten; brief des Bischofs Dupanloup, welcher erklärt, Friede in der Wahrheit und Friede in der Liebe sei das Werk des Concils. Der Hirtenbrief widerlegt Diejenigen, welche von einer Scheidung zwischen Religion und Gesellschaft, zwischen Kirche und Vaterland reden. Er sagt, die in Fulda versammelten deutschen Bischöfe hätten eine Sprache geführt voll Milde und Majestät, die wahre Sprache der katholischen Kirche.„Ichzwiederhole gern mit ihnen, daß die Kirche keine Partei ist und in Frieden mit den Menschen leben kann, um überall und immer zu segnen, ohne andere Feinde als die, welche auch die Feinde der Nation sind, dae Laster und der Irrthum.“ Der Bischof erklärt, er stimme im Voraus den Entscheidungen des Oberhauptes der Kirche und des Concils bei.
Spanien. Madrid. Das Urtheil gegen die der Aufruhrstiftung und des Hochverraths an— geklagten Deputirten ist ergangen. Dasselbe lautet gegen Caimo und Suner 9 Capdevila(beide auf französischem Boden) auf Todesstrofe, gegen Ameller auf lebenslängliche Verbannung und gegen Serra— clara auf zwölfjährige Einschließung,
Der abgetretene Marineminister Topete wurde mit 133 gegen 5 Stimmen zum Viceprä⸗ sidenten der Cortes erwählt.
— Der Bischof von Havanna ist in Cadix festgenommen worden. Man fand beträchtliche
Summen bei ihm, die für die Unterstützung der Carlisten bestimmt waren. — Die Uneinigkeit in Betreff der Candidatun des Herzogs von Genua dauert fort. Die Oppo sition der Unionisten gegen jeden minderjährigen König erscheint unüberwindbar. Man versichert, daß die Candidatur des Herzogs von Genua nicht bis zur öffentlichen Diskussion kommen werde. Italien. Die Besserung im Befinden des Königs schreitet in so günstiger Weise vor, daß er schon einige Augenblicke das Bett verlassen konnte.
11 Friedberg. Auf Wunsch vieler Gemeindeglieder ist eine von Hrn. Pfarrer Dr. Köhler am diesjährigen Reformationsfeste(31. Okt.) gehaltene Predigt von dem⸗ selben in den Druck gegeben worden und bei den Ver⸗ legern dieses Blattes à 6 kr. zu haben. Diese Predigt verdient die Beachtung und Beherzigung der Gemeinde⸗ glieder in hohem Grade, denn sie muß geeignet erscheinen, im ernsten Hinblick auf die gegenwärtig sich entwickelnden Vorgänge in der protestantischen Kirche selbst, wie in dringend gebotener Würdigung der dem Protestantismus von Seite seiner Widersacher drohenden, nicht zu unier⸗ schätzenden Gefahren, manchen lauen und erkalteten Glau⸗ bensgenossen aus seiner Glrichgültigkeit aufzurütteln.— Der Hr. Versasser sagt in den der Predigt vorausgeschickten einleitenden Worten: Man hat mich aufgefordert, die nachfolgende Predigt den Gliedern der hiesigen evangel. Gemeinde im Druck vorzulegen. Ich entspreche dieser Aufforderung, ohne der Predigt andere Vorzüge zuzuschreiben als den, daß sie einige wichtige Zeitfragen bespricht, und daß sie dies mit dem Ernste thut, der in der Sache liegt, und mit der Offenheit, die zwischen dem Prediger und der Gemeinde immer obwalten soll. Ich übergebe sie den Gemeindegliedern mit der Bitte um ernste und ver— trauensvolle Würdigung.
Darmstadt. Nachdem in der Nacht vom 11. auf den 12. in Groß-Gerau fünf Erderschütterungen, darunter eine sehr heftige um 5s½ Uhr Morgens, wahrgenommen worden, wurden am Abend des 12. abermals zwei Erschütle⸗ rungen, eine um 6 Uhr und eine um 9 Uhr, beobachtet. Am 13. Nov. Morgens um 3 Ubr erfolgte eine hefligere, die auch in Darmstadt wahrnehmbar war.
Darmstadt. Die Eröffnung der hiesigen Waaren⸗ und Productenbörse ist auf Dienstag den 23. November, Mittags um 12 Uhr, in der mititleren Etage des„Caffé Stamm“ festgesetzt, und wird von da an wöchentlich Dienstags um dieselbe Zeit und in demselben Lokale ab⸗ gehalten werden. Für die Erleichterung und coulante Abwickelung der Geschäfle aller Art, sowie für das Ein⸗ treffen der telegraphischen Preisnotirungen der Haupt- vörsenplätze ist von dem provisorischen Börsenvorstand hin⸗ reichend Sorge getragen.
Coblenz. Das erste und eleganteste Hotel unserer Stadt, der weithin bekannte Gasthof„Zum Riesen“, ist an die Gebrüder Eisermann in Bremen für die Summe von 225,000 Thlr. mit Inventar käuflich über⸗ gegangen.
Kassel. In einer unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Nebelihau abgehaltenen Versammlung, betreffend die Ju⸗ dustrie⸗Ausstellung vom Jahre 1870, wurden, nachdem der Ankauf des Wittenberger Ausstellungsgebäudes ge⸗ nehmigt, in den Ausschuß für die Oberleitung aus den vier von den Aclionären zu wählenden Vorsitzenden Ober⸗ bürgermeister Nebelthau, Fabrikant Keerl, Bauunsernehmer Becker und Siadtrath Henze ernannt.
Paris. Von Zeit zu Zeit ist es interessant, dit Massen von Lebensmitteln zu berechnen, welche täglich in dem Nlesenleib der Haupistadt an der Seine ver. schwinden. Paris verschlingt gegenwärtig jeden Tag nicht weniger als 986,234 Kilogramme Brod und 4994 Sack Mehl; 175,132 Ochsen, 45,678 Kühe, 143,428 Kälber, 1,068,082 Hämmel sind erforderlich, um für die Be⸗ völkerung, welche sich gegenwärt g, Alles in Allem, auf 2 150,916 Köpfe beläuft, den Jahresbedarf an frischem Fleische zu liesern. Dazu kommen noch das geselchte Fleisch, von dem im Durchschnitt jeder Pariser täglich 56 Gramm verzehrt, und 20,730,206 Kilogramm Geflügel und Wilbpret jährlich. Für Fleisch figurirt in dem Jabresbudget der Welistadt cine Ausgabe von über 200 Million Francs. Jetzt noch die Fische, und zwar 26,89 534 Kitogr., worunler allein an frischen Seefischen 19,874.69 4 Kilogramm, Kactoffeln 52602684, Kraut 40,981,200, gelbe Rüben nicht weniger als— 41,101,920, Grünzeug 25 200.0, Salat 12,060,000 Kilogramm, Melonen so⸗ gar 624 000 und Gurken 7,080 000, Käse 5 und Butter 20 Millionen Kilogramm. Die Feinschmecker schlucken unter Anderem jährlich 148,840 Kilogramm Gäuseleber und getrüffeltes Wild 148,000, Paffeten 570,000 Kilo⸗ gramm ꝛc. Der Senf kostet 461,000, Pfeffer 559,000 Sauerkraut nur 252,000 Francs. Dagegen kommen die Trüffeln auf 1,100.00 Franes zusteyen, Kaffee 16,500,000. Chocolade 600/000 Frances und Thee ebeusoviel. 228,240 Hectolitres Wein und dann das Bier, der Branulwein Und der Apfelwein, zusammen für 245 Millionen Frs. im Jahre.
In Petersburg wird gegenwärtig ein colossaler Proceß über ein falsches Testament verhandelt, bei welchem über ein Object von 1½ Millionen Rubel zu entscheiden ist und gegen 200 Zeugen auf ihren Eid vernommen
werden müssen. Auch der Senator Obolenskl war als [Zeuge vorgefordert worden. Er berief sich aber auf das Vorrecht seiner Raugklasse und verweigerte zu erscheinen Der Gerichtshof beschloß daher sich in feierlichem Zuge
mit allen Arrestanten, Predigern, Gendarmen und Ge⸗ richisdienern durch die Straßen in die Wohnung bes Fürsten zu begeben.
Verloosunge u.
Lütticher 100⸗Fr.⸗Loose von 1868, Ziehung vom 2. November. Zahlbar vom 1. April 1870 ab bei der Communal⸗Casse zu Lüttich und Jacques Exrerg Oppenheim in Brüssel. Nr. 67813 à 25,000 Fr., Nr. 33041 61824 77827 à 1000 Fr., Nr. 13784 34781 55026 65271 à 500 Fr., Nr. 6372 22349 26899 33719 40689 44089 61268 76314 91066 99473 à 200 Fr., Nr. 1365 2570 4981 5820 6331 6945 9221 10941 13751 1400 19282 23450 26797 27069 30630 30853(2) 328ʃ6 44291 46775 50446 50576 59111 64475 79882 80379 82841 83607 84110 94110 101509 102070 102797 103336 112175 113311 114545 116244 à 100 Fr.
Stockholm, 5. Nov.(10 Tylr.⸗Loose von 1860.) Bei der am 1. und 2. Nov. stattgehabten Ziehung wurden, außer den bereits gemeldeten, noch folgende Gewinne ge⸗ zogen: 150 Thlr. auf Nr. 41604 54293 69804 und 120274; 60 Thlr. auf Nr. 19973 55388 71451 80835 98572 163091 187030 225927 226252 und 232888 35 Thlr. auf Nr. 5177 15904 17800 19211 20484 36193 86231 91573 103786 123619 147159 152437 166787 174749 174816 182782 193917 196457 200336 und 239705; 25 Thlr auf Nr. 10970 13530 285252 35835 37587 42062 49851 57764 64220 78734 80854 87359 91726 104642 105410 108549 112569 110397 116710 118082 118683 123702 131159 131246 136102 136960 145708 154999 155987 164718 17054 174612 184164 188314 204198 205309 211045 und 214117. Die Zahlung erfolgt am 1. Februar k. J.
Literarisches.
O Kompaß für Auswanderer von Eduard Pelz, Mitglied der Amerikanischen Elhnologischen Gesell⸗ schaft, der Amerikanischen Statistischen Gesellschaft und der Historischen Gesellschaft in Peunsylvanien. Mit vier Karten und einer Abbildung. Fünfte, ver⸗ mehrte und verbesserte Auflage. Leipzig, Verlag von Weber, 1869. 1 Vorstehendes Werkchen anzuzeigen ist ein Vergnügen.
Es begegnet wirklich„einem allseitig gefühlten Bedürfniß“.
Wie manche von Tausenden, die alljährlich der Heimath
den Rücken wenden, wissen auf die Frage: Wohin? kaum
mehr zu autworten als: Nach Amerika! In nairer Zu⸗ versicht und rührender Unwissenheit steuern sie dem neuen
Lande entgegen, als wenn, wären sie nur einmal dort, es
nicht fehlen könnte und Alles gut sein müßte. Mit
Wehmuth sehen wir sie schelden. Sie kennen kaum die
nächsten Berge und wagen sich in die große, weite Welt!
So lang das Schiff sie trägt, ist's trotz Seekrankheit und
Schiffskost und Zwischendecksannehmlichkeit noch gut. Aber
man kömmt an und landet. Und nun wohin? Mit
offenen Armen träumte man empfangen und wer weiß welchem Glück entgegengeführt zu werden, und wie kalt und ibeilnabmlos wogen die Massen vorüber! Keine Seele kümmert sich um den beläubt dastehenden Fremdling.
Doch nein, dort nahen Biedermänner mit freundlichem
Händedruck. Von etler Menschenliebe getrieben, sagen sie,
widmen sie Zeit und Kraft dem Wohl der Neuangekom⸗
menen und gehen ihnen mit Rath und Thal zur Hand.
Armer Mann, du bist Beutelschneidern und Seelenverkäufern
in die Hände gefallen. Wie wirst du dich ihren Netzen
entwinden?—
Obiges Büchelchen gibt Antwort auf alle Fragen, über welche den Auswanderungsluftigen vor Allem Auskunft noththut. Es läßt alle mögliche Auswanderungsziele die Revue passiren und kommt zu dem Schluß: Die Nord⸗ weststaaten der nordamerikanischen Union, Minnesota zu⸗ mal, sind der deutschen Auswanderung vor Allem an⸗ zurathen. Dabei spricht der Verfasser nicht von Hörensagen; genaue, während eines vieljährigen Aufenthalts in Amerika gesammelte Kenntisse über alle einschlägige Verhältnisse berechtigten ihn, hier das Wort zu ergreifen. Auch räth er Niemand absolut zu auszuwandern.„Wer nicht den inneren Drang und die Kraft dazu in sich verspürt, der bleibe, wo er ist“, sagt er. Aber recht hat er, wenn er geltend macht, daß der Thatsache einer fortwährenden Auswanderung im riesigen Maaßstabe gegenüber es Pflicht der Regierungen, sowie aller Unterrichteten und Wohl⸗ meinenden sei, dieselbe nach Himmelsstrichen hinzulenken, wo die Bedingungen zum Emporkommen der Kolonisten und zur Erhaltung und Verbreitung deutscher Sprache und deutschen Wesens gegeben sind. Zwar wird man niemals ausschließlich auf die Angaben eines Buches einen Lebeusplan gründen, wenn es auch, wie das vorliegende, durch Ton und Juhalt noch so sehr Vertrauen erweckt; was uns abec als das Wichligste erscheint, das ist die Verbreitung geläuterter Anschauungen über das Auswan⸗ derungswesen und eingehender Kenntnisse über Klima, Fruchtbarkeit und sonstige Verhästmisse derjenigen Länder, die im Auswanberungsfalle in Beiracht gezogen werden können. Es wird dann immer seliener vorkommen, daß es gewissenlosen Emissären gelingt, ehrliche Deutsche unter falschen Vorspiegelungen nach Brasilien, Peru oder wer weiß wohin zu verlocken und sie daun im Elend verkom⸗ men zu lassen.— Dazu scheint vorliegender„Kompaß für Auswanderer“ ganz besonders geeignet, und wir hielten darum eine ausführlichere Anzeige desselben bet der Wich⸗ ligkeit des Gegenstandes gerade in diesen Blättern für ge⸗ boten und behalten uns vor, darauf zurückzukommen.
K—r. Bei Beginn des Winterhalbjahrs seien die Herren Elementarlehrer noch auf ein Werkchen aufmerksam
gemacht, das in der Hand der Schüler ein ireffliches Mittel
nicht bemerk chens! Kleine! fühten Daß b Lust ul wilden Cremp von Das f Schimt —
3018
Konrad liches! Heberse meldun Art ax hat in
anher dieser definit äußert sorisch Conti werde Vollm, det e werde 8
3036
nannte für die Rannse Grun Gesetzt beantre Urkund


