Ausgabe 
11.9.1869
 
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EAUene Linsen!

bugenkranke auf.

u geben. Die Nähe des Feindes schien ihm ußerst unbequem zu bun denn schon am folgen den Tag verläßt er seine Stellung und zieht über Ockstadt und Roßbach suͤdwaͤrts, um das Soubise⸗ sche Corps aufzusuchen. Bei Rendel treffen sich die beiden französischen Corps, und nun kehrt Condé wieder um, die verlassene Stellung bei Nauheim wieder zu gewinnen. Mittlerweile er⸗ scheint der Erbprinz von Braunschweig bei Wöl fersheim und Melbach, Prinz Ferdinand selbst in Kidda. Ersterer geht nun, rechts und links re⸗ cognoscirend, nach Dorheim, Schwalheim und Wisselsheim vor, überschreitet die Wetter und läßt auf der Höhe zwlschen Nauheim und Wissels heim an verschiedenen Punkten Kanonen auffahren. Das Treffen beginnt. Nauheim wird genommen, der Johannisberg bis zur Höhe erstürmt. Die Stürmenden sind drei hess. und vier braunschw. und hannöver, Infanterie-Regimenter. Selbst diejenigen franz. Regimenter, die in den Gräben um den Thurm auf dem Berge stehen, flüchten über Hals und Kopf in den Wald nach der Hasselhecke zu. Aber o weh! Die Stürmenden sind nicht im Stande, ihre Kanonen rasch genug den Berg hinauf bringen zu können, um die Franzosen aus dem Wald zu vertreiben und den Berg zu behaupten. Und die Franzosen sind über dies noch durch eine Batterie im Walde gedeckt! Doch würden auch diese Schwierigkeiten über wunden worden sein; zwei weitere Umstände ent⸗ schieden indeß die Nothwendigkeit des Rückzugs

der Verbündeten. Der eine war die Verwundung des Erbprinzen von Braunschweig, der am Johan- nisberg eine Musketenkugel in die Hüfte erhielt und auf einer Kanone liegend bis nach Melbach gebracht und dort in einem Wirthshause verbun⸗ den ward; der andere war die Ankunft eines franz. Hülfscorps, das in der Stärke von 15,000 Mann von Oberwöllstadt kommend auf der West⸗ seite von Friedberg vorbei im Sturmschritt nach dem Johannisberg zu marschirte. Jetzt konnte für die Verbündeten auf dem Johannisberg kein Bleiben mehr sein. In wilder Flucht stürzten sie den Berg herab, um die jenseitige Höhe zu ge winnen und hinter ihre dort postirten Kanonen zu kommen. Die deckten den Rückzug noch so viel als möglich, bis der Feind Miene machte, sie, nachdem auch die Kavallerie bei Niedermörlen ge schlagen war, auf der Nordseite zu umgehen. Der gesammte Rückzug erfolgte hierauf über Rödgen und Wisselsheim nach den Verschanzungen im Södeler Wald. Während des Treffens am Johannisberge besetzte der Marschall d'Etrées Friedberg mit einer starken Abtheilung des Sou bise'schen Heeres, das in der Fauerbacher Hohl unterdeß Stellung genommen und von da aus ein

Corps der Verbündeten, wiewohl erfolglos, beschoß,

das am Ossenheimer Wäldchen stand. Gegen Abend entsandte der Prinz Soubise eine Abtheilung von 5000 Mann zur Verfolgung der Fliehenden nach Rödgen zu, welche indessen die Wetter schon passirt hatten. Prinz Ferdinand kam von Nidda

her gerade noch rechtzeitig, um eine gänzliche Nle⸗ derlage abzuwenden.

Unser Chronikschreiber schätzt den Verlust der Deutschen am 1. September bei Nauheim auf 800 Mann, Archenholz in seiner Geschichte des 7 jährigen Krieges dagegen bestimmt ihn auf 2400 Mann. Doch mögen auch die Franzosen kaum weniger verloren haben. Dafür zeugten die Riesengräber auf dem Johannisberg und im Nauheimer Wald und der Umstand, daß außerdem noch viele Franzosen auf den Kirchhöfen der beiden Mörlen begraben wurden.

Ob der Angriff auf den von den Franzosen besetzten Johannisberg vom militarischen Stand⸗ punkt aus klug war, wollen wir dahin gestellt sein lassen und nur noch anführen, daß Prinz Ferdinand von Braunschweig nach einem hart⸗ näckigen Gefecht an der Amöneburg und nach der Einnahme Kassels sein Heer entließ, da England mit Frankreich unterdessen einen einseitigen Frie densvertrag abgeschlossen. Dieser Friede befreite auch Friedberg von der schließlich noch Gewalt⸗ thätigkeiten unddésordres mancherlei Art be gehenden franz. Besatzung. Unser Chronikschreiber schließt mit den Worten:

Am 25. Dezember 1762, als am ersten Christ⸗ tag, sind die letzten 50 Mann abmarschirt. Der

liebe Gott bewahre die Stadt vor ferneren Kriegslasten.

Humboldtfeier.

Das bereits in diesen Blättern angekündigte Fest zur Feier des 100jährigen Geburtstags Alexanders von Humboldt wird Dienstag, den 14. September, im Saale des Hotel Trapp dahier stattfinden.

Es wird bestehen:

a. in einem Vortrag über das Leben und Wirken Humboldts, gehalten von Herrn Reallehrer Klein; b. in einer Abendfeier mit Gesangs- und instrumentalen Vorträgen, untermischt mit freien Ansprachen. Die Hauptfestrede wird Nachmittags von 4 Uhr statifinden; die Abendfeier wird um 8 Uhr beginnen. Der musikalische Theil des Festes wird von den beiden hiesigen Gesangvereinenviederkranz undFrohsiun und dem Musikchor des Jägerbataillons ausgeführt werden. Der Saal wird Nachmittags um 3 Uhr, Abends um 7 Uhr geöffnet werden.

Der Preis einer Eintrittskarte für die Festrede allein beträgt u 9 kr. für Festrede und Abendfeier 18 kr. Abendfeier allein werden nicht ausgegeben.

Dotel Trapp. ausgegeben werden.

Der Reinertrag des Festes ist für das zu errichtende Humboldt⸗Denkmal bestimmt.

Humboldts Leben war dem Dienste der Menschheit geweiht, sein Name ist bekannt bei allen Gebildeten auf dem weiten Erdenrund; das dentsche Volk zumal ist stolz darauf, den großen Forscher und edlen Weisen seinen Mitbürger nennen zu können. Indem es sich anschickt, Humboldts 100jahrigen Geburtstag festlich zu begehen, will es eine Ehren und Dankesschuld abtragen, will es der Welt beweisen, wie es die von seinem großen Mitbürger während eines langen Lebens in rastlosem genialen Schaffen gesammelten Geistesschatze zu würdigen weiß. Das Humboldtfest wird, wie das vor 10 Jahren gefeierte Schillerfest, eine Nationalfeier werden, die weit über die deutschen Gränzen hinaus, m fernen Amerika und überall, wo deutsche Kultur wohnt und man deutsche Wissenschaft zu ehren versteht, freudigen Widerhall finden wird.

Auch hier wird die Betheiligung an diesem Feste voraussichtlich eine allgemeine sein. Es erscheint darum geboten darauf aufmerksam zu machen, daß wegen der bei der Abendfeier im Festsaale aufzustellenden Tische Karten für Festrede und Abendfeier nur in veschränkter Anzahl ausgegeben werden können.

Friedberg am 7. September 1869.

Karten für die

Festkarten der einen und andern Art sind zu haben in den beiden Buchhandlungen und im Es wird ausdrücklich bemerkt, daß eine Subscriptionsliste nicht circuliren wird und am Eingang des Saales keine Karten

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