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ungenaue Gerüchte über die Gesundheit des Kaisers verursacht worden.
— Der„Moniteur“ sagt: Der Temperatur-“
wechsel hat die rheumatischen Schmerzen des Kaisers
wieder aufgeregt,(I) welcher deßhalb auch nicht, seiner Gewohnheit gemäß, im Garten spazieren staatssecretärs Fish mit mehreren ausländischen
gehen konnte. Die letzte Nacht verbrachte er in⸗ dessen sehr gut und es trat in Folge dessen eine merkliche Besserung in seinem Befinden ein.
— 8. Sept. Der Kaiser hat heute Morgen dem Ministerrathe in St. Cloud präsidirt und hierauf längere Zeit mit den Ministern gearbeitet. Die Besserung in seiner Gesundheit ist im Fort⸗ schreiten begriffen.
— 9. Sept. Der Polizeicommissär hat den Empfang einer Depescht angezeigt, der zufolge der Kaiser eine gute Nacht hatte, sich um 9 Uhr er⸗ hob und daran denken konnte, seinen gewöhnlichen Spaziergang zu machen.
— In den ersten Septembertagen wird in Paris wieder ein scheußlicher Giftmord⸗ Prozeß gegen ein paar Weiber verhandelt, welche kleine Kinder zur„Aufziehung“ zu sich nahmen. Dem einen Weibe waren 80 solcher Kinder übergeben; über 20 derselben liegen auf dem Kirchhofe von Bulloire begraben und 25 andere starben noch, bevor sie nach Paris zurückgebracht werden konnten. Eine dieser Frauen hat auch ihren Mann und ihre Mutter, die andere ihren Stiefvater und dessen Sohn vergiftet.
Großbritannien. London. Die Krank- heit Napoleon's III. gibt auch den meisten Lon⸗ doner Wochenblättern ausgiebigen Stoff zu Be- trachtungen, welche stellenweise weit auf das Gebiet der unbegränzten Möglichkeiten abschweifen. Die„Saturday Review“ bemerkt bei dieser Ge⸗ legenheit, einen Vortheil werde wahrscheinlich Europa von dem Leiden Napoleon's III. ziehen: wenn er je daran gedacht habe, den Knoten hei⸗ mischer Verlegenheit durch einen Krieg im Aus- lande zu zerhauen, so werde sein Gesundheits- zustand ihri hinlängliche Beweggründe an die Hand geben, diese Idee aufzugeben. Ein Kampf, an dem er keinen thätigen Antheil nehmen könne, besite für den Kaiser keinen Reiz. Die Sorgen, die von einem Kriege unzertrennlich wären, dürften den Rest seines Lebens noch kürzen, und seine letzten Stunden dürften durch die Furcht verbittert werden, daß er in einem populären General seinem Sohne selbst einen Rivalen geschaffen habe.
Spanien. Madrid. Die Nationalgarde, welche Regierungs⸗Intriguen argwöhnt, verweigerte die anbefohlene Zurückziehung der Wachspossen am Ministerium des Innern. Das Nationalgarde ⸗ corps blieb die Nacht hindurch unter den Waffen. Es gelang den republikanischen Deputirten, das- selbe zum Gehorsam zu überreden.
Rußland. Petersburg. Es laufen hier Gerüchte um von der gefährlichen Wendung, welche die Krankheit des zur Zeit in Livadia verweilenden Kaisers von Rußland genommen haben soll. Man erwartet ftündlich Telegramme aus Livadia, die das Ableben des Zaren melden. Die Gerüchte scheinen allerdings ohne Begründung zu stin, aber eigenthümlich ist die folgende Meldung des„Wanu⸗ derer“, welcher schreibt; in den höheren Kreisen von Petersburg sei das Gerücht verbreitet, ein russischer Bischof habe dort die Absicht gehegt, den Zaren bei der Communion zu vergiften, und das Attentat sei durch Denuntiation einer Hofdame, die sich im Gefolge der Kaiserin befand, vereitelt worden. Der Zar habe hierauf der geheimen Polizei die Weisung ertheilt, die russische Geist⸗ lichkeit zu St. Petersburg strenge zu überwachen, während der Bischof sofort der gerichtlichen Unter⸗
suchung übergeben wurde. An demselben Tage seien noch mehrere russische Geistliche verhastet worden, der Kaiser habe sofort die Residenz ver⸗ lassen und sich nach Kiew begeben, woselbst er seinen neuen, noch unvollendeten Palast besichtigte. Um diese Zeit entstand auch das Gerücht, Zar Alexander werde seine Somnerresidenz nach Kiew verlegen. Von dort begab er sich jedoch nach Odessa, und später, wie bekannt, nach der Krim.
— Ein Telegramm aus Petersburg lautet:
Kaiser sei einige Tage unwohl gewesen, befinde sich jetzt aber vollständig auf dem Wege der Besserung. Die Kaiserin sei in Folge einer Er- kältung leicht unpäßlich. Amerika. Aus 5 Nachricht telegraphirt: Die Unterredung des Unter⸗
Gesandten ergab die Absicht der Regierung, vor dem Zusammentritt des Congresses den Aufstän⸗ dischen Cuba's die Rechte einer kriegführenden Nation zuzuerkennen, was der spanische Gesandte seither verzögert habe, indem er anzeigte, Spanien würde auf Grund des Vertrags von 1795 das Recht zur Visitation amerikanischer Schiffe aus⸗ üben und sich in dem wahrscheinlichen Fall eines Krieges durch die Pariser Convention nicht ver⸗ wehren lassen, Kaperbriefe auszugeben.
Butzbach In der Behausung des Postmeisters Bender dahier wurde vor einigen Abenden ein frecher Diebstahl an Geld und Kleidungsstücken verübt. Man halte zwar den Dieb im Hause entdeckt, es war aber nicht gelungen denselben festzunehmen. Erst in Gießen fiel derselbe der Polizei in die Hände und wurde hierher verbracht. Hungen. Der„Wett. Bote“ meldet von hier: Auf dem Rückmarsch aus den Manövern wurden hier zwei Schwadronen Husaren einquartiert. Ein von ihnen am Abend im Gasthaus zur Traube arrangirtes Tanzver⸗ gnügen gab Veranlassung, daß sich Jung und Alt auf der Straße versammelte, aks plötzlich gegen 10 Uhr ein Un⸗ glücksfall diesem Treiben ein Ende machte. Es wurde nämlich ein Husar in der Nähe des Tanzlokals auf der Straße, besinnungslos aus Mund und Nase blutend, auf⸗ gefunden und verschied derselbe am folgenden Mittag. Man glaubt an Mißhandlung; die deßhalb eingeleitete Unter⸗ suchung ist im Gang und ein junger Mensch von elwa 19, Jahren bereits eingezogen. Jeder Redliche wünscht, daß die volle Wahrheit an den Tag kommt. Frankfurt. Der eiserne Steg vor dem Fahrttor hat seine erste Probe siegreich bestanden, indem sich derselbe nach Wegnahme der Hebschrauben und Einkeilungen nur um einen Millimeter gesenkt hat; ein sehr günstiges Zeichen für die demnächst statifindende coniraclmäßige Probebelastung mit 5000 Ceutner Eisen. Die Eröffnung und Uebergabe der neuen Brücke wird ohne jede Solennität vor sich gehen. Offenbach. Der biesige Thierschutzverein, der Ver⸗ zweigungen in allen Orzen des Kreises Offenbach hat, ist eifrigst bemüht für die Verleihung einer Prämiirung der⸗ jenigen Dienstbolen, welche sich durch sorgsame Behandlung und Pflege der ihnen anvertrauten Thiere um eine Be⸗ lohnung verdient gemacht. Dieser Act der Anerkennung wird össeutlich staltfinden und wohl Veranlassung zu einer Art Fist geben. Der Verein hat auch sein Augenmerk auf das Schicksal der armen Zughunde gerichtet, und ist Hoff; nung, daß es seinen Bemühungen gelingen wird, eine obrigkeitliche Verordnung zu erzielen, welche die Quälerei dieser ost schwer mißbrauchten Thiere bei Strafe verbietet. Darmstadt. Der in Ober⸗Modau ves hastele Conrad Müller von Ober⸗Ramstadt wird als ein gefährliches Subjeci und langjähriger Zuchthäusler bezeichnet, von dem man mehrere nächtliche Einbrüche in Nieder⸗Beerbach, Gladbach Frankfurt a. M. vermuthete, und der seit längerer Zeit von der Polizei gesucht wurde. Bei demselben fand man einen falschen Paß, etwa 10,000 Gulden in Gold und amerikanischen Weribpapieren, sowie eine Menge Adreß⸗ karten der ersten Hotels der großen Nachbarstädte.
Für die Hinterbliebenen
Newyork wird folgende 0
wohner der Wetterau kaum Lust verspürt haben, 1
Friedberger Chronikna aus den Zeiten des 7jährigen Krieges u am Johannisberge bri
O die in voriger Woche durch un schen Regimenter im Verein mit inigen
Truppentheilen dargestellte Schlacht von Ber welchen Manövern viele Tausende Schaulu
um ein Jahrhundert zurückversetzt, des 7 jährigen Krieges. Damals würden die Be. ein militärisches Schauspiel zu sehen. Denn war 0 auch der Hauptschauplatz des Krieges Sachsen, Böhmen, Schlesien und die altpreußischen Lande, so mußten doch auch unsere Gegenden außeror dent, lich viel von den Drangsalen des Krieges erdul⸗ den. Die Allianz zwischen Oesterreich und Frankreich, die in letzter Zeit wieder lebhaft dis. kutirt wurde, bestand damals bekanntlich in schönstet Wirklichkeit, und gerade die französische Armee, verstärkt durch verschiedene Truppenkörper jener wunderlichen Macht deutsches Reich genannt, gatle die Aufgabe, von Südwesten aus gegen Preußen zu operiren. Ihr entgegen stand ein edler Held, Ferdinand von Braunschweig, der an der Spitze der vereinigten Hessen, Braunschweiger und Eng. länder die rechte Flanke Friedrichs des Großen zu decken berufen war.
Unsere Gegend war von 1757 an bis Ende 1762 der beständige Tummelplatz französischer Truppen auf ihren Hin und Herzügen, und speziell Friedberg hat nur zu oft die schlimme Ehre gehabt, die französischen Heerführer Prinzen. Soubise, Herzog v. Broglio, Marschall Contades und d'Etrées in ihren Mauern zu beherbergen oder durchpasstren zu sehen. Die uns vorliegende, im Besitz der Familie Preußer befindliche Chronik weiß nicht genug zu berichten von Einquartirungs⸗ lasten, Kriegscontributionen, Fuhr und andeten Diensten, Verwüstung der Felder und Gärten, Truppendurchmärschen, Ankunft von vielen Tau⸗ senden von Norden kommender Verwundeten und Kranken u. dergl. mehr. Die Aufzeichnungen über das Jahr 1758 schließen mit den Worten! „Und dieses gantze Jahr ist die Stadt Kein Tag ohne Einquatirung gewesen.“ Daß es aber auch zu ernsteren Kriegsaffairen in unserer Gegend kam, beweisen die Schlacht bei Bergen und das Treffen am Johannisberg bei Nauheim. Nachdem in den letzten Tagen, veranlaßt durch die Manöver, don der am 13. April 1759 bei Bergen zwischen Ferdinand von Braunschweig und dem französischen Feldherrn Herzog v. Broglio stattgehabten Schlacht so viel gesprochen und geschrieben worden, dürfte es für die Leser dieses Blattes von nicht gerin- gerem Interesse sein, eine kurze Darstellung des Treffens zu vernehmen, das am 1. September 1762 in unserer nächsten Nähe, a m Johannis- berg bei Nauheim geliefert wurde. Wir benutzen dazu die in oben erwähntem Chronikbuch
der im Plauen'schen Grunde verunglückten
Bergleute sind der Expedition zu den bereits bescheinigten Gaben weiter zugelommen: Aus Niederwöllstadt N. N. 30 kr., S. Schäfer das. 36 kr., M. Gart das. 3 kr., Landge⸗ richis⸗Assessor Suppes in Nauheim 1 fl. 45 kr. Karl Billasch in Fauerbach 15 kr., Bernh. Philippi I. Wittwe da. 6 kr., Gol. Walther in Bauernheim 1 fl., Frau E. Weber in Assenheim 1 fl., O. Flemming in Aulendie⸗ bach 1 fl.;— durch Decan Görtz zweite Gabe aus Nieder⸗ und Ober⸗Florstadt: Von Pachter Brückmann 1 fl. 45 kr., H. Dauernleim IV. 12 kr., Ungenaunt 48 kr., Chr. W. Weigand 30 kr., Ungenannt 5 fl. Gem. Rechner Dauern⸗ heim 30 kr., Beigeordneter Schaubach 1 fl., Kaoep. Braun 12 kr., Lehrer Wenzel 48 kr., Gem. Rechner März 30 kr., H. Herhold 12 kr., D. Heppner 12 ko Rentmrister Müller 1 fl. 45 er., Renteidiener Musch 18 kr., Jak. Schmidt 12 tr., Gemeinde Ober-⸗Florstadt 5 fl., Postxped. Schaubach 1 fl., H. Jak Gemmecker 121kr., V. Schauwald 6 kr., G. Vogel 6 kr., H. Ad. Alt 24 kt.“ zusammen 20 fl. 42 kr.— Müller Stell in Inhaiden 1 fl., H. P. 30 kr., von mehreren Seminarlsten der II. Classe 2 fl. 12 kr., von drei Ungenannten 3 fl., Brief⸗ träger Schneider 30 kr., F. KK. l fl.— durch Pfarr⸗ vikar Schneider in Reichelsheim: aus Reichelsheim selbst 50 fl. 51 kr.(92 Gaben von 6 kr. bis 5 fl.), aus Leid⸗ hecken 12 fl. 12 kr.,(gesammelt durch Bürgermeister Seltzam) und von 4 Wobltvätern aus Heuchelheim und Weckesheim 6 fl. zusammen 69 fl. 3 kr., durch Polizei⸗ diener Fourier in der Gemeinde Södel gesammelt 12 fl.
Im Ganzen bis jetzt bei der Expedition eingegangen;
enthaltene ausführliche Beschreibung dieses Treffens, deren Verfasser was er erzählt selbst gesehen und erlebt hat.
Für das Waffenglück der mit Preußen Ver · bündeten war ein günstiger Umstand eingetreten. Der Herzog von Broglio wurde in Folge von Intriguen, die am Hofe des franz. Königs gegen ihn spielten, vom Heere zurückgerufen. Ferdinand von Braunschweig merkte dies bald an der schlech · teren Führung des Feindes, und er war nicht der Mann, diesen Umstand nicht auszunutzen. Ju Frühlahr 1762 rückte er nach Süden vor, schluy die Franzosen bei Wilhelmsthal und Lukternbelg in der Umgebung von Kassel und kam im Auhuß in der Wetterau an. Hier begannen die Feind seligkeiten am 25. August mit einer Canbvnade des Erbprinzen von Braunschweig gegen eine Truppen“ abtheilung des Prinzen Condé bei Grüningen Dieser zog sich nach Butzbach und weiter nac Nauheim zurück, wo er am 27. August den Johannisberg besetzen und seine Truppen in Nauheimer Wald kampiren ließ. Mit einbrechen der Nacht wurde auf seinen Befehl Niedermörlel angezündet, um dem bei Büdingen stehenden Armeccorps des Prinzen Soubise durch die auf;
Der Regierungsboote meldet aus Livadia, der
sl. 35A. 28 kr.
steigenden Feuersäulen Nachricht vou seiner Lag
aus der Gegend beigewohnt haben, hat uns lebhaft in die Zeiten
Lade, 14 coguos Wisel auf de
Ftanzo Berg; dies n. Doch
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