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Samstag den 11. September.
berheffischer Anzei
Athält die amtlichen Erlafse für den Kreis Friedberg.
Itiedberger Intelligenzblall
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samftag.
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den Monat
Für
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September kann auf den
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bei der
Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren:
Nr. 42. Friedderg den 9. September 1869.
sub. 1. Bekanntmachung, das Vereinszollgesetz betreffend.
betreffend: Die Anschaffung des Holssamens zu den 1870 r Culturen in den Communalwaldungen
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
des Kreises Friedberg.
an die Großherzoglichen Bürgermeistere Wir weisen Sie an, die Anschaffung der für die Waldculturen für 1870 erforderlichen Eicheln und Bucheln unter
Broßherzoglichen Oberförstereien mit Beachtung der bestehenden Vorschriften zu bewirken.
Groß herzogliches Krelsamf Friedberg i
Friedberg den 7. September 1869.
len der Wald besitzenden Gemeinden⸗
Mitwirkung der
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Hessen. Darmstadt. Der ordentliche professor Rudolph Werner ist von S. K. 5. em Großherzog zum Direktor an der polptech⸗ ischen Schule für die Dauer eines Jahres er- zannt worden.
— Der Landtag wird Mitte Oktober wieder Enberufen werden. Der erste Gegenstand, mit welchem er sich zu beschäftigen haben wird, ist ine Gesetztsvorlage, den Aueschlag der Communal- anlagen auf das Gemeindesteuercapital betreffend. Die Sache ist insofern dringlich, als mit dem Januar 1870 die Personalsteuer in Wegfall ommt, welche bekanntlich seither die Basis eines roßen Theils der Gemeindeumlagen gebildet.
— Das Polytechnikum in Darmstadt wird um 11. Oktober in allen seinen Abtheilungen, der ullgemeinen, der Bau, der Ingenieur-, der
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Maschinenbau⸗, der chemisch⸗technischen und der
andwirthschaftlichen Schule eröffnet. Die Pro- kramme, welche alle erforderlichen Nachweisungen enthalten, sind von der Direktion oder durch Zuchhandlungen zu beziehen.
— Ueber den Stand der Staatsschuld unseres Landes werden der„Fr. Ztg.“ folgende authen⸗ ische, die verhältnißmäßig günstige Finanzlage es Landes zugleich dokumentirende Mittheilungen emacht. Zu Ende des Jahres 1868 beliefen ch die Passiven der Staatsschuldentilgungskasse uf 29,594,600 fl., die Aktiven auf 14,973,000 fl., 4 beträgt daher deren Differenz oder der Schul- enrest 14,621,600 fl., und zwar eigentliche Staatsschulden(im engeren Sinn) 1,287, 700 fl., Zisenbahnschulden à 4 Proz. verzinslich 10 Mill. 41,700 fl., Provinzialstraßenbauschulden 2 3 und 3½ Prozent 2,186,300 fl.(Starkenburg 583,700 fl., Oberhessen 1,503,000 fl.), durch Ablösung der auf der großherzoglichen Hauptstaats⸗ asse gehafteten Staatsrenten entstandene Schuld 4 4 Proz. 1,005,900 fl.— Unter den Passiven
»efanden sich 8,103,000 fl., Anlehen in Partial chuldscheinen à 50 fl. vom Jahre 1825 4 Mill. 300,000 fl., Staaispapiergeld, 1,826,000 fl. in Jautionen zu 4 Proz. verzinslich(davon 1 Mill.
36,000 fl. Militär- Einstandsgelder), der Rest
u 3, 3½ und 4 Proz. verzinslich. Die Aktiven heilten sich in 2,190,000 fl. fiskalische und 055,000 fl. nicht fiskalische Grundrentenablösungs⸗ Kapitalsen und 5,728,000 fl. Capitalien, Ob- igationen und Baarvorrath. Ungeachtet der den Finanzen des Landes durch den Krieg von 1866 und seine Folgen bereiteten schweren Schädigung, haben sich, verglichen mit dem Stand der Staats- chuld zu Ende 1865, die Gesammtschuld um „931,400 fl., die eigentliche Staatsschuld um 344,300 fl. verringert.
Aus Rheinhessen. Die in Alzey ver⸗ sammelt gewesenen evangelischen Geistlichen Rhein- bessens haben nachstehende Erklärung an die Kirchenbehörden abgegeben:„Da in letzter Zeit vielfach die Besorgniß in unsere Gemeinden ge— drungen ist, als sollte die neue Kirchenverfassung auf dem Wege der Verordnung, also der Octtoyirung eingeführt werden, so fühlen sich die heute in Alzey versammelten Geistlichen Rheinhessens ihren Ge— meinden und ihren Gewissen gegenüber verpflichtet, einer hohen Kirchenbehörde ihre unvorgreifliche Ansicht hiermit gehorsamst zu unterbreiten. Wir halten es nämlich im Interesse unserer Kirche, die Verfassung nur auf dem Wege der Vereinbarung zwischen den Beauftragten des Kirchenregiments und den Repräsentanten der Gemeinden einzuführen, und zu dem Ende den ausgearbeiteten Entwurf zur allgemeinen Beurtheilung zu veröffentlichen und dann einer aus Geistlichen und Lalen durch freie Wahl Beider zusammengesetzten Synode zur endgültigen Feststellung vorzulegen. Zugleich halten wir es unter den dermaligen Umständen für drin⸗ gend geboten, das ganze Verfassungswerk möglichst zu beschleunigen. Indem wir hoher Kirchenbehörde vertrauensvoll diese unsere Meinung über diesen hochwichtigen Gegenstand zur geneigtesten Berück⸗ sichtigung vorlegen, verharren wir in tiefster Ehr erbietung.“(Folgen 25 Unterschriften.)
Preußen. Berlin. Kann man sich über die Höhe der Militär-Budget nicht wundern, wenn man liest, welche Gehalte die höheren Truppen- Befehlshaber beziehen, so erweist sich daraue auch, wie leicht gerade an diesem Budget gespart werden könnte. Feldmarschall v. Wrangel bezieht an Ge— halt 4000 Thlr., eine möblirte Dienstwohnung und freie Feuerung und 7000 Thlr. Zulage, die zwölf commandirenden Generale jeder ebenfalls möblirte Dienstwohnung, freie Feuerung, 4000 Thlr. Gehalt und 6000 Thlr. Zulage! In dieser Weise gehts eine ganze Reihe von Offizieren durch. Wie in Preußen ists auch anderwärts.
— Ueber die Beziehungen zwischen der Pforte und dem Vicekönig äußert die„Prov.⸗Corresp.“: Die Besorgniß, daß es zu ernsten Zerwürfnissen kommen könne, sei durch die bisher eingelaufenen zuverlässigen Nachrichten nicht bestätigt, Die Hoffnung auf eine förderliche Regelung der Differenz werde durch die Thatsache verstärkt, daß alle Großmächte in dem Wunsche übereinstimmen, die Ruhe im Orient ungestört erhalten zu sehen.
— Dasselbe Blatt bestätigt, daß der Landtag am 4. Oktober eröffnet werden solle. Im Laufe dieses Monats würden voraussichtlich kurze Ses— sionen der ständischen Körperschaften zu Hannover, Kassel, Wiesbaden und in Schlesten stattfinden.
Die Vorstellung des Frankfurter Magistrats an den Minister des Innern um Zurücknahme dee Aus weisungsmaßregel werde zweifellos ohne Er⸗ folg bleiben.
Sachsen. Dresden. Die königl. Kreis- direktion erläßt unterm 28. August einen erneuer⸗ ten warmen Aufruf zur weiteren Unterstützung der Hinterbliebenen der im Plauen'schen Grunde ver unglückten 2 Bergknappen. Es sind für die Zukunft 208 Witiwen mit 639 meist unerzogenen Kindern, die das einzige große Grab, tief trauernd, umstehen, zu versorgen: für„eine ganze Generation in Trauer“, wie der neueste Aufruf sagt. Vielen hat Ein Schlag den Gatten, den Vater, Söhne und Brüder entrissen: Alle treue Versorger und Stützen ihrer Familien; viel Jammer und Nolh auf Ein Mal über so Viele! Der Aufruf sagt weiler:„Reich und herrlich freilich— das können wir nicht dankbar genug anerkennen— bat sich so schwerem Unglück gegenüber auch die helfende Bruder⸗ und Schwesterliebe bereits bewährt und Viel ist zur Milderung der ersten leiblichen Noth schon geschehen und wird noch geschehen durch die v. Burgk'sche Knappschaftskasse und die Liberalität des für seine Bergleute stets treu besorgt gewesenen Bergherrn selbst. Allein wenn anders jenen Hinterlassenen, wie schon im ersten Aufrufe als Hauptziel unseres Strebens hingestellt wurde und worin wir uns eben deßhalb eines Sinnes mit den bisherigen edlen Gebern wissen, auch für die Folgezeit nachhaltig geholfen, wenn ihnen beson⸗ ders die Sorge für die Erziehung von der väter⸗ lichen Zucht entbehrenden 639 Kindern zu ordent⸗ lichen und braven Menschen abgenommen oder doch erleichtert werden soll, dann sind die bisher gesammelten Gelder, wie fürsorglich auch auf deren Zusammenhaltung Bedacht zu nehmen sein wird, hierzu freilich noch bei Weitem nicht ausreichend!“
Oesterreich. Den Carmeliterinnen in Krakau ist nun definitiv die Staatssubvention entzogen worden. Die hierauf bezügliche Zuschrift des Bezirkshauptmannes von Krakau, Hrn. Bokowski, an den dortigen Carmeliterinnen-Convent lautet nach der„Debatte“:„Se. Exc. der Minister für Cultus und Unterricht hat verfügt, daß die den barfüßigen Carmeliterinnen seit 1. Januar 1867 aus den Staatsfonds verabreichte rückzahlbare Vorschußleistung von 1800 fl. jährlich mit Ende des Monats September 1869 zu sistiren sei. Ich setze nun den Convent auf Grund des Ministertal⸗ Reseriptes vom 20. und des Statthalterei-Exlasses vom 23. d. M. davon in Kenntniß.“
Frankreich. Paris. Der Minister des Innern telegraphirte den Präfekten, die Baisse sei durch Finanznachrichten aus Deutschland und durch


