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Dienstag den 9. Februar.

essischer A!

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zeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblalt.

Erscheint jeben Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Verwendung der eingehenden Feldftrafdritttheile zur Besoldung des Aufsichtspersonals

im Jabre 1867.

Friedberg am 5. Februar 1869.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Auf Anstehen Seiteus der Feldschützen weisen wir Sie an, die im Jahre 1867 eingegangenen Strafdritttheile, insoweit es in Folge unserer anderen Verfügungen noch nicht geschehen sein sollte, an die betreffenden Feldschützen sofort ausbezahlen zu lassen.

Trapp.

Hessen. Darmstadt. Das Schuledikt von 1832 enthält keine Bestimmungen über die Pensionirung der Schullehrer, und wenn es auch durch die schon auf dem 7. Land tag erfolgte Be⸗ willigung eines Schullehrer Pensionsfonds und durch die Bestrebungen der Behörden seither in den meisten Fällen möglich geworden war, den pensionsbedürftigen Lehrern angemessene Ruhegehalte zu gewähren, so wurde doch der Mangel eines Gesetzes sehr empfunden, durch welches die Rechte der Lehrer auf Pension und die Verbindlichkeit der Gemeinden, eventuell des Staates, zur Auf bringung der Pension geregelt werden. Der auf dem 17. Landtag vorgelegte Gesetzentwurf, welcher indessen nur eine Abhülfe in letzterer Beziehung bezweckte, kam nicht zur Erledigung. Um dem dringenden Bedürfniß Abhülfe zu schaffen, bean tragen die Abgg. Goldmann, Hallwachs und Fink, die Regierung um Vorlegung eines Gesetzentwurfs, welcher die Frage nach beiden Beziehungen regelt, zu ersuchen.

* Friedberg. Die neueste Hess. Kirchenbl. bringt folgende Offene Erklärung.

Wir die unterschriebenen Geistlichen erklären hiermit öffentlich, daß ein gewisser Mitzenius, Mitprediger zu Darmstadt, in seinem Libell:Luther und die Kirche unsrer Tage, einem Product nicht nur des Unglaubens, sondern auch der Unwissenheit und Unreife, frevelhafte Lästerungen gegen Gott und seine heilige Kirche ausge⸗ sprochen hat. Dieser Mensch hat sich dadurch des geist⸗ lichen Amtes, das er belleidet, ganz und gar unwürdig gemacht, und muß desselben so lang er nicht öffentlich Widerruf leistet, so gewiß enisetzt werden, als wir von der obersten Kirchenbehöͤrde unsres Landes eine schwere Ver⸗ fündigung in dieser Sache nicht erwarten dürfen.

L. W. T. G. Bichmann, lutherischer erster Pfarrer und Stiftsdechant zu Lich. Georg Koch, lutherischer Pfarrer zu Welterfeld. C. Bichmann, lutherischer Pfarrer zu Ettingshausen. W. Zinßer, lutherischer Pfarrer zu Münster. Schick, erster lutherischer Pfarrer zu Laubach. H. Die tz, lutterischer Pfarrer zu Lardenbach. Schwörer, lutherischer Pfarrer zu

Nummer des

Ruppertsburg. K. Draudt, zweiter lutherischer Pfarrer zu Laubach. * Gjeßen. Wie in anderen Städten des

Landes hat auch hier die Agitation zur Herbei führung einer kirchlichen Verfassung für die evan⸗ gelische Landeskirche des Großherzogthums Hessen resp. zur Gewinnung einer Presbpterial- und Synodalverfassung begonnen. Im hiesigen Anzeiger laden eine Reihe der geachtetsten Männer, darunter die ganze theologische Fakultät, zu einer Zustim- mungserklärung zu der Adresse des evangelischen Vertins zu Darmstadt ein.

Aus Oberhessen. Dieser Tage sand in Gleßen eine Conferenz der Verwaltungen der brei hier zusammentreffenden Eisenbah der Main⸗Weser-Bahn, Köln Gießener(Mindener) und Oberhessischen statt, wobei vorbehaltlich der Ratificationen specielle Verabredungen üben bie Anschlußverhältnisse der neuen oberhessischen Bahnen und die Vereinigung des Dienstes der selben mit dem der anderen Bahnverwaltungen, hesonders und enger mit dem der Köln Mindener, bem nämlichen Statsonsgebäude getroffen wor ben sind.

Mainz Der dießjährige Fastenhirtenbrief des Bischofs verbreitet sich über das allgemeine Concil, welches in diesem Jahre in Rom eröffnet wird, und über das fünfzigjähcige Priesterjubiläum des Papstes, welches durch eine eigene kirchliche Feier begangen werden soll

Preußen. Berlin. DieKreuzzeitung schreibt: Nach der vor einer Woche erfolgten Mit⸗ theilung einer großen Preußen befreundeten Re gierung bedroht Mörderhand wiederum das Leben des Grafen Bismarck;(11) ein aus Hannover gebürtiger Student wird als mit der Ausführung des Attentats betraut namhaft gemacht.(22)

Vom Bundesgesetzblatte des Norddeutschen Bundes ist das 3. Stück vom Jahre 1869 er- schienen. Dasselbe enthält Nr. 230) Verordnung vom 29. Januar, betreffend die Einberufung des Bundesrolhs des norddeutschen Bundes zum 15. Februar d. J.; Nr. 231) und 232) Er- nennungen: des preuß. Generalconsuls Grafen v. Keyserling in Bukarest zu solchem des nord- deutschen Bundes, der bisherigen Consularägenten Liepmann in Oran, Bronde in Bouau, Rhein- bolde in Philippeville zu Viceconsuln des nord deutschen Bundes.

Der berühmte Augenarzt Hr. v. Gräfe hat, wie dieZukunft hört, einen neuen Anfall seiner früher so glücklich bewältigten Lungenaffection erlitten, welcher ihn zu einem längeren Aufenthalte in südlichen Gegenden nöthigen wird. Corsica ist dazu gewählt worden. Wie dieB. B.⸗Z. aus bester Quelle hört, wird der Gewerbe-Ord nungs⸗Entwurf eine der ersten Vorlagen für den Reichstag des Norddeutschen Bundes bilden und im Zusammenhange mit derselben auch das Preß gewerbe als Bundesangelegenheit seine Regelung finden.

Das Abgeordnetenhaus nahm den Antrag des Abg. Kosch, betreffend die Eidesablegung der Juden, mit dem Zufsatze der Commission an, daß das Gesetz nur da Gültigkeit haben solle, wo bisher den Juden eine besondere Eidesableistung vorgeschrieben war.

Hannover. Großes Aufsehen erregt hier die neuerdings gegen den Rektor Gitter mann zu Esens wegen mangelhaften Kirchenbesuchs und unterlassener Theilnahme am Abendmahle einge leitete Untersuchung. Herr Gittermann erfreut sich in seiner Vaterstadt sowohl, wie in der ganzen Provinz Ostfriesland allgemeiner Achtung.

Weimar. DemDr. J. wird von hier telegraphirt: Als vor einigen Abenden der Groß herzog, aus dem Theater kommend, durch die Schillerstraße fuhr, schlug ein Conditorgehülfe mit dem Schirm in den Wagen Sr. königl. Hoheit. Der Thäter, welcher sinnlos trunken war, wurde vom Leibjäger festgenommen.

Bayern. München. Die Ausschüsse der Abgeordnetenkammer beantragen für die sofort auszuführenden neun Bahnlinien: Regensburg

Donauwörth-Offingen, Nürnberg-Ansbach-Crails heim⸗Gränze, Schweinfurt Meiningische Gränze,

Gemünden-Obersinn-, München-Büchloe-Memmin⸗ gen⸗Gränze, Aschaffenburg⸗Miltenberg, Ingolstadt- Augsburg, Rosenbeim Mühldorf, Nürnberg⸗Hers⸗ bruck-Bayreuth, die Gewährung eines Credits von 90 Millionen.

Bli der gegenwärtig hier statthabenden Versammlung der Abgeordneten des süddeuischen Eisenbahnverbandes sind vertreten: die bagerische

Staatsbahn, die bayer. Ostbahnen, die österr. Staatsbahn,

die österr. Südbahn, die österr. Elisabethbahn, die böhmische Westbahn, die würt⸗ tlembergische Staatsbahn, die badische Staatsbahn, die pfälzischen Bahnen, die hessische Ludwigsbahn und die Frankfurt⸗Hanauer Bahn. Bei den ge pflogenen Verhandlungen wurden Vereinbarungen bezüglich des gegenseitigen Wagenüberganges ge⸗ troffen und die Ausgabe von Rundreisebilleten zu ermäßigten Taxen beschlossen.

Oesterreich. Wien. DiePresse er- wähnt ein in Finanzkreisen colportittes Gerücht über ein angeblich von Rußland ausgehendes Projekt: die Pforte solle aus(igener Initiative, gegen eine von den Pariser Vertrags mächten zu garantirende Entschädigungssumme, Kreta an Griechenland cediren.

DasTagblatt meldet unter Reserve: Die österreichische Regierung habe dem Grafen Bismarck von dem gegen ihn von einem Studenten beabsichtigten Attentate Kenntniß gegeben, jedoch mit dem Bemerken, daß Inzichten, welche die österreichische Regierung liefern könnte, kaum ge statteten, der Sache einen ernsten Charakter bei⸗ zulegen.(1)

In Wieliezka steht es gegenwärtig sehr schlecht; die Pumpmaschinen sind durch neue Un⸗ fälle außer Thätigkeit gesetzt und das unterirdische Wasser dringt immer weiter vor.

Frankreich. Paris- DasJournal de Paris sagt:Man spricht viel von einem Briefe, den unlängst der Kaiser Napoleon an den Papst Pius IX. geschrieben haben soll und in welchem Napoleon III. dem heil. Vater verspricht, duß das französische Occupationscorps dem deu menischen Coneil eine Ehrengarde zur Verfügung stellen würde. Von anderer Seite wird diese Mittheilung bereits widersprochen.

DasJournal officiel veröffentlicht ein Schreiben des Herrn Duruy an die Akademie der Wissenschaften, welches sich auf das große astronomische Ereigniß von 1874, den Venus⸗ durchgang, bezieht. Frankreich wird zur Beobachtung dieser Erscheinung eine Expedition nach Vandie⸗ mensland ausrüsten. Der Unterrichts minister fügt hinzu, daß der Kaiser dieser Expedition den Cha- rakter eines großen wissenschaftlichen Feldzuges über alle Fragen, welche auf dem Ocean und in der andern Hemisphäre studirt werden können, zu verleihen wünsche.

Es sind ziemlich beunruhigende Gerüchte über die Lage in Algier in Umlauf: in der Provinz Oran soll ein Aufstand ausgebrochen sein, unter den Beduinen hätte sich die Sage