sichten Eises wegen unmöglich, weiter als Spitz · ergen vorzudringen. Der Nordpolfahrer bringt n seinem Dampfer„Diana“ 30 Seepferde, 90 sroße Robben, 2 Eisbären, 102 Rennthiere und awa 10 Tonnen Thran mit. Der höchste Punkt, zen die Expedition zu erreichen vermochte, war 900 nördl. Breite, woselbst 5 norwegische Schiffe non Eisbergen eingeschlossen und von der Mann-
baft verlassen vorgefunden wurden.
— Die amerikanischen Lanvlinien des eng ⸗ ischen Kabels sind abermals gestört. Die tele⸗ kraphische Verbindung mit Amerika ist daher nur urch das französische Kabel unterhalten.
Spanien. Die„Madrider amtliche Zig.“ nom 25. Oct. bringt folgende Mittheilungen über den republikanischen Aufstand:„Es ist unmöglich, die Bedeutung der insurrektionellen Bewegung, welche niedergeschlagen worden ist, zu verkennen. Nach einer annähernden durchschnittlichen Berech- nung sind über 40,000 Mann ins Feld gestellt worden; die Armee, die Gendarmerie, die Cara⸗ viniers und die Freiwilligen der Freiheit haben ühlbare Verluste erlitten. Man zählt im Ganzen an Todten: 4 Gererale, 15 Offiziere und 91 Soldaten; an Verwundeten: 9 Generale, 61 Offiziere und 449 Soldaten. Die Verluste der Insurgenten können nich genau angegeben werden, namentlich in Bezug auf die Verwundeten, da die
meisten von ihnen in den Häusern versteckt ge⸗ halten werden. Im Ganzen wurden in den Ge— sechten 1300 Gefangene gemacht.“
— In den Abendversammlungen der Cortes- varteien fanden Discussionen über die Kroncan- didaturen statt. Die Unionisten sprachen sich ein⸗ stimmig für den Herzog von Montpensier aus.
— In einer Versammlung der Progressisten und Demokraten stimmten 102 Depatirte für den Herzog von Genua, 2 Deputirte für den Herzog won Montpensier. Der„Impartial“ meint, der Herzog von Genua werde von 209 Stimmen der Monarchisten— inbegriffen die Absolutisten— 166 auf sich vereinigen.
Madrid. Vom 29. Oct. wird eine neue Ministerkristis gemeldet, deren Motiv die Frage der Throncandidatur ist. Silvela und Ardannaz shaben ihre Entlassung genommen.
Türkei. Konstantinopel. Der Kaiser von Oesterreich ist am 28. Oct. auf dem Dam⸗ spfer„Sultanic“ hier angekommen und wurde vom Sultan an Bord des Schiffes begrüßt. Der Hafen war mit Fahnen geschmückt.
— Der Kronprinz von Preußen reiste am 29 Oct. über Rhodus nach Jerusalem ab.
Amerika. Newyork. Der Dampfer „Stonewall“ 100 auf dem Wege von St. Louis nach New⸗ Orleans verbrannt. 200 Personen, Varunter viel Frauen und Kinder, sind umgekommen.
Aegypten. Die erste Abtheilung der Europäer, die zur Einweihung des Suezcanals sich auf der Reise von Alexandrien nach Suez befanden, wäre beinahe auf einem Eisenbahnzuge verbranut. Das Feuer ergriff einen der Waggons infolge der Reibung der Achsen, die nicht geschmiert waren. In wenigen Augenblicken war Alles ein Glutofen. Die Waggons waren fest mit dem Schlüssel verschlossen. Ein Reisender stieg muthig durch das Waggonfenster und wollte, indem er den Gehbrettern folgte, den Locomotivführer auf— merksam machen. Unglücklicher Weise hatte der Gepäckwagen, der den Zug von der Maschine trennte, kein Gehbrett. Alsbald erschollen aus allen Waggons Entsetzensschreie, begleitet von Re— volverschüssen, die endlich die Aufmerksamkeit des Locsmotivführers erregten. Es war die höchste Zeit. Drei Viertelstunden dauerte die Scene.
— Eine in Cairo behufs Regelung der Frage der Consulargerichtsbarkeit zusammengetretene in- ternationale Commission besteht aus den Consuln von England, Frankreich, Oesterreich, Rußland, Preußen, Italien und einigen Delegirten. Der Consul von Amerika trat, dazu aufgefordert, noch ohne Vollmachten aus Washington, bei.
* Friedberg. Aus allen Gegenden Deutschlands kommen die Nachrichten von frühzeilig eingetretener Kälte mit Schneefall. Wetterpropheten verkünden einen schnee⸗ reichen langen Winter und führen dafür folgende Zeichen an: Pilse gibts in großer Menge, die Ebereschen glühen roth von Beeren, die Wipfel der Tannen ꝛc. sind voll Zapfen, Drossel und Ziemer durchziehen zahlreich die Wälder. Auch die blühende Haide soll auf schneereichen Winter deuten.
Vom Nhein. Mit dem 27. d. M. wurde die rechtorheinische Eisenbahnstrecke von Chrendreitstein bis Neuwied mit den Zwischenstationen Wallendar, Bendorf, Sayn und Engers dem Personenrerkehr übergeben.
Coburg. Am 28. Oktober fand im benachbarten Neuses, in Rückert's Garten, die feierliche Enthüllung des Denkmals Friedrich Rückert's unter lebpafler Pheilnahme der Bevölkerung, der Behörden und künstlertcher Kräfte statt. Die Festrede hielt Cabinetsrath Tempel und ein von Beethoven componirtes Lied Rückert's bildete den Schluß des Festes.
Berlin. Die Norddeutsche Packetbeförderunge-Gesell⸗ schaft, Commanditgesellschaft auf Actien, hat sich vor Kurzem constituirt und ist nunmehr von sämmtlichen persönlich haftenden Gesellschaftern die Anmeldung behufs Eintragung in das Handelsregister des Berliner Stadt⸗ gerichts bewirkt worden. Die Eröffnung des Geschäfts⸗
betriebs wird bereits am nächsten Montag, 1. November, erfolgen.
Paris. Zum Morde bei Pantin, In Langeais sind am 21. d. M. zwei aus Aubervilliers gebürtigte Individuen von schlechtem Rufe verhaftet worben. Dieselben batten sich kurze Zeit vor der Mordthat der Familie Kinck in dem genannten Orte aufgehalten und waren später in Pantin gesehen worden. Die Polizei hält sie für Mitschuldige Traupmann's. Die Nachsuchungen nach der Leiche des Johann Kinck dauern im Elsaß fort. Bis jetzt hat man aber noch nichts aufgefunden. Traupmann gesteht nach wie vor nichts ein.— Traupmann ist eines neuen Mordes verdächtig. Zu Anfang Juli hatte man in einem Kanal in der Nähe von Dunkirchen die Leiche eines jungen Mannes gefunden, der neuerdings als ein Herr Duburqui, Reisender eines Fabrikanten, rekogniszirt worden ist. Derselbe hatte ziemlich ansehnliche Baar⸗ schaften mit sich geführt, von denen bei dem Todten nichts zu finden war. Er wird also das Opfer eines Raub⸗ mordes gewesen sein. Nun hat sich aber unter ben bei Traupmann in Beschlag genommenen Sachen eine Reise⸗ tasche gefunden, welche Duburqui gehörte, und es unter⸗ liegt kaum einem Zweifel, daß Traupmann sein Mörder ist. — In Sulz(Elsaß) hat die Untersuchung wegen Kinck's Vater neue Anhaltspunkte erhalten. Die Staatsanwalt⸗ schaft von Colmar hat nämlich dahin die vor sechs Jahren gemachte Photographie von Kinck Vater und die in Mazas aufgenommene einzige ächte Photographie von Traup⸗ mann geschickt. Diese Abbildungen wurden den drei Zeugen vorgehalten, welche aussagen, daß sie Traup⸗ mann zu Sulz gesehen haben. Die unter ihnen befind⸗ liche Frau Lävert, Gastwirthin in genannter Stadt, hat sofort die zwei Personen erkannt, die eines Tages, Ende August, bei ihr eingekehrt, und, nachdem sie gegessen und getrunken, nach Sennheim zu weitergegangen sind. Die beiden andern Zeugen haben nur Traupmann erkannt. Der Commissär von Sulz wird nun neuerdings seine Nachsuchungen auf Ottweiler richten.
New⸗Nork. Im September 1869 landeten in New⸗Dork 21,439 Einwanderer, unter denen 9202 Deutsche. Von letzteren kamen von Bremen in 12 Schiffen 4147, Glasgow in 4 Schiffen 61, Hamburg in 7 Schiffen 3116, London via Havre in 2 Schiffen 454, London in 3 Schiffen 49, Liverpool in 18 Schiffen 1375, zusammen in 46 Schiffen 9202 Deutsche. Im September 1868 landeten in New. Vork 10,265 Deulsche, 1867 11,457, 1866 7248, 1865 9413, 1864 5585 Deutsche. Vom 1. Januar bis 30. September d. J. belief sich die ganze Einwanderung in New-York auf 210,952 Einwanderer, unter denen sich 81,704 Deutsche befanden, gegen 171,039 Personen mit 83,041 Deutschen in demselben Zeitraum des vorigen Jahres.
Für die Hinterbliebenen
der im Plauen'schen Grunde verunglückten Bergleute
sind von dem Vorstande des Hüljsvereins 112 fl. 50 kr., worunter 1 fl. nachträglich von W. F. in O., an das Central-Hülfscomits in Döhlen bei Dresden übersandt und ist der Empfang dieses Betrags unterm 27. Oktober dankend bescheinigt worden.
Eitel ede.
2587 Johann Kaspar Mulch, geboren in Eberstadt, zuletzt Orts bürger in Fauerbach b. Fr., ist am 17. Dezember v. J. kinderlos gestorben. An die in Tmerika zum Theil abwesenden Brüder desselben oder deren leibliche Nachkommenschaft ergeht auf Antrag die Aufforderung, über die Antretung der ihnen deferirten Erbschaft binnest Frist von dret Moneten dahler sich zu erklären, als sonn Verzicht auf solche unterstellt, auch dit Erbschaft den hier aufgetretenen nächsten gesetzlichen Erben überlassen, insbesondere auch der, zwischen dlesen und den Erben der vorher verftierbenen Ehefrau des Johann Kaspar Mulch, bezüglich des Nachlasses, abgeschlossene Vergleich genehmigt und die zu dem Nachlasse gehörigen Im ⸗ mobilien den neuen Erwerbern im MutationsVerzeichnisse zugeschrieben würden. Friedberg am 14. September 1869. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor.
Versteigerung alter Oefen. 2980 Donnerstag den 4. November, Vormittags 10 Uhr, ollen in dem Landeszuchthaue Marienschloß 28 Stück, durch die Einführung von Steinkohlenfeuerung entbehr⸗ lich gewordene, größenthells noch gut erhaltene und zu Holz⸗ und Braunkoblenseuerung' sehr gute Oefen, sowie noch sonstiges altes Elser, gegen sofortige Be⸗ zahlung meistbietend versteigert werden.
Gleßen ven 27. October 1869.
Großherzogliches Kreisbauamt Gießen In Verhinderung des Kreisbaumeisters Schäcker, Kreisbavaufseber.
Mehrere Zimmer,
3024 in der schönsten Lage auf der breiten Straße, find mit oder ohne Möbel zu vermiethen,
S. Katzenstein's Wittwe.
Garten⸗ Verpachtung.
2994 Künftigen Donnerstag den 3. November s. J., Vormittags 11 Uhr, wird im Amthause dahier der der Freih. von Francke nstein'schen Gutsberrschoft zu gehörige Garten zwischen dem Rledgraben und Ohrlochs⸗ wege in Friedberger Burggemarkung, welchen seither Heinr. Mack III. zu Friedberg in Bestand hatte, auf weitere 6 oder 9 Jahre an den Meiftbietenden öffentlich verpachtet und werden hierzu Pachtlustige eingeladen. Ockstadt den 28. October 1869. Freih. von Frandkenstein'sches Rentamt Tus sch.
In Sachen
des Christian Klein II. von Wohnbach, Klägers,
gegen seine Ehefrau Friederktke, geb. Heeb daselbst, dermalen in Amerika Beklagte Ebescheidung betr. 3019 Der abwesenden Ehefrau des Chrtsttan Klein II. von Wohnbach, Friederike, geb. Heeb, wird biermit er⸗ öffnet, daß ihr Ehemann wegen ihrer böslichen Ent sernung am 21. d. M. eine Klage auf Ehescheildung erhoben habe und daß sie sich auf dieselbe, deren Ein⸗ sicht auf dem Actuariat gestattet ist, binnen dret Monaten von heute an zu erklären habe, gegenfalls der Inhalt der Klage sür eingestanden angenommen und untee Ausschluß mit Einreden weiter wie Rechtens erkannt werden wird. Alle weiteren Verfügungen werden nur durch An- schlagen an die Gerichtsthüre publieirt. Hungen den 27. October 1869. Großherzogliches Landgericht Hungen Dr. re e.
Ein lüchtiges Dienstmädchen
3025 wird gegen guten Lohn gesucht! F. Soldan.
NF ln
3023 Dem unbekannt wo? in Australien abwesenden Georg Im bescheilr von Butzbach wird auf diesem Wege bekannt gemacht, daß Lorenz Scheerer von Ober⸗ Mörlen durch den Großherzoglichen Hofgerichts⸗Advokaten Curtman eine Klage auf Zahlung einer Wechselschuld im Betrage ven zwei Hundert sechzig vier Gulden nedst 6% Zinsen vom 16. September 1856, sowie auf Ersatz der Proceßkosten gegen ihn hat anstellen lassen, indem primär die Fortsetzung des Executionsverfahrens auf Grund eineg nötbigenfalls im Original oder in be⸗ glaubigter Abschrift vorzulegenden Erkenntnisses des australischen Gerichtshofes county court zu Melbourne, dessen Rechtskraft anzuerkennen sei, beantragt eventuell aus einem abschriftlich überreichten Wechsel d. d. Mel⸗ bourne 16. Juli 1856 geklagt wird.
Unter Gestattung der Acteneinsicht auf dem Actuariat des unterzeichneten Gerichts ergeht daher an den Be⸗ klagten Georg Imbescheid die Aufforderung, sich auf die Klage sogewiß innerhalb drei Monaten von beute zu erklären, als er sonst des thatsächlichen Klagtuhalts geständig erachtet, mit Einreden ausgeschlossen und der Klagbitte gemäß verurtheilt resp. wetter geeigret gegen ihn vorgeschritten werden wird.
Anstatt der Infinuatlon werden weiter zu erlassende Verfügungen an der Gerichtsthüre angeschlagen werden.
HZutzbach den 24. October 1869.
Großberzogliches Landgericht Bußbach B. de N
Kön ti geif; Landgerichts-Assessor.
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Nqzudms i os mususd zac ug oc i un ute eee
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