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Betreffend: Die Voranschläge des Krelses Friedberg für 1869.

Dasselbe an dieselben.

Da bis jetzt nur wenige Voranschläge eingekommen sind, so bringen wir deren Einsendung bis längstens Ende d. M. hiermit in Erinnerung. Längere Befristung kann nicht nachgesehen werden.

Friedberg am 22. September 1868.

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Durch Herrn Grubenbesitzer Meyer zu Limburg ist uns Düngungsversuche zur bevorstehenden Wintersaat zugegangen. Versuche verstehen wollen, werden ersucht, sich bei Herrn folgen und die nöthige Anleitung über die Art und Weise

Friedberg den 21. September 1868.

eine Sendung feingepulverten Phosphorites zu unentgeltlicher Abgabe für

Diejenigen Landwirthe, welche sich zu gewissenhafter Ausführung derartiger

Dr. Henkelmann dahier zu melden, der einzelne Quantitäten dieses Düngers verab⸗ der Ausführung dieser Versuche geben wird.

Der Director des landw. Bezirksvereins des Kreises Friedberg

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Hessen. Darmstadt. Das Regierungs- blatt enthält ein Gesetz über Erhebung der Stem⸗ pelabgaben und Verwendung von Stempelmarken bei aus dem Auslande kommenden Wechseln. Das Gesetz tritt mit dem 1. Okt. d. J. in Kraft.

Am 2. Januar 1869 wird die 33 Ver⸗ loosung von Großh. Hessischen Partial⸗Schuld⸗ scheinen à 50 fl. d. d. 25. August 1825 des bei dem Banquierhause M. A v. Rothschild und Söbne aufgenommenen Anlehens von 6,500,000 fl. abgehalten werden. Die Staatsschulden-Tilgungs⸗ kasse wird den auf die herauszuloosenden 4000 Nummern entfallenden Betrag von 682,400 fl. unmittelbar nach der Verloosung mit 2 Prozent Abzug zur Auszahlung bringen.

Darmstädter Blätter bringen gegenüber andern Nachrichten die Mittheilung, daß Oberst v. Lyncker in kürzester Frist nach seinem Bestim⸗ mungsort Magdeburg abgehen werde.

Der seitherige Präsident des Großherzog⸗ lichen Bezirksgerichts Alzey Heinrich Fischer ist zum Ministerialrath im Großherzoglichen Mi⸗ nisterium der Justiz ernannt worden.

Den Gymnasiallehrern Dr. Hüffel, Hein⸗ rich Wagner und Dr. Lucius in Darmstadt, Dr. Glaser, Dr. Hainebach und Dr. Beck in Gießen, Vogel zu Mainz und Seipp zu Worms wurde der Charakter alsProfessor, und dem Gymnasial⸗Director Dr. Wiegand zu Worms, Gymnasiallehrer Hofrath Haas zu Darmstadt und Gymnasiallehrer Professor Klein zu Mainz das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst⸗ ordens Philipps des Großmüthigen verliehen.

Die von derDarmst. Ztg. als offiziell gemeldete Ernennung des großherzogl. Bezirks- gerichtspräsidenten Fischer aus Alzey zum Mini⸗ sterialrath im Ministerium der Justiz hat im Lande einen guten Eindruck gemacht, da Herr Fischer als durchaus unabhängiger Charakter be⸗ kannt ist.

Preußen. Berlin. DieZeidl. Corr. schreibt:Mit der Einrichtung der Selbstverwal⸗ tung der Provinzen wird in den neu erworbenen Ländern der Anfang gemacht und sollen die Ent⸗ würfe den in der Kürze zusammentretenden Pro- vinzial⸗Landtagen zur Erklärung vorgelegt werden. Bekanntlich sind in den Provinzen Hannover und Hessen die betreffenden Fonds bereits überwiesen und handelt es sich daher hier nur um die Schaffung entsprechender Organe.

DieProv. Corresp. donnert gegen die leichtfertigen und grundlosen Anklagen, womit liberale Blätter preußische Zustände zu verdächtigen suchten. Sie sieht sich dadurch veranlaßt, eine Lobrede auf die am meisten angegriffene Institu⸗ tion, die Schule, zu halten. Ganz besonders wird dieVolksschule als ein vorzügliches In⸗ stitut gerühmt, das auf Grund der Regulative geistig gewandte Leute erziehe, die das, was sie gelernt, sicher anzuwenden und zu verwerthen wüßten, und dabeinicht eine kopfhängerische Frömmelei, sondern einenlebendigen wahrhaft gottesfürchtigen Sinn zeigten. Demnach wäre Preußen das Eldorado der Volksschule, denr was fann man mehr verlangen? Es ist aber Pflicht der Oeffentlichkeit, immer wieder darauf hinzuweisen, daß in der That dem leider nicht so ist. In Preußen sind eine Menge von Schulstellen ohne Lehrer, eine andere Menge ist von Präparanden, blutjungen Leuten ohne fast jegliche Vorbildung besetzt, wieder eine Menge wird von solchen ver- waltet, die dieNothtaufe erhalten, doch etwa

nur ein halbes Jahr auf einem Seminar zugebracht haben, in einer weitern Menge endlich nimmt ein angestellter Lehrer sich einen Lehrling oder Ge⸗ hülfen, der ihm die Kindermassen in der über⸗ füllten Schule bearbeiten hilft. Das preußische Staatsbudget zeigt für Volksschulen einen Aus- gabeposten, der ein klein wenig höher ist als der entsprechende im Budget für Frankreich.

Wiesbaden. DieMittelrh. Ztg. hält ihre Angabe bezüglich der Einziehung der nassauischen Landesfonds trotz der Dementi's verschiedener Blätter in allen wesentlichen Punkten aufrecht.

Biebrich. Es ist das Gerücht verbreitet, die Unteroffiziersschule würde demnächst nach Kassel verlegt und die hiesige Kaserne zur Aufnahme einiger Bataillone Linienmilitärs in den Stand gesetzt werden.(2) Die durch ihre Agitation für social⸗demokratische Tendenzen bekannte Gräfin Hatzfeld hat für einige Zeit ihren Aufenthalt dahier genommen.

Hamburg. Beim Besuch der Börse sagte der König zum Präsidenten der Handelskammer: Was Sie brauchen, das brauchen wir Alle, den Frieden, und daß dieser nicht gestört wird, habe ich die sicherste Hoffnung. Die von mir in Kiel gesprochenen Worte sollten dieser Friedens zu versicht den kräftigsten Aus⸗ druck geben. Unerklärlich bleibt mir, wie eine entgegengesetzte Auffassung nur einen Augenblick eintreten konnte.

Die Pferde- Einkäufe in Jütland, von welchen dänische Blätter kürzlich berichteten und die von den offiziösen Organen als Alarmgerüchte bezeichnet wurden, finden nach derTribüne in der That statt. Ob sie aber gerade für preußische Rechnung ausgeführt werden, ob nicht vielmehr für französische oder österreichische, ist sehr fraglich.

Bayern. München. DieSüdd. Pr. schreibt vom 19. d.:Auch bis heute sind weitere Erkrankungen, welche einen Rinderpest- Verdacht rechtfertigen könnten, nirgends vorgekommen. Wir können ferner mittheilen, daß nach amtlich gepflo⸗ genen Erhebungen das Gerücht von vervächtigen Vieherkrankungen und von einem Viehsterben im Bezirke Miesbach ganz unbegründet ist.

Baden. Karlsruhe. Eine von verschie⸗ denen Zeitungen gebrachte Mittheilung, daß Preußen mit Baden wegen Abtretung der badischen Post an Preußen in Unterhandlung stehe, kann in be- stimmter Weise als völlig unbegründet erklärt werden.

Der Kriegsminister, Generallieutenant von Beyer, begibt sich über Stuttgart nach München, um an den Verhandlungen der Conferenz wegen Bildung einer süddeutschen Militärcommission Theil zu nehmen. Die erste Sitzung wird am 22. d. stattfinden.

Prinz Wilhelm von Baden hat das Com- mando der badischen Division niedergelegt. Als sein Nachfolger wird Kriegsminister General- Lieutenant v. Beyer genannt.

Professor Simon, Vorsteher der chirur- gischen Klinik in Heidelberg und als solcher erst seit Kurzem Nachfolger des so früh seinem Beruf als Opfer gefallenen Professor Otto Weber, ist von der medicinischen Fakultät in Greifswald in erster Linie an die Stelle des nach Berlin beru fenen Professors Bardeleben vorgeschlagen.

Oesterreich. Wien. Der von der Fünf⸗ zehner Commission des galizischen Landtages aus⸗ gearbeitete Entwurf einer Adresse an den Kaiser und der jetzt vollständig vorliegende Text der Resolutionen, welche die galizischen Abgeordneten

beider Häuser des Reichstages zur Annahme vor⸗ legen sollen, zeigen die Secessionsgelüste der Polen ganz offen. Die Resolutionen, welche nur noch in militärischer und diplomatischer Beziehung einen Zusammenhang Galiziens mit Oesterreich aner⸗ kennen, sind in Wahrheit weiter nichts als eine planmäßige Vorbereitung der gänzlichen Trennung von Oesterreich, nämlich der Wiederherstellung des großpolnischen Reichs.

Der Geschichtschreiber Leopold Ranke befindet sich gegenwärtig in Wien, um im kaiser⸗ lichen Haus- und Staatsarchiv Studien zu machen. Es ist ein nicht geringes Verdienst des Reichs⸗ kanzlers v. Beust, daß er die früher fast her⸗ metisch verschlossenen Schätze des Archivs der Benutzung der Geschichtsforscher zugänglich ge⸗ macht hat.

Der KrakauerCzas will von einer durch die galizische Frage veranlaßten cisleitha⸗ nischen Ministerkrists wissen. Gewiß ist, daß die Art und Weise, wie die galizische Frage in Scene gesetzt wurde, und die Vermuthungen über den Zusammenhang der Kaiserreise mit derselben weder dem Ansehen des Ministeriums, noch der Achtung vor der Verfassung förderlich sind.

Die in der am 19. September stattge⸗ sundenen Sitzung unseres Landtags erfolgte Wahl Giskra's in den Reichsrath gab dem Minister, der zugleich noch mährischer Landtags ⸗Deputirter für Brünn ist, Veranlassung zu der Erklärung, daß er das Mandat annehme und sich durch die Wahl in hohem Grad geehrt fühle.In welcher Weise fuhr er fortich das Votum des niederösterreichischen Landtags auffasse und in welcher Weise ich demselben nachzukommen trachten werde, brauche ich wohl nicht näher beizufügen. Ich kann auf die vergangenen Jahre meiner Thätigkeit hinweisen und glaube Ihr Vertrauen zu rechtfertigen durch Festhalten an den Grund⸗ sätzen, die ich im öffentlichen Leben jederzeit be⸗ thätigt habe.

Der schlesische Landtag hat gestern mit allen gegen eine Stimme die Erklärung beschlossen, daß Schlesien die Behauptung der ischechischen Parteiführer, es bilde einen Theil der Länder der Wenzelskrone, entschieden zurückweise; auch werde Schlesien nie die Hand dazu bieten, daß Millionen Deutsche der tschechischen Vergewaltigung preis⸗ gegeben würden. Dieser Erklärung wurden als Ausdruck der Ueberzeugung des schlesischen Land⸗ tags die Worte beigefügt:Nur durch rückhaltlose Durchführung der Verfassung ist der Fortbestand der Monarchie möglich.

Pest. Das geheimnißvolle Verschwinden des Honved⸗Obersten Beniczky ist immer noch nicht aufgeklärt. Der in Aszod aufgefundene angebliche Leichnam Beniczky's wurde nämlich als ein andergr Leichnam constatirt.

Schweiz. Bern. Der Congreß der Frei⸗ heits⸗ und Friedensliga hat die von dem Central⸗ Comite vorgeschlagenen Resolutionen gegen die stehenden Heere einstimmig angenommen.

Frankreich. Paris. Unter der Ueber⸗ schrift:Die Lage der Dinge sagt dieFrance: Es sei zwischen Paris und Berlin keinerlei Frage in der Schwebe und es bestehe keine Meinungs- verschiedenheit, noch werde irgend ein Anspruch 1 8 gemacht, woraus jetzt ein Conflict entstehen önne.

In dem Befinden das Grafen Goltz ist wieder eine merkliche Besserung eingetreten; der Patient konnte seine Promenaden zu Wagen und

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