1868.
Samstag den 18. Januar.
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S8.
Anzeiger
für O
berhessen.
Anthaͤlt die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerslag und Samstag.
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Bestellungen auf den„Anzeiger für Oberhessen“ werden noch fortwährend von allen Poststellen und der Verlagsexpedition für das erste Halbjahr angenommen.
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Hessen. Darmstadt. Das Großherzog iche Regierungsblatt Nr. 2 enthält:
I. Bekanntmachung Großherzogl. Kriegsministeriums, die Aufnahme in Pensionärstellen des Königlich Preußischen Jadettencorps betreffend.
II. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Imlagen zur Besireitung der Bedürfnisse in den israe— stischen Religionsgemeinden des Kreises Grünberg.
III. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst zeruht: am 24. December 1867 dem General-Secretär det Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbderein Commerzienrath Fink die Er aubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen rothen Adlerordens 3. Klasse— und am 2. Januar dem wirk⸗ chen Gebeimenrath Minister der Justiz und Präsidenten des Staetsraihs Dr. Frhrn. v. Lindelof Excellenz die Trlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Königl. Hebeit dem Großherzog von Oldenburg ver— diehenen Ehren⸗Großkreuzes des Großberzoglich Olden Zurgischen Haus⸗ und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig zu ectheilen.
IV. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Broßberzog haben allergnädigst geruht: am 20. December 1867 den evangelischen Pfarrer zu Viebelnheim Fitting zum Decan des evangelischen Decanats Wörrstadt für die Zeit bis zu Ende des Jahres 1870, den exangel. Pfarrer zu Gimboheim Weitzel zum Decan des cvangel. Decanatse Osthofen für die Zeit bis zu Ende des Jahres 1870— und am 24. December 1867 den Feldwedel im 1. Inf. Regiment Meister von Biedenkopf zum Hausverwaller und Bademeister bei der Vadcanstalt zu Nauheim zu ernennen;— am 28. Dec. dem evangelischen Schullehrer i Daubtingen Büttner die 1. evangelische Knaben-Schul— telle zu Groß⸗Gerau zu übertragen.
2 V. Versetzungen in den Rubestand: Seine Koͤnigliche Hobeu der Großberzog baben allergnädigst geruht: am 24. Dec. 1867 den Oberförster det Oberförsterei Laubach Jorumeister Dickel, mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit,— den Districtseingehmer der Districts-Ein⸗ ehmerei Büdingen I. Amend, auf sein Nachsuchen, unter Verleihung des Charakiers als„Rendant“,— am 2. den Schullehrer an der evang. Schule zu Langd Weiters zausen,— den Schullehrer an der 1. Gemeindeschule zu Pfeddersheim Kleinbauß— und an demselben Tage den randgerichts⸗Assessor bei dem Landgerichte Groß-Umstadt Schmitt auf scin Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.
VI. Gestorben: am 1. November 1867 ber Kreis⸗ Seteninärarzt Großmann zu Grünberg;— am 6. der Lehrer an der 3. Knabenschule zu Lauterbach Golz;— am 18. der pensionirte Rheinzolleianehmer Steuerrath Opfer mann zu Mainz;— am 16. December der Schul⸗ dehrer an der 1. evangel. Mädchenschule zu Pfungstadt . 4 T am 1¼ der Districtseinnehmer Funk zu Groß 5*—— tvaugelische Pfarrer Textot zu Neuß un Michelstadt demselben Tage ber Kreigveterinärarn 3 ü am 23. der Kreisassessor Schau⸗
zu Lauterbach;— an demselben Tage der pensionirte Zörster Netz zu Bieben;— am 26. der evang. Pfarrer dra zu Weiterstabt;— am 28. der Ectichtsvollzieher Sc 7 Mainz;— am 1. Januar ber penf. Zollaufsehel Schlegel zu Mainz;— am 6. Januar der Locomotlv⸗ ührer Rausch zu Gießen.
— Unter den neuen Vorlagen der Großh. Regierung an die Stände befindet sich auch der Telegraphenvertrag, welcher im August v. J. mit preußen abgeschlossen worden ist. Nach demselben wird das Gesammt⸗Telegraphenwesen in Hessen ohne Lasten und Abgaben an Preußen überlassen. Die Eisenbahnbetriebs⸗ Telegraphen, Mainz aus- zenommen, sind zur Beförderung von Privatdepeschen berechtigt.
— Der Generalstab der hessischen Armec- Disision, welchem augenblicklich nur zwei Ossiziere augetheilt sind, soll demnächst formell aufgelöst werden.
— Der in Angelegenheit der technischen Schult bestellte Ausschuß referent, Frhr. v. Löw,
beantragt die Abweisung der Regierungsvorlage und die Auflösung der technischen Schule.
— Die zweite Kammer ist am 16. d. zur Fortsetzung ihrer Arbeiten wieder zusammen— getreten. Unter den sehr zahlreichen Einläufen werden hervorgehoben: Vorlagen der Regierung wegen Einführung einer Einkommensteuer, Nach—⸗ träge zum Finanzgesetz und zum Postvertrag, der mit Peeußen abgeschlossene Telegraphenvertrag, Vorlagen wegen Erhebung der hiesigen technischen Schule zu einem Polptechnikum, Ausgleichung der Kriegskosten vom Jahre 1866 betr., Einfüh⸗ rung sämmtlicher preußischer Militärgesetze.— Abg. Hoffmann II. stellt einen dringlichen Antrag über den Bau der Offenbach-Hanauer Bahn, ebenso sind Eingaben aus Oberhessen cin— gelaufen, welche sich sämmtlich auf den Bahnbau
senden. Dies ist nämlich nach meiner Ueber- zeugung und eingezogenen sachverstaͤndigen Gut— achten die zweckmäßigste Verwendung. Das baare Geld kann dort in Litthauen weniger nützen als Naturalien, da man dort effektiv nichts zu kaufen kriegt. Unsete Königsberger Speicher müssen her— halten. Die Berliner(Central-) Vereine können uns gestoͤhlen werden, wenn das so fort geht: viel Geschrei und wenig Wolle! Schreiberti und Berichterstattung ohne Ende, unnütze und kost⸗ spielige Reisen von Diätenschluckern, anstatt daß man kurzweg Geld flüssig macht und die Militär- magazine öffnet.
— Der„Köln. Ztg.“ wird von Berlin über den Nothstand in Ostpreußen geschrieben, es sei jetzt sestgestellt worden, daß in Ostpreußen 15 Kreise mindestens 6 Monate, 20 mindestens 3
beziehen. Heß interpellirt ebenfalls in diesem Monate unterstützt und 3500 Familien versorgt Betreff. Hallwachs zeigt den Bericht über die werden müssen.— Bei dem Hülfscomite für Vorlage des Wahlgesetzes zum Zollparlament an. Osipreußen ind bis zum 12. Januar wirklich
* Friedberg.
Kreisassessor-Stelle bei hiesigem Kreisamt, Gerichts- schließlich der Beiträge,
Der bisherige Vikar der eingegangen etwas über 90,000 Thlr., und ein-
die schon angemeldet,
Accessist Kritzler, ist zum Kreisassessor dahier aber noch nicht vertiunahmt sind, 100,000 Thlr.
ernannt worden.
Preußen. Berlin.
Der Vaterländische Frauenverein hatte bis zum
Abgeordnetenhaus. 11. Jauuer 24,600 Thlr. empfangen.— Prinz
Der Etat des Ministeriums des Innern wird Karl bat für die Nothleidenden in Ostpreußen bezüglich der Einnahmen genehmigt; bei Berathung 1000 Thlr. als Herrenmeister des Jobanniter-
des Ausgabe-Etats kritisirt Virchow in längerer Rede die Amtsführung des Ministers des Innern, Grafen Eulenburg, indem er unter hervorhebt, daß der Notbstand in Ostpreußen nicht früh genug bekannt und nicht erfolgreich genug bekämpft worden sei. Der Minister des Innern bestreitet die Ausführungen Virchow's, welche aue negativen Partei-Tendenzen hervor gegangen, und fügt hinzu, die Behörden in Ost— preußen hätten in vollem Maße ihre Schuldigkeit gethan. Im weiteren Verlause der Diskussion erklärt der Minister des Innern einer Bemerkung Waldeck's gegenüber: Er habe nicht die liberale Partei darniederhalten wollen, da oöne dieselbe die Regierung nicht wirken könne, wohl aber die Fortschrittspartei.— Bezüglich der Nothstands⸗ frage erklärt der Minister, daß die Regierung nöthigenfalls noch weitere Forderungen behufs Linderung des Nothstandes machen werde.— Auf eine Bemerkung Henning's über die Noth- wendigkeit einer Reform der Gemeinde-Institutionen erkennt der Minister an, daß dieselben allerdings zu verbessern seien, er warne jedoch vor zu raschem Vorgehen.
— Die„Provinzial-Correspondenz“ kündigt die am 15. Januar erfolgte Rückkehr des Barons v. Quaade und die Wiederaufnahme der Ver— handlungen mit Dänemark wegen der nordschles- wigschen Frage an.
— Der Bundesrath wird wahrscheinlich An- fangs Februar zusammentreten. Es isl Aussicht vorhanden, daß schon in der nächsten Session des Reichstages die Civilprozeß ordnung für den nord- deutschen Bund vorgelegt werden wird.
— Ein Verlangen um Hülfe, das der„Zu- kunft“ aus Königsberg für die bedrängten Bezirke zugeht, sagt:... Ich werde das Geld unverzüglich in Hafergrütze, Graupe, Salz und amerikanisch Schmalz übersetzen und sofort zur Hälfte an Reitenbach, zur anderen an Donalies
Ordens, ferner 475 und 25 Thlr. zur Kollckte gegeben. Ebenso erfreulich ist die Berichtigung,
Anderem welche binsichtlich der von den übrigen königlichen
Prinzen gespendeten Gaben veröffentlicht wird und wonach sämmtliche Mitglieder des königlichen Hauses, wie sets, so auch jetzt für die Noth— leidenden in Ostpreußen erhebliche Summen bei- gesteuert haben. Jeder einzelne Verein, welcher sich an sie gewendet, alle Haupt- und Zweigvereine haben sich der Gaben der hohen Herrschasten zu ersrenuen gehabt, und wenn die Prinzen dem Insterburger Vereine je 25 Thlr. zugewendet, so haben sie außerdem dem allgemeinen Vereine in Berlin je 1000 Thaler and andere namhafte Summen den Provinzial und Kreisvereinen in Ostpreußen überwiesen.
— Telegraphische Nachrichten melden: Die preußischen Kriegsschiffe„Hertha“ und„Blitz“ retteten bei Smyrna das gestrandete französische Kriegsschiff„Reland“ mit eigener Gefahr und Aufopferung.
Elberfeld. Die„Elberfelder Zeitung“ meldet von einem schlagenden Wetter und einer Explesion in dec Kohlengrube von Neu-Iserlohn
dei Langendreer; bis jetzt weiß man von 76 Todten, man fürchtet jedoch, daß deren über 100 seien.
Frankfurt. Mit dem 1. Februar müssen auf allen ehemals herzoglich nassauischen Stationen der Taunusbahn die Fahrbillette den Fahrpreis in Thalerwährung enthalten. Wie man sagt, ist diese Vorschrift von dem königlichen Eisenbahn— Commissarius in Köln ausgegangen. Für Frank- surt und Castel bleibt es bei den seitherigen Billetten.
— Die Ernennung des Senators Dr. jur. Mumm zum ersten Bürgermeister der Stadt Franksurt für die Amtsdauer von 12 Jahren wird im„Staatsanzeiger“ amtlich publieirt.
Oesterreich. Wien. Die„Presse“ mel-
det: Das Reichsbudget wurde in der Sitzung


