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eine Person genannter Stadt gerichtet hat: Logronno, 2. November 1868. Lieber Freund, meinen Dank für Ihre freundschaftlichen Briefe vom 28. und 30. vorigen Monats, welche ich soeben mit der Nummer derAndalucia erhalten habe, deren Redactoren ich tausendfältig danke für die Reflexionen, die sie mir widmen. Ich freue mich zugleich zu sehen, daß meine Haltung unter den jetzigen Umständen so gute Aufnahme gefunden hat, und ich werde nicht müde werden, die vollständigste Einheit zu predigen unter allen Denen, welche sich Liberale nennen. Sind die constituirenden Cortes erst sobald als möglich ver⸗ sammelt, so werden sie in voller Ausübung ihrer Souveränetät das Fundamentalgesetz schaffen, das wir zu achten und zu vertheidigen haben.

Die liberalen Journale besprechen die An⸗ erkennung der provisorischen Regierung Seitens Dänemarks und machen darauf aufmerksam, daß ein freundliches Einvernehmen mit diesem numerisch zwar unbedeutenden, durch die Intelligenz und Betriebsamkeit seiner Bewohner jedoch hervor⸗ ragenden Staate für den spanischen Handel nicht unwesentlich sei.

Eine Depesche aus Havana lautet: Man- zanillo hat ein Manisest an die Insurgenten er- lassen, wonach er denselben eine Frist von 8 Tagen Bedenkzeit zur Unterwerfung gestattet.

Italien Aus Rom wird gemeldet:Der Papst hat seinen Leibarzt, Dr. Viale, Fuad Pascha zur Verfügung gestellt, welcher, als er fühlte, daß während seiner Reise von Neapel nach Pisa sein Zustand sich verschlimmerte, in Rom geblieben und im Hotel de Rome abgestiegen ist. Herr Viale hat mehrere einheimische und fremde Aerzte zugezogen. Der Zustand des Kranken ist bedenklich.

Dem Vernehmen nach beabsichtigt der Papst die Wiederherstellung hierarchischer Insti⸗ tutionen in Schottland und die Ernennung zweier britischen Cardinäle. Wie es heißt, seien die Bischöfe Manning und Ulathorne für diese Wurde ausersehen. Zum Primas von Schottland soll Batterson in Glasgow bestimmt sein.

Nußland. Petersburg. Zur Com- plettirung der Armee und der Flotte ordnet ein utas des Kaisers eine Rekrutenaushe bung im ganzen Reiche von vier vom Tausend an.

Amerika Newpork. General Grant ist nach Washington zurückgekehrt. Seine An⸗ hänger in der Hauptstadt beabsichtigen, ihm einen öffentlichen Empfang zu veranstalten, dieß lehnte der General indessen aufs Entschiedenste ab.

Wie verlautet, werden hier und in New⸗ orleans Flibustier⸗Expeditionen für Cuba organißrt. Bis jetzt hat die Unions regierung noch keine offizielle Kenntniß von den Urhebern der Be⸗ wegung und ihren Planen.

Frankfurt. Das reisende Publikum wird mit Be⸗ friedigung vernehmen, daß in dem hiesigen Main⸗Nekar⸗ Bahnhofe einem sehr fühlbaren, öfters besprochenen Mangel in der Kürze abgeholfen sein wird, nämlich durch die ihrer Vollendung nahe Vergrößerung des Wartesaales mit einer geschmackvoll eingerichteten Restauration, welche dem⸗ nächst eröffnet werden soll. In der hiesigen Münze werden 1869 auf Anordnung der Regierung geschlagen: 100,000 Doppeltthaler⸗, 3,670,000 Einthalerstücke 120,000 Fünsgroschenstücke 80,000 Thaler in Groschenstücke,

180,00 Stück Silbertzroschen und 600, Stück Sechs⸗ pfennigstück. a Wiesbaden. DerRh. Kur. registrirt abermals

einen Selbstmord, der Allem Anschein nach mit Spielver⸗ lusten zusammenhängt. Das Blatt schreibt:In der gestrigen Nacht hat sich ein Fremder zwischen dem Kur⸗ saal und der Dietenmühle an einem Aepfelbaume erhenlt. Wer der Unglückliche ist, konnte bis jetzt noch nicht er⸗

ein aufgerolltes Ellenmaß und jene Punctirkarten, wie sie an den Spielbanken gebräuchlich sind.

In Eichstädt in Bayern haben seit der Säculari⸗ sation die Nonnen eines damals aufgehobenen Klosters in einem Privathause nach ihrer Ordensregel und von der ihnen ausgeworsenen Penstion fortgelebt. Dieser Tage ist die letzte von ihnen, 100 Jahre 8 Monate alt, ge storben, und es gibt jetzt in Bayern leine Nonnen mehr, als die der Krankenpflege, dem Schulunterricht oder der weiblichen Erziehung überhaupt sich widmen.

Aus Ostpreußen. Am 4. und 5. d. M. fand vor dem Schwurgerichte zu Memel die gerichtliche Ver handlung gegen den Mörder des Kreisrichters Labes statt. Dieser hatte, wie seiner Zeit gemeldet, ale interi⸗ mistischer Staatsanwalt, die Frau des Mörders, eines Arbeiters Stolzkowins, wegen mehrfacher Diebstähle ver haften lassen. In seinem Amtslocale wurde er von dem Letztern am 27. Mai um Freilassung der Frau angegangen und auf seine Weigerung mit einem Masser tödtlich ver- wundet. Die Geschwornen nahmen in ihrem Verdikt nicht den Thalbestand einer schweren Körperverletzung mit tödt⸗ lichem Ausgange, sondern die Absicht des Meuchelmordes an und der Gerichtsbof verurtheilte den Argeklagten zum Tode.

O Auswanderung nach Chile.

Im südlichen Südamerika, an der Küste des stillen Oceans, liegt ein Strich Landes, beiläufig halb so groß wie Deutschland und doch nur erst von gegen 2 Mill. Menschen bewohnt. Es ist Chile. Obgleich dieses Land seiner geographischen Lage nach ein Klima haben müßte gleich den Gestaden des Mittelmeeres, so ist die Temperatur daselbst, da das südliche Polarmeer seine Eismassen weit gegen das Festland herauf vorschiebt, an der Küste von Chile

verbreitet, bei weitem niedriger und sehr angenehm. Wenn wir nun noch sagen, daß Chile, der Garten Südamerika's genannt, im Ganzen durchaus fruchtbar ist, daß der Waizen 40 fach ausgibt, daß alle unsere Getreidearten, unsere Kartoffeln und unser Obst sehr gut gedeihen und ein vor⸗ trefflicher Wein daselbst wächst, daß das Innere der Erde große Schätze von Silber, Gold, Kupfer, Eisen und Steinkoblen birgt, deren Hebung den Handel beleben und den Wohlstand vermehren, und daß überdies die politischen Zustände Chili's, obgleich in diesem Punkte den südamerikanischen Republiken sonst nicht viel zu trauen ist, leidlich gut geregelt sind; so läßt sich daraus entnehmen, daß dieser Fleck Erde für junge, kräftige und unternehmende Leute als Ziel einer Auswanderung so übel nicht gewählt wäre.

Unter diesen Umständen ist eine Aufforderung der chilenischen Regierung zur Einwanderung nach dem Süden von Chile, wo das Klima besonders milde ist und der Boden einen tüchtigen Anbau reichlich lohnen würde, verlockend genug. Es scheint dabei hauptsächlich auf Deutsche abgesehen, denen man durch Vermittelung eines Hamburger Handlungshauses freie Ueberfabrt und die unent⸗ geltliche Ueberlassung von Grund und Boden verspricht. Es ist kein Grund vorhanden, in die Aufrichtigkeit dieser Versprechungen besondere Zweifel zu setzen, und doch hat die Sache ihre Kehrseite, worauf aufmerksam zu machen Pflicht der Presse ist. Es verhält sich damit so:

Als die Spanier vor nunmehr über 300 Jahren von Peru und Bolivia nach Süden vor- dringend sich auch Chile's bemächtigten, wußte ein besonders kriegerischer und tapferer Indianer⸗ stamm im Süden des Landes seine Unabhängig⸗ keit zu bewahren, die er auch heute noch besitzt. Es ist dies der Stamm der Araukaner. Bald steht er in Bundesgenossenschaft mit Chile, bald ist das Verhältniß zu ihm ein gespanntes, immer

mittelt werden. Er war gut gekleidet, führte in ber Tasche

aber bleibt derselbe ein unliebsamer, lästiger Nach-

und eine nach Norden hinzie⸗ darin, was nicht jeder wirkliche Christ mit gutem Ge⸗ hende Meeresströmung noch besonders Kühlung

bar, den man sich gern vom Leibe schaffen möchte. Neuerdings scheinen Anstrengungen der Art von Erfolg gewesen und die Araukaner zurückgedrängt worden zu sein. In diese von den Indianern ver⸗ lassenen Gegenden wünscht man tüchtige deutsche Colonisten zur Bebauung schöner Landstriche und als Schutzwall gegen indianische Ueberfälle.

Wer nun die Nachbarschaft heißblütiger, krie gerischer Indianer, die den Fremdling als Ein⸗ dringling in ihre Jahrhunderte hindurch innegehabten Gebiete wohl schwerlich willkommen heißen werden, für seine und seiner Familie Sicherheit nicht fürchtet, der ziehe hin und schlage dort seine Hütte auf. Nur lasse man sich nicht trügen durch den Gedanken:Wenn ich nur einmal im Lande bin, das Uebrige wird sich schon finden. Sich aus den Fesseln eines derartigen Vertragsver⸗ hältnisses herauszuwinden, hat seine großen Schwierigkeiten; schon Mancher ist darüber elendig⸗ lich zu Grunde gegangen.

Noch ein Artheil über den Lahrer Hinkenden Joten. Dresden, 27. September 1868.

2806 Geehrter Herr! Was Ihren Illustrirten Familienkalender betrifft, so glaube ich nicht, daß ein ähnlicher, ebenso reich ausgestattet und so tüchtig an Inhalt, in Deuischland zu dem Preis cxistirt, und seine große Auflage wundert mich deshalb gar nicht. Dabei kann man ihn getrost jeder Familie iu die Hand geben, und daß sich einzelne Mucker, latholische oder prolestantische, darüber entrüstet gezeigt haben, ge⸗ reicht dem kleinen Buch nur zur Ehre. Es steht Nichts

wissen vertreten kann. Die Mißbräuche der Religion zu geißeln, ist jedes braven Mannes Pflicht, denn nur eadurch kann man mithelfen, sie zu beseitigen. Mit freundlichsten Grüßen Ihr ergebenster Fr. Gerstäcker.

, Der Welthandel. Illustrirte Monats⸗ beste für Handel und Industrie, Länder⸗ und Völkerkunde. Im Verlage von Julius Maier in Stuttgart, demselben Verlage, in welchem das größt angelegte und bedeutendste handelswissenschaftliche Werk, die Bibliothek der gesammten Handelswissenschaften heraus⸗ gegeben wird und demnächst seinem Abschluß entgegen geht, erscheint unter obigem Titel eine neue Zeitschrift, an welcher siy die bedeutendsten Männer von Fach und eine Reihe der tüchtigsten litcrarischen Kräfte betheiligen. Außer Förderung der Fachwissenschaften dient diese Zeitschrift genugreicher, belebrender Unterhaltung für die kauf⸗ männischen, industriellen und gewerblichen Kreise und deren Familien.

Mit Holzschnitten schoͤn ausgestattet bringt die Zeit⸗ schrift schon im ersten Hefte eine sehr werthvolleVerkehrs⸗ karte von Deutschland mit allen für den Verkehr nöthigen Details als Gratis beilage. Die Zeitschrift empfiehlt sich von selbst allen oben genannten Kreisen und hat sich dieselbe schon seit dem kurzen Bestehen einen ausgedehnten Leserkreis geschaffen.

Wer Musik liebt,

den machen wir ganz desonders auf die Firma J. H. Heller in Bern aufmerksam, welche Spielwerke und Spieldosen, sowie die verschiedenartigsten Gegenstände mit Musik(letztere fast ausschließlich eigene Erfindung) in der größten Mannigfaltigkeit liefert. Wenn man die auf's reichhaltigste ausgestatteten Magazine besichtigt und eine Produktion der größern Werke anhört, wie zum Beispiel die großen Orchestrions und die electrischen Klaviere, deren Spiel, sowie das Sprühen der elektrischen Flammen, an's Unglaubliche grenzt, wird man unwillkürlich von dem Wunsche beseelt, evenfalls ein solches Werk zu besitzen. Der Wein erfreut des Menschen Herz aber die Spielwerke von J. H. Heller nicht minder. Liebhabern der Mufit können wir dieselben um so mehr empfehlen, da der Ruf der Heller'schen Spielwerke sich nicht nur über ganz Europa, sonderu bis in die ferusten Gegenden jen⸗ seits der Meere erstreckt, rathen aber zu direktem Bezug, da, wie wir vernommen haben, durch sogenannte Ver⸗ mitiler vielsach unechte Werke untergeschoben werden. Wer daher seinen lieben Verwandten und Freunden oder sich selbst eine Weihnachtsfreude machen will, wende sich direkt an J. H. Heller in Bern.

Oeffentliche Aufforderung.

2757 Nachdem die Heinrich Preußer e Cypeleute in Friedberg unterm 10. Sept. l. J. mit ihren gerichts⸗ bekannten Gläubigern ein Arrangement abgeschlossen paben, dessen näheren Beffimmungeg durch Acteneinsicht ersehen werden können, werden eiwaige unbekannte Gläu piger aufgefordert, so gewiß innerhalb 14 Tagen Einwen⸗ dungen gegen dieses Arrangement vorzubringen, als sonst dasselbe unter Nichtberücfichtigung ibrer Forderungen bestätigt werden wird.

Frledberg den 3. November 1868. Groß berzogliches Landgericht Friedberg

Reltz, Pofmann, Landrichter. Landgerichts Assessor.

Güter Verpachtung. 2794 Freitag den 20. November d. J., Vormittags 11 Ubr, soll in hiefigem Rathhause das Petritag 1869 lelhfällig werdende Gut des Augufiner⸗ und Barfüßer⸗ Schulkonds in der Gemarkung Södel, bestehend aus 24 Morgen, 3 Viertel, 30 Klaster Ackerland, auf weitere zwölf Jahre öffentlich meifbietend verpachtet werden.

Friedberg den 13. November 1868.

Großherzogliche Bürgermetsteret Frtedberg ou e a x.

2802 In Nauheim und Friedberg gibt in fremden Sprachen Unterricht für höhere Schulen, sowle deren

Schülern Nachhülfe. 5 1 0 Niederhöfer.

Steinkohlen,

2128 nur Stücke, dester Qualität, per Waggon 200 Centner zu 88 fl. Kleinere Quantitäten in meinem Magazin an der Bahn à Centner 30 ke, empfiehlt

Bad Naubeim. Jacob Schimpf.

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2811 für einzelne Peisonen und eine Wohnung von dret möblirten Zimmern werden zu mielben gesucht.

Näheres bei P. Döll.