Aden
Sobafabrik liefert nicht weniger als 6000 Sypbons und . 75 8 15 böte nur, welche niedliche Be⸗ sdellungen für die Bankets der deuischen Schützen bereits eingeleitet sind. Auf Flein des Dampfes langen aus Galizien achtzigtausend Pfund Fleisch, aus den Lenden wohlgemästeter Bukowiner geschnitten, an, elne Heerde von Hunderten Kälbern und eben so vielen Schweinen ist be⸗ reits dem sicheren Tode geweiht und muß ihr junges Le⸗ den für die Schsltzengäste lassen, 20,000 Hühner werden aus Un zarn bestellt, 3000 Gänse langen mit ordnungs- mäßig ausgefolgten Heimaihscheinen aus Eipeldau an, 2000 Enten werden freudig den Opfertod fürs theuere Vaterland erleiden. Aus 100 Centner echten Prager Schinkens werden die zarlesten Theile zum Aufgeschnittenen ausgewählt, zwanzig Cenmer westfälischer stellen das Gleich⸗ gewicht zwischen südlicher und nördlicher Geschmacksrich⸗ tung her, zehn Centner Veroneser Salami ergänzen die Elemente des kalten Fleisches und endlich sind 25 Centner Emmenthaler auch keine zu verachtende Zu jabe. Die Küchengärten der Umgebung sind schon seit Wochen für die Bedücfnisse des Festes in Veschlag genommen, bedarf j unser Wirth nicht weniger als 100,000 Häuptel Salat, eine Quantität, mit der man bequem den ganzen Schieß stand pflastern könnte.— Aber, wird erschreckt die sorg⸗ same Hausfrau fragen, wird auch genug Geschirr vorhan⸗ den sein, um dieses Chaos von Eßwaaren zu bewälligeu? Sorgen Sie nicht, liebenswürdige Frau— es ist Alles vorhanden. Man servirt die Suppe in 440 Töpfen und auf 7000 Porcellantellern, 23.000 Stücke flache Speise⸗ teller dürften für den ersten Anlauf genügen, 8000 Dessert⸗ teller, 1000 Saucieren, 1000 Fleischschüsseln, 500 Gemüse⸗ und ebensoviel Salat⸗ und Compoischüsseln bilden die für weitere Gänge bestimmte Geschirr⸗Batterie. Freunde edlen Molkkas werden ihre Leidenschaft vollständig befriedigt fin⸗ den und können den Göttertrank aus 4000 Schälchen schlürfen.— Aber noch eine Frage schwebt auf Ihren Lippen, schöne Dame, ich kenne sie schon. Sie fürchten, es werde nicht gewechselt werden können, und man wird vielleicht bei Paradiessaueen, Essigersme und Chaudeau sich desselben Besteckes bedienen müssen? Fehlgeschossen! Zehntausend Paar Bestecke, ebensoviel Löffel dienen als Werkzeuge und 200 Abwaschdamen werden unausgesetzt bemüht sein, die verschiedenen Geschmäcke gründlich zu be⸗ seiligen.— Das Glaswaarenlager des Festes ist imposant, die Scherben allein dürften hinreichen, um jede nationale Kluft auszufüllen, 15,000 Halbflaschen, 10,000 Bierkrügel, 9000 Seidel, 7000 Stengelgläser, 5000 Bordeauflaschen, 2000 Salzfässer, 2000 Champagnergläser, 2000 Liqueur⸗ gläser, 2000 Wasserflaschen enthält das Inventar— Herz was begehrst Du mehr?
„, Wer macht die Druckfehler? so fragt mit einer gewissen Berechtigung sehr oft das abonnirende und kaufende Publikum. Die Antwort aber ist nicht so ganz einfach; es geht uns ungefähr wie wenn die Kinder fragen, woher ihr neues Geschwisterlein gekommen; und fast möchten wir antworten: Verehrtes Publikum, die Druck⸗ fehler macht der liebe Gott. Der die Lauf⸗ und Drucker⸗ buben, die Setzer, die Buchdrucker, Correctoren, Fictoren, Redacloren und Autoren, die Prosaiker und Poeten und
in seiner Langmuth sogar Orthographie verachtende Bür⸗ germeister geschaffen hat, der neben dem Guten das Böse duldet, zwischen dem Waizen das Unkraut wachsen läßt, der läßt zwischen den Lettern auch dle Druckfehler gedeihen. Der Druckfehler in eine Naturerscheinung wie Hagelschlag, Pestilenz und theuere Zeit; er ist eine physische Macht wie der Blitz und eine metaphysische Nothwendigkeit wie das Uebel; er wurzelt in der Unvollkommenheit der irdi⸗ schen Dinge und in der Schwachheit des menschlichen Fleisches. Seine Abwesenheit beruht darauf, daß 1) der Verfasser oder Einsender das Richtige geschrieben, 2) dieses Nichlige deutlich geschrieben hat, daß 3) der Setzer in alle Fächer des Setzkastens lauter richtige Lettern geworfen hat, 4) die richtige Letter greift, 5) sie richtig einsetzt, 6) der Corrector richtig liest, 7) der Setzer die erste Correctur richtig verbesserk, 8) der Corrector die zweite Correctur richtig liest, 9) die zweite Correctur richtig verbessert, 10) die Nevision richtig gelesen wird, und daß 11) noch ein Dutzend andere Umstände sich ebenso glücklich abmachen. Und da nun eig Geoßoktavbogen in gewöhnlicher Schrift 50 bis 55,000 Buchstaben zählt, so müssen jene 10 bis 20 gün⸗ stigen Umstände sich 50—55,000mal wiederholen, um dem lieben Publikum einen einzigen fehlerfreien Bogen in die Hand zu liefern. Für die größten und häufigsten und am wenigsten beachteten Druckfehler aber, für die inneren Dummheiten des Werks, was wir mit einem Ausdruck unserer Kunstsprache die innere Form nennen könnten, dafür müssen wir dann bitten, uns Jüngern Gutenbergs die Verantwortung zu erlassen. Wir machen euch wohl hie und da einen für ein u, die Herren Gelehrten und Schriftsteller aber machen euch noch viel häufiger ein für ein u.
, Nachahmungswertb. In Preußen besteht schon längst die löͤbliche Bestimmung, bei Einzahlung einer, nebenbeibemerkt sich zu 3 Thalern berechnenden, Hundesteuer einen Maulkorb fär den Vierbeiner zu em⸗ pfangen, dessen beständiges Tragen den letzteren einzig und allein vor der Schlinge und dem Knüppel des Schin⸗ ders, sowie den Besitzer vor erheblichen Unkosten bewahrt.
Verloosungen.
Kurhessische 40 Thaler-Loose. Gewinn⸗Ziebung am 1. Juli. Nr. 79235 36.000 Thlr., Nr. 30864 8000 Thlr., Nr. 159269 4000 Thlr., Nr. 10025 2000 Thlr., Nr. 20555, 112625 je 1500 Thlr., Nr. 19737, 98098, 141330 je 1000 Tylr., Nr. 68 157, 68465, 84583, 104732, 132551 je 400 Tolr., Nr. 13643, 13648, 21151, 80449, 87583, 90408, 91435. 112603. 142930, 159327, je 200 Thlr., Nr. 3190, 9286, 16026, 56283, 61222, 62811, 75615, 81576, 87590, 91432, 98373, 109239, 111752, 118402, 123703, 123720, 134993, 134998, 154053 je 125 Thlr.
Mailänder 45 Frs.⸗Loose. Ziehung am 1. Juli. Serien: 613, 1565, 2344, 2972, 4872, 5785, 6862, 6874 und 7798. Haupipreise: Serie 1565 Nr. 15 100,000 Lire, S. 643 Nr. 22 5000 Lire, S. 5872 Nr. 49, S. 6874 Nr. 16 und S. 7798 Nr. 34 je 1000 Lire, S. 5785 Nr. 32. S. 6874 Nr. 14 und S. 7798 Nr. 5 und Nr. 44 je 400 Lire u. s. w.
Schwurgericht der Provinz Oberhessen.
III. Quartal 1868.
Anklagen:
1) Montag den 6. Juli, Vormittags 9 Uhr, gegen Peter Becker von Lumba, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Vertheidiger: Gr. Hofgerichtsadvokat Hensler.— 2) Diens⸗ tag den 7. Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Georg Sauer von Mainzlar, wegen Körperverletzung mit tödilichem Er⸗ folg; Vertheidiger: Großh. Hofgerichtsadvokat Dr. Eckstein. — 3) Mittwoch den 8 Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Heinrich Schombert von Kirtorf und Ernst Schäfer von da, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Vertheidiger: Großh. Hofge⸗ richtsadvokaten Labrossse und Krauskopf.— 4) Donnerstag den 9. Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Philipp Kling von Ober⸗Mörlen, wegen Verführung zur Unzucht; Verthei⸗ diger: Großh. Hofgerichtsadvokat Kraft.— 5) Freitag den 10. Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Heinrich Hild von Ortenberg, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Vertheidiger: Großh. Hofgerichtsadvokat Pfannmüller II.— 6) Sams⸗ tag den 11. Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Daniel Walter's Ehefrau von Freien⸗Seen, wegen Meineids.
Für die Wetterbeschädigten
in den Kreisen Grünberg und Schotten sind in Folge der Erklärung in Nr. 73 d. Bl. folgende Gaben eingegangen:
Bei Pfarrer Baur von K. B. 1 fl.— Bei Kaufmann Fertsch von ihm selbst 1 fl.— Bei Kaufmann Mayer Hirsch: Ungenannt 1 fl., A. B. 15 kr., von ihm selbst 1 fl.— Bei Diakonus Meyer von Herrn Director De. Schwabe 2 fl.— Bei Hofrath Dr. Pilger: von Frau P. 36 kr., F. P. 30 kr., Herrn Ingenieur Heil 35 kr., Herrn Gastwirth Schott 30 kr. Summa 8 fl. 28 kr. Um weitere Gaben wird gebeten.
Der Vorstand des Hülfsvereins.
5„ Jür die hagelbeschädigten Vogelsberger ist ferner bei uns eingegangen: J. Preiß in Nauheim 30 kr., Chr. Hosmann's Wittwe 1 fl., Professor Roth 1 fl., zusammen 2 fl. 30 kr. Im Ganzen bis jetzt 14 fl. 55 kr.
Um weitere Gaben bittet Die Expedition.
Vorschuß- und Credilverein zu Fritdberg.
Geschästsbericht pro Inni 1868.
Einnabme. Ausgabe. 7261 fl. 15 kr. Discontirte Wechsel 7021 fl. 44 kr. 5804,—, Conto⸗Corrent 6885„— 725„—, Depositen 2450„— 3254, 35„ Darlehen⸗ u. Spareinlagen 420—
Mitgliederzahl 454.
Edictalla dung.
1128 Nachdem die ledige Marie Katharine Billasch von Fauerbach bel Friedderg am 2. Januar l. J. mit Hinterlassung eines Testaments gestorben ist, in welchem ie ihre Geschwister und vorverstorbener Geschwiser Einder zu ihren Erben ernannt, jedoch die angeblich in Amer ka mit unbekanntem Aufenthaltsorte abwesende Schwesler, Wilbelmine, Ehefrau von Hartmann Kappes von Nieder- Wöllstadt, und deren beiden Söhne, sowie die Ander ihrer Schwester, Anna Eva, Ehefrau von Caspar Thomas auogeschlossen bat, werden die erwähnten Geschwister und Geschwisterkinder aufgefordert, das Testament der Marle Katbarine Billasch binnen Frist von drei Monaten so gewiß dahier anzufechten, als sonst dasselbe als von ihnen anerkannt angesehen, und der Nachlaß den eingesetzten Erden üderlassen werden wird. Friedberg den 5. Mai 1868. Greßherzoglichts Landgericht Friedberg Reiß, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor.
Oeffentliche Aufforderung.
1273 Forderungen und Ansprüche jeder Art an das Bermögen des Johannes Jung I. in Odstadt, über welches der formelle Concurs erkannt worden ist, sowie etwaige Vorzugslechte find Mitwoch den 5. August l. J., Vormittags 8 Uhr, bel Meidung Ausschlusses von der Masse, dah ier anzu melden. In diesem Termine soll zuerst über gütliche Erledigung dieser Sache, weiter nöthigenfalls über Berwaltung und Verfilberung der Masse, über Bestel⸗ luna eines Massecurators, Wahl eines Gläubtgeraus⸗ schusses u. s. w. Beschluß gefaßt werden. Die aus⸗ bleibenden oder durch Bevollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden als den Beschlüssen der Mehrheit der erschlenenen Gläubiger beigetreten angesehen. Friedberg am 9. Mal 1868. Groß herzogliches Landgericht Friedberg Reltz, Zimmermann, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.
Ein Schweizer 1629 f ten Lohn leich plaelrt werden. Naberes be. 1 Ferd. Damm.
Oeffentliche Auf forderung. 1361 Die Geweikschaft der consolidirten Braunkoblen⸗ Zeche Wilhelms⸗ Hoffnung bei Dorn ⸗Assenheim, destehend aus:
1) den Erben des Hofgerichtsadvokaten Wilhelm
Trapp III. zu Friedberg,
2) den Erben des Salinen Inspectors Heinrich Wilbelmi zu Nauheim,
3) den Erben des Peter Carl Seitz zu Ockstadt,
4) dem Kaufmann Philipp Dantel Kümmich zu Friedberg,
daben ihre Braunkohlengruben nebst dem zugelegten
Felde, ihr sämmtlicheszu diesen Grubenseldern erworbenes
Grun eigenthum u. s. w. an seine Durchlaucht den
Fürsten Ferdinand zu Solms⸗Braunfels verkauft. Nach dem Beiggegenbuch find
1) 26% dem Kaufmann Pö. D. Kümmich und 20% dem Hofgerichts⸗ Advocaten W. Trapp III. zu⸗ geschriebene Kuxen unterm 20. April 1853 dem Großherzoglichen Phpfikatsarzt„Dr. Möbus zu Dieburg“ für 1625 fl.,
2) 26 dem Kaufmann Ph. D. Kümmich und 26¼ dem Hofgerichts⸗Advocaten W. Trapp III. zu⸗ geschriebene Kuxen unterm 23. März 1854„dem Hermann Schenk(Schwan) zu Gleßen“ für 1105 fl. verpfändet. Die diesen Verpfändungen zu Grunde liegenden Forderungen sollen nach An⸗ gaben der Geweikschaft und ihres Repräsentanten getilgt sein. Die Urkunden aber sind nicht zu be⸗ schaffen, und ergeht darum an Alle, welche dezüg⸗ lich der angegebenen Verpfändungen Ansprüche geltend machen wollen, blermit die Aufforderung, solches um so gewisser innerhalb 90 Tagen, vom erfimaligen Etscheinen dieses in der Zeitung ge⸗ rechnet, zu thun, als sonst die beantragte Löschung dieser Eigenthums⸗Beschränkungen vollzogen wer⸗ den wird.
Friedberg den 18. Mal 1868.
Groß herzogliches Landgericht Friedberg Reiß, Zimmermann, Landrichter. Landgerichte Assessor.
Vorzügliche Saaterbsen
1621 empfehlen May& Oppenheimer.
Lieferung für das Landeszuchth aus.
1580 Donnerssag den 16. Juli l. J., Vormittags 10 Uhr, soll dahier die Lieferung von
25 Stück wollenen Bett⸗Teppichen,
280 Centner Ruhrer Steinkoblen, Fettschrot 1. Qualität durch Soumission vergeben werden.
Muster und Lieferungsbedingungen liegen auf unserem Bureau zur Einficht offen.
Martenschloß den 26. Juni 1868.
Großherzogliche Landeszuchthaus- Direction Knutspel.
Mobiliarversteigerung.
1593 Dienstag den 7. d. M., Nachmittags 2 Ubr, sollen auf dem Seminarhof ungefäbr 30 gut erhaltene, für uns aber wegen Ausquartierung eines Theils der Seminarister überflüsffig gewordene Bettladen und ver⸗ schiedene sonstige Modiliargegenstände öffentlich ver⸗ sleigert werden, wozu Kaufliebhaber mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die zur Versteigerung kommenden Gegenflände schon Vormittags auf dem Seminarhof eingeseben werden können. Friedberg am 1. Juli 1868. Großberzogliche Seminardtrektion Feind er ger
S — 8 1 0 Holz⸗-Versteigerung. 1603 Freitag den 10. d. M., Vormittags 9 Über, sollen in dem Freiberrlich v. Nothschild schen Walde Altenderg 2½ Stecken Eichen ⸗Schälbolz(Werkholz), 7525 Stück„ Schälwellen, 4„ Stämmchen öffentlich meistbietend versteigert werden. Okarben am 1. Juli 1868. Der Freiherrl. Repierförster Dilgenreiner.
Als Setzerlehrling
kann ein mit den erforderlichen Schulkenntntssen ver⸗ sehener junger Mensch in unsere Buchdruckerei eintreten.
Bindernagel& Schimpf.
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