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gleich nicht studentischen der am letzten Sonntage anberaumten Sitzung des Maschinenbau-Arbeiter-Vereins, wo die Wahl eines Deputirten zur Pariser Ausstellung vor- genommen wurde, ward gleichzeitig beschlossen, dem Gewählten einen schriftlichen Gruß an die Pariser Arbeiter mitzugeben. Derselbe lautet nach der Mittheilung derZukunft:Die Maschinenbau Arbeiter Berlins erklären: Wir verabscheuen jeden Krieg und halten besonders einen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland für gleich sehr schäd lich den Interefsen der Civilisation und der Freiheit. Wir wissen, daß beide Völker auf ibren weiten, schönen Gebieten Raum genug haben, um frei, glücklich und friedlich nebeneinander zu leben, und daß nur die Hetzereien Derer, die ein Interesse daran haben, der rohen Gewalt über Recht und Freiheit zum Siege zu verhelfen, die Völker zu gegenseitigem Hasse und zum Neide aufzustacheln suchen. Wir siad überzeugt, daß der Arbeiter nichts zu schaffen hat mit dem Lorbeer des Krieges, denn dieser Lorbeer wurzelt in den mit den Ge beinen der Arbeiter gedüngten Schlachtfeldern, ist befeuchtet von den Thränen der Wittwen und Waisen und ist beladen mit den Flüchen ver⸗ bungernder Arbeiter. Wir halten die Coneurrenz der Arbeit für die einzige unserer Cultur ent sprechende Wahlstatt, und den gemeinsamen Kampf sämmtlicher Nationen für die Freiheit gegen die Feinde derselben für den einzigen unserer würdigen Kampf. So senden wir unsern französischen Brüdern unsern friedlichen Gruß.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung nennt die Nachrichten auswärtiger Jvurnale, daß Preußen die Selbständigkeit der Niederlande bedroht und den Anschluß der Niederlande oder Luxemburgs an den norddeutschen Bund gefordert habe, einen frechen Betrug der öffentlichen Meinung und ein frivoles Spiel mit dem Frieden Europas. Dasselbe Blatt sagt ferner: Die Pariser Nachricht derIndependance belge, daß Graf Bismarck vor zwei Monaten Drohworte an den holländischen Gesandten gerichtet, sei eine absichtliche Erdichtung.

DerStaatsanzeiger veröffentlicht das Genossenschaftgesetz. Dasselbe ist vom 27. März datirt und tritt zunächst nur für die älteren preußischen Landestheile in Kraft.

Alle die Stadt durchlaufenden Gerüchte von preußischen Rüstungen sind rein erfunden.

Bis jetzt sind keinerlei wirkliche Kriegsvorberei tungen getroffen worden

DerStaatsanzeiger enthält eine könig⸗ liche Verordnung, durch welche beide Häuser des Landtags auf den 29. April einberufen werden.

DieZeidler'sche Correspondenz stellt alle in Betreff von angeblichen Kriegsvor⸗ bereitungen in Preußen gebrachten Mittheilungen in Abrede. Es sei weder von einer allgemeinen, noch von einer partiellen Mobilmachung, noch von einer auf eine kriegerische Eventualität deutenden Maßregel bis jetzt überhaurt die Rede gewesen. Das officibse Organ betont namentlich die Ab⸗ wesenheit des Grafen Bismarck von Berlin als einen Beleg, daß die Situation minder bedenklich sei, als die allarmirenden Börsennachrichten sie darstellten, und macht schließlich darauf aufmerk- sam, daß den friedlichen wie den Kriegs nachrichten jede officielle Basis fehle, da directe Verhandlun gen zwischen Paris und Berlin noch gar nicht stattgefunden haben

Coblenz. Nachdem kürzlich auf dem Ehren⸗ breitstein ein fein gekleideter Herr, welcher sich eifrig mit der Aufnahme der Festungswerke be schäftigte, arretirt worden war(derselbe soll sich später als ein französischer Offizier legitimirt haben), wurde neuerdings ein zweiter Fremder bei der Zeichnung der Werke auf dem Fort Alexander überrascht und zur Wache abgeführt.

Wiesbaden. In der heutigen General⸗ Versammlung der Taunusbahn⸗Actionäre wurde die Dividende auf 8 Gulden per Actie festgesetzt und ferner beschlossen, in den Erneue⸗ rungssonds 83,000 Gulden abzusetzen und dem Pensionsfonds der Angestellten eine Dotation von 5000 Gulden; zuwenden. Wenig Debatten, Annahme einstimmig

Kreisen gefunden. Ja

DerRh. K. wiederruft die Nachricht, daß das HotelOranienhof in Kreuznach für den Prinzen von Frankreich gemiethet worden sei.

Frankfurt. An Stelle des Herru Ober⸗ staatsanwalts Hecker ist Herr Staatsanwalt v. Schmieden in Posen ernannt worden. Derselbe übernimmt seine hiesige Stellung am 1. Mai.

Oberursel. Am Sonntag den 14. d. M. fand hier eine, namentlich von vielen Katholiken besuchte Versammlung statt, in welcher Berathung über die Communalschulen gehalten wurde. Der Plan, hier eine Confessionsschule zu errichten, darf als vollständig gescheitert angesehen werden.

Sachsen. Dresden. Durch eine Bekannt machung des Gesammtministeriums wird der Land tag Sachsens auf den 29. d. M. auf kurze Dauer einberufen

Oester reich. Wien Die Specialcom mission für die Berathung der Münzfrage hat, wie die AugsburgerAllg Ztg. erfährt, ihre Arbeiten bereits beendet, und sich dem Vernehmen nach im Princip für die Einfuhrung der Gold währung(jedoch keinenfalls vor dem Jahr 1870) und für die Beschickung der von Frankreich aus geschriebenen inter-nationalen Conferenz entschieden.

DiePresse erfährt über die Mission des Grafen Tauffkirchen in Berlin und Wien, es habe sich in erster Linie um den Eintritt der süddeutschen Staaten in den norddeutschen Bund, eveatuell um ein Schutz- und Trutzbündniß zwi⸗ schen Oesterreich und dem unter Preußens Führung geeinten Deutschland gehandelt. Ersteres sagt das Blatt wäre dem bahyerischen Diplomaten in Berlin gelungen. Dagegen werde bestimmtest versichert, daß Graf Tauffkirchen eine Zusage in Betreff eines österreichischen Bündnisses mit Deutsch land nicht zu erlangen vermochte.

Nachrichten aus Paris wollen wissen, daß der Herzog von Grammont ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers Napoleon an den Kaiser Franz Joseph, welches diesen einlade, zum Besuch der Ausstellung nach Paris zu kommen, bei seiner demnächstigen Rückkehr von Paris mit bringen werde.

Frankreich. Paris. An der Börse zeigt sich noch immer wenig Vertrauen in die politische Lage. Die preußische Thronrede wird ungünstig ausgelegt. Man glaubt hier die Spannung zwischen beiden Mächten im Wachsen. Fast alle Blätter beurtheilen die Rede des Königs von Preußen als nicht friedlich, indem sie hervor heben, daß er zwar von Frieden rede, ohne jedoch zu sagen, daß man für Erhaltung des Friedens Opfer zu bringen geneigt sei. Der König von Belgien ist nach Berlin abgereist

DieFrance bringt einen Artikel über schrieben:Paris und Berlin, in welchem sie nachzuweifen sucht, daß Krieg oder Frieden jetzt nur von Preußen abhängt, und welcher mit fol⸗ genden Worten schließt:Frankreich ist geneigt, der Aufrechterhaltung des Friedens alle Opfer zu bringen, die mit seiner Nationalehre vereinbar sind. Wenn bie heute versuchte friedliche Bestre

bung nicht zum Ziele führt, so kann die Ver antwortlichkeit es dafür nicht treffen. ö

Man liest imUnivers:Man hat die Haltung, welcher der Kaiser am vergangenen Sonntag bei dem Rennen von Longchamps gegen den Grafen v. d. Goltz beobachtete, sehr bemerkt. Der preußische Botschafter hätte sich dem Kasser genähert, der seinerseits ihn sehr verbindlich ge⸗ grüßt, aber kein Wort an ihn gerichtet hätte. Als der Botschafter sich später in den Wägeraum begab, fand er bei allen Personen beinahe, welche in näheren oder ferneren Beziehungen zur Regierung stehen, gleichfalls einen ziemlich kalten Empfang. Man hatte bereits die Haltung des Kaisers wahr- genommen, und es bedurfte nicht mehr, um die ganze officielle Welt sofort zu einer gleichen Hal⸗ tung zu veranlassen. Abends war großes Diner bei dem Senatsvräsidenten Troplong, zu dem auch Graf v. d. Goltz geladen war. Er fand daselbst den gleichen Empfang. Nur ein einziger Senator unterhielt sich mit ibm.

Die französische Regierung gibt den unstreitig stattfindenden Rüstungen gegenüber folgende Gründe

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an: Durch die mexikanische Expedition u. a. Unter- nehmungen wurden nämlich fämmtliche Mllitär Magazine und Arsenale erschöpft, ohne daß es

bis jetzt der Zustand der Finanzen gestattet hätte,

bessernde Hand daran zu legen. Wenn daher auch nicht die Luxemburger Frage auf dem Tapet

stände, so würde sich die Regierung doch genöthigt

gesehen haben, endlich arbeiten auszuführen.

Es wird versichert, es sei den Vermittlungs- mächten gelungen, in der schwebenden Frage ein für beide Theile annehmbares, von Frankreich bereits angenommenes Ausgleichungsprineip auf zustellen. Der Kaiser Napoleon soll sich gegen Marquis de Moustier für Rouher's Friedenspolitik entschieden ausgesprochen haben.

Italien. Verschiedene Blätter melden, daß in Savoyen das Gerücht von einer Rückerwerbung dieses Landes durch Italien sehr verbreitet sei und Gefühle errege, die für Frankreich nicht sehr schmeichelhaft seien.

Türkei. Belgrad. Die Türken haben die Festung dem serbischen Militär übergeben. Die Truppen beider Nationalitäten waren in Parade aufgestellt. Der Fürst verlas den Ferman, wodurch die Uebergabe von der Pforte bewilligt wird.

einmal jene Rüstungs⸗

Mainz, 18. April. In dem vielbesprochenen Dieb⸗ stahl auf der hiesigen Eilgutexpedition der Ludwigsbahn

sind durch das Bezirksgericht folgende Urtheile ergangen:

Dem Hauptbeschuldigten Alex. Grünewald war der Betrug und die Unterschlagung, an einem Koffer von 800 fl., eines Kistchens Spitzen von 500 fle, einer Tasche mit Herrenkleidern von 45 fl., eines Heftes Elsenbahn Bons von 500 Francs und eines Stückes Sarsinet von 48 fl. Werth nachgewiesen, seinen milbeschuldigten Schwestern Margaretha und Sophie, sowie seinem Bruder Heinrich die Gehülfenschaft, beziehungsweise Begünstigung der Ver⸗ brechen zur Last gelegt. Der Hauptbeschuldigte wurde zu Jahr Correctionshaus, Schwester Margaretha zu 9, die kaum 16 Jahre alte Sophie Grünewald, in Berück⸗ sichtigung dieses Alters, zu 6 Wochen Gefängniß und Heinrich Grünewald zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt.

Düsseldorf, 17. April. Gestern langte die große Krupp'sche Kanone hier an, um von hier nach Pacis zur Ausstellung geführt zu werden. Das Geschütz sammt einem eisernen Gestell lag auf einem, aus der Krupp'schen Fabrik hervorgegangenen achträderigen Wagen, stark genug, giese Riesenkanone nach ihrem Beslimmungsorte zu bringen. Ranone und Gestell wog nicht weniger als 80,000 Zoll⸗ pfund. Dazu kamen mehrere Geschosse, von denen jedes ein Gewicht von 1100 Pfund hatte. Unter dem Drucke einer solchen Kugel muß wohl jede, auch die stärkste Mauer, das stärkste Gewölbe brechen.

2* Deutscher Müllertag. Am 27., 28. und 29. Mai d. J. findet zu Berlin die erste Versammlung deutscher Müller und Mühleninteressenten im Saale der Ressource zur Unterhalfung, Oranienburgerstr. Nr. 18, statt. Die Discussion eestreckt sich nicht allein auf die Fortschritte der Mühlenbau-Technik, sondern auch auf die bei der Müllerei in Betracht kommenden rechtlichen Momente, und werden hier namentlich vielfältige Lücken in der Gesetzgebung zur Sprache kommen. Zu gleicher Zeit findet eine Ausstellung (andwirthschaftlicher Maschinen zu dieser Zeit in Berlin statt, und wird auch auf Vergnügungen jeglicher Art reichlich Bedacht genommen werden.

z Nach derNeuen Thurgauer Zeitung werden auf dem Schloß Arenenberg Vorbereitungen für ein baldiges Eintreffen der Kaiserin Eugenie von Frankreich und ihres Sohns getroffen.

Entsetzlicher Vorfall. Am 5. d., Morgens Uhr, als während des fürchterlichen Schneesturmes jedes Hören und Sehen auch auf die kürzeste Strecke un⸗

möglich war, wurden in der Nähe des Maschinenhauses

zu Löbau(Sachsen) zwei auf dem Heimweg befindliche Eisenbahnarbeiter von dem daher brausenden Personenzug erfaßt, der eine derselben wurde überfahren und so er⸗ heblich verletzt, daß er eine Stunde später verstarb. Dem audern erging es noch schlimmer. Er wurde von denn Aschkasten der Locomotive erfaßt und bis nach Pommritz geschleift, wo er endlich als formlose Masse liegen blieb. Auf dem ganzen Weg bis dahin fand man Kleidungs⸗ stücte und einzelne Glieder des Unglücklichen. Beide Arbeiter sind verheirathet gewesen und hinterlassen jeder drei kleine Kinder.

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Mathildenstiftung zur Rettung ver⸗ wahrloster Kinder.

Friedberg, 22. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog aden die Gnade gehabt, der seit 2 Jahren im bicsigen Kreise bestebendenMathildentiftung zur Rettung verwahrloster Kinder einen jährlichen Beitrag von 100 fl. aus Allerhöchstihrer Kabinetslkasse zu be⸗ willigen. Indem wir von dieser für unsre Stiftung, die bereits 24 verlassene Kinder in Pflege genommen hat, göchst erfreulichen Bewilligung allen Juteressenten Kenniniß geben, verfehlen wir nicht, für diese hochherzige Gabe

unsern unlerthänigsten und tiefempfundensten Dank auch

au diesem Orte auszusprechen. Für den Vorstand: S ie me ge e.

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