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wir unsere Postbeamten in Galauniform. Die Postillone waren beschärpt und hatten gefederbuscht, was die Feier des Tages wesentlich erhöhte und bemerkbar machte. Mainz. Kürzlich gelangte in der Gemeinderaths⸗ sitzung der Rechenschaftsbericht der Stadt per 1866 zur Vorlage. Ende 1805 betrug der Schuldenstand der Stadt 964,610 fl., Ende 1866 1,206,610 fl.; der Vermögens⸗ stand, die nutzbaren Rechte zum 25fachen Betrag der Jahres— einnahmen angeschlagen, g 5 Gesammt-Einnahmen 887,956 fl., Gesammt⸗Ausgaben 857,124 fl. Unter den Ausgaben figuriren 2000 fl. für das Deficit beim Musiksest und 39,669 fl. Kriegskosten.
Dringende Bitte!
Der Fabrikort Johanngeorgenstadt in der ärmsten und ödesten Gegend Sachsens,(dem sogenannsen sächsischen Sibirien) wurde vor einigen Monaten vollständig von den Flammen verzehrt. Ueber 326 Gebäude brannten bei der damaligen Trockenheit mit Hab und Gut total nieder, und auch nicht das Geringste war versichert. Ein
betrug Ende 1866 9,204,963 fl.
unübersehbares Elend ist über diese unglückliche Stadt bereingebrochen, viele Menschen sind verbrannt und ver— kohlt aus dem Schutte herausgezogen worden, und sämmt— liches Vieh ist zu Grunde gegangen. Ueber zwei Drktttheil der Bewohner sind an den Bettelstab gebracht, und nagen im vollsten Sinne des Wortes an dem Hungertuche.
Obgleich die allgemeine Mildthätigkeit schon Vieles gethan hat, so irren nach den neuesten offiziellen Berichten bei der jetzigen kalten, rauhen Jahreszeit(der Schnee liegt dort schon beinahe Fuß hoch) noch über 2000 Obbachlose in den Brandruinen umher, wahre Jammergestalten, von Frost und Kälte durchschüttelt, kaum das Nothwendigste habend, ihre Blöße zu bedecken, ohne Hülse und ohne Nahrung.
Da die Noth dort aufs Höͤchste gestiegen ist, so wagt der ganz ergebenst Unterzeichnete an die Herzensgüte und den Wohlthätigkeitssinn edelmüthiger Menschen zu appel— liren, und bittet dringend um milde Beiträge sowohl an Geld als an alten Kleidungsstücken, Stiefeln, Schuhen, Bettgeräth ꝛc. ꝛc.
Die Expedition des„Anzeiger für Oberhessen“ hat sich gütigst bereit erklärt, Gaben aller Art in Empfang zu nehmen, und da die allerletzten Berichte von Johann—
georgenstadt das Elend als über alle Begriffe schildern, so ist schnelle Hülfe doppelte Hülfe.
Frankfurt a. M., den 1. November 1867.
J. Gerson, Königl. Sächsischer Generalconsul.
Sollten mildthätige Bewohner Friedbergs und der Umgegend den Unglücklichen von Johanngeorgenstadt eine Liebesgabe zuwenden wollen, so erbietet sich die Unter⸗ zeichnete, welcher von befreundeten Familien einige kleine Gaben bereits zugestellt wurden, zur Annahme und Wei⸗ terbeförderung derselben.
Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen.
Eingesandt.
2668 Im Interesse solcher Personen, die sich für eine anerkannt solide Geld-Verloosung interessiren wird hier⸗ (durch auf die Annonce der Herren S. Steindecker und Comp. in Hamburg aufmerksam gemacht. Dieses Haus ist steis vom Glück begünstigt, versendet fortwährend pünktlichst die größten wie die kleinsten Gewinne nach den eniferntesten Gegenden und ist überhaupt bemüht seine Interessenten prompt, reell und diseret zu bedienen.
8 NN 0 4 Bekanntmachung. Beförderungsweise und Porto- Ermäßigung der Privat⸗ briefsendungen an Personen der Preußischen Schiffs—
besatzungen im Auslande. f
2671 Bet dem Hof-Post⸗Amte in Berlin wird mit dem 15. November d. J. ein Marine-⸗Post⸗Büreau in Wirksarnkeit treten, welches die bei den einzelnen Landes⸗Postanstalten aufgelieferten Briefe an Personen der Preußischen Schiffs-Besatzungen im Auslande zu sammeln und demnächst nach dem Besttmmungsorte zu befördern hat.
Die gedachten Briefpostsendungen werden zu dem Zwecke von der Postanstalt, bei welcher die Auflieferung Seitens des Absenders erfolgt ist, dem Marine-Post⸗- Büreau übersandt werden. Von dem Marine-Post⸗ Büreau erfolgt die Absendung der in Rede stehenden Briefe nach dem Auslande am 1. und 15. eines jeden Monats.
Für jeden gewöhnlichen Privatbrief— bis zum Ge— wichte von 4 Loth einschließlich— aus der Heimath an Personen der Schiffsbesatzungen im Auslande tritt vom 15. November d. J. ein ermäßigtes Porto ein, und zwar
A. für Briefe an Ober⸗Steuerleute und Steuerleute, Ober⸗Feuerwerker und Feuerwerker, Ober-Boots- leute und Bootsleute, Ober-Maschinisten und Maschinisten, Ober-Meister und Meister, Feld⸗ webel, See⸗Kadetten, Stabs-Wachtmeister, Steuer- manns⸗Maaten, Feuerwerks Maaten, Bootsmanns— Maat en, Maschinisten⸗Maaten, Meisters⸗Maaten, Ober⸗Lazareth Gehülfen und Lazarety⸗Gehpülfen, Stabs⸗Sergeanten, Kadetten, Matrosen, Schiffa⸗ jungen, Maschinisten-Applicanten, Heizer, Hand werker und Uater-Lazareth Gehülfen, sowte an die bei der Marine im Dtenste stehenden Militärpersonen vom Feldwebel abwärts
der höchste Portosatz ür einen zwischen zwei inländischen Postanstalten zu befördernden ein. fachen frankirien Brief(bis zum 1. Januar k. J.) 3 Sgr.;
B. für Brlefe an Offiziere und die im Offiziersrang stehenden Marine-Beamten das Doppelte des sub A, angegebenen Portosatzes.
Ote Adresse der Briefe, für welche die vorstebend be⸗ zeichnete Porto⸗Ermäßigung in Anspruch genommen wird, muß enthalten: J
a, den Grad und Dienst-Charakter des Adressaten
oder daa Amt, welches derselbe in der Marine⸗
Verwaltung bekleidet,
b. die Angabe:—
„an Bord Seiner Majestät Schiff(Name des Schiffes) per Adresse des Königlichen Hof— Post⸗Amtes in Berlin.“
Die Berichtigung des vorgedachten Porto- satzes muß bei der Postanstalt am Aufgabeorte erfolgen.
Die in Rede stehenden Briefe unterliegen somit, in Ansehung dieses Portosatzes, dem Franco ⸗Zwange.
Recommandirte Briefe, ferner Geld- und Packet⸗ sendungen find von der gedachten Beförderungsweise und Porto- Ermäßigung ausgeschlossen, ebenso die den vorstehenden Bestimmungen nicht entsprechenden Brief⸗ sendungen.
Berlin den 1. Nodbember 1867.
General-Post- Amt v. Philtpsborn.
Dr. Pattison's
Gichtwatte
2455 ndert sofort und beilt schnell Gicht und Rheumatismen
aller Art, als: Gesichts⸗, Brust⸗, Hals- und Zahn⸗ schmerzen, Kopfe, Hand- und Knlegicht, Gliederreißen,
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J. A. Windecker.
2664
Grundbuch nach Maßgabe des Artikels 29 des Gesetzes v eingeschrieben werden.
Edietalladung.
Die Besitzer der unten bezeichneten Immobilien, welche angeblich theils durch Erbfolge und Theilung, theils durch Kauf erworben worden sind, wollen vor Offenlegung des für die Gemarkung Münster neu errichteten Grund⸗ buchs ihre Erwerbtitel in dasselbe eintragen lassen, vermögen aber den Erwerb urkundlich nicht nachzuweisen. Es werden deghalb alle Diejenigen, welche aus irgend einem Grunde Ansprüche an diese Immobilien bilden zu können glauben, aufgefordert, solche sogewiß binnen drei Monaten dahier gektend zu machen, als sonst die betreibenden Besitzer im om 21. Februar 1852 als vermuthete Eigenthümer werden
Bezeichnung
11 Paulus Kuhl II. Wittwe 12 Johann Georg Fei modo dessen Erben 13 Georg Ofenbacher, modo dessen Erben
18 J Paulus Becker 19 J Heinrich Schild Heinrich Fei 21 Ernst Weil
31 J Dieselbe
Butzbach den 6. November 1867
Ordn.⸗ Namen Nr. Der Bee fis der I m mobi li e n. 1 Heinrich Anschicks III 21. 21 Johannes Bieber I. III. 9g. 3 J Anna Margaretha Anschicks resp. deren Erben 1,48. I,. 308. III, 343. XIV. 16. XIV, 153. 41 Johannes Becker IV. 1,375. II, 384. 5] Philipp Beckers Witlwe II, 130. II. 241. I. 410. V233. VI. 205. VI, 341. VII, 305. XIV. 47. 6 Ludwig Berger, Förster V.314. 7 Johannes Becker II. Wittwe VI, 234. VII, 160. 8 Johannes Schneider III. Wittwe V. 231. VI, 280. VII. 370. 5 9 Peter Reineck VI, 19. 10 Konrad Kuhl II. XIV, 182 XIV. 183.
1.29. 1, 29a. I. 30. 29. V. 353. VII, 412. 1.127. 1,128. I, 128. XIV, 193.
14 Karl Theis II 88.
15] Christoph Ranft 1.79. 1.82.
10 J Peter Repp II., modo dessen Erben 1,215. 1,229. II, 284. II. 301. II. 389. II, 403. III 134. IV. 70. V, 118. V. 265. V. 209. V. 316. VI, 39. VII, 116. VII, 237. VII, 347. VII, 466. XIII, 0. XIV. IS. XIV, 163.
171 Georg Zickler 1,339.
1,147. 1, 147a. II, 428. VII, 74. IV.565/0.
11. 211. IV. 5.
22 Matthäus Kuhl I. 180. 1.180 a. I.181. II 220. III. 290. IV. 59.
23 J Konrad Theis II. 1,123. 1,194. 1314/10. 1,389. II, 23. II, 142. II, 189. 11190. 11,281. II, 319. II, 449. III. 46. III, 119. III, 260. IV. 95/0. IV. 48. IV.91. IV. 128. V. 113 V.364. V. 407. V. 496. VI,303. VII, 52. VII. 155. VII 75. VII, 401. VII, 434. XII, 40. XIII, 27. XIV. 26. XIV. 106.
24 J Lorenz Ludwig 1.333. VI. 317. XIV., 133. II,. 92.
25 J Joh. Georg Schneider, modo dessen Erben 1.174. 1,191. III, 205. III, 317.
26 J Johannes Wißbach 1.178.
27 J Philipp Schneider III. 11,419.
28 Heinrich Becker II. 1,136. 1,136a.
29 J Die Gemeinde Münster 1,18. 1.22. I. 68a. I, 2. 1,182,7. II, 76. II, 114. II. 121. II 122. II. 124. II, 163. II, 23 1. 1,2990. I, 472. III, 160. III, 200. III. 246. IV. 53. V. 398. V. 444. V. 533. VII. VI 43. VI, 163. VI. 236. VII, 151. VII, 168. VII. 169. VII,. 394. VII 396. VII. 398. VII, 409. VII. 440. VII,. 459. XIII, O7. XIII 10. XIII.. XIV. 78. XIV, 79. XIV, 178. XIV, 149,5. XIV, 7d. I. 258. III. 372. VII, 200. VIII, 15. VIII, 67. XII 37. XII S9. XIII92. VIII 65. IXI. IN I. if. f nnn XIV. I. I.6. 1.13. IV, 1. VII, 491.
30] Die Gemeinde Münster VI,. 255(der Anna Margaretha Weisel zugeschrieben).
VI, 2. VI, 257. VI, 265. XV.65(dem Nicolaus Jung zu—
geschrieben).
Großherzogliches Landgericht Butzbach
Dr. Gil mer, Königer, Landrichter. Landgerichts-Assessor.
Lieferung von Petroleum-Lampen.
2663 Freitag den 15. d. Mts., Vormittags um 10
Uhr, wird die Lieferung von 30 Lampen und Laternen
für Petroleumbeleuchtung auf dem Bäüreau der unter-
zeichneten Behörde vergeben, woselbst auch die Muster
und Bedingungen zur Elnsicht offen legen. srzedberg den 11. November 1867
Großherzogliche Caserneverwaltung Kalbfleisch,
5 ald: 7., 8., 9., 10ner⸗Stämme,
Floß holz, schöne Waare, werden billig ab;
Oberquartiermeister. gegeben. Näheres dermesweg 8. Frankfurt a. M.
Oeffentliche Bekanntmachung. 2672 Schneidermeister J. C. Diehl II. in Friedberg hat seine Ueberschuldung angezeigt. Zur Einziehung seiner Augstände und Quittirung der Zablungen ist der Großberzogliche Hostaxator Scho arz als bestellter provisorischer Massecurator fortan allein berechtigt.
zriedberg am 12. Novemder 1867.
Großberzogliches Landgericht Friedderg Reitz, Zimmermann, Landrichter. Landgerichts-Assessor.
neben der Post.
Unterhosen
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