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1867.
Donnerstag den 11. Juli.
M81.
Anzeiger für Oberhessen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
F ritdberger Jutelligemzblatt
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
3—
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Mit dem 1. Juli beginnt ein neues halbjährliches Abo dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. allgemein belehrende und unterhaltende
und wichtigsten Tagesbegebenheiten,
nnement auf den Anzeiger für Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche
Nachrichten, Markt- und Cours⸗Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und locale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen
Unterhaltungs- Blatt interessante Novellen
und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel ꝛc.
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Post beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine
Blatt auch für das neue Halbjahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich
Die Redaetion.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Unterhaltung der Ortsstraßen und Vizinalwege.
Friedberg den 9. Juli 1867.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Durch die letzten Negengüsse sind wieder an einem großen Theile der Ortsstraßen und Vicinalwege Kanäle, Dohlen, Banquette und
Gräben zugeschwemmt und beschädigt worden, oder in anderer Weise in Unordnung gekommen. wirkung der Bezirksbauaufseher sofort dafür zu sorgen, daß Alles wieder in den gehörigen Stand kommt.
Betreffend: Die Anschaffung des Holzsamens pro 1867— nun die Berechnung der Preise für denselben.
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Wir geben Ihnen daher auf, unter Mit⸗ Trapp.
Friedberg den 9. Juli 1867.
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Wald besitzenden Gemeinden und die Markvorstände. Ueber die aus dem Großherzoglichen Holzsamen-Magazin für 1867 für ihre Waldungen bezogenen Holzsamen gehen Ihnen die
Aus zuge gleichzeitig unter Convert mit der Weisung zu, sofort für die Auszahlung der Beträge zu sorgen.
Trapp.
Hessen. Darmstadt. Am Jahrestage des Treffens von Frohnhofen und Laufach, 13. Juli, findet auf dem Exercierplatze dahier ein Feld- Trauergottesdienst statt, an welchem die ganze Garnison Darmstadt's Theil nehmen wird.
— Der Prälat unserer Landeskirche, Dr. K. Zimmermann, soll die neuliche Anwesenheit des Kaisers von Rußland benutzt haben, um den Nothstand der evangclischen Kirche in den balti⸗ schen Provinzen in einer Denkschrift darzustellen.
* Friedberg. Der Hauptverein der Gustav⸗ Adolf Stiftung im Großherzogthum Hessen, wird seine diesjährige, die 25. Jahres- Versammlung, Mittwoch den 24. Juli zu Zwingenberg ab- halten. Das Local-Festeomité sichert in seiner Einladung den Festgenossen eine gastfreundliche Aufnahme zu und bittet Alle, welche auf Woh- nungen in Privathäusern reflectiren, dem Comité zu Zwingenberg vor dem 17. d. M. gefällige Benachrichtigung zugehen zu lassen.
* Friedberg. Die früher auch in diesem Blatte erwähnte Adresse der evangelischen Geist- lichen an des Großherzogs K. H. ist demselben kürzlich überreicht worden und lautet:„Oeffent⸗ liche Blätter haben zu unserer Kenntniß gebracht, daß die gesammte katholische Geistlichkeit des Groß- herzogthums in einer Immediateingabe bei Ew. königl. Hoheit um Schutz gebeten hat gegen die
Angriffe auf die katholische Kirche, welche in einem Aufsatze des diesjährigen Gustav- Adolf⸗Kalenders über bie Jesuiten enthalten sein sollen. Schon seit einer Reihe von Jahren haben wir eine Menge von Verunglimpfungen und Herabwürdi⸗ gungen unseres evangelischen Glaubens erfahren müssen, welche in der katholischen Presse, insbe- sondere selbst in Hirtenbriefen des Bischofs von Mainz, stattgefunden haben; ja, wir mußten es sogar erleben, daß das Oberhaupt der katholischen Kirche Hissens in seinem im Jahre 1855 erlassenen
Hirtenbriefe den schweren Vorwurf auszusprechen wagte, es sei dem deutschen Volke in Folge der Reformation die Treue und das Gewissen abhan⸗ den gekommen. Vertrauend auf die siegende Kraft der göttlichen Wahrheit haben wir alle Angriffe bisher geduldig ertragen, aber dem nunmehrigen Auftreten des, katholischen Clerus in seiner Ge sammtheit gegenüber sind wir von der Ueberzeu⸗ gung durchdrungen, daß wir unsere heiligen Pflich⸗ ten gegen unsere evangelische Kirche tief verletzten, wenn wir nicht auch unsererseits vor Ew. könig⸗ lichen Hoheit ein Zeugniß ablegen würden. Wir vermögen in der an Ew. königliche Hoheit ge⸗ richteten Bittschrift des katholischen Clerus keinen andern Zweck zu erkennen, als den Jesuiten die denselben noch fehlende rechtliche Anerkennung in dem Bereiche des Großberzogthums zu verschaffen, wie andererseils das Recht der freien Meinungs- äußerung auf Seiten der evangelischen Kirche,
gegen dessen Mißbrauch die Gesetze schützen, durch ein Wort Ew. königlichen Hoheit zu beschränken. Allerdings sucht die katholische Geistlichkeit ihre Bitte dadurch zu begründen, daß sie die Lehre der Jesuiten für die der katholischen Kirche erklärt, allein was die Jesuiten waren, und was sie sind, ist zur Genüge bekannt, und wie namentlich die Bekämpfung unserer evangelischen Kirche ihr Lebens. zweck ist, hat die Geschichte in ihren grauenvollsten Thatsachen kundgethan. Wir können es deßhalb nur schmerzlich beklagen, daß die katholische Geist⸗ lichkeit die Sache der Jesuiten zu der ihrigen gemacht hat, müssen es aber auch zugleich als eine schwere Beleidigung Ew. königlichen Hoheit ausehen, wenn Allerhöchstdieselben als Summus Episcopus unserer evangelischen Landeskirche ge. beten wurden, den Jesulten Allerhöchs⸗Dero Schutz angedeihen lassen zu wollen. Von dieser Ueber⸗ zeugung sind wir um so lebhafter gerade an dem heutigen Tage durchdrungen, da wir an demselben
das Gedächtniß Philipp's des Großmüthigen, des großen Ahnherrn Ew. königl. Hoheit, feiern, der fur die evangelische Kirche Hessens und das Werk der Reformation überhaupt so Großes gewirkt und für dies erhabene Streben seines ganzen Le— bens so Schweres erduldet hat. Wir glauben darum auch den heutigen Tag nicht würdiger be— gehen zu können, als wenn wir, dem Beispiele Philipp's des Großmüthigen auf dem Reichstage zu Speyer folgend, mit aller Entschiedenheit Pro- testation einlegen gegen das die Würde und Selb⸗ ständigkeit unserer evangelischen Kirche tief ver— letzende Auftreten der katholischen Geistlichkeit, und Ew. königl. Hoheit allerunterthänigst bitten, daß Allerhöchstdieselben geruhen wollen, die in der Bittschrift der katholischen Geistlichkeit enthaltenen Tendenzen, welche den Frieden in Kirche und Staat im höchsten Grade gefährden, mit aller Bestimmtheit zurückzuweisen. Am 31. März 1867. Die evangelische Geistlichkeit des Großherzogthums.“
* Friedberg. Der Vorstand des deutschen Schützenbundes macht durch ein Ausschreiden be— kannt, daß das nächste deutsche Bundesschießen in Wien stattfinden soll.
* Friedberg, 10. Juli. Heute ist Mini- sterialrath v. Lehmann dahier anwesend, um wegen der bei Einführung des dreijährigen Cursus nothwendig werdenden baulichen Veränderungen die Localitäten des Schullehrer Seminars zu besichtigen.
Mainz. Am 28. d. M. wird dahier ein Arbeiter tag abgehalten, wozu die Vereine der Umgegend eingeladen sind.
Preußen. Berlin. Am 7. d. M. fand dahier am Grabe des großen Meisters der deut⸗ schen Volksschule, Adolph Diesterweg, die feierliche Enthüllung der von politischen Freunden und Verehrern des Verstorbenen errichteten lebens- großen Büste statt. Abgeordnete umstanden das
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