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ernennen; den Distrikseinnehmer Becker zu Gau-Alges⸗ heim nach Nieder-Ingelheim; den Oistriktseinnehmer

Mann in Assenheim in die Distriktseinnehmerei Gau⸗ Algesheim, den Distriktseinnehmer Köster zu Groß. Felda in die Distriktseinnehmerei Assenheim und den Distrikts einnehmer Weigel zu Biedenkopf in die Distriktseinnehmerei Groß- Felda zu versetzen; den Lehrer Ulrich an der 1. Elementarschule zu Gießen zum Lehrer an der 4. Stadt⸗ mädchenschule daselbst, den Lehrer an der Freischule zu Gießen Römer zum Lehrer an der 3. Klasse der Stadt mädchenschule daselbst und den Lehrer an der 2. Elementar⸗ schule zu Gießen Georg Müller zum Lehrer an der 4. Klasse der Stadiknabenschule daseldst zu ernennen; 12. Jan. dem evang. Schullehrer Otto zu Rüddingshausen die 2. evang. Schulstelle zu Groß-Linden zu übertragen.

VI. Versetzungen in den Ruhestand: am 31. Dez. 1866 Hofsilberarbeiter Hippenstiel, Hofkoch, Küchen meister Ferdinand Laval, beide unter Anerkennung ihrer langjährigen Dienste, den Kammerofficianten Bernhard Fischer auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen Dienste, den Hoffourier Johann Christian Bögel auf sein Nachsuchen und am 1. Jan. 1867 den Hofgartenwärter in der Hofgärtnerei Bessungen II. Bal thasar Schmitt.

VII. Concurrenz für: die 1. evang. Schulstelle zu Bessungen mit einem Gehalte von 526 fl. 8 kr. die evang. Schulstelle zu Ober-Finkenbach mit 300 fl., nebst 10 fl. 30 kr. für Heizung des Schullocals(Präsentation des Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau); die 2. kath. Schulstelle zu Astheim mit einem Gehalte von 300 fl.; die Kosten der Heizung des Schullocals werden von der Gemeinde bestritten.

Am Sonntag den 3. Februar werden die Bevollmächtigten der vier süddeutschen Regierungen in Stuttgart zu einer Conferenz zusammengetreten sein Als solche werden bezeichnet Fürst v. Hohenlohe und Generalmajor Frhr. v. Franke(für Bayern), Herr v. Freydorf und Generallieutenant Ludwig (als Repräsentanten Badens), Frhr. v. Dalwigk und Generalmajor v. Grolman(für Hessen Darmstadt). Die Genannten sind bekanntlich die gegenwärtigen Inhaber der Portefeuilles des Aus- wärtigen und des Krieges in den bezüglichen Staaten. Ministerprästdent v. Dalwigk und Generalmajor v. Grolman sind am 2. d. nach Stuttgart abgereist. Man will hieraus schließen, daß Prinz Ludwig, welcher in diesen Tagen von Berlin zurückerwartet wird, dort nicht den gewünschten Erfolg erzielt babe. Dieser Ansicht scheint jedoch die Nachricht zu widersprechen, daß der erste Flügeladjutant des Großherzogs, Oberst v. Grolman, in Begleitung des Hauptmann Bechstatt, nach Berlin gereist sei, um die Unter handlungen bezüglich der Militärconvention, welche durch Prinz Ludwig auf vertraulichem Wege an gebahnt wurden, nunmehr offfziell zu eröffnen.

Wie verlautet, werden die jetzt wieder zusammengetretenen Stände des Landes bei der bevorstehenden Berathung und Beschlußfassung über das Staatsbudget auch mit der Frage über Besoldungserhöhung einiger Beamtenclassen sich zu beschäftigen haben. So ist namentlich von den Landgerichtsassessoren und Landrichtern wie auch den Oberförstern die Rede, welche eine zeit gemäße Besserstelluug in Bezug auf Gehalt zu erwarten haben dürften. Läßt sich nun auch besonders hinsichtlich der Assessoren und der ge⸗

nannten Forstbeamten das dringende Bedürfniß besserer Dotirung nicht läugnen, so muß doch diesen gegenüber eine andere Classe von Dienern des Staates hervorgehoben werden, deren finanzielle Besserstellung vielleicht in noch höherem Maße für Regierung und Stände als Pflicht erscheinen möchte. Wir meinen den Stand der Gymnasial- und Reallehrer.(Wird man dabei nicht auch der Seminarlehrer zunächst ge denken müssen 2!)

Friedberg, 4. Febr. Die gestern in Nieder Wöllstadt stattgehabte Versammlang von Wählern des zweiten Wahlbezirkes war durch Vertreter aus 34 Orten besucht und hatte das erfreuliche Resultat, daß man sich nach kurzer Debatte über den für das Parlament aufzustellenden Candidaten unseres Bezirks einigte, nachdem Herr Kuhl von Butzbach selbst erklärt, daß er von seiner Candidatur zurück trete. Die Versammlung entschied sich hierauf einstimmig für die Wahl des Herrn Berg rath Buderus in Hirzenhain, so daß alle Hoffnung vorhanden ist, dieselbe mit einer glänzenden Majorität durchzuführen.

Nachdem man von Laubach aus mit einem Vorschlage für die Wahl des Grafen Otto von Solms-Laubach zum Abgeordneten in das Parlament und zwar im Wahlkreis Schotten Alsfeld-Lauterbach hervorgetreten und zu wirken begonnen, hat derselbe ein Flugblatt veröffentlicht, mit welchem er gleichsam als Wahl-Candidat auftritt, indem er in ausführlicher Weise seine Stellung zu dem zu wählenden Parlament und seine Ansichten über unsere politische Lage nieder gelegt hat. Das öffentliche Hervortreten des Herrn Grafen und seine bestimmte Erklärung für Betheiligung bei der Wahl ist an sich von Wichtigkeit, zumal hierdurch der hier und da bestehenden Ansicht, von der Wahl fern bleiben zu sollen, von dieser beachtenswerthen und einfluß reichen Seite entgegengetreten wird.

Nach einem Erlasse Großherzoglichen Ministeriums des Innern wird durch die Groß herzoglichen Kreisämter zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Reichstag des norddeutschen Bundes am 24. Febr. eröffnet werden soll.

Wie verschiedene Blätter berichten, wären die von Preußen angeregten Verhandlungen wegen Verkaufs des großherzoglich hessischen Antheils der Main-Weser-Bahn bereits dem Abschluß nahe. Die bei diesem Bahnverkauf zunächst interessirten Städte und Ortschaften der Provinz Oberhessen sollen, in Hinblick auf diese Eventualität, Petitionen an die großherzogliche Regierung vorbereiten, worin gebeten wird, daß der Verkaufspreis für die Main-Weser⸗Bahn zum Theil oder nach Umständen auch gänzlich zu neuen Eisenbahnanlagen in der Pro- vinz Oberhessen möge verwendet werden.

Hungen. DerMain-⸗Ztg. wird von hier berichtet: Dieser Tage waren die Mitglieder des Gründungscomites der Wetterauer Eisenbahn von

Gießen über Gelnhausen nach Partenstein in unserer Stadt versammelt. Der Präsident des Comites Hr. Graf von Solms-Laubach erstattete einen längeren Bericht, wonach die Ausführung der Bahn vorerst nicht zu bewerkstelligen sein dürfte. Zunächst ist den Herren Green und Cons. in London nicht gelungen, die von ihnen wegen der Köln-Soester Eisenbahn gestellte und wegen des Nichtzustandekommens dieser Linie ver fallene Caution zurückzuerhalten. Nur unter dieser Bedingung hatten sie sich erboten, den Bau der Wetterauer Bahn zu übernehmen. Sodann führte auch die Unterhandlung mit der Köln Mindener Bahn zu keinem günstigen Resultate; gleichwohl will diese Bahngesellschaft, im Falle sich eine neue Gesellschaft für das gedachte Unter nehmen bilden würde, in neue Unterhandlungen eintreten unter der Voraussetzung, daß der Betrieb der neuen Bahn in ihre Hände gelegt wird. Auf das Gesuch um Conkcesstonsertheilung für die Wetterauer Bahn ist nun von Seiten des Handels ministeriums in Berlin eine abschlägige Ent scheidung erfolgt; namentlich weil die nöthigen Geldmittel für die Ausführung der Bahn nicht nachgewiesen seien. Dies ist nach den königl. preuß. Gesetzen erforderlich. Man ersieht hier aus, daß die preuß. Vorschriften für Eisenbahn⸗ concessionsertheilungen auch maßgebend für die neu erworbenen Länder sind. Trotzdem hofft das Comite, daß bei der zweifellosen Rentabilität der projectirten Bahn das Unternehmen in günstigeren Zeiten doch noch ausgeführt werden könne.

Mainz. Der Wasserstand des Rheins hat bereits um einige Zoll die Höhe überschritten, welche er hier bei dem letzthinigen Steigen des Stromes erreigt hatte. Die Keller füllen sich allerwärts wieder mit Wasser und das fort- währende Steigen des Rheins läßt eine Ueber schwemmung der niederen Stadttheile befürchten, da nach telegraphischen Depeschen der Oberrhein, Neckar und Main noch starke Wassermassen bringen werden.

Preußen. Berlin. Den in den Jahren 1848 1850 rechtswidrig entfernten schleswig-bolstein'schen Beamten hat die preußische Regierung die Pensionsberechtigung zuerkannt und beginnt die erste Auszahlungsrate mit dem 1. Januar 1866.

Durch den zwischen Preußen und dem Fürsten Thurn und Taxis abgeschlossenen Ver⸗ trag überträgt letzterer für sich selbst und im Namen aller seiner Erbberechtigten die Postgerecht⸗ same, welche er bisher in 19 deutschen Staats- gebieten ausgeübt hat, an die preußische Regierung. Diese Staatsgebiete sind bekanntlich: 1) die Hohenzollern'sche Lande, 2) das vormalige Kur- fürstenthum Hessen, 3) das vormalige Herzogthum Nassau, 4) die vormalige Landgrafschaft Hessen⸗ Homburg, 5) die vormals freie Stadt Frankfurt, 6) die an Preußen abgetretenen Theile von Oberhessen, 7) das Großherzogthum Hessen,

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daß das Genommene im Innern ersetzt wird. Außerdem ist hieraus klar, daß wir dem Südländer sein träges Leben nicht übel anrechnen dürfen. Die Lieblingsspeise des Polarländers ist Speck und Thran, die des Süd⸗ länders Früchte; jene enthalten viel mehr Kohlenstoff als Letztere. Die Natur hat also die Speisen nach dem Bedürfniß eingerichtet. Die beinahe vollkommene Gleichheit der Wärme des Menschen am Aequator und an den Polen, trotz der Verschieden heit der äußeren Verhältnisse, erklärt sich hieraus leicht. Bei Letzterem erneuert sich die Wärme schneller durch die kältere Luft und die größere Speisenmenge. Je weniger Wärme uns ent- zogen wird, je wärmer also die Kleidung, desto geringer das Nahrungs- bedürfniß; für's Thier heißt die betreffende bekannte Regel: Je wärmer im Winter der Stall, desto weniger Futter. Im Sommer können Kleider resp. der Stall für die Thiere allzu warm sein. Bei Ruhe werden die Stoffe, die sonst der Athmung dienen, als Fett u. s. w. angesetzt; daher neben der Anlage dazu, neben guter und reichlicher Nahrung, Ruhe zum Beleibtwerden gehört. um Thiere fett zu machen, stellt oder setzt man sie ein, überläßt sie also der Ruhe und gibt ihnen reichlichere Nahrung, als sie zur Athmung nöthig haben. Kaffee, Thee, Chocolade, Wein, Branntwein, Bier erwärmen nach dem Genuß, weil sie Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff enthalten. Einen Hungernden friert. Wasser⸗ trinken, anhaltendes Sprechen, Singen, das Schreien der Kinder, feuchte Luft, alle diese Dinge vermehren den Appetit. Bei einem Hungernden ver schwinden zuerst das Fett, dann auch die andern löslichen Stoffe, zuletzt wird auch das Gehirn angegriffen, Wahnsinn tritt ein, dann der Tod.

Wären wir im Stande, Monate lang den Athem einzuhalten, so würden wir während dieser Zeit der Nahrung entbehren können. Schlangen und Kröten, die oft Wochen lang kaum merklich athmen, können ebenso lang und noch länger der Nahrung entbehren. Die im Winter erstarrenden Thiere athmen nicht, brauchen darum auch keine Speise. Thiere, die einen Winterschlaf halten, athmen fort, wiewohl weniger lebhaft, dadurch verzehren sie während desselben einen Theil ihres Körpers, ihr Fett.

Als Regel für die Pflege des eignen Körpers leiten wir hieraus ab, daß der durch die Athmung bedingte, zur Erhaltung der Gesundheit noth⸗ wendige Stoffwechsel bei öfterer Bewegung in reiner, frischer Luft am an⸗ gemessensten vor sich geht.

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Ueber eine kürzlich stattgehabte Feuersbrunst auf dem Mississippi⸗Dampfer Fashion, erfährt man folgendes Nähere: Das Schiff gerieth 7 Meilen vor Baton Rouge in Brand, wahrscheinlich durch Funken, die dem Rauchfange entfahren waren. An Löschung war um so weniger zu denken, als auch die große Baumwoll⸗ Ladung (2700 Vallen) von den Flammen erfaßt wurde. Etwa 400 Passagiere befanden sich an Bord, darunter gegen 300 Neger. Von allen diesen konnten leider nur 80 ge⸗ rettet werden. Wild und verzweilflungsvoll stürzten sich Viele in den Fluß, die Fluthen den Gluthen vorziehend. Viele andere rannten, um den Flammen zu entgehen, von einer Seite zur andern, bis auch sie, in eine dichte Masse zusammengeballt, in's Wasser hinabgedrängt wurden. Eine Mutter warf ihre drei Kinder in den Fluß und sprang ihnen dann nach; sie selbst und ein Kind wurden in Sicherheit gebracht, während sie die beiden anderen vor ihren Augen ertrinken sah.

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