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deutschen Bundesstaates beginnt auch bei uns zu
wachsen; nach einigen Vorversammlungen und Constituirung eines Wahl- Comite hat gestern Abend die erste der von jetzt an für jeden Mitt- woch Abend in der Reichskrone dahier in Aus- sicht genommenen Wäblerversammlungen stattge⸗ babt. Der wichtige Gegenstand wurde in mehr— stündiger lebhafter Debatte eingehend besprochen und hierbei insbesondere die Frage: Wen wählen wir? in Betracht gezogen. Und diese Frage ist allerdings reiflicher Ueberlegung werth. Denn die Aufgabe des Parlaments, zu welchem unsere Provinz Oberbessen, als Bestandtheil des neuen Bundes, drei Abgeordnete zu entsenden hat, wird eine außerordentlich schwierige und wichtige sein, und von deren richtiger Auffassung und Lösung wird es wesentlich abhängen, ob wir endlich das Ziel, für welches so Viele geschwärmt und gerungen und gelitten, ein in Einheit verbundenes Deutsch— land, groß und mächtig, ung— frei, erreichen werden. Und bei dem Ringen nach diesem Ziele dürfte vor Allen im Parlament unseren oberhessischen Abgeordneten die Aufgabe zufallen, dafür zu wirken und zu streben, daß unser, einerseits dem Nord— bunde angehöriges und anderseits dem alten Stammlande und Fürstenhause in bewährter Hessen— treue verbundenes Oberhessen die Brücke werde, über welche, so Gott will recht bald, unser übriges Hessenland und auch die andern deutschen Süd— staaten in den neuen Bund einziehen, auf daß derselbe zu einem das ganze Deutschland um— fassenden einigen und mächtigen Bundesstaate sich erweitere und gestalte. Und darum ist es nöthig, dahin zu trachten, daß zu Abgeordneten nur solche Männer erkoren werden, denen man mit Zuversicht das Vertrauen schenken darf, daß sie die Wichtig— keit ihrer Aufgabe erkennen, über das zu erstrebende Ziel vollkommen klar und in unerschütterlicher Ueberzeugungstreue und Charakterfestigkeit unbeirrt von Außen nur die Erreichung desselben erstreben werden. Solche Männer aber sind selten, und die Aufgabe sie zu finden, schwierig, doppelt schwierig aber dadurch, daß nach dem betr. Wahlgrgsetze für die Abgeordneten keine Diäten vorgesehen sind, die Auswahl sich also auf die Wenigen beschränken müßte, welche mit Glücksgütern so reich bedacht sind, daß sie den mit dem Mandate eines Ab- geordneten und längerem Ausenthalte in Berlin verknüpften Aufwand ohne Schwierigkeit aus eigenen Mitteln zu bestreiten im Stande wären.
Um es gleichwohl möglich zu machen, auch außerhalb dieser beschränkten Auswahl unter wenigen Reichen sich umzuseben, erscheint es nöthig, die Mittel zu schaffen, um Jedem, der für würdig und fähig erachtet wird, uns im Parlamente zu vertreten, die Annahme unseres Wahlmandates ermöglichen und demselben die damit verbundenen Unkosten ersetzen zu können; es ist beantragt, eine Sammlung von freiwilligen Beiträgen hierzu ins Werk zu setzen, und wird das oberhessische Volk die hierauf gegründete Hoffnung, eine würdige
Vertretung im Parlamente zu ermöglichen, gewiß nicht zu Schanden werden lassen!
Schließlich richten wir noch die Bitte um Ab— druck dieses Artikels an alle oberhessischen Blätter.
— Vom 1. Januar an ist im Großbherzog— thum nun auch der bisher von der Post erhobene Bestellkreuzer für unfrankirte Briefe weggefallen. Die Bestell- und Einschreibgebühren für Fahr— postsendungen bestehen noch fort.
Offenbach Das Frankf. Journ. berichtet von einer sehr auffallenden Verminderung der Gewerbsteuercapitalien in Offenbach, welche für 1867 über 6400 fl. ausmache. Eine solche Er— scheinung in der fast gewerbreichsten Stadt des Landes, sagt das Blatt weiter, ist von hoher Bedeutung und ein nicht mißzuverstehender Mahn— ruf an die Regierung von Hessen, daß es die äußerste Zeit ist, Offenbach nicht zur Seite liegen zu lassen, sondern dafür Sorge zu tragen, end— lich die Eisenbahnverbindung Offenbachs nach Osten und Norden, welche eine Existenzfrage für Offenbach ist, ins Werk zu setzen.
Preußen. Berlin. Der neueste„Staate anzeiger“ publicirt das Gesetz über die Einver— leibung der Elbherzogthümer und das fernere über die Vereinigung der bisher hessen-darm— städtischen und bayerischen Gebietstheile; beide datiren vom 24. v. M.
— Die officiöse Zeitung veröffentlicht die Eintheilung der preußischen Provinzen in Wahl— kreise behufs der Wahlen zum norddeutschen Par— lament. Hiernach bildet die ehemals freie Stadt Frankfurt nebst Gebiet und der ehedem hessen— darmstädtische Ortsbezirk Rödelheim nebst Niederursel einen eigenen Wahlkreis. Das ehemalige Herzog— thum Nassau zerfällt in folgende Kreise: 1) Amt Usingen-Idstein-Königstein-Höchst⸗-Hochheim-Hom— burg, 2) Amt Wehen-Langenschwalbach-Rüdes- heim-Eltville-Wiesbaden, 3) Amt St. Goars— hausen-Braubach-Nastätten- Montabaur-Wall— merod⸗Nassau, 4) Amt Diez-Limburg-Runkel— Weilburg-Hadamar, 5) Amt Dillenburg-Herborn— Rennerod⸗Marienberg-Selters-Hachenburg. End— lich die Wahlbezirke in Kurhessen. 1) Kreis Schaumburg-Hofgeismar- Wolfhagen, 2) Kreis Kassel⸗Melsungen, 3) Kreis Fritzlar-Homberg— Ziegenhain, 4) Kreis Eschwege-Schmalkalden— Witzenhausen, 5) Kreis Marburg-Frankenberg— Kirchheim-Vöhl, 6) Kreis Hersfeld-Rotenburg— Hünfeld, 7) Kreis Fulda-Schlüchtern, Bezirk Gersfeld, 8) Kreis Hanau-Gelnhausen, Bezirk Orb.
Hannover. Es klingt zwar unglaublich, jedoch ist in der Kreuzzeitung zu lesen: Unter den kürzlich zur Einstellung gelangten ehemaligen hannöver'schen Soldaten befinden sich viele Mann— schaften, welche noch nicht confirmirt sind. Bei einem Regimente allein soll sich die Zahl der— selben auf 11 belaufen. Die Truppencommaändo's sind deßhalb aufgefordert worden, in dieser Be— ziehung sofort weitere genaue Recherchen anzu— stellen und die Zahl und Namen der im gleichen
Falle sich befindenden Eidespflichtigen dem General- gouvernement in Hannover anzugeben, damit für dieselben, bevor sie zum Eide selbst zugelassen werden, noch der erforderliche Religionsunterricht und sodann ihre nachträgliche Confirmation an— geordnet werden könne.
— König Georg hat endlich die Offiziere und Soldaten der hannöver'schen ee zwar nicht des Fahneneides entbunden, jedoch Allen, die es wünschen, den Abschied ertheilt resp. Generallieutenant v. Arentsschild ermächtigt, denselben zu ertheilen, wodurch denn für den Einzelnen dasselbe erreicht wird, was die Ent— bindung vom Fahneneid bewirkt haben würde.
Kassel. Den Staatsdienern des Civil— standes ist aufgegeben worden, die Knöpfe mit dem kurhessischen Löwen und der Umschrift der Behörde, bei der sie stehen, versehen, von den blauen Dienst-Frack-Röcken abzulegen. besondere Bekleidung ist denselben noch nicht vor— geschrieben; im Gegentheil ist ihnen sogar gestattet, die bezeichneten Frackröcke ferner tragen zu dürfen, wenn sie nur die erwähnten Knöpfe davon ent— fernen.
Duisburg. Kürzlich wurde von hier aus gemeldet, daß zwei evang. Töchter der Eheleute Killmann aus einem benachbarten Dorfe, welche in der Gegend von Birlefeld in einem katholischen Hause dienten, plötzlich spurlos verschwunden seien. Man vermuthete, daß dieselben in ein Kloster des Münsterlandes verlockt worden seien und dort heimlich zurückgehalten würden. Alle Nachforschungen der Polizei waren vergeblich. Nun ist von den vermißten Mädchen Nachricht einge— laufen, und zwar ein Brief ohne Datum, der in Bonn auf die Post gegeben wurde. Man ist allgemein der Meinung, daß dieses eine Finte sei, um die Polizei auf Abwege zu führen, und glaubt jetzt noch zuversichtlicher, daß die ver— schwundenen Mädchen in einem Kloster des Münsterlandes verborgen gehalten würden.
Frankfurt. Wie verlautet, ist unterm 31. Dezember eine königl. Verordnung ergangen, welche die Befugnisse des gesetzgebenden Körpers, soweit sich dieselben auf städtische Angelegenheiten beziehen, der ständigen Bürger-Revräsentation provi⸗ sorisch bis zum Erlaß eines Gemeinde-Verfassungs⸗ gesetzes überträgt. Daneben behalten die Bürger— Repräsentation und das Stadt-Rechnungs-Revi⸗ sions⸗Collegium ihre bisherigen stadtamtlichen Ver⸗ richtungen. In Beziehung auf die nach Artikel 184 und 185 des Gesetzes über das Verfahren in Strafsachen vom 16. September 1856 vorzu- nehmende Wahl von Geschworenen bleibt die weitere Verordnung vorbehalten.
— Das Preßgesetz scheint dahier neuerdings schärfer ausgelegt zu werden, als bisher der Fall war; u. A. ist dem„Arbeitgeber“, der seit zehn Jahren als wissenschaftliches und gewerbliches Blatt frei von Caution war, die Stellung einer solchen auferlegt worden. N
Lebensalter zu 70 Jahren an
Eine
Zeit und Leben.
Wir zählen 1867 Jahre, seit Christus geboren, und noch nicht sind 5871 Jahre verflossen, seit unsere Erde(nach Moses) geschassen wurde. Wir halten diese Zeiträume für sehr groß und meinen von Adam und Eva bis auf uns sei es ungeheuer weit; selbst von Christus bis heute dünkt uns eine kleine Ewigkeit. Vergleicht man aber diese Zeiträume mit dem Alter des Menschen, so stellt sich die Sache etwas anders; nehmen wir die Lebensdauer auf 50 Jahre, so füllen 1287= 37,34 Menschen den Raum aus, der uns von Christus trennt; 4 Menschen rückwärts führen uns dem dreißigjährigen Kriege nahe, 20 zu Karl dem Großen; nicht viel über 10⁰0 nacheinander lebende Menschen bilden eine Keite, die Adam und Eva mit uns verbinden.— In dieser Weise betrachtet schwindet die lange Dauer der Zeiträume und das Wort alt verliert an Ruf. Dagegen ergreift mich ein eigenthümliches Gefühl, wenn ich bedenke, daß ich fast den 37. Theil der Zeit gelebt habe, die seit Christus verflossen ist(ich bin nicht ganz 61 Jahre alt) und daß es möglich wäre(ich bin sehr gesund), daß ich erst dann zu den Vätern versammelt werde, wenn ich den 24., ja 18. Theil dieser nämlichen Zeit auf Erden gewandelt; es gibt in der That Menschen genug, die 100 und mehr Jahre alt werden, 10 2 18. Theil der Zeit durchlebt haben, welche uns von Christus rennt.—
Nun fragen wir: was machen wir mit dieser Zeit? wie bringen wir dieselbe zu?— Nehmen wir bei der Beantwortung dieser Frage das
Wir haben an einem Tage 24 Stunden zur Arbeit, Erholung und zum Vergnügen. Von diesen 24 Stunden gehen täglich 8 Stunden für den Schlaf verloren; in 70 Jahren macht dies 24 Jahre; wir verschlafen also von unserm Leben 24 Jahre; wenn man bedenkt, daß wir in den Kinderjahren und wiederum im höbern Alter aber viel mehr als 8 Stunden läglich schlafen, ja daß sebr viele Menschen ihr ganzes Leben lang täglich mehr als 8 Stunden im Bette zubringen, so wird diese verschlafene Zeit sich noch viel höher berechnen; von den allermeisten Menschen kann man sagen, daß ste wenigstens 30 Jahre ihres Lebens verschlafen.— So nothwendig wie der Schlaf ist dem Körper die Ernährung, ohne sie kann er nicht bestehen. Nehmen wir für die verschiedenen Mahlzeiten des Tages 2 Stunden an, so bringt
der Mensch„ l 20 wel?— 5,8 Jahre beim Essen zu.— Nun erfordert
2 mal 365 eine gute Verdauung, daß wir von Zeit zu Zeit die dem Körper nicht zuträglichen(nicht verdaubaren) Stoffe aus dem Körper entfernen, ein Geschäft, das so nethwendig ist, daß es noch keinem gelang, sich davon
zu befreien; nehmen wir 20 Minuten per Tag dafür an, so bringen wir 21 mal 355; S 0,9 Jahre an drittem Orte zu.— Es gibt keinen
Menschen auf der Welt, der ohne geselligen Umgang, wenn er ihn haben kann, lebte; die Unterhaltung mit unsers Gleichen ist uns so nothwendig wie das Brod; die sich freiwillig aus der menschlichen Gesellschaft ver⸗ bannten, waren Verrückte oder etwas den Verrückten Aehnliches; es liegt als Bedürfniß in unserer Natur, daß wir uns, auch ohne Schlaf oder
Achtung N Weimar,
Tagegeld et Theinisch und einem Gulden als der Ruck lasse.“ Die me Beltg daft in Berlin fut bie Parlamen! Bayern aus Munchen an diesem A dis korig. Nachricht 0 offiziell best Bade bei der Fele erfolgten Ei die Armer zu Berlin be. seinen Bru bird. Der 2. Jusanteri zwei anderer Zig. Läßt sie „Die bevor nach Berlin Glüdwünsch. Fier sene datpodrngt erneuten 2 Badens an D minisere S Kürze bevor Oester ein laistrlic uinister, 1 ledoch die hält und — viehmedr 5 der Pfeife (von der so macht Uir dur bir dams/
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