daß ein Gymnasium gewöhnlich acht Jahre lang die Schüler unterrichtet und bei weitem mehr auswärtige anlockt als eine Realschule, so würde ein solches Gymnasium, mit nahe an 200 Schü⸗ lern, den anderen Gymnasien unseres Landes eben bürtig an der Seite stehen. Vielleicht wäre es geeignet zu diesem Zweck das Gymnasium in Bü⸗ dingen, welches gewöhnlich mit nur 60 Schülern sein Leben fristet, aufzuheben und von der Landes- grenze in die Mitte der Provinz zu verlegen, wo mit Sicherheit eine erhöhte Frequenz erwartet werden dürfte.)

*) Wir wollen bei dieser Gelegenheit darauf aufmerk- sam machen, wie es mit Rücksicht auf die bevorstehende Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und des einjäh⸗ rigen freiwilligen Militärdienstes im Allgemeinen von Wichtigkeit erscheinen möchte, daß sich in unserer, inmitten der stark bevölkerten Wetterau gelegenen Stadt eine An⸗ stalt befinde, in welcher unsere Söhne sich die Qualificasion zum einjährigen freiwilligen Militärdienste zu erwerben Gelegenheit hätten. Dies könnte allerdings auch durch Erweiterung unserer Realschule um die entsprechenden höheren Klassen erreicht werden. Wir hoffen, daß man geeigneten Orts diese Augelegenheit der Beachtung werth hält und rechtzeitig die nöthig scheinenden Schritte thut, um unserer Stadt und Umgegend eine obigen Andeutungen entsprechende Lehr-Anstalt zu sichern. D. Red.

Preußen. Berlin. Im Abgeordneten⸗ hause brachte Graf Bismarck den die Ver⸗ fassung des Nordbundes betreffenden Gesetzentwurf zur verfassungsmäßzigen Genehmigung ein. Auf Antrag des Präsidenten wurde die Schlußberathung beschlossen. Referent darüber ist Twesten.

DieProvinzial⸗Correspondenz bestätigt, daß Frankreich sowohl als Preußen als Conferenz⸗ Grundlage das Verbleiben Luxemburgs bei Holland und dessen Neutralisirung unter der Ga⸗ rantie der Großmächte als Ersatz für das bishe rige Besatzungsrecht Preußens angenommen haben. England dürfte in den nächsten Tagen förmliche Einladungen zur Beschickung der Conferenz erlassen. In Folge des Stillstandes der französischen Rü⸗ stungen steht Preußen von Vorsichtsmaßregeln ab.

Abgeordnetenhaus. Bei der Prä⸗

Baden. Karlsruhe. DerBad. Landes- zeitg. wird von Straßburg aue geschrieben: Unlängst ist eine starke Anzahl Pontons auf der Eisenbahn nach dem nahe bei Basel gelegenen Hüningen abgegangen. Alle Räumlichkeiten, welche sich in der Festung zur Bäckerei eignen, nebst einer Mühle, werden auf das Unverzüglichste ein gerichtet ie. Eine ungeheuere Masse Kriegsbedarf ist durch die betreffenden Lieferanten bereits abge⸗ liefert, und werden diese Lieferungen noch täglich fortgesetzt.

Frankreich. Paris. Die Herren Jules Simon, Hénon, Dettmont, Magnin, Garnier Pagds, Erneste Picard und Jules Favre haben folgenden Gegenentwurf zu der Armee⸗ Reform⸗Vorlage eingebracht, zu welchem sie folgende Erläuterungen geben:Abschafsung der permanenten Armee, Bewaffnung und militärische Ausbildung der ganzen Bevölkerung. Sie macht Frankreich unüber⸗ windlich in seinen Greazen. Sie gibt ernstliche Sicherheit für den Frieden der Welt, indem sie die Eroberungskriege unmöglich macht. Ihre Hauptvortheile für die Bevölkerung sind: daß sie die Conscription und das Casernenleben abschafft, den Loskauf und die Stellvertretung beseitigt, die Ausgaben für die Armee um/ vermindert und den kräftigsten Theil der Bevölkerung dem Fami lienleben, der Ehe, dem Ackerbau, der Industrie wiedergibt. Sie legt den Bürgern keine andere Verpflichtung auf, als diejenige, in vierzehn Jah⸗ ren elf oder nach Umständen nur neun Monate unter den Fahnen zuzubringen.

DerAvenir national erfährt aus Lon don, daß die Vorfragen, welche den Zusammen tritt der Conferenz hätte erschweren können, beseitigt sind. Wahrscheinlich wird der König von Holland es übernehmen, die einzelnen Mächte brieflich zur Conferenz einzuladen.

Der friedliche Adressen-Verkehr zwi⸗ schen dem französischen und dem deutschen Volke nimmt eine recht erfreuliche Ausdehnung, wie jetzt

sidentenwahl sind abgegeben 243 Stimmen, 4 wurden ungültig erklärt. Forkenbeck erhielt 162, Waldeck 60 u. s. w. Forkenbeck nimmt die Wahl an und verspricht, durch unparteiische und rasche Geschäftsführung seinen Dank zu bethätigen. Bei der Wahl des ersten Vice Präsidenten wurden 240 Stimmen abgegeben; davon wer- den 3 für ungültig erklärt. Stavenhagen wird mit 132 Stimmen gewählt und nimmt die Wahl an. Bei der Wahl des zweiten Vice⸗Präsidenten mußte, da eine absolute Majorität nicht erreicht wurde, eine engere Wahl zwischen v. Carlowitz und Graf Eulenburg vorgenommen werden, aus welcher Graf Eulenburg als zweiter Viee⸗ Präsident hervorging.

Aus authentischer Quelle wird vie Nach⸗ richt über die beabsichtigte Errichtung eines befe⸗ stigten Lagers in der Gegend von Trier als

wieder die Adresse der Pariser Arbeiter an die Berliner Maschinenarbeiter beweist. Ueberhaupt sind die Arbeiter Diejenigen, welche sich durch ihren energischen Protest gegen jeden Krieg her- vorgethan haben, und auch die Bourgeoisie wirkt jetzt vereint dafür. Mehrere Pariser Großhändler haben an die Deputirten eine Petition zur Er⸗ haltung des Friedens gesandt.

DerEtendard sagt:Auf die von Holland ergangene Einladung haben die Mächte die Londoner Conferenz angenommen, welche, ohne vorher festgesetzte Basis, am 7. Mai be⸗ ginnen soll.

Die Bemühungen zur Erhaltung des Frie- dens haben in einer Adresse Pariser Kauf⸗ leute an die Deputirten des Seine⸗Departements einen weiteren beachtenswerthen Ausdruck erhalten. In derselben befindet sich folgende Stelle:Wir

plagen. Der Krieg schädigt den Bürger in seinen

Juteressen, in seiner Familie, an Unabhängigkeit und Freiheit, die allein die wahre Größe der Nationen schafft. Völkern den Haß, der sich auf die Zukunft fork⸗ erbt, nachdem er die Gegenwart zu Grunde ge⸗ richtet hat. Wir sind der Ansicht, daß die Ver⸗ gangenheit endlich zur Lehre dienen soll. Wie viel des bergossenen Blutes, wie viele Ruinen aufgehäuft, um dem Ehrgeiz zu dienen, der sich hinter dem nur zu oft mißbrauchten WorteNa⸗ tionalehre versteckt! Entweder ist der Fortschritt eine hohle Redensart ohne Sinn, die für immer aus dem Programme anserer Institutionen vertilgt werden muß, oder die Völker dürfen sich nicht mehr zu Haß und Krieg aufhetzen lassen. Der Augenblick ist gekommen, um den heiligen Bund der Völker zu stiften. gossen, kein anderer Kampf soll mehr geführt werden, als der friedensreiche, segensvolle der Bil dung und der Arbeit.

Belgien. Brüssel. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer brachte die Regierung eine Creditforderung von 8,400,000 Franken für Umgestaltung der Infanteriewaffen ein und legte den Entwurf zur Aufnahme einer Anleihe von 60 Millionen für außerordentliche Eventualitäten vor.

Italien. Florenz. Eine Correspondenz desMonde aus Florenz knüpft an die Nach- richt, daß der König in aller Eile am 25. Mor⸗ gens von Turin nach Florenz zurückgekehrt ist, allerlei bedenkliche Kriegsconjecturen. Alles, meint er, lasse merken, daß Italien wieder neue Kämpfe bevorständen. Italien werde indessen nicht als Hülfstruppe Frankreichs gegen Preußen auf den Schlachtfeldern Deutschlands operiren, sondern die Vorhut gegen Rußland im Orient bilden.

Großbritannien. London. DieTimes spricht den Wunsch aus, die Conferenz möge ihre Wirksamkeit ausdehnen in dem Sinne, daß der permanente Friede durch eine allgemeine Entwaffnung gesichert werde.

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Frankfurt. Am Nachmittag des 1. Mai, kurz nach 3 Uhr, wurde in einem hiesigen Materialistengeschäft (Hölzle& Chelius) ein junger Mann, Joseph Graf aus Alzey, in den Keller besagter Firma gesandt, um Benzin abzufüllen. Bei dieser Gelegenheit fiel die etwas am Hals fettige Flasche zu Boden und zerbrach. Die Flüssig⸗ keit entzündete sich an dem in der Nähe befindlichen Lichte, wodurch der Keller und der unglückliche Lehrling in Brand geriethen. Letzterer stürzte brennend durch den Laden und auf die Straße, woselbst er erschöpft zusammenbrach. Noch brennend rissen ihm Herzueilende die Kleider vom Leibe. Der Verunglückte, der einzige Sohn einer Wittwe, wurde in das Heiliggeist⸗Hospital verbracht, wo er nach den schreck⸗ lichten Schmerzen Abends 11 Uhr starb.

Darmstadt. Die Magd eines hiesigen Geschäfts⸗ mann's wurde vor mehreren Wochen wegen Kindesmords inhaftirt. Ihr Dienstherr soll in der deßhalb eingeleiteten Untersuchung Angaben gemacht haben, welche sie belasteten. Um sich zu rächen, gab nun die Magd zu Protokoll,

erdichtet erklärt.

halten den Krieg für die schrecklichste aller Land⸗

die Polizei solle die Tapetenwand im Hause ihres Dienst⸗

An was Europa verar (Baseler Volksfreund.)

Man hat berechnet,

System umgewandelt oder neu angeschafft gehörigen Ausrüstung, Franken zu stehen kommen.

man noch viel Besseres damit thun. damit bauen, man könnte 20 Millionen Kinder

geltlich damit unterrichten, man könnte hunderttausend Kranke und Arbests⸗ Statt dessen wird man das Eltern ihrer Stützen zu berauben, um Tausende von Frauen zu Wittwen, Tausende von Kindern zu Waisen und Tausende von kräftigen jungen Leuten zu arbeitsunfähigen elenden Am Ende der traurigen Geschichte ist dann irgend

unfähige zehn Jahre lang damit pflegen. Geld dazu benützen, um Tausende von

Krüppeln zu machen. ein Land etwas größer geworden, irgend ein

General darf den Kopf etwas höher tragen als vorher; aber überall rings umher wird auch das Elend und die Armuth, vie Arbeitslosigkeit

und der Mangel gewachsen sein. Selbst das zutage den äußeren Glanz seines Fürsten nich

daß die 10,000 Kanonen und die 3,200,000 Flinten, welche im gegenwärtigen Augenblicke in Europa nach dem neuesten werden, mit Inbegriff der dazu Munition ic. auf beiläufig eine halbe Milliarde Eine halbe Milliarde oder 500 Millionen für vervollkommnete Zerslörungsmittel! Man könnte mit dieser Summe so haben wir einmal irgendwo gelesen einen Kranz silberner Fünf⸗ sranken⸗Thaler beinahe rings um dit ganzt Erde ziehen. Doch könnte Man könnte 10,000 Schulhäuser

sondern vorzüglich auch

men muß. Summe von 500 Mi

tenderen verhüten könnt halbe Milliarde ist am theilt werden kann, d

räumen wieder, aber immer außerordentliche

zehn Jahre lang unent⸗ bestreiten. Die ordent

viel größer, als woh Soldaten beträgt derm

Fürst, ein Minister, ein

könnte, so gehen durch 3 Milliarden verloren.

siegende Volk muß heut⸗ lionen Franken, mehr

t nur mit seinem Blute,

besserung seiner Bewaffnung wendet, lch 1 deutenden Theil der Armuth Europas verwischen, einen noch viel bedeu⸗

massen, welche der bewaffnete Friede Jahr

holen sich die Bewaffnungs⸗Verbesserungen in immer

viei weniger als 4 Millionen, f nicht weniger als jährlich 3 Milliarden Franken. Rechnet man ferner, daß jeder dieser jungen, kräftigen Männer durchschnittlich bei jährlich 300 Arbeitstagen Arbeit im Werthe von Franken täglich produeiren

mit großem Elende erkaufen. Aber jene ungeheure lionen, welche Europa gegenwärtig an die Ver⸗ und mit welcher man einen so be⸗

e, ist noch eine wahre Kleinigkeit gegen die Geld⸗ für Jahr verschlingt. Diese

Ende nur eine periodische Ausgabe, die zwar in

einem oder zwei Jahren gemacht wird, die aber auf mehrere Jahre ver⸗

wiederkehrt. Zwar wieder kürzeren Zwischen⸗ so häufig sie auch wiederkehren, so sind es doch Ausgaben und als solche eher 1 ertragen und zu lichen Ausgaben für das Milit wesen lasten nicht

a sie nicht alle Jahre

nur deßhalb viel schwerer auf den Nationen, weil sie regelmäßig jahraus jahrein wiederkehren, sondern weil sie noch.

unendlich größer sind, ja noch 1 die meisten unserer Leser ahnen. Die Zahl der alen in Europa(wit Inbegriff der Marine) nicht und diese 4 Millionen Soldaten kosten

unser europäisches Soldatenwesen wieder jährlich Also 6 Milliarden Jahr per Jahr, 6000 Mil- als 20 Franken auf den Kopf, mehr als 100

Der Krieg nährt unter den

Kein Blut soll mehr ver-

süchlich 60 dieset burg I cennulh, 6

Arbelten liege des Beiraths Stödtefiguren die vier Se Hültenant be

schusss die deli van De bon Kletz, in

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