326 Aufforderung.
N
Georg Friedrich Nau von hier, welcher als Unteragent für den Hauptagenten Washington Finlay zu Mainz zur Beförderung von Auswanderern über Havre nach Amerika konzeſſionirt war,— iſt verſtorben. Gemäß Art. 8 der Verordnung vom 25. Januar 1851 wird dies zur öffentlichen Kenntniß gebracht und bemerkt, daß Anſprüche
an die von ihm geſtellte Caution von 500 fl. rechnet, bei der unterzeichneten Behörde mit einer Nachweiſung,
machen ſind, als ſonſt die Rückgabe der Caution erfolgen wird.
Friedberg den 2. Oktober 1857.
innerhalb ſechs Monaten, vom Tage der Bekanntmachung an ge⸗ daß bei Gericht Klage erhoben worden iſt, geltend zu
Großherzogliches Kreisamt Friedberg
Müller.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Oeffentliche Aufforderung. 11637] Großherzogliches Hofgericht der Pro⸗ vinz Sberheſſen hat über das Vermögen der Simon Roſenthals Eheleute zu Rocken⸗ berg den förmlichen Concursproceß erkannt. Anſprüche jeder Art an das Vermögen der Simon Roſenthals Eheleute find deßhlab im Termin
Dienſtag den 10. November d. J., Vormittags 9 Uhr, bei Meidung des Ausſchluſſes von der Maſſe geltend zu machen und zu begründen.
Gleichzeitig ſoll in gedachtem Termin ein Gläubigerausſchuß und Maſſecurator beſtellt und Güteverſuch gemacht werden und werden die nicht erſcheinenden Gläubiger als den Beſchlüſſen der anweſenden beitretend angeſehen.
Butzbach den 24. September 1857.
Großherzogliches Landgericht Butzbach
E bel, Dr. v. Schmalkalder,
Landrichter. Landgerichts⸗Aſſeſſor.
Obligations ⸗-Verlooſung.
[1639 Bei der diesjährigen Obligationsver⸗ looſung ſind aus dem Anleihen bei dem Hand— lungshaus S. Lindheimer in Friedberg zur Rück⸗ zahlung beſtimmt worden:
Aus den Anleihen von 1835:
die Nr. 15, 21, 22, 4 200 u. Nr. 49, à 100 fl. Aus den Anleihen von 1840:
die Nr. 10, à 100 fl.
Die Beſitzer dieſer Schuldſcheine werden hier⸗ von in Kenntimniß geſetzt, daß genannte Beträge bis zum 1. November l. J. bei biefiger Ge⸗ meindekaſſe in Empfang zu nebmen ſind, da von dieſem Tage an deren Verzinſung aufhört.
Büdesheim den 21. September 1857.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Büdesheim
Di etz.
enn 1651] Montag den 12. October d. J., Vor⸗
mittags 10 Uhr, ſollen in den Freih. v. Diede'⸗ ſchen Waldungen dahier, 1. Alles Stecken⸗ und Wellenholz, welches von den früheren Verſteigerungen ſtehen ge⸗ blieben iſt, 2. circa 10,000 Buchenwellen, welche nicht verſtockt ſind, 3. circa 3000 Nadelholzwellen, öffentlich an Ort und Stelle verſteigert werden. Der Anfang iſt an der Waldhütte am Sü⸗ derhaag. Ziegenberg den 29. September 1857. ich u e Bekanntmachung. Betreffend: Die Verlooſung von Partialobli— gationen der Gemeinde Altenſtadt
zur Rückzahlung am 31. Dezem⸗
ber l. J. [1665] Bei der heute ſtattgehabten Verlooſung der Partialobligationen der Gemeinde Altenſtadt wurden die folgenden Nummern zur Rückzah⸗ lung beſtimmt: Nr. 73 und 76 à 200 fl.= 400 fl. „103 à 100 fl. 100 fl.
Die Inhaber derſelben werden biermit auf— gefordert, dieſe Kapitalien gegen Rückgabe der Obligationen und der noch nicht fälligen Zins⸗ coupons am 31. Dezember l. J. bei der hieſi⸗ gen Gemeindekaſſe in Empfang zu nehmen, in⸗ dem vom 1. Januar 1858 an der Zinſenlauf von obigen Nummern aufhört.
Von den für 1856 durch Verlooſung zur Rückzahlung beſtimmten hieſigen Gemeindeob— ligationen, deren Verzinſung bereits mit dem 31. Dezember v. J. aufgehört hat, iſt der Be— trag der Nr. 104 mit 100 fl. bis jetzt noch nicht erhoben worden, und wird der Beſitzer derſelben zur Empfangnahme dieſes Betrags hiermit wiederholt aufgefordert.
Altenſtadt den 30. September 1857.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Altenſtadt Kreuder.
(Butzbach.) Ankauf von Lebensmitteln. 1668] Montag den 12. d. Monats, des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen in der hieſtgen Caſerne die Bedürfniſſe an Kartoffeln, Bohnen, Erbſen, Linſen und Sauerkraut für die Mena⸗ gen der hieſigen Garniſon mittelſt Verſteigerung an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Butzbach den 3. Oktober 1857. In Auftrag des Verwaltungsraths: Cellarius, Oberquartiermeiſter.
Obligations Verlooſung. 11667] Durch die heute vorgenommene Ver⸗ looſung von Partial-Obligationen der beiden Anlehen bieſiger Stadtkirche ſind folgende Num- mern auf den 1. Januar 1858 rückzahlbar ge⸗ worden:
a. Von dem Anlehen à 15000 fl. die Num⸗ mern 43 und 54 jede zu 100 fl.
b. Von dem Anlehen à 6000 fl. die Num⸗ mern 5 und 28 jede zu 100 fl.
Die Inhaber werden hiervon in Kenntniß geſetzt um bis zum 1. Januar 1858 das Geld bei Herrn Kirchenrechner Faatz dahier zu er⸗ heben, indem die Zinszahlung nach gedachtem Tage aufhört.
Friedberg den 1. Oktober 1857.
Für den evang. Kirchenvorſtand. Der Stadtpfarrer DFN SA Der Großherzogliche Bürgermeiſter Bit end err
Für Kaufleute.
1614] Rettigbonbons pr. Pfd. 38 kr., ächte
Ackermänniſche Bruſtkaramelle pr. Pfd. 48 kr.,
ſowie alle andere Sorten von Bonbons und Paſtillen empfiehlt zu den billigſten Preiſen Georg Stautz,
Conditor in Bad Nauheim.
Der Großherzog muſterte den kleinen Studenten von
Wie ſich ein luſtiger Student gut aus der Affaire zu ziehen wußte.
Eines Tages, nach aufgehobener Tafel, ſtand der greiſe Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg⸗ Schwerin vor dem Logirhauſe im Bade von Dobberan und ſah den burlesken Späßen des Policinello zu. Un— weit des Großherzogs befand ſich ein Trupp Studenten, unter denen ſich einer durch Figur und Tracht beſonders auszeichnete. Er war auffallend klein und die Natur hatte ihn obend'rein mit dem ſtiefmütterlichen Geſchenke eines anſehnlichen Höckers begabt. Was aber den kleinen Muſenſohn vollends entſtellte, ſo daß er einen höchſt komiſchen Anblick gewährte, war ſeine Kleidung. Er war angethan mit kalbledernen Hoſen, die, eng anſchließend, um ſo mehr den unvortheilhaften Bau zweier ſpindeldürren Beine hervorhoben; hohe Kanonenſtiefel reichten hinauf bis zur halben Lende und ſchlotterten um die Beine wie Butterfäſſer; eine Schnürjacke umſchloß den Leib und ein rothes Cereviskäppchen balancirte keck auf dem Haupte, von dem ein langes ſtruppiges Haar auf die unbeneidens— werthe Erhöhung des Rückens herabfloß.
Kopf bis zu Fuß und ſagte lächelnd zu ſeinem Kammer- herrn:„Ein verteufeltes Kerlchen, das.“
In demſelben Augenblicke trat ehrerbietig ein Orgel— dreherweib zu ihm heran mit den Worten:„Königliche Hoheit, wenn ich um eine kleine Gabe bitten dürfte für meinen Polieinello.“
Der Fürſt, der eben noch mit Betrachtung des kleinen Muſenſohnes beſchäftigt war, antwortete lachend: „Die kleine Lederhoſe da wird für mich bezahlen.“
Die Virtuoſin des Leierkaſtens machte eine ungläu⸗ bige Miene. Der Herzog, Dies bemerkend, ſagte beſtimmt: „Geh' Sie nur hin, das Männchen bezahlt.“
Das Orgeldreherweib trat verlegen an den buckligen Studio, hielt ihr Tambourin hin und ſprach:„Königliche, Hoheit ſagten mir ſo eben, Sie würden für ihn bezahlen.“
„Mit Vergnügen!, rief der Muſenſohn.„Hier hat Sie einen Schilling für den Großherzog von Mecklenburg und hier einen Gulden für einen Roſtocker Studio.“
„Ein witziges Kerlchen!“ ſchmunzelte der Herzog, der genau des Studenten Rede verſtanden hatte,„Den muß ich näher kennen lernen. Rufen Sie den kleinen
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