Ausgabe 
29.8.1856
 
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Erſcheint wõ⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei- tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,

Friedberger Intelligenzblatt.

Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petit zeile oder deren Raum

ect Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. ne

. 1. 30 kr.

ſammen 7 kr.

d, 68.

Freitag, den 29. Auguſt.

1856.

Amtlicher Theil.

Steckbriefe Großherzoglichen Kreisamts Friedberg.

Nicolaus Klein IV. von Ockſtadt. Heinrich Karl Kaufeld von Florſtadt.

Heimliche Eutfernung aus ſeiner Heimath. Heimliche Entfernung aus ſeiner Heimath.

Derſelbe war mit einem

gedruckten hamanenen Kamiſol und hellgeſtreiften Hoſen bekleidet, hat gelbes Haar und eine große Narbe auf dem rechten

Backen.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-⸗Anzeigen.

Main ⸗Weſer⸗ Bahn. 11413] Die Materiallieferung für das Magazin in Gießen iſt in der Darmſtädter Zeitung unter Nr. 227 Art. 2516 ausgeſchrieben und liegen die Bedingungen auf dem Büreau des Groß⸗ berzoglichen Materialverwalters dahier zur Ein⸗ ſicht offen.

Gießen, den 20. Auguſt 1856. Großherzogliche Magazins⸗Commiſſion. Lauben heimer.

(Butzbach) Strohlieferung.

beim gebörige Grummetgras von circa 150 Morgen Wieſen in einzelnen Abtheilungen öf⸗ fentlich meiſtbietend verſteigert werden.

Stammbeim, am 19. Auguſt 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Stammheim.

Becht.

Arbeits ⸗Verſteigerung. [1411] Montag den 1. September d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen auf hieſigem Bürger- meiſterei-Büreau die bei Reparatur der Schul- ſcheuer erforderlichen Arbeiten an den Wenigſt⸗ nebmenden verſteigert werden und zwar:

Oeffentliche Aufforderung. [1420] Forderungen und Anſprüche jeder Art an das von dem verſtorbenen Obſt⸗ und Feder⸗ viehbändler Johannes Vogt in Oberrosbach hinterlaſſene Vermögen, über welches der förm⸗ liche Concurs erkannt worden, find bei Ver meidung des ſtillſchweigend erfolgenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe, im Termin Dienſtag den 21. Oktober, Vormittags 10 Uhr, dahier anzumelden und zu begründen.

Zugleich ſoll in demſelben Termin die Güte verſucht, in deren Entſtehung aber ein Gläu⸗

11414] Freitag den 29. Auguſt d. J., des Nachmittags um 3 Uhr, ſollen die zum friſchen Füllen ſämmtlicheß Betten der hieſigen Garniſon erforderlichen Gebund à 16 Pfd. Korn⸗ ſtroh und 1320 Gebund à 8 Pfd. Gerſtenſtroh auf dem Wege der Soumiſſion in Lieferung vergeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungs- bedingungen von heute an zur Einſicht aufge legt ſind. Butzbach den 21. Auguſt 1856. In Auftrag des Verwaltungsraths: Cellarius, Oberquartiermeiſter.

Grummetgras-Verſteigerung. [1409] Donnerſtag den 4. Sept. d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das der Gemeinde Stamm⸗ B

2) Steinhauerarbeit, 3) Zimmerarbeit, 4) Dachdeckerarbeit, 5) Schreinerarbeit, 6) Schloſſerarbeit, 7) Glaſerarbeit,

8) Weiß binderarbeit, 9) Pflaſterarbeit, 10) Wagnerarbeit,

bei Großherzoglichem eingeſehen werden.

1) Maurerarbeit, vervoranſchl. zu 153 fl. 30 kr.

Vorauſchlag und Steigbedingungen können

Kirchgöns am 23. 8 Großherzogliche Bürgermeiſterei Kirchgöns

bigerausſchuß gebildet, ein Maſſecurator ge-

0 33% 14% wählt, und ſollen die Beſchlüſſe der Mehrheit

* 96 37% der erſchienenen Gläubiger auch für die nicht 55% 20 erſchienenen als bindend angeſehen werden.

15% 26 Friedberg am 19. Auguſt 1856.

4050 Großherzogliches Landgericht Friedberg

* po f ma n n, Suppe s, 5 17% 21, Landrichter. Landgerichts⸗Aſſeſſor.

2. Holzverſteigerung.

[1421] Donnerſtag den 4. September l. J. ſollen im bieſigen Gemeindewald, Diſtrikt Er⸗ gänzungsſchlag, 1225 Gebund Ginſtern und Heidewellen, zu Backholz ſich eignend, an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Anfang der

Kreisbauamt Friedberg

Auguſt 1856.

r a un.

Empfang der Einwanderer in Newyork.

Moritz Buſch erzählt in ſeinenWanderungen zwiſchen Hutſon und Miſſiſſippi 1851 und 1852/%. Der Betrug, welcher dem Neuling auf amerikaniſchem Boden in allen Geſtalten, und unter den lockendſten Namen, als theilnehmender Landsmann, als uneigennütziger Menſchen freund, als gefälliger Barkeeper und, wo dieß empfiehlt, als politiſcher Flüchtling auflauert, erhob auch unter den Einwanderern, die der Baltimore gelandet, einen reichlichen Tribut. Oft waren es gerade die ſcheueſten Fiſche, die zuerſt und am tiefſten in den Köder biſſen, der ihnen vor⸗ gehalten wurde, und allen Vorſtellungen zum Trotze folg ten ſie wie blind den Galgenphyſiognomien, die ſich ihnen ſchon zu Begleitern und Berathern aufſchmuggelten, als das Schiff noch nicht einmal geankert hatte.

Und warum auch nicht? Waren es dochLüt von d'heim, die dem Bäuerlein ganz genau die Lage ſeines Dorfes in Rheinheſſen zu ſchildern, ja in einigen Fällen ſogar die geſammte Vettern⸗ und Baſenſchaft an den Fingern herzuzählen wußten. Riethen ſie doch dem gläubigen Zu⸗ hörer, in dem ſie, wo ſich's thun ließ, einen weitläufigen

Verwandten entdeckten, ſo eindringlich von der und jener Spelunke drinnen und dem und jenemlangen Kerle da hinten ab, der ihnen lediglich ihre paar Kreuzer aus dem Sacke heraushumbuggen wollte. Sprachen ſie doch, als ob ſie die Warnung der deutſchen Geſellſchaft, die unter uns ausgetheilt worden, geradezu auswendig gelernt hätten. Wie konnten ſolchegutherzige Leute Arges im Schilde führen? Es hieß ſein Glück verſcherzen, wenn man ihnen nicht glaubte.Arbeit vollauf, ſpottwohlfeile Gelegenheit nach dem Weſten, Unterkommen halb umſonſt und keine hundert Schritte vom Landungsplatze war mit ihnen an Bord geſtiegen, und wäre es nicht unhöflich geweſen, die Einladung des unverhofft getroffenen, ſo überaus freund lichen Oheims auszuſchlagen, der ſich's nicht nehmen laſſen wollte, demHerrn Vetter aus dem alten lieben Deutſch⸗ land mit einer Flaſcheechten Rheinweins eine Ehre anzuthun?

Na, nicht wahr Vetterchen, Alterchen? Top, eingeſchlagen, he? In den Freiſchütz alſo?, Abge⸗ macht und Baſta; denn ſo cordialer Beredtſamkeit zu widerſtehen, war der Unmöglichkeiten unmöglichſte, und truppweiſe liefen die halb Verdutzteu, halb Bethörten mit