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Anſtalten der genannten Ark dürfen ſich eines ſteten, guten, großartigen Abſatzes verſichert halten. Ein Flachs von tadelloſer Beſchaffenheit iſt dermalen in jedem Lande willkommen, in jedem Lande findet er freien Eingang, als die erſte Lebens-Bedingung für die überall aufblühende Maſchinenſpinnerei. g—
Die in den letzten Jahren bei uns ſtattgehabten, zuvor nie vorgekommenen, Aufkäufe haben dies wohl derne angedeutet.“ Wie viele alten Voxräthe, deren Werth, ſchon durch Zinſenverluſt gewiſſermaßen aufgezehrt war, ſind hierdurch Lerſilbert worden!. 5 5 8 5 5
Um wie viel vortheilhafter der Abſatz aber dann, wenn die Waare ſich nicht blos den beſchränkten Markt wie damals, vielmehr durch höhere Vollkommenheit Eingang auf dem großen Markte zu ſichern vermag!
Der Betrieb ſolcher Flachsbereitungsanſtalten verzinſet reichlich das darin angelegte Capital, weil mit dem Fabricationsgeſchäfte ſich auch noch kaufmänniſche Intelligenz verbindet und ſo einerſeits durch, aufs Vortheilhafteſte eingerichteten, Arbeitsgang dem Rohmaterial das höchſtmöglichſte Erträgniß abgewonnen, andererſeits die Conjunc⸗ turen zu hoͤchſtmöglichſter Verwerthung in einer Weiſe benutzt werden, wie dies in der Regel nur die kaufmänniſche Intelligenz verſteht.. 0* a
Die Flachs bereitungsauſtalten wirken ermunternd und fördernd auf den Flachsbau, weil ſie auch dem grö⸗ ßeren Gutsbeſitzer Gelegenheit bieten, ſich mit dem Flachsbau befaſſen zu können, indem ſie ihm die Sorge um genügende Menſchenhände zur Zubereitung des Flachſes ganz benehmen. Ja es wird ſo der größere Gutsbeſitzer, wie in den geſegneteren Gegenden z. B. bezüglich des Rapſes(Kohles), in die beſondere Gunſt verſetzt, das Flachs⸗ erzeugniß vom Acker weg zu Geld machen zu können und zwar zu einer Zeit, in welcher ihm dieſe ohnehin für die Zurechtmachung ſeiner gewöhnlichen Markterzeugniſſe am ſpaͤrlichſten zugemeſſen zu ſein pflegt, er am wenigſten baare Mittel in der Hand hat, deren aber zur Beſtreitung der Ernte ꝛc. Koſten gerade am meiſten bedarf.
Nicht minder nützlich ſind ſolche Anſtalten auch dem kleinern Grundbeſitzer. Indem ſie ſein Flachsproduct in dem Augenblick in die Hände nehmen, wo es, ſelbſt in beſter Qualität erzogen, bei ihm durch Zwiſchenfälle mancherlei Art ſehr leicht gefährdet werden kann, ſo daß alle darauf verwendete Mühe und Fleiß unbelohnt bleiben, iſt damit ſein Zurückgehen in die Hände des Producenten keineswegs ausgeſchloſſen, wenn er daſſelbe ſofort weiter zu verarbeiten gedenkt.
Die Anſtalten werden ſich, wo es gewünſcht wird, auch mit der Zurichtung des Flachſes(Röſten, Brechen, Schwingen ꝛc) gegen Lohn befaſſen. Müſſen ſich ja zu dieſen Arbeiten die meiſten Flachsproducenten fremder Bei— hülfe bedienen, warum ſollten ſie ſich alſo nicht dazu an jene Anſtalten wenden, zumal ſie jedenfalls dabei ein bei weitem werthvolleres Product zurück erhalten werden. Selbſt der werthloſeſte Abfall— das Abwerg— wird beſſerer Qualität ſein und ſomit auch beſſere Fabricate liefern,— ſelbſt unſer geringſtes Linnenproduet— das Packtuch— wird und kann dabei nur gewinnen.
Die Flachsbereitungsanſtalten können ſich auch mit der für den Einzelnen ſo ſchwierigen Beſchaffung guten und billigen Säe-Leines ſchon in ihrem eigenen Intereſſe befaſſen. Indem ſie den Samen auf ſofortige Ab— rechnung auf den daraus gezogenen, an die Fabrik verkauft werdenden, Flachs liefern werden, hat ſo der Landmann den Säeſamen erſt dann zu bezahlen, wenn er den Erlös für das Erzeugniß davon zu Handen bekommt.
(Einſtweilen iſt hierfür dadurch geſorgt, daß die Gr. Staatsregierung dem landwirthſchaftlichen Vereine von Oberheſſen zur Vermittelung des An- und Wiederverkaufes von liefländer Leinſamen einen unverzinslichen Vorſchuß von 4000 fl. gemacht hat.)
Daß überhaupt aber ſelbſt bei Fortdauer der dermaligen höheren Getreidepreiſe der rationelle Flachsbau immer— hin noch zu den lucrativeren Culturzweigen gehören wird, dürfte dadurch überzeugend genug angezeigt ſein, daß z. B. in England bei noch höheren Peiſen des Getreides der Flachsbau dennoch jährlich außerordentlich zunimmt.
Wenn ſich nach all' Dieſem Flachsbexeitungsanſtalten als ein ebenſo patriotiſches als auch lohnendes Unternehmen darſtellen, ſo waren es wohl der Motive genug, daß die Unterzeichneten ſich vereinigt haben, um die Bildung eines Actienvereins für Flachsbereitung in der Provinz Oberheſſen zu veranlaſſen und zur Theilnahme daran einzuladen. Die Abſicht iſt insbeſondere:„für die Haupt-Flachsbau treibende Großherzoglich Heſſiſche Provinz Oberheſſen mehrere, etwa vier, eigene Flachsverarbeitungsanſtalten ins Leben zu rufen und zunächſt mit einer derſelben im Kreiſe Lauter⸗ bach zu beginnen, wo die Elemente und Bedingungen eines gedeihlichen Beſtandes derſelben, insbeſondere Gelegenheit zu Beſchaffung des Fabricationsſtoffes, nach angeſtellten ſorgfältigen Unterſuchungen, in der geſichertſten Weiſe vor— liegen, ſofort aber nach Maßgabe der hierbei gewonnenen Reſultate und Anhaltspunkte in den übrigen einſchlägigen Gegenden der Provinz unter derſelben Verwaltung und generellen Direction darin vorzugehen.“
Der Betrieb eines Etabliſſements ſetzt ein Quantum von circa 12,000 Centnern Rohflachs voraus, und als Anlags- und Betriebs-Capital nach Maßgabe der Voranſchläge für die in Hannover dermalen eingerichtet werdenden ähnlichen Etabliſſements die Summe von 70,000 fl. Dieſelben Voranſchläge ſtellen neben 4 pCt. Jinſen noch 7 pCt. Dividende in Ausſicht. Für die erſte Anlage(in Lauterbach) werden aber mit Rückſicht auf die, bis zu der Zeit, wo der Fabricationsbetrieb ſelbſt beginnen kann, nöthigen Vorlagen und der Sicherheit halber 100,000 fl. vorgeſehen, und ſollen dieſe durch Actien à 100 fl., zahlbar in zwei Jahren, auf den Namen oder Inhaber lautend, ohne jeden Vor⸗ zug und unter allgemeiner Betheiligung aufgebracht werden.
Ueber den Fabricationsbetrieb in Lauterbach ſelbſt noch die Bemerkung, daß dazu ein ſachkundiger Techniker eigends gewonnen werden ſoll, der ſich entweder mit einer angemeſſenen Actienzahl betheiligt, oder ſich eventuell einen Theil ſeines Gehaltes auf Gewinnantheil beſtimmen läßt. Ein zweites Organ hätte den kaufmänniſchen Vertrieb, ſowie das Caſſen- und Rechnungsweſen zu ubernehmen. Für deſſen Gewinnung bietet die Stadt Lauterbach entſprechende Ge— legenheit dar; der opulenteſte Theil ihres Handels- und Gewerbſtandes bewegt ſich ja hauptſächlich ſchon in ver— wandten Geſchäften.
Als Statuten des Vereins, für welche die Beſtätigung der Großherzoglichen Staatsregierung eingeholt wird, ſollen die Statuten anderer, ſich bewährt habender, Flachsbereitungsanſtalten, unter den nöthigen Modificationen und unter, der Abſtimmung der Generalverſammlung der Actionäre, vorbehaltener definitiver Redaction, zu Grund gelegt werden. Ein Comite zu deren vorläufigem Entwurf wird aus den Unterzeichneten zuſammentreten, ſobald die 100,000 fl. gezeichnet ſind. Zeichnungen hierauf, zu welchen bereits erhebliche Offerten vorliegen, namentlich von der Bank fur Handel und Induſtrie zu Darmſtadt, nimmt jeder der Unterzeichneten an und können außerdem geſchehenz bei
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