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Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,
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N. 10.
Freitag, den 23. Mai.
1856.
Der zur heutigen Nummer gehörende amtliche Theil folgt nach.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
Edita lig dun g. 805] Wilhelmine Schmalkalder, Tochter des verlebten Großberzoglichen Majors Schmal— kalder dahier, iſt kinderlos und ohne Hinter— laſſung eines Teſtaments verſtorben. Ihre nächſten Erben ſind hier unbekannt, weßhalb alle, welche Erbanſprüche an den Nachlaß bil— den wollen, aufgefordert werden, ſolche ſogewiß
binnen
4 Wochen hier anzumelden und zu begründen, als ſonſt, daß erbberechtigte Verwandte nicht vorhanden ſeyen, unterſtellt und danach was Rechtens ver— fügt werden wird.
In gleicher Friſt ſind auch etwaige Anſprüche an die Nachlaßmaſſe bei Vermeidung des Aus- ſchluſſes vom Inventar anzuzeigen.
Friedberg am 3. April 1856.
Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.
S eigerün g. [806] Die Benutzung des Graſes an den Böſchungen und den Gräben der Chauſſeen für das Jahr 1856 ſoll an den unten bemerkten Terminen öffentlich verſteigert werden:
Montag den 2. Juni, Vormittags 9 Uhr, in Butzbach im Rathhauſe, auf dem Bezirk des Großh. Bauaufſehers Hölzer.
Montag den 2. Juni, Nachmittags 4 Uhr, in Niedermörlen im Gaſthauſe zum Löwen, anf den Bezirken der Großh. Bauaufſeher Diehl und Weide.
Dienſtag den 3. Juni, Vormittags 10 Uhr, in Wölfersheim bei Gaſtwirth Hofmann, auf dem Bezirk des Großh. Bauaufſehers Krämer.
Dienſtag den 3. Juni, Nachmittags 5 Uhr,
in Friedberg im Gaſthauſe zur Stadt Frankfurt, auf dem Bezirk des Großh. Bauaufſehers Kreß.
Mittwoch den 4. Juni, Vormittags 9 Uhr, in Kloppenheim bei Gaſtwirth Scheurich, auf den Bezirken der Großh. Bauaufſeher Götz und Schäfer.
Donnerſtag den 5. Juni, Vormittags 9 Uhr, auf dem Ilbenſtädter Chauſſechaus, auf den Bezirken der Großh. Bauaufſeher Faulſtich und Bormuth.
Freitag den 6. Juni, Nachmittags 2 Uhr, in Altenſtadt im Gaſthauſe zum Adler, auf dem Bezirk des Großh. Bauaufſehers Gaußmann.
Dienſtag den 10. Juni, Vormittags 9 Uhr, in Obereſchbach im Gaſthauſe zum Homburger Hof, auf dem Bezirk des Großh. Bauaufſehers Schmidt.
Dienſtag den 10. Juni, Nachmittags 6 Uhr, in Steinbach im Gaſthauſe zum Schwanen, auf dem Bezirk des Großh. Bauaufſehers Michel.
Donnerſtag den 12. Juni, Nachmittags 2 Ubr, in Lindheim bei Gaſtwirth Koch, auf den Be- zirken der Großh. Bauaufſeher Groß und Weigel.
Freitag den 13. Juni, Vormittags 9 Uhr, in Büdingen auf dem Salinenhofe, auf dem Bezirk des Großh. Bauaufſehers Klepenſteuber.
Samſtag den 14. Juni, Vormittags 11 Uhr, in Niedermoxſtadt auf dem Rathhauſe, auf dem Bezirk des Großh. Bauaufſehers Jäger.
Friedberg den 2. Mai 1856.
Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg Si fe ret.
Ar beit re ige ue g. [834] Die Reparaturarbeiten für 1856 an den Kameral⸗, Grundlaſten-, Forſt⸗ und Central⸗
gebäuden im Baubezirk Friedberg, als Maurer-, Steinhauer⸗,(Rockenberger) Zimmer-, Schrei⸗ ner⸗, Schloſſer⸗, Glaſer⸗, Weißbinder⸗, Speng⸗ ler⸗ und Pflaſterarbeiten, ſowie das Anliefern von Mauerſteinen, Kalk, Backſteinen und Sand, werden an nachfolgenden Tagen und Stunden an die Wenigſtfordernden öffentlich verſteigert.
Mittwoch den 28. Mai, Vormittags 9 Uhr, zu Friedberg im Gaſthauſe zur Stadt Frank- furt an den fiskaliſchen Gebäuden zu Friedberg, Ockſtadt, Obermörlen, Winterſtein, Heldenbergen, Büdesheim, Burggräfenrod, Rodheim und Holz— hauſen.
Donnerſtag den 29. Mai, Vormittags 9 Uhr, auf dem Ratbhauſe zu Vilbel an den dortigen fiskaliſchen Gebäuden und dem Bezirksgefäng⸗ niß zu Altenſtadt.
Freitag den 30. Mai, Vormittags 9 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Butzbach an den fis⸗ kaliſchen Gebäuden zu Butzbach, Griedel, Rocken— berg und Oppershofen.
Friedberg den 17. Mai 1856. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg
Süf fer Weißbinderarbeit in der Reitercaſerne zu Butzbach. 1835] Dienſtag den 27. dieſes Monats, des Vormittags um 10 Uhr, ſoll das Ausweißen verſchiedener Localitäten der hieſigen Reiter- caſerne auf dem bekannten Soumiſſionswege vergeben werden.
Die Bedingungen, die das Nähere beſagen, ſind zur Einſicht aufgelegt.
Butzbach den 17. Mai 1856.
In Auftrag des Verwaltungsraths: Cellarius, Oberquartiermeiſter.
Der Gemſen jäger. (Schluß.)
Einige Stunden ſpäter trug man den zerſchmetterten und entſtellten Leichnam des armen Hans auf einer Bahre in das Häuschen in der Enge. Mutter Trine, welche durch den Vetter Hiob ſchon auf dieſe Trauerkunde vor— bereitet worden war, empfing den Leichenzug an der Schwelle des Häuschens; ſie ſtierte den Todten eine Weile an und ihre Züge verzerrte ein wilder Schmerz.—„Wieder Einer von den Hauſern!“ murmelte ſie; aber es mußte ſo kom— men; er hatte die Irrgemſe geſehen, wie Vreneli's Vater! Es war eine Ahnung, eine Warnung! Der Berg— geiſt iſt ſtärker als wir, und der letzte Hauſer wird nun unter die kühle Erde gebettet!“ Und ohne ein weiteres Wort über dieſen Unfall zu verlieren, ſetzte ſie ſich auf einen Stein und barg ihr Geſicht in beide Hände. Vreneli und Ulrich wollten zu ihr treten, um ſie zu tröſten; aber ſie winkte ihnen, wegzubleiben. Erſt als man Anſtalt machte, die Leiche in einen raſch zuſammengenagelten Sarg zu legen, erhob ſie ſich langſam und kehrte in's Haus zu— rück, um ſelber alles zur Beerdigung Nöthige zu beſorgen,
ſetzte ſich dann an den Sarg des Verblichenen und wich nicht von demſelben bis zur Stunde des Begräbniſſes. Zu dieſem waren die Bewohner des Thales und der benach— barten Hohen auf die Kunde von dieſem Vorfall herbeige— eilt, um den irdiſchen Ueberreſten des geachteten Jägers die letzte Ehre zu erweiſen. Auf den rohen Sarg legte man ihm als Jagdtrophäe das Haupt des Gemſenkaiſers, der ihn das Leben gekoſtet hatte. Hinter demſelben gingen als Leidtragende die alte Großmutter mit ihrem blaſſen eiſigen Geſicht, der tiefbewegte Ulrich und Vreneli, das ſeine Thränen nicht zurückhalten konnte.
In dem Augenblick, wo der Leichenzug die Biegung des Pfades erreichte, der zu dem Haͤuschen fuͤhrte, ſtieg die Sonne über die hohen Firſten und Gräte des Gebirgs, über welche ſie ſeit vier Monaten nicht emporgeſtiegen war und warf einen breiten goldenen Strahl bis auf die Sohle des Thales der Enge hernieder. Die ganze Leichen— begleitung fühlte ſich hievon mächtig ergriffen und Aller Augen und Hände erhoben ſich zu dem heitern gern ge— ſehenen Lichte. Selbſt Mutter Trine bebte unwillkürlich zuſammen und blickte von der Sonne zurück auf den rohen Sarg, und wider Willen netzten Thränen ihre rauhen Wangen.


