Ausgabe 
13.6.1856
 
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chenſchule zu Darmſtadt, Fuchs, die Lehrerſtelle an der 1. Abth. der 2. Stadtmädchenſchule daſ., am 14. Mai dem Reallehrer Ur. Glaſer zu Biedenkopf die 1. Lehrerſtelle an der Realſchule zu Friedberg und dem evang. Pfarramtscandidaten Schmid gus Worms die 3. Lehrer⸗ ſtelle an der Realſchule zu Friedberg zu übertragen; am 16. Mai den evang. Pfarrer Auguſt Kißner zu Bromskirchen zum Decan des evang. Decanats Biedenkopf und den evang. Pfarrer Wagner zu Worms zum Decan des evang. Decanats Worms zu ernennen; an demſelben Tage den Finanzacceſſiſten Beck aus Steinbach zum Se⸗ eretär bei der Staatsſchulden⸗Tilgungskaſſe⸗Direction zu ernennen; am 19. Mai den Rath am Bezirksgerichte Alzey, Lehne, zum Rathe am Bezirksgerichte Mainz zu ernennen; VIII. Chaxrakterer⸗ theilung. S. K. H. der Großberzog haben allergnädigſt geruht: am 7. Mat dem vormaligen Großherzoglichen Conſul zu Stettin, Ferdinand Koch, dermalen zu Berlin, die Erlaubniß zu ertheilen, auch ferner den Titel eines Großherzoglich Heſſiſchen Coͤnſuls außer Dienſt zu führen. IX. Dienſtentlaſſungen: S. K. H. der

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Großherzog haben allergnävigſt gerubt: am 30. April den erſten Werkſchreiber und Zeichner bei der Maln⸗Weſer⸗Eiſenbahn, Jäger zu Gießen, auf ſein Nachſuchen ſeines Dienſtes zu ntlaſſen; am 6. Mai dem Schullehrer Schneider zu Obermodqu, Kr. Dieburg, die nachgeſuchte Entlaſſung vom Schulamte zu ertheilen; am 10. Mai den Rath am Bezirksgerichte Mainz Dr. Dael, auf Nachſuchen ſeines Amtes, unter Bezeigung der Allerhöchſten Zufriedenheit mit ſeinen treu geleiſteten Dienſten zu entlaſſen; am 19. Mai den Por⸗ tier Feder auf der hieſigen Station der Main⸗Neckar⸗Eiſenbahn, auf ſein Nachſuchen, ſeines Dienſtes zu entlaſſen. X. Verſetzungen in den Ruheſtand. S. K. H. der Großherzog haben allergnä⸗ digſt geruht: am 28. März den Lehrer an der Realſchule zu Mainz, Kämmerer; am 14. April die Lehrerin an der vereinigten unteren Mädchenſchule von St. Peter⸗Chriſtoph zu Mainz, Magdalena Fal⸗ ker; am 22. April den Gymnafiallehrer Profeſſor Baur zu Darm⸗ ſtadt, auf ſein Nachſuchen, und den Gymnaſiallehrer Prof. Dr. Piſtor zu Darmſtadt, in den Ruheſtand zu verſetzen.

Nechenſchaftsbericht über die landwirthſchaftliche Schule zu Echzell, Wintercurſus 1855/56.

IJ. Schülerzahl: 13, im Alter von 1520 Jahren.

Darunter waren 4 Penſionäre und 9, welche die Schule blos Mittwochs und Samſtags Nachmittags beſuchten. Die Penſionäre erhielten ſpeciellere und über mehr Lehrgegenſtände ſich erſtreckende Unterweiſung, arbeiteten unter Aufſicht ihres Lehrers und haben in fittlicher Hinſicht nie Veranlaſſung zu einer Klage gegeben.

II. Lehrgegenſtände.

Der Unterricht konnte erſt allgemein am 3. November v. J. ſeinen Anfang nehmen und als Unterrichtsgegenſtände wurden auf⸗ geführt:

1) Land wirthſchaftliche Chemie. Stoffe aus denen die Pflanzen und der Boden beſtehen, Nahrungsmittel der Pflanzen, Stoffwechſel, Bodenarten, Eigenſchaften und Verbeſſerung derſelben, Düngerarten, natürliche und künſtliche, deren Beſtandtheile, Werth, Wirkung, Anwendung, Prüfung, Umſtände von denen die Güte des Düngers abhängig iſt, Bodenunterſuchungen ꝛc.

2) Einfache landwirthſchaftliche Buchführung,

3) Geſchäfts aufſätze,

4) Arithmetik(Rechnen),

5) Praktiſche Geometrie,

6) Landwirthſchaftliche Zoologie(Thierkunde, Vieh

zucht).

III. Leiſtungen im Einzelnen. a. Landwirthſchaftliche Chemie.

Unter allen Zweigen der theoretiſchen Naturwiſſenſchaften iſt keiner, der ſo durchgreifend auf die ganze landwirthſchaftliche Praxis wirkt, als die Chemie. Durch ſie erfahren wir die Beſtandtheile der Pflanzen und des Bodens und ſomit die Stoffe, welche wir dem Boden zuzuführen haben, damit ein kräftiges Wachsthum der Pflanzen erfolge. Sie lehrt uns ferner künſtliche Düngemittel auffinden und erfinden, dieſelben zweckmäßig anwenden und die natürlichen beſſer benutzen; ſie lehrt uns die Einflüſſe kennen, die fortwährend Luft, Waſſer ꝛc. auf das Pflanzenleben ausüben, kurz, ohne die Chemie iſt und bleibt die Landwirthſchaft weiter nichts, als ein gemeines, me chaniſches, gedankenloſes Handwerk, was darin beſteht, das mechaniſch nachzumachen, was ein Anderer vorher vormachte und eine Lehre der Landwirthſchaft oyne Chemie würde nur ein Dreſchen leeren Strohes ſein.

Wir haben die Chemie daher unſerem landwirthſchaftlichen Unterrichte zu Grunde gelegt und die Bodenkunde, Düngerlehre, Er⸗ nährung der Pflanzen, Fruchtfolge ꝛc. daran geknüpft oder vielmehr hinein verwoben, da dies Alles Hand in Hand geht.

Wegen des bedeutenden Umfanges dieſer Wiſſenſchaft, deren vollſtändiges Studium wohl eben ſo viel Jahre erfordern würde, als uns Monate dazu zu Gebot ſtanden, wuͤrde es aber nöthig, eine ſorgfältige Auswahl des Unterrichtsſtoffes zu treffen und es wurden nur diejenigen Elemente und deren Verbindungen gewählt, welche in dem Boden und im Pflanzenleben eine Rolle ſpielen, die alſo von ſpeciellem Intereſſe für den Landwirth ſind. Dahin gehören von den genau bekannten 62 Elementen nur folgende 15:

A. Nicht metalle. 1) Der Sauerſtoff. Vorkommen, Eigenſchaften, Verbren⸗ nung, Fäulniß, Verweſung, Oxyde, Baſen, Säuren, Salze ꝛc. 2) Waſſerſtoff. Vorkommen, Eigenſchaften, Waſſer, ſein Einfluß auf das Pflanzenleben und auf den Boden, ſaurer und ſum⸗

pfiger Boden, Verdunſtungskälte, gebundene und freie Wärme, Be⸗ und Entwäſſerung, Stau⸗ und Rieſelwäſſerung ꝛc.

3) Stickſtoff. Vorkommen, Eigenſchaften, Verbindungen, Salpeterſäure, deren düngende Kraft und Wirkung, Ammoniak, deſſen große Bedeutung in der Landwirthſchaft, Neutraliſation deſſelben in der Jauche und im Stalldünger, zweckmäßige Behandlung der Jauche und des Stalldüngers, Einrichtung der Jauchenbehälter und Miſt⸗ ſtätten. Stickſtoffhaltige Düngmittel: Ammoniakſalze, Gaswaſſer, Guano, Pferde- und Schafmiſt u. ſ. w.

4) Schwefel. Vorkommen, Eigenſchaften, Verbindungen, Schweflige und Schwefelſäure, Wichtigkeit der Schwefelſäure in der Landwirthſchaft, ihre Anwendung, Wirkung, Schwefelwaſſerſtoff ꝛc.

5) Kohlenſtoff. Thier⸗, Pflanzen⸗ und mineraliſche Kohle, Vorkommen, Eigenſchaften, Anwendung, die Kohle als Düngmittel. Verbindungen des Kohlenſtoffs, Kohlenſäure, ein Hauptnahrungsmittel der Pflanzen, Bildungsweiſen derſelben, Kohlenſtoffaufnahme der Pflanzen, Humus, Kohlenwaſſerſtoff ꝛc.

6) Chlor. Vorkommen, Eigenſchaften, Verbindungen, Salzſäure, Waſſerſtoffſäuren und Sauerſtoffſäuren, Kochſalz, Chlorkalk, Wirkung und Anwendung, Königswaſſer ꝛc.

7) Phosphor. Vorkommen, Eigenſchaften, Verbindungen, Phosphorſäure einer der werthvollſten Beſtandtheile der Düngemittel, Phosphoraufnahme der Pflanzen. Vorkommen der Phosphorſäure in Mineralien und Pflanzentheilen, Knochen, Rattengift ꝛc.

8) Das Silicium oder der Kieſel, ſeine Verbindung mit Sauerſtoff zu Kieſelerde oder Kieſelſäure, deren Bedeutung im Pflanzenleben, ihr Vorkommen in allen Pflanzen und im Quellwaſſer, lösliche und unlösliche Kieſelerde, Silicate oder Kieſelverbindungen, Mittel wodurch die Kieſelerde aus der unlöslichen in die lösliche Modification übergeführt und ſomit wirkſam für die Pflanzen werde, Umſtände unter welchen die Kieſelerde als Bodenverbeſſerungsmittel anzuwenden iſt, Eigenſchaften des Sand- oder Kieſelbodens, ſeine Verbeſſerung.

B. Metalle.

1. Leichte Metalle.

1) Das Kalium. Darſtellung, Verbindungen, Pottaſche, Beſtandtheil der Aſche, Holzaſche als Bodenverbeſſerungsmittel, Sal⸗ peter(Kaliſalpeter), Schießpulver, Glas, günſtiger Einfluß der Kali⸗ ſalze auf das Wachsthum der Pflanzen, kalihaltige Düngmittel: Pott⸗ Abe Holzaſche, Kaliſalpeter, Bauſchutt, Malzkeime, Straßenkoth,

rin ꝛc.

2) Natrium. Vorkommen, Darſtellung, Eigenſchaften, Ver⸗ bindungen, Soda, Chiliſalpeter oder ſalpeterſaures Natron, deſſen große Bedeutung als Düngmittel, Wirkung und Anwendung deſſelben, das Chlornatrium oder Kochſalz, ſeine Gewinnung, ſeine Anwendung und Wirkung als Düngmittel, das ſogenannte Düngeſalz, Viehſalz, das ſchwefelſaure Natron oder Glauberſalz, Anwendung, kieſelſaures Natron, Glasbereitung u. ſ. w.

3) Calcium. Vorkommen, Darſtellung, Verbindungen, die Kalkerde oder das Calciumoxpd, gebrannter und gelöſchter Kalk, deren Eigenſchaften und Wirkung im Boden und auf die Pflanzen, Kalk⸗ boden, Mergeldüngung, Kalkpflanzen, kohlenſaurer Kalk, Kalkſtein, Marmor, Kreide, Mörtel, Luft⸗ und Waſſermörtel, phosphorſaurer Kalk, Apatit, Phosphorit, Koprolith, Knochen, die Koprolithen und Knochen, als Düngmittel, das Knochenmehl, ſeine Behandlung, Anwendung, Wirkung und Prüfung, der kieſelſaure Kalk, Waſſermör⸗ tel oder Cement, Traß, Kalkglas, der ſchwefelſaure Kalk oder Gyps, Anwendung des Gypſes in der Landwirthſchaft, Wirkung deſſelben, roher und gebrannter Gyps, der Gyps kein Reiz⸗ ſondern ein Düng⸗ mittel, Löslichkeit, Gypsfiguren u. ſ. w.

Magneſium ſeine Verbindung mit Sauerſtoff zu Talk⸗ erde oder Magneſia, Vorkommen und Bedeutung im Boden und in den Pflanzen, ſonſtige Anwendung der Bittererde u. ſ. w.

5) Alum infum ſeine Verbindung mit Sauerſtoff zu Thon⸗ erde, deren Unterſchied von Thon, die verſchiedenen Thonarten, Por⸗

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