Ausgabe 
11.4.1856
 
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mr W.

Friedberger Jutelligenzblatt.

Erſcheint wo⸗

eee Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, 1 tag. Preis jährl.. oder deren Raum fl. 1. 12 kr.; durch.

becken Amts- und perkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. n

ſammen 7 kr.

29. Freitag, den 11. April. 1856.

Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg

an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien und die Gensd'armerie des Kreiſes. Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Wendelin Selzer von Ilbenſtadt wegen Diebſtahls mittelſt Einbruchs.

Wendelin Selzer von Ilbenſtadt, welcher ſchon wegen verſchiedener einfacher Diebſtähle unterm 28. Juni 1853 zu einer Correctionshausſtrafe von Jahren verurtheilt worden, hat ſich im Laufe des verfloſſenen Monats eines kleinen und eines ausgezeichneten Diebſtahls von Oeconomiegeräthſchaften und Victualien zum Nachtheil des Ortsbürgers Johs. Mörſchel II. in Ilbenſtadt ſchuldig gemacht.

Da ſich der Angeſchuldigte, deſſen gefängliche Vorführung durch Sicherheitswache Gr. Landgericht dahier gleich bei der Einleitung dieſer Unterſuchung angeordnet hatte, ſeit den Oſterfeiertagen d. J. aus ſeiner Heimath entfernt hat, und deſſen dermaliger Aufenthaltsort jedoch unbekannt iſt, ſo beauftragen wir Sie, auf den erwähnten gefährlichen Verbrecher fahnden, und denſelben Großherzoglichem Landgerichte dahier im Betretungsfalle vorzuführen.

Friedberg, am 8. April 1856. Müller.

Dasſelbe

an die Vorſtände der israelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes. Betreffend: Die Bedürfniſſe der Landjudenſchaft der Provinz Oberheſſen für 1856.

Zu den obigen Bedürfniſſen ſind an den Rechner der Landjudenſchaft N. Heß zu Gießen die nachſtehenden Beträge in den beſtimmten Zielen zu bezahlen,

Unter Eröffnung des erforderlichen Credits werden Sie hierdurch angewieſen, alsbald die Zahlungsdecretur den Rechnern zu ertheilen und für pünktliche Zahlung zu ſorgen.

Friedberg, am 29. März 1856. Müll e r.

Verzeichniß der beitragspflichtigen israelitiſchen Religionsgemeinden.

Aſſenheim 5 fl. 10 kr., Bönſtadt 6 fl. 18 kr., Bruchenbrücken 2 fl. 6 kr., Fauerbach II. 1 fl. 26 kr., Niederwöll⸗ ſtadt 4 fl. 25 kr., Butzbach 8 fl. 40 kr., Fauerbach JI. 1 fl. 52 kr., Hochweiſel 2 fl. 14 kr., Langenhain 32 kr., Nieder⸗ weiſel 7 fl. 25 kr., Friedberg 44 fl. 42 kr., Oberrosbach 1 fl. 53 kr., Oſtheim 56 kr., Steinfurt 2 fl. 17 kr., Flor⸗ ſtadt ꝛc. 6 fl. 13 kr., Weckesheim mit Melbach, Södel, Beienheim und Wölfersheim 6 fl. 26 kr., Gambach 3 fl. 36 kr., Griedel mit Rockenberg 4 fl. 20 kr., Münzenberg 10 fl. 41 kr., Staaden e

Der Gemſen jäger. einen Stützpunkt, um ſeine Büchſe aufzulegen, und zielt (Fortſetzung.) auf den Kopf oder das Blatt(hinter der Schulter), denn

Es hatte der ganzen innigen Liebe des jungen Man⸗ ſchlägt die Kugel anderswo ein, ſo wird das Thier nur

nes zu Vreneli und der Gewißheit bedurft, daß Mutter waidwund geſchoſſen und flüchtet ſich in irgend eine Zer⸗ Trine nur Demjenigen die Hand ihrer Enkelin gebe, wel⸗ klüftung des Geſteins, um dort zu verenden, wo ſie nur cher die von ihr aufgeſtellte ſeltſame Bedingung erfülle, dem Lämmergeier zur Aeſung dient. Bleibt ſie übrigens um ihn zu vermögen, daß er wieder zu einer Beſchäftigung hinter dem entfliehenden Rudel zurück, weil ſie angeſchoſ zurückkehrte, die er nur allzugut kannte. Er wußte nur ſen iſt, ſo ſetzt ihr der Schütze nach, ſucht ſie auf dem zu gut, daß kein anderes Gewerbe außer dem des SeeSchweiße ab und ſchneidet ihr die Kniekehlen ab, wann manns ſo viel Strapatzen, Entbehrungen und Gefahren er ſie einholen kann. Er muß ſie alsdann auf ſeine eigenen bietet, als das des Gemsjägers, welcher gewöhnlich ſchon Schultern laden und nach Hauſe tragen, durch Dick und am Abend aus dem Thal aufbrechen muß, damit er ſich Dünn, uber Stock und Stein, Schueewehen, Gießbäche bei Tagesanbruch ſchon auf den hohen Alpengehängen und Abgründe. Ueberfällt ihn die Nacht auf dem gefähr oder Berggipfeln befindet. Findet er hier keine Fährten lichen Heimwege, was häufig geſchieht, ſo ſucht der Jäger und Wechſel, ſo ſteigt er höher und immer höher, und ruht eine Felsſpalte auf, zieht aus ſeiner Jagdtaſche ein Stück nicht eher, als bis er eine Spur ausfindig gemacht hat, ſteinhartes ſchwarzes Brod, trinkt etwas Schneewaſſer, die ihn zu ſeiner Beute hinführt. Dann rückt er behutſam zieht dann einen Stein anſtatt des Kopfkiſſens unter den vorwärts, bald knieend, bald auf dem Bauche oder auf Kopf und ſchläft ein, die Füße über dem Abgrunde, die Händen und Füßen kriechend, bis er das Gehörn der Gem⸗ Stirn unter den Lawinen. Am folgenden Tage beſteht ſen unterſcheiden kann, denn erſt alsdann iſt er in der er neue Prüfungen, neue Gefahren, und dieß zieht ſich richtigen Schußweite. Iſt er von der wachehaltenden vielleicht mehrere Tage lang hin, während deren er vielleicht Gemſe nicht bemerkt worden(denn bekanntlich ſtellen die kein Dach findet und keinem menſchlichen Weſen begegnet. Gemſen immer Schildwachen aus), ſo ſucht der Schütze! Früher konnte der Schütze hoffen, irgend einem Kryſtall