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ich über die Wengernalp kam, hab' ich Gemſenfährten ob dem Upigel geſehen; ich könnte Dir den Wechſel zeigen.“
„Ich danke, ich weiß noch andere,“ verſetzte Hans.
„Die Fährten ſind ſehr zahlreich,“ fuhr Oheim Hiob fort;„auch weißſt Du, daß die Wengernalp ein ſehr vor⸗ theilhaftes Terrain iſt für die Gems jagd!“
„Das gilt mir gleich, ich ſuche keinen günſtigen Bo⸗ den für meine Jagd,“ verſetzte der Jäger trocken;„wendet Euch an Ulrich, Vetter,“ ſetzte er ſpöttiſch hinzu,„vielleicht könnte ihm die Gelegenheit Luſt machen, einmal ſein Heil auf der Jagd zu verſuchen!“ 8
„Du haſt es verrathen, Hans,“ erwiderte Ulrich. „Die Gelegenheit lockt mich ſogar heute noch. Gebt mir nur alle nöthige Auskunft, und ich gehe ſchon morgen früh auf die Pürſche!“ i f
„Du?, rief Hans aufſpringend,„zum Wetter! iſt das Dein Ernſt?⸗.
„Mein voller Ernſt! ich erbitte mir vom Oheim Hiob meinen Stutzen und mein Jagdgeräthe zurück, die ich ihm zum Aufbewahren überlaſſen habe!/
„Iſt es wirklich wahr?“ rief der Greis;„Du willſt alſo auf Deine Holzſchnitzerei verzichten und wieder zum Jägerleben zurückkehren?“ a
„Ich will es wenigſtens verſuchen,“ erwiderte Ulrich beſcheiden, aber mit feſtem Entſchluß,„ich kehre heute nicht mehr nach Meiringen zurück, ſondern ſchlafe hier im Hauſe, wenn Ihr nichts dagegen habt und mir ein Plätzchen gönnen wollt! Morgen früh gebt Ihr mir dann meinen Stutzen und zeiget mir die Fährten, die Ihr auf der Wengernalp gefunden habt!“
Der Alte ſprang vergnügt vom Tiſche auf, und rief: „So iſt's recht! Gottlob, daß es ſo gekommen iſt. Der verlorne Sohn kehrt wieder zurück! Haſt Du's gehört, was er vor hat, Baſe Trine?“
„Die Worte verrauſchen im Winde; wir wollen erſt die That ſehen,“ ſagte die Großmutter kalt.
„Wir werden ſie ſehen,“ rief der Kryſtallſucher; „meiner Treu! Uli wird ſein Wort halten, und bald wie⸗ der Geſchmack an dem freien Leben in den Bergen finden. Ich will heute Abend noch den himmliſchen Vater bitten, daß er ihm Muth einflöße und ihm den ſchönſten Gemſen⸗ kaiſer ſchußrecht zuführe!“
„Ja, thut das und bittet den lieben Gott darum, Oheim Hiob!“ rief Ulrich lebhaft und faßte den Alten am Arm.„Meiner Treu, für ein ſolches Glück gäbe ich gerne die Hälfte meines Lebens hin!“ ſetzte er mit einem bedeut- ſamen leidenſchaftlichen Blicke auf Vreneli hinzu, der dem Vetter Hans nicht entging. Dieſer runzelte die Stirn und biß ſich finſter auf die Lippen, ſchwieg jedoch beharrlich. Ulrich bot den Anweſenden gute Nacht und entfernte ſich mit dem alten Oheim. Alsdann erſt heftete Hans einen forſchenden Blick auf Vreneli, welche davor erröthend die Augen niederſchlug, nickte dann bezeichnend mit dem Kopfe, wie ein Menſch, deſſen Zweifel nun gelöſt ſind, nahm ſeinen Stutzen und verließ ſchweigend das Häuschen.
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Am andern Morgen waren Ulrich und der alte Kry— ſtallſucher ſchon lange vor Tagesanbruch auf den Beinen und rüſteten ſich zu dem Ausflug in's Hochgebirge. Der Oheim Hiob bewohnte noch ein kleineres und weit arm— ſeligeres Häuschen, als das der Baſe Trine war. Die geſammte Räumlichkeit deſſelben beſchränkte ſich auf eine große Küche, und eine Stube daneben, deren ganzes Ge— räthe aus einem Bett, einem Tiſch und drei Schemeln beſtand. Dagegen waren die vier Wände der Stube mit Sammlungen von allen möglichen Naturalien verziert, welche der Alte aus dem Hochgebirge mitgebracht hatte.
Die glänzenden Steine, die getrockneten Alpenpflanzen, die Schmetterlinge und Inſekten mit den bunten Flügeln, welche die Wände des Häuschens zierten, gaben ihm einen gewiſſen ſeltſamen fremdartigen Anſtrich, welchen die Erſcheinung des Alten in ſeinem altmodiſchen Aufzug, dem halblangen grauen Barte und den langen weißen Haaren, die in Locken bis über die Schultern herabwallten, noch erhöhte. Oheim Hiob warf noch einen letzten zärtlichen Blick auf ſeine Schätze, während er das ſtarke Thau mit Knoten, mittelſt deſſen er das geſtern entdeckte Neſt von Bergkryſtall erreichen wollte, um ſich herumſchlang und in ſeinen Reiſe— ſack alle jene Werkzeuge und Hülfsmittel einpackte, deren er zu ſeiner Bergtour bedurfte, als da waren eiſerne Haken, Klammern ꝛcf. 4 Mittlerweile hatte auch Ulrich ſich mit der erforder— lichen Ausrüſtung verſehen, und unterſuchte ſorgfältig ſei— nen Stutzen, ein altes Gemsjägergewehr, deren einziger Lauf zwei Schüſſe über einander aufnahm, welche mittels zweier hintereinanderliegender Schlöſſer abgefeuert wurden. Nachdem er beide Schloͤſſer eingeölt, die Buͤchſe ſorgſamſt geladen, beide Pfannen mit Zündkraut und die Hahnen mit friſchen, ſcharfen Steinen verſehen hatte, zog er die ledernen Futterale über die Schlöſſer und folgte dem Alten, der ihn bereits auf der Schwelle des Hauſes erwartete. (Fortſetzung folgt.)
Friedberger Kirchenbuchsauszug vom Monat März. Getraut e:
13. Johann Philipp Wagner, hſ. B. u. Gaſtwirth, des verſt. B. u. Ortseinnehmers Heinrich Wagner zu Großenlinden ehl, erzeug⸗ fer verwittw. S. u. Wilhelmine Hulderich, des verſt. B. u. Maurers Eberhard Hulderich zu Melbach ledige T.
13. Guſtav Wilhelm Theodor Rauch, Großherzoglicher Bahn⸗ meiſter in Friedberg, des verſt. Regiſtrators bei Großh. Oberforſteol⸗ legium in Darmſtadt Chriſtian Friedrich Ernſt Rauch ehl. erzeugter verwittw. S. u. Albertine Louiſe Chriſtina Georgine Gertraud Witte, des weiland Großh. Phyſikatsarztes Dr. Wilhelm Karl Auguſt Witte ehl. erzeugte ledige T
Getauft e:
2. Dem hſ. B. u. Schreinermeiſter Ludwig Karl Finkernagel ein S., Karl, geb. 3 Febr.
9. Dem hſ. B. u. Spezereihändler Adam Damm ein S., Hein⸗ rich Martin, geb. 19. Febr.
18. Dem hſ. B. u. Metzgermeiſter Emmerich Hanſtein ein S., Ludwig Wilhelm, geb. 11. Febr.
23. Dem hſ. B. u. Spenglermeiſter Heinrich Heid eine T., Suſanna Margaretha Dorothea Karoline, geb. 25. Febr. . 23. Dem hf. B. u. Wagnermeiſter Johann Konrad Ruppel ein S., Georg, geb. 25. Febr.
24. Dem hſ. B. u. Gaſtwirth Johann Philipp Wagner eine T., Anna Maria Katharina, geb. 13. März.
24. Dem hſ. B. u. Väckermeiſter Engelhard Lochmann eine T., Liſette Katharina, geb. 2. März.
24. Dem hi. B. u. Schreinermeiſter Johann Friedrich Ga⸗ briel Cordes ein S., Johann Chriſtoph, geb. 21. Febr.
30. Dem hf. B. u. Buchbinder Heinrich Präfried eine T., Eliſabetha Georgine, geb. 9. März.
30. Dem hſ. B. u. Schneidermeiſter Wilhelm Friedrich Schnei⸗ der ein S., Ferdinand Eduard, geb. 6. März.
Bee er dig ee
5. Karl Daniel Kümmich, Dr. theol., Oberconſiſtorialrath, Oberſtudienrath u. Stadtpfarrer, zu Darmſtadt, Ritter des Ordens Philipp des Großmüthigen, alt 57 J. 11 M. 13 T., t 3 März.
6. Cu Offenbach). Bertha Philppina Mariane Chriſtiane Buß, des verſt. Großh. Domänenraths Georg Buß ehl. led. T., alt 32 J. 7 M. 5 T., 1 4. März.
7. Johann Konrad Keller, hſ. B. u. Gerbermeiſter, alt 31 J. 6 M. 15 T., 4 5 März.
11. Todtgebornes T. des hſ. B. u. Weißgerbermeiſters Jo⸗ hannes Heinrich Walz.
23. Juliane Oppel aus Siebenhauſen, Kreis Schotten, alt 74 J., 4 21. März.
25. Johannes Zobel, hſ. B. u. Schuhmachermeiſter, alt 68 J. 5 M. 15 T., T 23. März.
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