niit der Erledigung der schweßenden Fragen kerne Eile hal. In
Paris deshalb, weil der Glaube vorherrscht, daß inzwischen durch verschärfte Druckmaßnahmen die Kapitulation der Ruhrbevölker⸗ ung erzwungen werden kann, und in London, weil man der An⸗ 9025 ist, daß jetzt alle schwebenden Fragen, die irgendwie mit dem Reparationsproblem in Verbindung stehen, sorgfältig gelöst wer⸗ den müssen und hierzu eine gewisse Zeit der Vorberatungen und Vorbereitungen notwendig ist. Es verlautet sogar, daß an Ver⸗ handlungen erst im Monat August gedacht wird.
Inzwischen verschlechtern sich die Verhältnisse im Ruhrgebiet von Tag zu Tag. Durch die Unterbindung der Zufuhr muß sich die Lebensmittelversorgung schon in wenigen Tagen katastrophal auswirken. Hunger und Elend lassen neue Unruhen im besetzten wie unbesetzten Gebiet befürchten. Hinzu kommt die verstärkte
a 1 der Nationalisten für den aktiven Widerstand. Kein
ag vergeht, an dem nicht eine Sprengung oder ein Attentat er⸗ 2 Werden die Täter gefaßt und abgeurteilt, dann gibt es in
1 deutschnationalen Presse nicht nur ein großes Hetzen über die „Barbarei der Franzosen und Belgier“, sondern dann taucht plötz⸗ lich auch die ganze deutschnationale Geistlichkeit, die sich im allge⸗ meinen als Kulturträger der Menschheit ausgibt, auf, um die Könige des neutralen Auslandes oder andere maßgebende Persön⸗ lichkeiten anzufleben, auf die französische Regierung dahin zu wir⸗ ken, daß die Urteile nicht vollstreckt werden. Wir haben an sich gegen diese Art Begnadigungen zu erreichen, nichts einzuwenden, Fondern wünschen ebenfalls weitgehende Milde. Aber die Deutsch⸗ nationalen, die indirekt um Gnade betteln und flehen sowie ihr eigenes Herz entdeckten, wenn es zu spät ist, sind dieselben, die fanatische Elemente aufhetzen zu den Taten, die Schlageter den Kopf gekostet, für Goerges das Todesurteil hervorriefen und im allgemeinen eine Erschütterung des passiven Widerstandes herbei⸗ 1. Die Reichsregierung schweigt dazu und läßt eine Drohung er Deutschvölkischen über angebliche unangenehme Enthüllungen nach der andern über sich ergehen! Nimmt dieser Zustand seinen Fortgang, dann muß die Reichstagsfraktion, die über die Kulissen⸗ geheimnisse der Wilhelmstraße unterrichtet ist und den Sinn der
deutschvölkischen Drohungen versteht, ein ernstes Wort mit Herrn
Cuno sprechen. Die Verpflegung im Ruhrgebiet gefährdet.
Schwere Sanktionen.
Durch die Unterbindung der letzten Eisenbahnzufahrtsstraßen ins Ruhrgebiet ist die Verpflegung der Bevölkerung aufs äußerste gefährdet. Schon 24 Stunden nach der Durchführung der neuesten französtschen Maßnahme wurden aus verschiedenen Orten Klagen über den Mangel an Lebensmitteln laut. Aus Bochum und Gelsen⸗ kirchen wird z. B. über Kartoffel⸗ und Fleischmangel geklagt. Des⸗
gleichen kommen aus Herne Mitteilungen über Schwierigkeiten in
er Versorgung der Bevölkerung mit dem notwendigsten Bedarf.
Andererseits ist die Unterbindung der Zufuhr ein Anreiz zur Fest⸗
setzung höherer Preise. Auch diese Gefahr macht sich bereits be⸗
merkbar. Es ist zu erwarten, daß sich die Versorgung mit Lebens⸗ mitteln in den nächsten Tagen katastrophal auswirkt, wenn die
Franzosen weiterhin jeden Lebensmitteltrausport unterbinden.
Uebrigens widersprechen die jetzt getroffenen Maßnahmen der Be⸗
satzung in jeder Beziehung den mit Nachdruck zu Beginn der Okku⸗
pation gegenüber dem Düsseldorfer Regierungspräsidenten abge⸗ gebenen Versicherungen Degouttes, daß an eine Unterbindung der
Lebensmitelzufuhr oder gar einer Aushungerung der Bevölkerung
nicht gedacht sei. Der Sinn der jetzt gewaltsam vorgenommenen erkehrseinstellung im Ruhrgebiet kann kein anderer sein, als die
5 kerung auszuhungern und sie dadurch zur Kapitulation zu
veranlassen.
(Jn Vorhalle bei Hagen hat der französische Kommandant aus anlaß der Auffindung von Sprengpatronen auf den Bahngeleisen m Samstag folgende Sanktionen verhängt:
1. Der Straßenbahnverkehr Hagen⸗Herdecke und Hagen⸗Vorhalle ift von Eckesey ab verboten.
2. Am morgigen und am nächsten Sonntag ist jeder Straßenver⸗ feu von 3 Uhr nachmittags bis zum nächsten Morgen 5 Uhr
f vollständig gesperrt.
Der französischrenglische Notenwechfel.
Ueber den Inhalt der Antwort Poincarés auf das englische Tmenpardan, die in ihrem Entwurf am verflossenen Samstag der belgischen Regierung zugegangen it, macht der Brüsseler Kor⸗ respondent der Times einige Angaben. Nach diesem Korrespon⸗
5 1 7 07 gibt Poincaré zu ber Einstellung des passiven Widerstandes
folgende Definition: Die deutsche Regierung muß eine Proklamation veröffentlichen, 115 ihren Beamten befiehlt, diesen Widerstand in den besetzten Ge⸗ teten einzustellen und mit der französischen Verwaltung dieser Ge⸗ biete Hand in Hand zu arbeiten. Hinsichtlich der englischen Frage, welche Form die Besetzung des Ruhrgebietes annehmen werde, wenn Deutschland diesen Widerstand einstellt, erklärte Poincaré, daß man uf die Besetzung zurückgreifen werde, wie diese am 11. und 12. uar organisiert wurde, als die französischen Truppen in das Ruhrgebiet gingen, lediglich mit der Aufgabe, die Sachverständigen zu schützen, die in Beziehung zu den deutschen Industriellen trelen sollten. Der Korrespondent glaubt ferner, aus maßgebender Quelle
mittesten zu können, daß bie französische Ankwoct in außerordenklich
herzlichen Ausdrücken gehalten ist und daß Poincaré den sehr leb⸗ haften Wunsch zum Ausdruck brachte, zu einem Einverständnis mit der englischen Regierung zu gelangen.
Politische Uebersicht. a
Steuermoral.
Ganz im Sinne des Garantievorschlages der Industrie bemüht sich die Steuerstelle des Reichsverbandes der deut ⸗ schen Industrie weiter, die Steuerhoheit des Reiches zu durchlöchern. In einer Eingabe an den Steuerausschuß des Reichstags wird gefordert:
„Die Festsetzung des Vielfachen erfolgt für die einzelnen Berufszweige für den Bezirk eines jeden Landesfinanz⸗ amts durch das Landesfinanzamt nach Anhörung der zustandigen Berufsvertretung.“
Am Schlusse heißt es: 5
„Der Steuerpflichtige kann eine Herabsetzung den Vervielfachung seiner Vorauszahlung beantragen, wenn er glaubhaft macht, daß sein voraussichtliches Einkommen der erhöhten Vorauszahlung nicht entspricht. Als Glaub⸗ haftmachung genügt eine Bescheinigung der zu ⸗ ständigen Berufs vertretung.“
Wir schlagen vor: Die Steuerstelle des Reichsverbandes der deutschen Industrie übernimmt das Reichsfinanzmini⸗ sterium, die Syndici der Berufsvertretungen die Landes- finanzämter. Das ist doch ein viel einfacherer Weg, als der, das Finanzministerium nur als Kulisse zu benutzen.
Was würde es für ein Geschrei geben, wenn die Ar⸗ beiterorganisationen einen gleichen Antrag stellten, wonach die Herabsetzung der Steuern des einzelnen Steuerpflichtigen zu erfolgen hat nur auf die Bescheinigung der zuständigen Berufsvertretung, der Gewerkschaft, hin. Aber die Arbeit⸗ geberverbände können sich das erlauben, werden auch ange⸗ hört, dagegen wird in den Reihen der Arbeiter gleich Verrat geschrien, wenn sich ihre Vertretung eine neue Position von Einfluß sichert..
Wo bleibt ein deutscher Zola?
Diese Frage wirft in der Abend⸗Ausgabe der Vossischen Zeitung vom 12. Juni der frühere Reichstagsabgeordnete Prinz Alexander Hohenlohe unter Hinweis auf den Fall Fechenbach auf. Hervorragende Rechtslehrer, wie z. B. der Münchener Professor Kitzinger, haben das Ur⸗ teil des bayerischen Volksgerichts. das über Fechenbach wegen eines verjährten Preßdelifts zehn Jahre Zuchthaus verhängt hat, als juristisch völlig unhaltbar erklärt. Trotz⸗ dem rührt sich nichts, um dies ungeheuerliche Urteil wieder aufzuheben. Der Reichstag hat die Sache seinem Rechts⸗ ausschuß übergeben und scheint nun in die Ferien gehen zu wollen, ohne sich um das Schicksal Fechenbachs, der nun schon seit Monaten im Zuchthaus sitzt. zu kümmern. Hier setzt in berechtigter Schärfe die Kritik des Prinzen Hohen⸗ lohe ein. Er schreibt:
Sollte der Reichstag den Aufenthalt im Zuchthaus dem in einer angenehmen Sommerfrische gleich erachten? Derselbe Reichstag kann sich nicht genug tun in„flammenden“ Protesten gegen die Rechtsbeugungen durch die Franzosen. Gewiß, die Franzosen haben sich im Ruhrgebiet und anderswo zahlreiche Verstöße gegen Recht und Gerechtigkeit zuschulden kommen lassen: aber will man da⸗ gegen protestferen, dann sollte doch die erste Vorbedingung sein, daß man vorher wenjigstens bei sich selbst zu Hause mit dem guten Beispiel vorangeht, sonst verlieren solche Proteste sehr an ihrer Wirkung. Jedenfalls trägt die Gleichgültigkeit, mit der der Reichs⸗ tag andauernd diesem Skandal zusieht, nicht gerade dazu bei, unser moralissches Ansehen im Auslande zu vermehren.
Manchen Leuten mag das einerlei sein, vielleicht sehen sie es sogar als ganz besonders„patriotisch“ an, sich um die Meinung des Auslandes nicht zu bekümmern, aber dann sollten sie auch den⸗ selben Gleichmut zeigen gegenüber der reservierten Haltung Amerikas und des übrigen Auslandes beim Ruhrkonflikt. Da können sie aber nicht oft genng das Rechtsgefühl des Auslandes an⸗ rufen und ihm vorwerfen, daß es ihm daran ermangle.
Frankreich hat uns seinerzeit ein Beispiel gegeben, wie man Unrecht wieder gut macht. Dreysus ist von der Teufelsinsel zu⸗ rückgeholt und rehabilitiert worden. Aber Frankreich hatte seinen
*
C Scheürer⸗estner, setnen Prmtart, feinen Zola, dre lichen Interessen hintansetzten, die größten Opfer Gefahren nicht scheuten, sogar ihr Leben aufs S! dem Unschuldigen Recht werde. Ganz Frankreich, 51 e 115 101 den 1 i10 ürgerkrieg, aber die Gerechtigkeit ging ste f Trubel hervor, und es ist kein Zweifel, daß dadurch lische Ansehen Frankreichs in der g gestärkt wurde. 15 8 0 Deutschland ist heute eine Republik. Es heißt we es eine sei. In einem republikanischen Parlament n besonders Pflicht jedes Abgeordneten, dafür zu sorgen Gerechtigkeit nicht Schaden leide. Die Herren, die jetzt k Fechenbach so gleichgültig behandeln, die ruhig zusehen Mann, der wegen eines verjährten Pveffadeliktes zu Zuchthaus verurteilt worden ist, noch immer dort sitzt, mit Gemüts ruhe noch weiter dort sitzen lassen, sollten heb sich das Blättchen sehr leicht einmal wenden könne. W. einer Zeit, in der die Ereignisse schnell aufeinander fo weiß, ob sie nicht, und vielleicht früher als sie denken, es werden, heute so gleichgültig gewesen zu sein gegen Unrccht. 5 Und wo bleibt die Reichsregierung? Gewiß, es ist eine b Justizangelegenheit. Aber hier handelt es sich um das A ganzen deutschen Rechtspflege, ja der deutschen Republik. doch ein Mittel geben, die bayerische Regierung an ihre P erinnern, der Gerechtigkeit zu ihrem Rechte zu verhelfen. im Deutschen Reichstage kein Scheurer⸗Kestner finden, w deutschen Volk kein Zola aufstehen, der den deutschen D dem Zuchthaus befreit? Jeder Tag, den er länger darin halten wird, ist ein Skandal. 5. 1
Bayern gegen das Reich.
Die maßgebende Partei der Regierungskoali Bayern, dje Bayerische Volkspartei, entfacht soe neuen Kampf gegen das Reich. Es ist bekannt, daß seit langem unter der Führung des Abg. Rothme eines ehemaligen Eisenbahnsekretärs und leidenscha Partikularisten, gegen die Verreichlichung der Ver! betriebe heftige Agitation betrieben wird. Vor Tagen veröffentlichte dieser Abgeordnete eine Schrift, in er eine Bilanz der Verreichlichung zieht und dabei das g Defizit und die übrigen Mängel der Verkehrsbetrieb Ursache doch zweifellos der Krieg und sein Ausgang Bausch und Bogen der Verreichlichung in die Schuhes schie Die ganze Verreichlichungsaktion nennt er ein Fiasko fordert, daß Bayern wieder Miteigentümer wird an den ihm abgetretenen Verkehrsbetrieben. 1
Politisch und wirtschaftlich aber von weit größer deutung als diese Schrift ist eine soeben erschienene fangreiche Arbeit des Verkehrsbeirats der Volkspartei, also einem autoritativen Parteiorgan, Urleile und Forderungen sicherlich in fürzester Frist zu eine Programmpunkt für die bayerische Regierung selbst erhobe⸗ werden. Ihren Ausgangspunkt nimmt die Denkse b dem Entwurf des Reichsbahnfinanzgesetzes, das die nung der Verwaltung in unheilvollster Weise prä und Bayern die Möglichkeit verbaue, jemals eine Interessen und verbrieften Rechten entsprechende sation durchzusetzen. Der Loslösung der Bahnen Reichsverwaltung folge mit großer Wahrscheinli volle Privatisierung, eine Tatsache, die durch die letzten deutschen Memorandum angebotene Verpfändun die Entente ihr besonderes Gewicht erhalte. Dies be eine außerordentlich schwere Gefahr für die Erhaltun Eigenart und Staatlichkeit Bayerns, wogegen es eine Mittel gebe: Bayern müsse, falls das Eisenbah gesetz oder gar die Verpsandung der Reichseisenbah Tatsache werden sollte, die selbständige Verwaltung Eisenbahnnetzes zurückfordern. Denn nehme die E die angebotene Verpfändung an, dann sei es patriotische verfassungsmäßige Pflicht Bayerns, sich mit dieser Ta abzufinden. Aber dann müsse Bayern die Möglichkeit ha im Rahmen der Tributpflicht an die Entente wenigste gut als möglich die innerbayerischen Interessen bei der waltung seines Eisenbahnbesitzes zu berücksichtigen.
Aus diesen entscheidenden Gründen sei das Reichs finanzgesetz für Bayern unannehmbar. Die recht
n 8
7 Bay
15
Der verlorene Sohn.
Roman von Hall Caine. 10
Auch den folgenden Tag kam Oskar und spielte eine Menge Lieder, die er selbst aus der Saga komponiert hatte. Thora meinte, nie ein ähnliches Spiel gehört zu haben und so sehr sie es auch zurückzudrängen versuchte, konnte sie bei der Erinnerung an Magnus' Flötenspiel ein leises Lachen nicht unterdrücken.„Ich bin ganz sicher, er wird noch einmal
in großer Komponist werden,“ sagte sie, als Oskar fort⸗
gegangen war.
a„Vielleicht, aber von der Ehre allein leben,“ sagte Tante Margret.
Hierauf sah Thora täglich nach Oskar aus, und als er das nächste Mal kam, überredete er sie, ihre Guitarre her— vorzuholen. Sie spielte ein paar isländische Liebeslieder und sang mit süßer Stimme dazu. Thora war wie eine Blume, die unter dem Schnes gewachsen war und nun ihre Blüten der Sonne entfaltete.
3„Ich möchte wohl wissen, wen Oskar einmal heiraten wird?“ sagte sie, und Tante Margret antwortete:„Irgend eine englische Miß mit reichlichen Schätzen dieser, aber mit keinen der künftigen Welt.“ i Eines Tages kam ein Brieschen von Oskar, in dem er ssagte:„Herrlicher Morgen! Was meinst Du zu ein paar Stunden auf dem Fjord? Werde Dich sogleich abholen.“ Sie nahmen ein dem Faktor gehöriges Boot und richteten seinen Lauf der von zehntausend Eidergänsen be— wohnten Insel Engey zu. Beide ruderten beim Verlassen der Landungsbrücke, sobald sie jedoch außer Seh- und Hör⸗ weite waren, ließen sie die Ruder sanft nachschleifen und sich treiben. Die See und der Himmel waren blau und regungslos wie zwei sich zugekehrte Spiegel, jeder warf den anderen zurück, und das Boot schwankte wie eine große Hummel surrend dazwischen.
kann niemand
Oskar gebärdete sich wie ein Knabe. Er lachte und schwatzte ununterbrochen und erzählte, was sie als Kinder alles zu tun pflegten. Damals sei er nicht sehr ritterlich gewesen, erinnere er sich, wenn sie ihn aber sehr flehentlich gebeten hätte, pflegte er ihr zu erlauben, auf seinem Schlitten zu sitzen, und dann war es krachend und knackend durch den gefrorenen Schnee gegangen. Sie hatten in jenen Tagen auch kleine Zwistigkeiten gehabt, und die Leute pflegten dann zu sagen:„Kinder, die sich zanken, werden oft ein Paar.“ Sehr weise waren die Leute gewesen, nicht wahr?
Sie landeten auf Engey und streiften dort auf Suche nach Eidergänsen umher. Die Vögel hatten die Insel jedoch schon verlassen und sie fanden weiter nichts in ihren Nestern als ein- Paar verblichene und ausgebrütete Eier.
„Wir sind zu spät hierher gekommen,“ sagte Oskar. „Sind wir nicht zu spät hierher gekommen, Thora?“ fragte er, sich niederbeugend und ihr von der Seite ins Gesicht blickend, von neuem. Und Thora, die leise vor sich hin ge⸗ summt hatte, wurde feuerrot. Ihre beiden Augen sprühten und sie bebte vor Erregung.
„O, daß wir noch einmal Kinder sein könnten!“
Oskar.„Möchtest Du das nicht auch, Thora?“
Ehe sie sich dessen versah, hatte Thora mit„Ja“ geant⸗ wortet und wandte sich dann verlegen der Richtung des Bootes zu. Der Erdboden war von engen Furchen durch⸗ zogen, die der Winterfrost in das Gras gerissen hatte, und Oskar sagte:„Wir können nicht miteinander in einer Furche gehen.“
„Dann hasche Du mich,“ antwortete Thora und lief lachend davon. g
Oskar lief hinter ihr her und ergriff und hielt sie beim Gürtel; darauf wurde sie ernsthaft und fing nach einer Weile zu weinen an.
„Hab ich Dir weh getan?“ fragte Oskar.
sagte
„Nein, nein! es ist gar nichts. Ich bin töricht! mich noch einmal!“ sagte Thora, ihm die Mütze vom reißend und über die Furchen dahinfliegend, und war, er sie eingeholt hatte, in das Boot zurückgesprungen. Als sie beim Faktor wieder anlangten, händigte Tant Margret, die gemessen und nachdenklich erschien, Oskon einen Brief ein, den seine Mutter für ihn gebracht ö Er war von Magnus und lautete: „Lieber Oskar— ich freue mich, von Deiner Hei kehr zu hören und ich wünsche, ich hätte zu Deiner Be
kommnung dort sein können. Du bist gerade zu
bis ich selbst mein Glück fassen konnte. Sie war ein
zureißen. Nun da sie aber einmal mein ist, fühle ick nel
Amboß vor, den selbst die heftigsten Schläge nicht
eintreiben kommen und Thora mitbringen willst. Nun
überhaupt zur rechten Zeit zukommen zu lassen.— war, vermochte Thora durch den Flor, der ihr wie eine al Augen schwebte, ihn kaum zu erkennen. Im nächsten Aug g
guten Stunde angelangt, denn man wird Dir von me Glück mit Thora erzählt haben. Es hat lange gewä liches, kleines Mädchen, daß es mir selbstsüchlig vorke sie aus ihres Vaters Hause, wo jeder sie so siebt, he Kräfte in meinen Adern und arbeite für drei. 0 b so glücklich, daß mir alles gelingt und komme mir wie 1 machen können. Ich sehne mich aber, Dich p und schreibe, um Dich zu bitten, ob Du nicht zum muß ich aber schließen, denn wir lagern draußen Bergen, und es wird schwer halten, Dir diesen Dich liebender Bruder Magnus Stephens Oskar las den Brief laut vor, und als er damit fe hellen Wintertage sich auf das Tal herabsenkende und die schimmernden Berge verhüllende, naßkalte Nebelwolke b blick jedoch lachte Oskar— ein wenig nervös— und „Laß uns jedenfalls gehen. Ich werde Silverto⸗
halten und ihn Dir morgen früh um fünf Uhr h bringen.“ Fortsetzung


