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9% Uhr ab, bei Mir dügstamme, 8 m Lichen;

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im Gemeindehaus d Glaserholz), 1 Nadel⸗ hel, 755 m Reiser, 183 esstücd im Gemeindewald

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Dounerßtag, den II. de an der Niederwetzer im, 29 4. Cl.= 6,5

76 km, 118 Stungen 1. fehr lästig ist. Das Polizeiamt hat dies sehr

ufeuberg erforderlichen Angebote bis Freitag, stalfenberg, bel wescher kreichen. Die Arbeiten gerarbeiken 233,27 Ml., rarbeiten 2459,02 Ml., eiten 385,. Mb, Kies

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Gießen, Sonntag, den 7. Mürz

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

ßen.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Proviuzielles.

* Gießen, 6. März. Der Nährwert des kletenbrotes. Noch immer ist im Publikum nelfach die Meinung verbreitet, daß das Kleien⸗ brot durch besonders hohen Nährwert ausge geichnet sei. Dieser Glaube stützt sich darauf, daß der Stickstoffgehalt der Kleie nicht unbe⸗ kächtlich höher ist, als der des Mehles selbst. Nan hat so vielfach, um dem Volkswohl zu enen, von dem gebräuchlichen Verfahren der abgeraten und Brot aus ganzem Korn an dessen Stelle gesetzt. Dr. labdin, der Chemiker der militärärztlichen Bil⸗ sungsanstalten in Berlin, hat neuerdings nun pieder darauf hingewiesen, wie verkehrt diese

es nicht angängig ist, den Nährwert eines Produktes mit ausschließlicher Hilfe der chemischen Unalyse beweisen zu wollen. Nur physiologische lusnützungsversuche sind hier entscheidend. Diese beweisen, wie viel von einem Nahrungsmittel im körper aufgenommen d. h.verdaut wird und ple viel wieder zur Ausscheidung durch den Darm gelangt, also unausgenutzt den Körper sasstiert. Auf diesem Wege ist nun zur Genüge rwiesen worden, daß die Kleie für den Menschen überhaupt kein Nahrungsmittel ist, sondern den Jerdauungskanal unverändert passiert. Damit st auch das Urteil über den Nährwert des kleienbrotes gesprochen. Es ist kein Nahrungs⸗ mittel, am Wenigsten ein Volksnahrungsmittel, als das es seiner Zeit von Liebig empfohlen purde. Es kann allesdings in der Diätetik angewandt werden, hier nur aber auf dem Rat des Arztes.

N. Gießen, 6. März. Unsere Wirte haben ich vor kurzer Zeit an das Polizeiamt gewandt mit der Bitte, um Aufhebung der Polizei unde, die für Wirte, Gäste und Schutzleute

pohl begründete Gesuch abgelehnt, wogegen der Verein der Gastwirte von Gießen und Um⸗ gegend den Rekurs an das Kreisamt verfolgte, pelcher aber auch ohne Ergebnis blieb, sodaß gunmehr beabsichtigt wird, sich an das Ministe⸗ num zu wenden, um die Maßregel des Feier⸗ abendbietens für Gießen aus der Welt zu schaffen. Es ist ein beschämendes Gefühl für eden Menschen, wenn ihm, sitzt er nach des Tages Last und Mühen beim Glase Bier und st mitten in der Unterhaltung begriffen, das Feierabendgebot klar gemacht wird, daß er sich lach Hause zu scheeren hat. Sind wir Gießener ganz unter uns, so mag die Sache ja so hin⸗ ehen, aber wie oft kommt es vor, daß wir fremde Gäste unter uns haben und diese schüt⸗ teln den Kopf. Die Wirte haben nun beschlossen, mit Hilfe der gesamten Bürgerschaft unserer

Stadt zu versuchen, das Ministerium zu bitten,

Erscheint täglich mit Ausnahme der

Wandel zu schaffen. Heute und morgen werden in allen Wirtschaften Petitionsbogen zur en ausgelegt, welche folgenden Inhalt haben:

Die ehrerbietigst unterzeichneten Ein⸗ wohner der Provinzialhauptstadt Gießen unterstützen die Bitte der Gastwirte Gießens um Aufhebung der Feier⸗ abendstunde und würden es mit Freuden begrüßen, wenn ein hohes Ministerium in der erstrebten Angelegenheit einen wohl- wollenden Bescheid erteilen würde.

Daß diese Petition sich mit Tausenden von Namen füllen wird, darau zweifeln wir nicht, möge dieselbe den erwarteten Erfolg haben. Gießen, 6. März. Gleiches Recht für Allel Im Sommer verbot das Polizei amt den Arbeitern, welche ein Waldfest begingen, einen Zug vom Ludwigsplatz aus mit Musik nach dem Festplatz. Fastnachtsdienstag wurde der Karnevalgesellschaft der sogenannte Festzug nur in beschränkter Weise durch die Stadt er laubt, ein Schutzmann begleitete den Zug auf all seinen Wegen. Gestern passierte das Korps Hassia in langem Chaisen⸗Zuge, an dessen Spitze in 2 Sommerwagen eine Musikkapelle fuhr, ohne polizeiliche Begleitung vom Seltersthor den Seltersweg, Mäusburg, Markt⸗ platz, Lindenplatz usw. Schon am Seltersthor klingelte der Omnibuskutscher, welcher hinter dem Chaisenzug in gleicher Richtung fuhr, ohne daß die Lenker der Fuhrwerke, in denen die Akade miker saßen, die Mitte der Straße verließen. Der Omnibuskutscher klingelte bis über die Wolkengasse hinaus und gab endlich sein nutz⸗ loses Bemühen, sich links freie Bahn zu schaffen zum Vorbeifahren, auf. Das Vehikel mußte eben im Leichenfuhrwerksschritt hinter dem Studentenzug herfahren. Am Markt stieg ein Passagier aus, der zu Fuß schneller das Wall⸗ thor erreicht hat, als wenn er im Omnibus sitzen geblieben wäre. Solche Späße sollte man in unserer Stadt keinesfalls dulden.

* Gießen, 6. März.(Ss'trafkammerver⸗ handlung.) Auf Grund der beschworenen Aussage der Nachtwächter Heinrich Knaus und Chr. Schöuhalz von Grünberg verurteilte das dortige Schöffengericht die Herren Nephut und Rudolf Meyer, beide von Grünberg, wegen nächtlicher Ruhestörung. Die Verurteilten be⸗ ruhigten sich nicht bei dem Urteil und so kam die Sache bereits am 19. vorigen Monats vor unserer Strafkammer zur Verhandlung, bei der 5 Zeugen beschworen, daß am fraglichen Abend von den Angeklagten weder gesungen noch ge⸗ schrien worden sel. Die Sache wurde damals ausgesetzt und so kam dieselbe gestern zur erneuten Verhandlung. Die beiden Nachtwächter blieben bei ihrer Aussage, die sie in Grünberg be⸗

Hreis der Anzeigen: 10 Pfg.

schworen, aber auch die 5 Entlastungszeugen

Tage nach Sonn- und Feiertagen. für bie Bspaltige Petitzeile.

0 Expedition: 2 Kreuzplatz Nr. 4.

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blieben dabei stehen, was sie schon früher für wahr deponiert hatten. Der Vertreter der Staatsbehörde ließ die Aussage der Entlastungs zeugen wörtlich niederschreiben. Der Gerichts⸗ hof schenkte den Entlastungszeugen vollen Glauben, hob das Vorurteil auf und erkannte auf Frei⸗ sprechung. Die Frau Wesserlie, geb. Klink, von Gießen, war vom Schöffengericht wegen einem Gemüsefrevel, angeblich begangen in einem ihr nicht gehörigen Garten an der Liebigstraße, zu einer Geldstrafe von 3. 50, 40 Pfandgeld und 3%. Wertersatz verurteilt, die⸗ selbe verfolgte Berufung und erklärte gestern vor der Strafkammer, sie sei vollständig unschuldig, das Gemüse, etwas Salat und etwas Wirsing, sei ihr vom Eisenbahn⸗Assistenten Koch überlassen worden. Dieser und dessen Frau als Zeuge ver⸗ nommen, bezeugten übereinstimmend, als sie im Juni plötzlich von hier versetzt wurden, hätten sie die Wohnungsmiete bis 1. Oktober bezahlen müssen. Der zur Wohnung gehörige Garten war vollständig bepflanzt und haben sie aus Dankbarkeit der Frau Wesserlie, welche ihnen in schwerer Krankheit nachbarlich beigestanden, nicht nur die vorhandene Kreszenz sondern über⸗ haupt die Ausnutzung des Gartens überlassen. Dem gegenüber erklart der Lehrer i. P. Filz und dessen Ehefrau, der Zeuge Koch habe ihm die Bepflanzung des freien Teiles des Gartens gestattet. Der Eisenbahn⸗Assistent Koch und dessen Frau erklären sprachlos zu sein über diese eidliche Deposition. Es sei dieselbe un⸗ wahr, schon um deswillen, weil überhaupt der ganze Garten bepflanzt gewesen, als sie plötzlich versetzt wurden und als sie denselbeu der Frau Wesserlie überließen. Auch hier fällte die Straf⸗

kammer auf Antrag des Staatsanwalts ein frei⸗ sprechendes Urteil. Der Lehrer Filz hatte nämlich die Anzeige erstattet oder veranlaßt, weil er einen Wertersatz von 3. erlangen wollte.

* Gießen, 6. März.(Schöffengericht). Der Wirt Ph. Arnold von Leihgestern war angeschuldigt, seine Gäste über den gebotenen Feierabend hinaus in seiner Wirtschaft geduldet zu haben. Ein vierblätteriges Kleeblatt hatte am Weihnachtsabend bei Arnold, dessen gerade an diesem Abend prächtigem Stoff zugesprochen; es waren, wie der 9 behauptet, alle vier ruhige, anständige Leute. Der Ortsdiener Väth gebot um 12 Uhr Feierabend, worauf, so leid es ihm auch that, der Wirt nichts mehr verab⸗ folgte. Wohl nahm er noch einen Korb leerer Bierflaschen entgegen, deren Inhalt außer dem Hause durstigen Seelen zur Labung gedient hatte. Um ½12 Uhr, es kann auch 5 Minuten später gewesen sein, kehrte der Ortsdiener Väth das zweitemal ein und schrieb Wirt und Gäste auf. Der Amtsanwalt war der Meinung, der Angeklagte hätte seine Gäste, wenn eine energische

1 Der gestohlene Ohrring. Von E. Fahr ow.

(Nachdruck verboten.)

Ja, ja, meine Herren, sagte der berühmte Detektiv Breitner, indem er sich behaglich eine Zigarre anzündete,ich habe schon manche komische Sache erlebt trotz meines ernsten Berufes. Aber so herzhaft wie bei der Geschichte von dem ge stohlenen Brillantohrring ist noch nie gelacht worden noch dazu zweimal.Zweimal? riefen seine Ach, erzählen Sie doch, was war das für eine Geschichte?

Er sah sich im Kreise um.

Das glaube ich! sagte er.So was ge fällt Euch! Spannende Kriminalgeschichten gratis lören, womöglich so, daß Ihr die Personen erraten konnt, das paßt Euch! Aber ich werde Euch den Gefallen nicht thua n 8

Oh, oh! Bitte, bitte, bester Herr Breitner!

.die Namen zu nennen, fuhr er fort. Die Geschichte selbst will ich Euch meinetwegen zählen.

Zu der Zeit, als sie spielte, war ich ein An⸗ zestellter des berühmten Detektiv⸗Instituts von müllering und Komp. in nun, es ist ja gleich- gültig, wo.

Die Stadt war recht groß und beherbergte eine iroße Anzahl von reichen Aristokraten, reichen Fabrikanten und selbstverständlich von Gaunern. Unter den Letzteren besaß ich meine ganz ge auen Bekannten. Ich wußte, welche besonderen Eigenschaften ein Jeder hatte, und es machte mir banz speziellen Spaß, so oft wie möglich der tiädtischen und staatlichen Polizei zu zeigen, daß sie 125 uns eine höchst stümperhafte Verbrecher⸗

senntnis besaß und ohne uns in irgend schwierigen Fällen fast niemals etwas ausrichten konnte.

Der Polizeipräsident der Stadt hatte zwar noch nie einen bemerkenswerten Fang gemacht, ganz einfach, weil er vorher Offizier gewesen war und keine Ahnung von seinem jetzigen Beruf hatte. Aber dumm war er auch nicht!

Nun wurde unter Protektion des Hofes in jenem Winter ein großes Wohlthätigkeitsfest in Szene gesetzt, zu dem viel; hundert Einladungen ergangen waren.

Obwohl man sich denken konnte, daß bei einer solchen Menge von Menschen aue eine Anzahl Un⸗ eingeladener sich mit einschmuggeln würde, was schon deshalb leicht möglich war, weil fich unter den unzähligen Lohndienern allerhand Gesindel be⸗ finden konnte obwohl in solchem Fall die An⸗ wesenheit von Geheimpolizisten eine Notwendigkeit gewesen wäre, wurde doch keiner hinbestellt.

Wir lächelten darüber.

An jenem Abend nun begab ich selbst mich, und zwar als Eingeladener zu dem Feste.

Ich war nicht in meiner amtlichen Eigenschaft, sondern als Privatperson eingeladen worden, weil ich befreundet mit dem Sekretär war, der die Ein⸗ ladungen zu schreiben hatte.

Dennoch konnte ich mein Blut nicht verleugnen: ich hatte meine Augen überall und sah Mancherlei, was die anderen nicht sahen.

Eine der schönsten Erscheinungen auf dem Ball, die im Gefolge des Hofs erschien, war eine Gräfin Desberg, eine geborene Baronin van Zuyden aus Amsterdam; eine Schönheit in der That! Besonders hatte sie herrlich kleine Hände. Sie trug ein rosenrotes Seidenkleid, das ganz mit Spitzen über⸗ deckt war, und prachtvolle Ohrgehänge aus Brillanten und Rubinen, die zu einem gleichen Halbschmuck paßten.

Mehrfach bemerkte ich im Laufe des Abends, daß ein junger Herr mit blondem, spitzen Vollbart,

der einen Klemmer trug und sich ganz fremd in der Gesellschaft zu fühlen schien, fast ununterbrochen in der Nähe der schönen Gräfin war.

Wahrscheinlich ein fremder Gesandtschafts⸗ Attaché, der sich in die reizende Holländerin ver⸗ liebt hat, dachte ich

Gegen Schluß des Festes, als ein großes Ge⸗ dränge in den Garderoben und Gängen sich fühlbar machte, entstand um die Gräfin Desberg herum eine Aufregung:

Einer ihrer prachtvollen Ohrringe war ihr ab⸗ handen gekommen.

Welch ein unwiderbringlicher Verlust! hörte ich eine Dame sagen.Lie Ohrgehänge sind un⸗ bezahlbar, solche Rubinen giebt es gar nicht weiter in der Welt. Und dann waren es alte Erb stücke. Aber es geschieht ihr ganz recht, warum trägt sie die kostbaren Dinger bei solchem Völkerfest.

Ich schüttelte den Kopf über die schadenfrohe Sprecherin und dachte in meinem Sinn, daß es allerdings schwierig sein müßte, den Ohrring, falls er wirklich gestohlen war, wiederzubekommen.

Die Gräfin Desberg, untröstlich über ihren Verlust, fuhr am nächsten Vormittag direkt zu dem Polizei-Präsidenten und teilte ihm ihr Mißge⸗ schick mit.

Zugleich legte sie bei ihm den einen ihr ge bliebenen Ohrring nieder.

Dies ist der zweite, sagte sie.Wenn mir Ihre Polizei das gestohlene Kleinod wiederschafft, so gebe ich eine hohe Belohnung Sie können selbst bestimmen, wieviel.

Der Polizeipräsident meinte, wenn der Ohrring gestohlen sei, könne er ihn vielleicht wiederschaffen; allein er halte es für viel wahrscheinlicher, daß er verloren sei, daß er vielleicht gar noch sich bei der Gräfin selbst wiederfinden werde

Aufforderung nicht zog, auf irgend eine andere Weise an die frische Luft befördern müssen und beantragte kostenfällige Bestrafung. Die Schöffen waren aber der Meinung, der Wirt habe nicht gegen das Gesetz gefehlt und fällten einen Frei⸗ spruch, der Staatskasse die Kosten auferlegend. Peter Geiß von Daubringen ist geständig, in der Sylvesternacht ob er angetrunken ge- wesen, könne er nicht sagen dem Adam Vogel daselbst ein Fenster zertrümmert zu haben. Der erschreckte Vogel war bei dem wuchtigen Schlag, wie er heute als Zeuge erklärte, förmlich aus dem Bette geflogen und fand nicht nur 5 Scheiben entzwei, sondern auch das Fensterkreuz arg mit⸗ genommen. Der reuige Sünder, der weinend um ein gnädiges Urteil flehte, wurde mit 15 4 Geld event. 5 Tage Gefängnis bestraft.

* Gießen, 6. März. Gestern Abend wurden unsHasemanns Töchter vorgeführt. Bis aufTochter Rosa waren uns alle Mitwirkenden bereits vorteilhaft bekannt. Als Rosa stellte sich Frl. Hertha Jensen aus Frankfurt a. M. vor, die erstmalig die weltbe⸗ deutenden Bretter vor der Oeffentlichkeit betrat. Ob gerade die Rosa⸗Rolle eine zur Einführung besonders günstige war, lassen wir dahingestellt. Jedenfalls gab sich Frl. Jensen alle Mühe, die Rolle gut durchzuführen. Ob ihr das gelungen ist? Die Aufgabe ist für eine Anfängerin wohl zu schwer. Frl. Jensen ist eine prächtige Bühnenerscheinung und besitzt zweifellos Talent. Wir glauben aber, ihre Figur, ihr Organ, ihr ganzes Auftreten wiesen sie mehr auf das Fach der Heroinen hin. Wir würden die Anfängerin gern in einer weiteren Rolle mimen sehen. Die ganze gestrige Aufführung war eine flotte, abgerundete. Prächtig war der Hasemann des Herrn Helm. Es ist nur bedauerlich, daß die außerordentlichen Bemühungen der Direktion Kruse⸗Helm nicht die nötige Unterstützung seitens des Publikums findet.

* Gießen, 6. März. Am Seltersweg wurde heute Vormittag von einem Fuhrwerk, welches hoch mit Heu beladen, in das Grund⸗ stück der Friedelbrauerei hinein wollte, die am Bäckermeister Henning'schen Hause befindliche städtische Gaslaterne vollständig zer⸗ trümmert. Der Fuhrmann mußte, um in die Einfahrt einbiegen zu können, weit links halten, wodurch die Laterne abgerissen und ein Schaden von etwa 6080 A. angerichtet wurde.

Mainz, 4. März. Vor einigen Tagen befand sich das Jahre alte Söhnchen einer im Wiesenweg im Gartenfeld wohnenden Fa⸗ milie mit seinem jungen Schwesterchen bei der Mutter in der Küche; der Junge kletterte bei dieser Gelegenheit auf einen an dem Küchen⸗ fenster stehenden Koffer und beugte sich zum

Fenster hinaus; dabei bekam das Kind das llebergewicht, und ohne daß die Mutter dies . TK

jdenfalls werde er alle ihm zu Gebote stehenden Kräfte in Bewegung setzen usw. usw.

An demselben Nachmittag ließ sich ein Herr bei dem Polizeipräsidenten melden.

Baron van Zuyden stand auf der Karte.

Ah ein Verwandter der schönen Gräfin! dachte der Präsident.Wahrscheinlich wieder in der Juwelenangelegenheit.

Er hatte Re ht.

Der Fremde, ein schlanker, blonder Mann mit einem spitzen Vollbart und einem Klemmer stellte sich als der Bruder der Gräfin Desberg vor.

Ich bin in der größten Verlegenheit, sagte er mit einem liebenswürdigen Lächeln.Meine Schwester schickt mich als Boten her, weil sie selbst sich schämt, so viel Lärm um nichts angestiftet zu haben. Sie bittet Sie durch mich um Ent⸗ schuldigung. Der Ohrring

Hat sich gefunden? rief der Polizeipräsident.

Allerdings hier ist er. Er hing in den Spitzen ihres Kleides. Dabei legte der Baron das Seitenstück zu dem Schmuckgegenstand auf den Tisch.

Der Präsident erhob sich und holte den wohl⸗ verschlossenen, anderen Ohrring herbei, den er neben den wiedergefundenen legte.

Ich freue mich sehr, sagte er verbindlich, daß die ganze Sache nur ein Schreckschuß war. Bitte drücken Sie der Gräfin meine Glückwünsche aus, es wäre ewig schade um diese herrlichen Juwelen gewesen.Nicht wahr? sagte der Baron.Es sind alte Erbstücke, ich freue mich ebenfalls, daß sie beide wieder da sind.

Dabei verwahrte er sorgsam die beiden Ohr⸗ gehänge in seiner Brieftasche, bedaukte sich vielmals und empfahl sich.

Zufällig traf am nächsten Tage der Präsident

die Gräfin bei einem Diner. Forisetzung folgt,.

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