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Vermischtes.

Die christliche Zeitrechnung ist in diesem Jahre 1370 Jahre alt. Der römische Abt Dionysius Exiguus brachte sie im Jahre 527 auf und machte den Vorschlag, alle öffentlichen wie privaten Dokumente vom Jahre unseres Herrn, von derMenschwerdung Christi an zu datieren. Aber erst innerhalb der nächsten Jahr⸗ hunderte verbreitete sich diese Zeiteinteilung. Karl der Große bediente sich ihrer zuweilen in seinen Urkunden. Damit kam sie in Deutschland und Frankreich langsam in Gebrauch, wo sie bereits im 16. Jahrhundert die all⸗ gemein übliche wurde. In England begann man sie seit 816 einzuführen, in Spanien erst im 11. Jahrhundert; in Portugal wurde sie 1415 gesetzlich, und im öster⸗ reichischen Reiche erst durch ein kaiserliches Edikt vom Jahre 1453, wenige Wochen vor dem Fall Konstantinopels. Uebrigens galt als Jahresanfang durchaus nicht von vornherein und überall der 1. Januar, sondern vielfach andere Daten: der 1. März in Venedig, der 26. März in Florenz und Pisa, sowie in England, der Ostertag in Frankreich, der Weihnachtstag in Italien, Deutschland und zum Teil auch in Frankreich. Und zwar noch bis ins vorige Jahrhundert hinein. 1691 setzte zwar Papst Innocenz XII. fest, daß das Jahr mit dem 1. Januar beginnen solle, aber noch bis 1752 war in England z. B. der 26. März als Jahresanfang üblich. Noch heute fangen das neue Jahr mit dem 1. August die christlichen Kopten in Egypten an, mit dem 1. September die syrischen Christen, mit dem 1. Oktober des julianischen Kalenders die Nestorkaner und Jakobiten in Vorderasien.

Der Mann mit dem Eisenschädel. Vor längerer Zeit tauchte in Wien der Mann mit dem eisernen Kopf auf, der so hart, fest und unempfindlich war, daß ihm einfach nichts Unbehagen oder Schmerzen auf diesem verursachen konnten. Die gröbsten Sachen ließ sich der Mann auf seinem Kopf zertrümmern, Holz darauf klein hacken nichts machte Eindruck auf ihn. Er lächelte nur freundlich, wenn die Leute sich abmühten, der Härte seines Kopfes beizukommen. Nun war es der Wunsch des guten Mannes, sich mit seinem Kopf sehen zu lassen, allein nirgends fand er bisher einen Impresario, der sich seiner erbarmte. Auch sein jüngster Versuch in der Rich⸗ tung hat bis jetzt keinen Erfolg gehabt. Er bat nämlich

Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kennt⸗ nis, daß Großh. Ministerium des Innern die Abhaltung der Viehmärkte zu Gießen am 11. und 12. sowie 25. und 26. Mai d. J. unter folgenden Bedingungen genehmigt hat:

1. Für den Auf⸗ und Abtrieb ist den An⸗

kannt zu

ordnungen des Kreisveterinäramtes ö gemäß je eine bestimmte Stelle zu steine genutzt. schaffen.

in Zeitungsnotizen edelmütige Wohlthäter, ihm eine Kanone zu schenken, um diese auf dem Kopf in Schwebe halten zu können. Allein Niemand schenkte dem armen Tropf eine. Dagegen erhielt der Eisenköpfige eine andere Ge⸗ legenheit, sich zu zeigen, indem er von dem Athletenklub Jagendorfer zu einem Besuch eingeladen wurde. Was die starken Männer mit dem Dickschädel angefangen, er⸗ zählt dieser selber, indem er ganz glückselig an das N. W. Tgbl. schreibt, er habe nureine Arbeit ge⸗ macht, und ist alsSiger aus dem Klublogal mit Einschbänner nach Hause geführt worden. Man sieht, in der Rechtschreibung ist der brave Danielus, so heißt der Besitzer des Eisenkopfes, kein Held, aber der Himmel sieht bei ihm ebenfalls mehr auf das gute Herz und den eisernen Kopf. In was die eine Arbeit bestand, die er zu leisten hatte? Nun, er ließ sich von einem Mit⸗ glied des Klubs, selbstverständlich einem Athleten,82 Schlege mit ganzer Leibes Graft mit einem Stuhl auf den Scheddel hinaufhauen! Er schließt die Mitteilung mit dem Ausdruck berechtigten Stolzes:Herr Redagteur, glaubens, daß sich noch Jemand Melden kunt, der was im Stande ißt, mir mit meinem Kopfe Nachzuar⸗ beiten!

Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde.

Matthäusgemeinde. Taufen. Am 24. April. Dem Kaufmann Karl Gerbode ein

Sohn, Hans Karl Wilhelm Ludwig August Heinrich, geb. den 24. Februar. Beerdigte.

Am 27. April. Marie Hartmann, Tochter von dem verstorbenen Strumpfweber Bernhard Hartmann, 81 Jahre alt, starb den 25. April. Am 29. April. Katharine Schneider, geborene Hilgard, Witwe von dem verstorbenen Schneider Philipp Schneider, 79 Jahre alt, starb den 27. April.

Markusgemeinde. Taufen. Am 25. April. Dem Schuhmacher Johann Georg

Burg⸗ Gemünden. 6. Mai, nachmittags 2 Uhr, Sorge gehörige Steinbrüche

im Walddistrikt Hesholz, unmittel l nach Nieder⸗Ofleiden gelegen, seither auf Hausteine genutzt; 2. Hof Sorge, 3 km vom Bahnhof

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Lina Margarethe, geb. den 14. September. Dem Friseur Otto Rottmann ein Sohn, Christian Franz Otto, geb. den 16. März.

Beerdigte.

Am 29. April. Elisabethe Lindenstruth, geb. Bastian, Witwe von dem verstorbenen Oeconom Wilhelm Linden⸗ struth, 71 Jahre alt, starb den 27. April.

Lukasgemeinde. Trauungen.

Am 25. April. Otto Rühl, Postschaffner, mit Mar⸗ garethe Corvinus, Tochter des verstorbenen Küfers Friedrich Corvinus zu Gießen.

Beerdigte.

Am 27. April. Karl Stimmel stud. forest.

Plauen i. V., 27 Jahre alt, starb den 25. April.

aus

Militärgemeinde. Taufen. Am 25. April. Dem Feldwebel Johannes Ritz ein

Sohn, Wilhelm Valentin Heinrich, geboren den 22. März. Am 29. April. Dem Hoboist Werner Sinning eine Tochter, Sophie Susanna Johanna, geboren den 25. März.

Johanneskirche.

Taufen.

Am 25. April. Dem Tagelöhner Franz Schadrowski

ein Sohn, Wilhelm, geboren den 19. März. Trauungen.

Am 24. April. Heinrich Ludwig Gebauer, Restaura⸗ teur zu Gießen, mit Elise Hansel, Tochter des Schreiners Christoph Hansel zu Gießen. Karl Wilhelm Schumann, Schlosser zu Gießen, ein Witwer, mit arie Hönig, Tochter des verstorbenen Leinwebers Philipp Hönig zu Merlau.

Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 4. Mai. Einer Athener Mel⸗ dung desLokalanz. zufolge schlug Edhem Pascha dem Obersten Smolenitz einen fünf⸗ tägigen Waffenstillstand vor, welchen das griechische General-Kommando auch angenommen hat. Edhem Pascha motiviert das Ruhen der Waffen damit, daß er seine Toten

Korditza weitere Truppen aus! Macedoni

heranzuziehen, nach deren Eintreffen ein En scheidungskampf bei Velestindg oder Charsala stattfinden dürfte. Oberst Vassos wurde von Kreta abberufen. Mit dem Kommando der griechischen Besatzungstruppen auf der Insel wurde Oberstlieutenant Staicos betraut.

Hd. Paris, 4. Mai. Der Untersuchungs⸗ richter Poittevin hat gestern bei verschiedenen Bankhäusern recherchiert über die Verwendung der Panama⸗-Gelder. Es handelt sich be⸗ sonders um eine Finanz⸗Operation des verstor⸗ benen Ministers Barbe, welcher von Arton an⸗ geklagt ist, eine Summe von 550000 Franks h zu haben.

Hd. Athen, 4. Mai. Infolge der Nach⸗ richten aus Pharsala und Volo herkscht b wieder eine ungehenre Erregung. Große Volks⸗ massen belagerten gestern das königliche Palais, laute Pereat-Rufe ausstoßend. Schwarz geklei⸗ dete Fahnenträgerinnen zeigten sich vor den Gemächern der königlichen Familie. Während der gestrigen Kirchenfeier kam es wieder zu Demonstrationen, indem während des Gebets für 1 7 3 laute Entrüstungsrufe ausgestoßen urden.

Marktpreise.

Gießen, 4. Mai. Auf dem heutigen Wochen⸗ markte kostete: Butter per Pfd. 85 1,5, Hühnereier 2 St. 1 Pfg., Enteneier 6 Pfg., Gänseeier 11 Pfg., Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,70 0,90, Hühner p. St. 1,20 1,40, Hahnen 1,30 1,50, Enten 1,70 2,00, Gänse per Pfund 48 54, Ochsenfleisch 66 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 5666, Schweinefl., gesalz. 70 72, Kalbfleisch 50 Pfg., Hammelfleisch 50 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50 5,50, Zwiebeln per Zentner 8,00 9,00, Mark, Milch per Liter 16 Pfg.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmannschen

Karl Böttner ein Sohn, Heinrich Wilhelm, geb. den 13.[begra ben wolle. Man vermutet indeß, Februar. Dem Tagelöhner Philipp Werner eine Tochter, Edhem beabsichtige nach der Schlappe bei Ausschreibungen. (Verpachtung von Steinbrüchen). Donnerstag, den

gebenden Bedingungen

Nähere Auskunft durch

Gemünden und den Großh. Oberförster Stifel.

werden nachstehende zum Freiherrl. von Schenkschen Hofgut im Södlerschen Saale am Bahnhof unter den im Termin be⸗ auf 6 Jahre öffentlich versteigert: J) ein Lungstein bruch, bar an der Neubaustrecke der Nebenbahn von Nieder⸗Gemünden ein Basaltsteinbruch, am Burg- und Nieder⸗Gemünden gelegen, den Frhrl. v. Schenkschen Forstwart Berthold zu Burg⸗

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seither auf Pflaster⸗

2. Auf den Markt dürfen nur Tiere aus unverseuchten Orten des Großherzogtums Hessen, Tiere von Händlern aber nur dann, wenn sie mindestens 7 Tage in unverseuchten hessischen O ten in seuchen⸗ freiem Zustande zugebracht haben, auf getrieben werden.

3. Außer der Kontrolle der Ursprungs⸗ zeugnisse hat selbstverständlich auch die

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