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Nr. 33.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

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brennenden Stadt Sodomhecausgebetet habe, frug der Kaiser:Sollte es unsern Gebeten nicht auch gelingen, unsere kämpfenden Kameraden herauszubeten aus dem Feuer der

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lch l Schlachten? g digt geJa, der alte Gott lebt noch, fuhr er fort.Der im Don große Alliierte regiert noch der heilige Gott, der e Stille Sünde und Frevelthaten nicht kann triumphieren lassen, zu l sondern seine heilige Sache führen wird wider ein un⸗ hug de heiliges Volk der allmächtige Gott, der durch ö weber. die stärksten Mauern greifen kann, als wären U grund: es Spinngewebe, und der die größten Massen 8 fei zierstreuen kann wie Sandhaufen der barm⸗ geine herzige, getreue Gott, der das Wohl und Wehe seiner legte Kinder auf seinem Vaterherzen trägt... Ja, treue, lederlicß anhaltende Gebete, sie holen den lebendigen Gott vom Himmel herab und stellen ihn in unsere Mitte. der du Laßt unsere Gebete eine feurige Mauer sein um das aer Lager unserer Brüder!.. Der König aller Kögige

die Seele 3

ruft: Freiwillige vor: Wer will des Reiches Beter dom Roten

ihne sein!... Aber der Mensch siehet nur, was vor Augen 15 daz, ist, er kann nur sagen, was die Weisheit der Führer, 155 ben der Mut der Truppen, was die Schärfe der Waffen . eh gethan. Aber die Ewigkeit wird einst noch keel, de mehr offenbaren sie wird es zeigen, wie die ver⸗ 1 bluttgez borgenen Gebete der Gläubigen eine Großmacht ber sihe, gewesen in di sen Kämpfen wie fich wiederum er⸗ feigen oe füllt die alte Verheißung:Rufe mich an in der Not, ton und so will ich Dich erretten. Und darum:Haltet an 15 Hände am Gebet! Amen

ie dat Von unseren Gläubigen undHeiligen wird b ue: diese Predigt gewiß sehr beifällig aufgenommen

werden, den antisemitisch Angehauchten unter

gen nil! ihnen mag zwar die Verherrlichung, welche die

F Juden und namentlich dieGottesmänner man dem Moses und Aron darin erfahren, etwas wider ud eu den Strich gehen, der weitaus größte Teil des g chrise Volkes wird jedoch der Aufforderung zum Beten e nicht nachkommen, nicht nur weil er über die 110* Wirkung des Gebets anderer Meinung als der bgome, Kafser ist, sondern weil er sich auch mit der J 0. e 10 weiß getretenen Weltanschauung Ihr hat in Widersproch weiß.

Ippon Anders dachte darüber auch der Vater en anf des kaiserlichen Predigers, Kaiser Friedrich, et head., der am Weihnachtstage 1870 vor Panis in sein d sahl. Tagebuch schrieb:Eigentlich sst es doch eine e Ironie auf die Heilsbotschaft, daß 910 0 jeder Teil Gott sür seine als de gerechte

Sache anruft und bei jedem Erfolge bewe sen ct Kraft 9570 15 der Gegner vom Himmek im Stich thtze des gelassen sei.

17 d Vom Pardongeben.

Im Anschluß an den Ausspruch:Pardon lit, ven wird nicht gegeben werden von unserem Zentral⸗ m und ie organ die Aeußecrungen der angesehensten Lehrer umme des Völkerrechts über di'sen Gegenstand angeführt uh de und sie stmmen im Wesentlichen darin überein, d ane daß sie das Pardongeben als die geheiligste ichen; wi Sitte zivilisierter Kriegsführung bezeichnen. Diese n all gebutet, den Gegner, der die Waffe stleckt und n 111 um Pardon bittet, nicht zu töten, sendern ihn 171 bel gefangen zu nehmen, durch welches mildere, unt menschlich re Mittel ebenfalls der Zweck erreicht 15 0 wird, die Widerstandskraft der feindlichen Armee uche, zu schwächen. b 115 So sagt Bluntschli in seinem Werke: melt, en, Das moderne Volkerrecht der zivilisierten et it de Staaten unter anderem:

5 1 0 9Der antike Satz, daß der Feind rechtlos 10 1. sei, wird von dem heutigen Völkerrecht als un⸗ 45 wen menschlich verworfen. Ebenso wird der Satz, b harte, ö daß wider den Feind alles erlaubt sei, was dem

Krieg führenden Staat nützlich scheint, von dem U bu, Zivil sierten Völkerrecht als barbarisch mißbilligt. ug gen 3 Die Träger der militärischen Autorität sind b nicht entbunden von den Gesetzen der Mensch n fell, be lichkeit, der Gerechtigkeit, der Ehre und des n die ge zivilisterten Kriegsgebrauchs.

Tren, Wenn der Feind die Schranken der guten le 15 Kriegssitte mißachtet oder völkerrechtswidrige 100 be Kriegsmittel anwendet, so sind Reprissalien ge⸗ % stattet. Indessen dürfen bei der Anwendung b ee nicht die Grundgebote der Menschlichkeit verletzt ae, werden. Die Barbarei des Feindes

rechtfertigt nicht die eigene Barbarei. Die Ausbildung eines humanen Völkerrechts fordert die Beschränkung des Notrechts auf das wirklich

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775 notwendige. Würdiger ist es, von demselben

ee, möglichst wenig Gebrauch zu machen.

u b Der militärische Befehl, dem Feinde keinen

fanden Pardon zu geben, darf nur aus Gründen der

lach, Wiedervergeltung oder in äußersten Not 1 5

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sällen insbesondere dann gegeben werden, wenn es der eigenen Sicherheit wegen unmöglich ist, sich mit Kriegsgefangenen zu belasten, niemals aber aus Haß und Rache. Kein Truppen⸗ körper ist berechtigt, zu erklären, daß er über haupt Pardon weder gebe noch annehme.

Feindliche Truppen, welche ihrerseits keinen Pardon geben, haben auch den Anspruch ver wirkt, daß ihnen Pardon gewährt werde.

Auch wenn der Pardon mit Recht verweigert wird, so dürsen doch Feinde, welche unfähig ge worden sind, Wideerstand zu leisten, oder sich bereits in der Kriegsgefangenschaft befinden, nicht getötet werden.

Die eigene noch so lebhafte Ueberzeugung, daß der Feind für eine offenbar ungerechte Sache kämpfe, begründet niemals das Recht, den feind⸗ lichen Truppen den Pardon nicht zu geben.

Feindliche Personen, welche die Waͤffen strecken uud sich dem Feinde ergeben, sind zu schonen und dürfen weder verwundet noch ge tötet, wohl aber zu Kriegsgefangenen gemacht werden. N

In ähnlicher Weise sprechen sich andere hervorragende Gelehrte, so Holtzendorff, Prof. Ullmann u. A. aus.

Sogar wider die Kriegsartikel verstößt das Versagen des Pardons. Artikel 36 lautet:

Der Soldat darf seine Waffe nur

in Erfüllung seines Berufes oder

in rechtmäßiger Selbst verteidigung gebrauchen. Wer rechtswidrig von seiner Waffe Gebrauch macht oder einen Unser gebenen zum rechtswidrigen Waffengebrauch auffordert, wird vorbehaltlich der etwa gesetz lich verwirkten höheren Strafe mit Gesängais oder Festungshaft bis zu einem Jahr bestrast.

(§ 149 des Reichsmilitärstrafgesetzbuchs.)

Hier wird klar und deutlich das Nieder machen Wehrloser verboten, sogar mit Strafe bedroht. Denn bei dem Niederstoßen eines un⸗ bewaffneten, verwundeten oder gefangenen, um Schonung flehenden Menschen befindet der Soldat sich weder inrechtmäßiger Selbstverteidigung noch in derErfüllung seines Berufes. Der Beruf des Soldaten besteht lediglich darin, den Widerstand des Gegners zu brechen.

Dichtung und Wahrheit.

In der Hunnenrede kommt der Satz vor, die Kriegsgeschichte lehre, daß die deutschen Truppen gewöhnt seien, gegen die Uebermacht zu fechten. Das stimmt mit der Kriegsgeschichte aber durchaus nicht. Unser Münchener Partei⸗ organ erinnert daran, daß in der ersten Hälfte des Krieges in 1870 nicht die Franzosen, son dern die Deutschen selbst in erdrückender Ueber- macht waren. Während die Fragzosen in vorderster Linie nur 250000 Mann stehen hatten, rückten die Deutschen mit 447000 Mann an. Bei Weißenburg, Wörth, Sedan waren die Deutschen 23mal stärker als die Franzosen, bei Gravelotte waren sie nahezu doppelt über⸗ legen.

Moltke hat allerdings behauptet, in der von ihm geleiteten Schlacht bei Gravelotte hätten 178 000 Deutsche 180 000 Franzosen gegentber⸗ gestanden. Thatsächlich hatten die Franzosen nur 130 000 Mann, während die Deutschen 230 000 zählten. Trotzdem siegte derberühmte Schweiger nur mit Ach und Krach und dank der beispiellosen Unfähigkeit Bazaines

Bauern, höret!

Zu dem China⸗K euzzug äußert sich der be kannte bayerische Partikularist Dr. Sigl in seinem Bayr. Vaterland äußerst abfällig. Er

schreibt, indem er sich besonders an die Bauern

wenbet: Vor ungefähr einem Vierteljahr haben wir

den bayerischen Bauern vorausgesagt, daß in⸗ folge des unausgesetzten Volksverrates des Zentrums, das mit seinem Marinismus den preußischen Weltmachtkoller nur noch mehr aufstachelt, der Tag kommen würde, wo die die bayerischen Bauern ihre Söhne als Soldaten über das weite Meer in fremde Länder schicken müßten.

Jetzt schon ist diese

Prophezeiung erfüllt: 118 Bayern schwimmen

bereits auf dem Meere nach China und in Bälde werden ihnen weitere 800 folgen. Von diesen 918 Bayern sind mindestens 600 Bauern söhne oder Knechte, also aus Euren Reihen, Ihr Bauern. Und wozu fahren diese Soldaten nach China? Nur um die dortigen Bauern niederzuwerfen, die sich ihr bischen Habe von den nimmersatten, europätschen Spekulanten, vonDiplomaten, die partout Großes leisten wollen, ohne den dazu nötigen Spiritus auch nur entfernt zu besitzen, doch nicht so gutwillig nehmen lassen. Die Chinesen sind arme Bauern, jeder Fuß ihrer Aecker ist ihnen nötig zum Leben und heilig als altes, ererbtes Gut. Und da kamen die Ingenieure der europäischen und amerikanischen Kolonial spekulanten und nahmen den armen chinesischen Bauern ihr Land, um darauf Eisenbahnen, Wärterhäuser und Bahnhöfe zu bauen. Und weiter kamen dieschneidigen fremdländischen Militärs und ließen die Chinesen, die ihnen nicht gleich zu Willen waren, prügeln wie die Hunde. Bauern, hört, ließet Ihr Euch Eure Felder von fremden Leuten einfach rauben, ließet Ihr Euch so mir nichts dir nichts peuschen? Nein, Ihr nähmet Eure Dreschflegel, Eure Sensen, Eure Heugabeln von den Wänden und schlüget eine eingedrungene Räuberbande kot, Und Ihr thätet Recht daypan, ganz Recht. Ihr wäret Hundsfötter, so Ihr es unterließet. So darf man es als ziemlich gewiß annehmen, daß die 918 bayerischen Landeskinder, die jetzt für den heiligen Profit und die preußische Großmannssucht und Unfähigkeit in das beinahe sichere Verderben geführt werden, nicht die letzten bayerischen Opfer der Chinesen sein werden. Sind diese 918 Bayern vom Typhus und der Malaria, von den An⸗ griffen der vielfach überlegenen Ch'nesen dahin⸗ gerafft, so wird wieder die Werbetrommel gerührt werden im Interesse der nimmersatten Industrie- und Börsenbarone, im Interesse des preußischen Großhansen tums. Es wird dann wieder der Ruf durch das Land gehen, daß in China Deutsch⸗ lands Ehre auf dem Spiele stehe, während in Wahrheit nur der Profit etlicher Protzen und das Ansehen der preußischenDiplo⸗ maten, denen jetzt in China die schon längst verdiente Blamage droht, in Gefahr sind.

Weiter meint Sigl, die vom Zentrum unterstützteBerliner Weltpolitik grenze an Wahnsinn; für das in China vergossene deutsche Blut sei die Zentrumspartei mit ver⸗ autwortlich zu machen.

Diese Ausführungen werden von derHessi schen Landeszeitung alsniederträchtige, demagogische Hetzereien bezeichnet Wir finden im Gegenteil sehr vieles Wahres darin. Genau so wird der Rachekrieg übrigens von weiten Volkskreisen beurteilt und zwar nicht bloß in Bayern. Auch in unserer Gegend ist im Volke dieselbe Stimmung vorherrschend. So oft

wir Gelegenheit hatten, Wahrnehmungen in dieser Beziehung zu machen, sanden wir namentlich bei der Landbevölkerung stets

entschiedene Abneigung und verurteilen ge Kritik des Chinazuges, Begeisterung dafür ist nirgendwo vorhanden! Kurz, das Volk will von dem Hunnenzuge nichts wissen, der ist ent⸗ schieden unpopulär. Und das ist ganz gut so. 8 Unpatriotische Zentrumsleute.

Mit ihrer Agitation abgeblitzt sind die Flottenvereinler in Horst in Westfalen. Tief betrübt teilt das Organ der westfälischen E sen⸗ und Kohlenkön ge aus diesem Orte mit:

Die Bemühungen, hier durch einen Flotten verein die Einsicht für die unbedingte Notwendig keit einer großen Flotte und für ihre Aufgaben weiter zu verbreiten, sind bisher gescheitert. Namentlich ultramontane Einflüsse im Kreise Recklinghausen bewirken, daß es bei einer Vor versammlung geblieben ist, die kürzlich in der Kreis hauptstadt stattgefunden hat. Man ist

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