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Nr. 18.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
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hob denn auch die Vorentscheidung auf und verwies die Sache noch einmal an das Landgericht Limburg zurück. Mit Unrecht sei vom Vorderrichter die Behauptung, R. habe den Raum gemietet, nicht beachtet worden. Diese Behauptung sei für die Entscheidung sehr wohl von Bedeutung. Das Landgericht müsse feststellen, ob die Behauptung zutreffe und noch einmal Entscheivung treffen. Es müsse Freisprechung erfolgen, wenn die Angabe des Angeklagten richtig sei.
h. Polizeiliche Ueberwachung der Hausschlachtungen, die zu gewerblichen Zwecken erfolgen, hatte die Wetzlarer Metzgerzwangs⸗ innung bei der Handwerkskammer in Koblenz bean⸗ tragt, die in ihrer Sitzung vom 11. April darüber verhandelte. Es heißt in dem Berichte über diesen Punkt:„Da es sich nach Ueberzeugung der Anwesenden hier um eine sanitäre Maßregel von Bedeutung handelt, soll die Innung einen Antrag an die zuständige Polizei⸗ behörde für den Kreis sowohl, als auch für die Stadt Wetzlar richten, damit für ständige Revisionen Sorge getragen wird.“— Es wird sich also hier in der Hauptsache um die von Gastwirten vorgenommenen Hausschlachtungen handeln. Man kann gewiß den An⸗ trag billigen. Aber die Metzgerinnung hätte alle Ursache, erst einmal bei sich selbst in dieser Beziehnng Ordnung zu schaffen. Dem Metzger, der kürzlich in dem von der Innung verwaltetem Schlachthaus ein hochgradig krankes Vieh schlachtete, wurde von der Innung nur ein „Verweis“ erteilt. Wir geben ja zu, daß ihr schärfere Strafmittel nicht zu Gebote stehen— und das ist auch ganz gut— in jeder freien Organisation wäre der Betreffende aber ausgeschlossen worden, die Zwangs⸗ innung muß ihn behalten. Man glaubt unter diesen Umständen nicht so recht, daß der Antrag nur von Sorge um die Gesundheit der Konsumenten diktiert war.
Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain.
r. Die Parteiversammlung am letz⸗ ten Samstag war ziemlich gut besucht. Gen. Härtling erstattete zunächst Bericht über den Provinzial⸗Partestag in Frankfurt. In der da⸗ rauf stattfindenden Diskusston sprachen die Ge⸗ nossen Abel und Weber ihr Einverständnis mit den Beschlüssen des Parteitages aus, während Gen. Rösler die Organisattionsfrage anschnitt, und betonte, daß wenn Marburg jetzt zu Frank⸗ furt gehören sollte, man sich jedoch erst mit dem Parteivorstande in Verbindung setzen möge, da Marburg bei der Kreiseinteilung des Par⸗ teivorstandes bisher zu Cassel gehörte. Man einigte sich jedoch in dieser Frage dahin, daß man dem Parteivorstand den Nutzen der Zu⸗
Obwohl nur christliche Bauarbeiter eingeladen waren, hatten sich auch eine ziemliche Anzahl von Zentral⸗ verband der Maurer eingefunden. Herr Becker vom christlichen Verband sprach über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse am Orte.— Die Mitglieder vom Zentralverband haben Anfangs März an die Marburger Bauunternehmer ihre Forderungen eingereicht, von denen die hauptsächlichsten waren: Einführung der 10 stündigen Arbeitszeit und 40 Pfennig Stundenlohn. Diese Ge⸗ legenheit benutzten nun auch die„Christlichen“, die die⸗ selben Forderungen stellten. Da die Christlichen aber mit weniger Geschick zu Werke gingen, hatten sie auch gleich Maß regelungen zu verzeichnen; Mitglieder der Lohnkommission wurden bei Dauber entlassen. Dadurch scheint bei ihnen etwas Mutlosigkeit eingerissen zu sein, denn Herr Becker bat den anwesenden Gauvor⸗ steher Hütt mann vom Zentralverband, ein Zusammen⸗ arbeiten der beiden Organisationen herbeiführen zu helfen. Hüttmann führte darauf die Gründe an, die den Zentral⸗ verband zu seinen Forderungen nötigten. Aber durch seine Zersplitterungsbestrebungen habe der christliche Ver⸗ band die Positten der Arbeiter geschwächt. Der Zentral⸗ verband babe also keine Schuld, wenn die Forderungen nicht im ganzen Umfange durchgesetzt würden. Er er⸗ mahnte aber die Anwesenden, in der Sache zusammen⸗ zustehen, damit die jämme lichen Lohnverhältnisse endlich mal eine Aufbesserung erführen. Nachdem fand sich Herr Becker bemüßigt, über die Sozialdemokratie in einer Weise herzuziehen, die Unwillen in der Versamm⸗ lung hervorrief. Hüttmann erwiderte in aller Ruhe, daß der Zentralverband mit der sozialdemokratischen Partei nicht das Mindeste zu tun habe, wer das Ge⸗ genteil behaupte, sage die Unwahrheit. Wer wirklich für Besserung der Bauarbeiterverhältnisse eintreten wolle, müsse dem Zentralverband beitreten.— Eine Resolution, in der Regelung der Lohnfrage verlangt wird, fand einstimmig Annahme.
r. Gen. Paul Schuhmacher ist kürzlich im Alter von nur 24 Jahren an Kehlkopfschwindsucht gestorben. Sein Leiden verhinderte ihn, öffentlich für die Partei tätig zu sein, doch leistete er sein Möglichstes im Stillen. Ehre seinem Andenken! r ͤ K
Partei-Nachrichten.
Freigesprochen wurde der Gen. Dr. Quarck und 22 Genossen, von der Hanauer Strafkammer. Der Bürgermeister von Wächtersbach wollte die Genossen unbedingt bestraft haben, weil sie in der Wahlzeit eine unangemeldete Versammlung abgehalten haben sollten. — Auch Döller von der„Mainzer Volksztg.“, der wegen Beleidigung des Geometers Kipper in Kastell angeklagt war, erzielte Freisprechung. Er konnte nach⸗ weisen, daß Kipper tatsächlich, wie er diesem vorgeworfen hatte, einen Situationsplan gefälscht hatte.
Die Landes⸗Konferenz der Sozialdemokraten Hessens findet Samstag 30. und Sonntag 31. Juli er. in Pfungstadt statt.(Das Lokal wird noch bekannt gemacht.) Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Geschäftsbericht des Landes⸗Komités. Referent Genosse Ulrich. 2. Rechnungsablage. Referent Genosse O rb. 3. Der internationale Kongreß in Amsterdam. Referent Genosse Berthold. 4. Der Parteitag in Bremen. Referent Genosse Dr. David. 5, Tätigkeit des Landtags Referent Genosse Cramer. Die bevorstehenden Kommunalwahlen. Referent Genosse Ulrich.
7. Einlaufende Anträge. 8. Wahl des Landeskomités. 9. Wahl des Ortes der nächsten Landes-Konferenz. Offenbach, den 30. April 1904. Das Landes⸗Komité. E. Ulrich, J. Orb, Gr. Marktstraße 23. Friedrichstraße 24.
Wahrheitsliebende Antisemiten.
Dem Pastor Krösell, Mitglied der anti⸗ semitischen Reichstagsfraktion wurde kürzlich vor Gericht ein wegig schmeichelhaftes Attest ausgestellt. Er hatte den Rittergutsbesitzer D ee⸗ renthal wegen Beleidigung verklagt und dieser wurde vom Schöffengericht in Stargard zu 150 Mk. Geldstrafe verurteilt. Derenthal soll zu dem Fuhrmann, der während der Wahl⸗ agitation in Pyritz⸗Saatzig dem antisemitischen Pastor a. D. Krösell das Fuhrwerk stellte, ge⸗ sagt haben:„Wie können Sie nur den Pastor Krösell im Lande herumfahren? Er hat als Pastor gelogen, und ein Pastor, der lügt, ist in meinen Augen ein Schweinehund.“ Aus dem Ergebnis der Bewetserhebung folgerte der Verteidiger des angeklagten Rittergutsbe⸗ sitzers, daß bewiesen sei, daß Krösell viermal gelogen habe. In der Urteilsverkündig⸗ ung heißt es, der Gerichtshof habe in min⸗ destens drei Fällen den Beweis für geführt erachtet, daß Krösell bewußt die Unwahrheit gesagt habe.— Krösell mag sich mit seinen Parteifreunden Werner, Stöcker, Burckhardt usw. trösten, denen ähnliche gerichtliche Zeugnisse gestellt wurden.
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gehörigkeit Rarburgs zu Frankfurt vorlegen g und die Genehmigung nachsuchen möge.— ö Versammlungskalender. Ein Ei b E. 5 Nachdem noch der Bericht des Vertrauens⸗ Er scheint zahlreich und pünktlich in den Ver⸗ n seubahnerstreik in 525 besprach e ee 110 Amehmgt 9 1 0 e eee e den 30. April Ungarn. esprachen einige Genossen die politischen Vor⸗ N nds 9 5 5. e donmmssse der legten(geit. Aut mt dem Gießen de rere en e un weren. Vorige Woche hat sich in ungarn eine Streit. lung bei Löb(Wiener Hof). Stichwahl zum Ver bewegung abgespielt, die einzig in der Geschicht gung Fortbildungsverein beschäftigte man sich, dessen] baydstage.— Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Mlrbeitsel 5 17 dane, sen er⸗ Lesesaalangelegenheit in letzter Zeit viel Staub Versammlung bei Orbig. der d 1 all 9 0 fill“ 0 eh agelaug aufgewirbelt hat. Zu der Frage, ob dem Fort⸗ Gießen. Gewerkschaftstartell. Abends 9 uhr. standen alle Räder sti er ganze gewaltige bildungs verein die M. S.⸗Z. und der Wahre Jakob Sitzung bei Orbig. Betrieb der ungarischen Staatseisenbahnen, der noch weiter geliefert werden sollen, beschloß man, Montag, den 2. Mal. über ein Netz von 13000 Kilometern Bahnlänge Polt. beim Vorsitzenden erst einige Anfragen zu Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr verfügt und in dem 37000 Angestellte beschäftigt 1 stellen.— Zum Schluß weist der Vertrauens- Versammlung bei Orbig. sind, war außer Tätigkeit gesetzt. Die Bahn⸗ wel 4 mann auf die Maifeter hin, und ermahnte angestellten gingen mit einer Einheitlichkeit und 1155 die Genossen, recht dafür zu agttieren und zu Briefkasten. Geschlossenheit zu Werke, wie man sie bisher Orte wirken. Siehe Juserat. r. Stbg. Es widerstrebt uns, an diesen traurigen] nur kaum bei Lohnarbeitern bemerkte. Und oft lber r. Lohnbewegung der Bauarbeiter. Vorigen] und für die Eltern doch sehr schmerzlichen Fall kritische] genung entwickelten sogar organisierte Ar⸗ ende Donnerstag fand im Café Quentin eine von dem Bemerkungen zu knüpfen. Sind andere intolerant, beiter nicht die gleiche Energie. Es sind aber f 10 christlichen Bauarbeiter⸗Verband, der seit Kurzem bier[brauchen wir es nicht auch zu sein. nicht die Arbeiter hier die Hauptbeteiligten, 190 eine Zahlstelle hat, einberufene Versammlung statt. T.⸗Hgr., St. Rog. Nächste Nummer. sondern die mittleren und höheren Eisenbahn⸗ e 5 m e beiter allerorts! Beteiligt Euch lecht zahlreich a der Maifeier! bal 5— 10 Mul- Teiler 1504. 5 9.405 Sonntag, den 1. Mai, nachmittags im Giessener Stadtwald, I. 9 rechts: krafbal 1 Wald-Fest e Pon. u bestehend in Konzert, Gesangsvorträgen, Tanz, Kinderspielen, Preisschiessen. fern 7 175 Die Festrede hält Stadtv. Ed. Krumm.
.. , Festzug. märsch punkt 2 Uur vom Swaldsgarten. Alle Arbeiter und Arbeiter-Vereine 4 werden freundlichst ersucht, am Tuge teilzunenmen.
% Hintritt 20 ig. Das Gewerkschaftskartell u. Maifeier-Komitee. l 5 Bei ungünstiger Witterung findet das Fest e Tage später statl.


