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zu Nutz und Frommen beitragen, ohne daß er Pfarrer oder Schulmeiſter wäre, wenn er's nur am rechten Zipfel anzugreifen wiſſe, zumal um ſchlechte Sitten zu beſſern,

und auch im Landbau neue beſſere Einrichtungen einzu⸗

führen, die den Wohlſtand förderten. b

Macht mir meinen Gaul nicht ſcheu, rief der Ge⸗ vatter aus. Plaud're Einer, ſo viel er will; mach' er's ſo gut er nur kann die Leute ſind ihres Kopfes, und

gehen ihre eignen Wege, und kümmern ſich nicht drum.

Und vollends im Landbau machen's die Jungen, wie's die Alten ſeit Anno X machten, und es geht immer im alten Tappen fort. Kehre Jeder vor ſeiner Thür, und laſſe den Schmutz vor andrer Leute Thüren liegen!

Proſt die Mahlzeit! rief dagegen der Schmiedjacob, der ſonſt nicht leicht hitzig wurde. Glaubt nicht, daß ich ſo etwas obenhin ſage! Ich weiß, daß Ihr das Dorf Hollbach kennt

Freilich kenn' ich's, fiel ihm der Gevatter in die Rede.

O dann kennt Ihr auch das Sprüchelchen von Holl⸗ bach?

Welches?

Ei das, ſagte der Schmiedjacob: Die Hollbacher gehn alle betteln bis anf den Paſtor, den Schulmeiſter und den Schöffen, und die kommen nicht, weil ſie keine Schuhe haben.

Meiner Treu, ſagte lachend der Gevatter, das hatt' ich ganz vergeſſen. Es iſt aber auch nicht mehr ſo in Hollbach. l Und warum? fragte der Schmiedjacob, ich will's Euch ſagen.

Vor etwa zwanzig Jahren kamen derBatzenmann, wie ſie den Steuerboten, und denBlutegel wie ſie den Gerichtsvollzieher hießen, nicht mehr aus dem Dorfe. Sie waren Alle Lumpen und Faullenzer, und um ihr gutes Feld ſtand's jämmerlich. Man meinte, über Hollbach herrſchten unaufhörlich die ſieben mageren Jahre Aegyptens, und es wohnten wirklich ſoviel Bettler darin, als Bürger. Seht'mal jetzt das Dorf an! Keiner bettelt; die Häuſer ſind nett, die Straßen ſauber; Batzemann und Blutegel haben den Weg zum Dorfe vergeſſen; das Feld iſt prächtig gebaut; die Weinberge ſtehen zum Verwundern, und die Metzger kaufen mehr fette und gemäſtete Ochſen drin, als

ſonſt magere Kühe und Geiſen drin waren. Und dazu hat, naͤchſt Gott, Ein Mann das Meiſte beigetragen. mehr, es herrſchen dort jetzt Sitte und Zucht, während früher keine Ehe in Ehren geſchloſſen wurde.

Noch

Wer war denn das? fragten Viele.

Der Nachtwächter, ſagte der Schmiedjacob. Ich will's Euch erzählen. Zu Hollbach ſtand damals rechts, wenn man um die Kirche bog, in der Ecke ein Haus, das machte es, wie alte Leute es hatte ſich ſo gebückt, daß es alle Tage einzufallen drohte. Der in dem Hauſe wohnte, war der Schuſter Bäcker, ein alter Pampeler, der lieber ſpazieren ging, als arbeitete. Er hatte ein gar lieb, brav Töchterlein, aber das konnt's nicht packen, und es ging im Hausweſen alle Tage hinter ſich. Seine Weinberge lagen faſt wüſte, ſeine Aecker waren nicht gedüngt, ſeine Wieſen trugen kein Heu mehr, weil ſeit Menſchengedenken keine Aſche drauf gekommen war, und kein Waſſer drauf geleitet wurde. In Summa, wenn's Ducaten geregnet hätte, der Schuſter Bäcker wär zu faul geweſen, ſie auf⸗ zuraffen.

Er hieß im Dorfe nur derSchlotterbuchs. Sein Töchterlein, das hübſche Fränzchen, arbeitete wie ein Feind, aber ſie konnt's nicht allein packen. Alle Kinder gingen

fort, und es war juſt Matthäus am Letzten. Einmal im Herbſte hatte das liebe Fränzchen die

und wollte ſie ſchweren Herzens heimtragen. Aber ſie war ihr doch zu ſchwer zum Heben. Ihr Vater war zu faul geweſen, mit ihr leſen zu gehen, ſonſt hätte er ihr heben konnen. Nun war weit und breit Niemand, und das

hübſche Mädchen mußte ſitzen und harren, bis Jemand käme.

Wie ſie ſo da ſaß, dachte ſie an ihr Elend. Der Wein⸗ berg ſollte gerodet werden, aber konnte ſie es? Oben und unten lag noch Wüſtland, das herrliche Trauben hätte tragen können. Alles, was quer ging, ſtand ſo vor ihrer Seele. Da fing ſie recht herzlich an zu weinen. Ihr kindlich Gefühl verbot ihr, den Vater anzuhalten, und ſo konnt's doch nicht mehr fortgehen!

Wie ſie ſo daſitzt, kommt die Straße her ein Hand werksbuſch, ein ſtattlicher, bildhübſcher Menſch, kein Strohmer und Landſtraßenheld, ſondern gut gekleidet, und an dem Felleiſen ſah man es ihm an, daß er auch ein Schuſter war. 8

Der war da unten am ſchönen Rheine zu Haus, in Braubach, wo oben die Marxburg ſteht, und hätte auch für ſein Leben gerne eine Traube gegeſſen, wenn er ſie mit Recht und Ehren gehabt hätte. Sieht er das hübſche Mädchen ſitzen und denkt: Die gibt dir gewiß eine! Er ſagte: Gelt, du freundlich Mädchen, eine Traube verſagſt du mir nicht? 5 2

Auch nicht zehn und mehr, ſagte ſie.

Da ſpringt er auf's Ufer, ſetzte ſich neben hin, und läßt ſie ſich gut ſchmecken. i

Hebt Er mir auch die Laſt auf? fragt ſie, als er ſich ſatt gegeſſen.. f

Ich trag' ſie, wenn du willſt! a

Aber das that ſie nicht. So wandern die Zwei miteinander, und ehe ſie das Dorf erreichen, weiß er, daß ſie eine Meiſterstochter iſt, und er dachte: Ich wollte, ſie wär' die Meiſtersfrau und ich der Meiſter! Denn das Mädchen gefiel ihm über die Maßen, und wie es ſchien,

er ihr auch. 0(Fortſetzung folgt.)

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat April. 5 Friedberg. Kaen en

f Getraute: 5

21. Georg Philipp Weitzel, Ortsbürger zu Großkarben und Actuariats⸗Candidat dahier, des Ortsbürgers und Einnehmers Wilhelm Weitzel zu Großkarben ehelich lediger Sohn, und Chriſtiane Philippine Specht, des weiland hieſigen Gr. Steuereinnehmers Johannes Specht ehelich ledige Tochter.

21. Karl Friedrich Auguſt Faatz, Bürger und Rechnungs⸗ practicant bei Gr. Regierungs-Commiſſion dahier, des hieſigen Bürgers und Kirchenrechners Johannes Faatz ehelich lediger Sohn, und Eliſabetha Jockel, des Bür⸗ gers, Metzgermeiſters und Gemeinderathes Konrad Jockel IV. zu Hungen ehelich ledige Tochter.

27. Heinrich Oberländer II., Bürger und Schuhmacher⸗ meiſter dahier, des hieſigen Bürgers und Schneider⸗ meiſters Heinrich Oberländer I. ehelich lediger Sohn, und Maria Magdalena Becker, des Bürgers und Tuchmachers Konrad Becker zu Schotten ehelich ledige Tochter. 5

Getaufte: 3. Dem hieſigen Bürger und Zeugſchmied Johannes Fillmar eine Tochter, Katharina Franziska, geboren den 21. März.

6. Dem hieſigen Bürger und Frauen⸗Kleidermacher Karl

Diehl eine Tochter, Eliſabetha Mathilde, geboren den 19. Marz. 21 1

1

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Trauben aus zwanzig Ruthen Weinberg in einer Butte,

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