usfeſt.
* verricht Daut. der Stadtlirch 2 r zertſg.
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er Stadtlich . Saut.
der Burgkirch
Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Sberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedber
im Beſonderen.
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at Seel. 1 S7.
der Burglirch⸗ albhenn.
Mittwoch den 5. November
1851.
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Eine Geſchichte, wie ſie leider oft paſſtrt. Von W. O. v. Horn. (Schluß.)
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Das iſt wohlgethan, ſagte Herr Leitner, aber, geſetzt für das ſchöne Käthchen fände ſich eine annehmbare, eine gute Parthie, wie würdet Ihr das machen und wieviel ihr mitgeben?
4 Der Riebeler dachte: Du Schnüfler! Was geht das dich an? Drauf ſagte er: Das würde ſich in der letzten Dutte finden. Nehmt mir's nicht übel, Riebeler, ſagte Herr Leitner, ich bin ein Kaufmann, und Unſereiner rechnet genau und muß es. Mein Sohn Fritz, den Ihr kennt, findet Gefal— len an Eurem Käthchen und möchte ſie heirathen. Da nun aber ein Kaufmann Geld braucht, wenn er ſeinen Laden einrichtet, ſo möchte ich wiſſen, was Ihr Eurem Kinde nitgebet. Mein Sohn kriegt von mir das Haus am Markt und ſechs Tauſend Gulden baar. Wie meint Ihr? Der Riebeler ſagte, auf ſoviel und noch was mehr komme es ihm auch nicht an, und dazu brauche er nichts zu leihen, auch ſeinen Hof nicht zu verkaufen oder zu ver— fänden. g Da iſt denn der Herr Leitner herausgerückt mit der gehörigen Freierei.
Riebeler ruft ſeine Frau und ſagt's der, die einen Knix nach dem andern macht, und von der großen Ehre ſpricht und derlei dummes Gerede mehr macht, grade, als
bob ein ehrlicher, wohlſtehender Bauer nichts in der Welt väre!— Das Ende vom Lied war, daß der Alte ſagte, er habe gichts dagegen, wenn das Käthchen wolle. Dann it's richtig, ſagte, fröhlich die Hände reibend, der Herr Leitner, denn die Zwei ſind längſt einig!
Nun wurde denn verabredet, Riebeler ſollte in die Stadt kommen von wegen der Ehepakten, und er kam auch zur beſtimmten Zeit. Da wurde erſt köſtlich gegeſſen, dann koſtlich getrunken, daß es dem Alten ins Oberſtübchen eg, und dann kam der Notär und es ging an den Ehe— — bertrag. Als nun der Riebeler ſagte, er gebe eine Aus⸗ — feuer, wie ſich's gebühre und ſechs Tauſend Gulden, da „ gaußte der Notär und der Herr Leitner ſo lange zu par⸗ A ren, bis er acht Tauſend ſagte. So wurde es geſchrie— ben. Darauf war Verlobung und Hochzeit und das Käth— chen war im ſiebenten Himmel, denn nun war es eine
Stadtdame und eines reichen Kaufmanns Frau. Die Mutter lachte den ganzen Tag und wurde gar nicht fertig mit Kaufen und derlei, was den Beutel leicht macht. Der Alte mußte tüchtig in den Säckel greifen, Früchte verkau— fen, Kapitalien kundigen, und als er in ſeinem Hausbuch addirte, koſtete ihn die Heirath Summa Summarum ihre eilf Tauſend Gulden. Er meinte auch, das Käthchen ſei doch eine viel theuerere Tochter, als ſeine ſtille, brave Agnes.
Die Mutter ſagte, er brauche das Alles nicht ſo genau aufzuſchreiben, das Käthchen ſei auch das jüngſte Kind, und die Aelteſten hätten immer größere Vortheile, als die Jüngſten. Da kam ſie aber quer! Was? rief er: Meinſt du, ich ſollte meine Seele belaſten? Agnes iſt mein Kind, wie Käthchen. Agnes hat uns genützt, Käthchen hat gekoſtet.— Bleib' mir vom Leibe mit deinen faulen Anſchlägen!
Was aber heimlich geſchah, wußte er nicht. Das feinſte Weißzeug wanderte zu der Frau Leitner. Alle Woche ging die Magd mit Butter, Eiern und Gott weiß was, in die Stadt. Das machte die Mutter alles rund. Die Agnes wußte es wohl, aber ſie gönnte es ihrer Schwe— ſter von Herzen und ſie brauchte es nicht, denn ihre Haus— haltung war fett. Wochenlang war die Mutter in der Stadt und der Alte wußte nicht, daß ſie ſich dort in eine modiſche Stadtfrau verwandelte; denn die Frau Leitner hätte ſich ja ſchämen müſſen, wenn ihre Mutter in der Bauerntracht einhergegangen wäre. Der Alten geſiel's, denn Alter ſchützt vor Thorheit nicht.
Riebeler wußte noch mehr Dinge nicht! Auch nicht, daß ſein Herr Schwiegerſohn ein Trinker und Spieler war; auch nicht, daß das Gerede ging, wenn der noch drei Jahre ſtehe, ohne Burzelbaum, was man Bankrutt nennt, ſo ſtehe er noch hundert; auch nicht, daß Käthchen viele Thränen weinte, weil der Herr Gemahl ſie gar oft roh behandelte und ihr vorwarf, ſie ſei eine täppiſche Bauern— trudel und ſo weiter. Kurz, dort war nicht Alles Gold, was glänzte. Erſt als der Herr Sohn Wechſel auf den Schwiegervater ausſtellte, die der bezahlen ſollte, wurde es ihm ein wenig heiß unter den Haaren auf dem Kopfe. Er wollte ſie abſolut nicht bezahlen; aber da kam ſeine Alte und hing ſich ſchwebend an ihn; da kam Käthchen und flehte und er bezahlte; ſchrieb's aber auf Käthchens Poſten ins Hausbuch und wies es dem Müller und ſeiner Agnes, daß ſie's wüßten.
Der Alte war ſeitdem gar nicht mehr der Mann, wie


