Ausgabe 
20.1.1849
 
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Wiſſen denn erwähnte Herren nicht, daß vor Beſchädigung gedachter Waſſerleitung von ver⸗ ſammeltem Gemeinderath, unter Vorſitz des Bürgermeiſters, folgender Beſchluß gefaßt wurde:

Erfolgt von Herrn Grafen don Solms⸗ Rödelheim binnen zwei Tagen keine Reſolution, ſo wird demſelben das der Gemeinde zuſtehende Waſſer entzogen. s

Eine zweite Frage an obige Herren:Iſt denſelben denn nicht bekannt, daß dieſer Beſchluß von dem Bürgermeiſter, oder vielmehr von deſſen Secretär, abgefaßt, von ihm ſelbſt aber unter⸗ zeichnet und noch an demſelben Tage durch einen Gemeindediener an den Gräfl. Revierförſter Hartmann auf dem Forſthauſe überbracht wurde? Allein dieſen Beſchluß ließ der Bürgermeiſter in einer ganz eigenthümlichen Faſſung der Ge⸗ meinde bekannt machen, als ſolle der Ketzer⸗ brunnen, und nicht das der Gemeinde zuſtehende Waſſer deſſelben in Beſchlag genommen werden. Da nun während der feſtgeſetzten Friſt vom Herrn Grafen keine Reſolution erfolgte, ſo glaubte ein großer Theil der Gemeinde, geſtüßt auf dieſe Bekanntmachung, einen Schritt thun zu müſſen, wodurch ſie ſich ſelbſt ihres Rechtes verſichern könnte, und wurde deßhalb jene Ent⸗ ziehung des Waſſers in Ausführung gebracht. Unſer Gegenwärtigſeyn bei jener Beſchädigung wurde unter andern durch die Nachricht von dem Unwohlſcyn des Bürgermeiſters veranlaßt, welche uns und noch einigen Gemeinderäthen, als wir vor dem Gemeindehauſe bei vielen unſerer Mit bürger verſammelt waren, von dem Polizei diener überbracht wurde.

Unſere Gegenwart ſelbſt bei dieſem Akte war nicht von Nachtheil, ſondern eher von Vortheil; denn wir fühlten uns verpflichtet, der eigen⸗ thümlichen Faſſung der Bekanntmachung wegen, vor ferneren Schritten, als von dem Gemeinde- tath beſchloſſenen, zu warnen; daß dieſes auch von uns geſchehen, dafür wird ſich hinlänglicher Beweis ergeben. Was mehr geſchah, iſt wahr⸗ ſcheinlich aus der erwähnten Bekanntmachung hervorgegangen.

Sollten obige Herren glauben, mit dem hier Geſagten ſeien ſie zu ſtark beſchuldigt, ſo moͤch⸗ ten wir ihnen rathen, ſich nur noch einige Zelt zu gedulden, denn eine gerichtliche, wie ſie ja ſelbſt wiſſen, ſchon begonnene Unterſuchung wird näheren Aufſchluß über die Mitwirkung des Ge⸗ meinderaths zur Zeit ertheilen.

Rodheim den 15 Januar 1849. Johannes Jacobi VI., Gemeinderath. Heinrich Kling, Gemeinderath.

Schlußerklaärung.

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil! (115) Die Schreib⸗ und Denkungsart, welche dieErwiederung/ bekundet, erinnert uns an das nicht entfernt liegende Krumſtadt oder Hofheim. Wir empfehlen dieſe Plätze

,

jenem Schreiber zum Aufenthalt und zur

Verbreitung des ſ. g. Volksblattes!

Wir haben in unſererErklärung nach⸗

gewieſen, daß der Verfaſſer des Art. im ſ. g. W. ⸗V.⸗Blitt. die Wahrheit der Thatſachen entſtellt, daß er aber auch zu unſerm Er⸗ ſtaunen einiges Wahre berichtet hatte Daß Schreiber nicht einfieht, wie bei einer Erklärung dasunter Andern eine durch aus paſſende Stelle finden kann, iſt uns nach Einſicht derErwiederung erklärlich. Dieſes unter Andern enthebt uns einer jeden Schmuſerei, die wir in der Erwiederung und ſo oft bei alten Weibern finden.

Wie? wenn wir dem ſouveränen Volk, wozu wir jenen Schreiber nicht rechnen, nun erklären und Folgendes zur Begründung, unſrer Behauptung und nur des Beiſpiels wegen auführen würden? Der Verfaſſer des Art. im ſ. g. V.⸗Bltt ſcheint unter Andern unend⸗ lich viel Nichts zu wiſſen und eine jede Ge⸗

ſetzgebung für brutal zu halten. Die Re⸗

miniscenzen aus der Schule dürften ihm unter Andern, wohl vollig entſchwunden ſein, da er unſre lieben Bruͤder, die Civiliſten mitCivilliſten/ verwechſelt!! Sollte es wahr ſein, daß bei dem Militär die Unwiſ ſenheit eine ſo große Rolle ſpielt, ſo empfehlen wir unter Andern der Regierung jenen Schreiber zum Oberbefehlshaber aller deutſchen Reichstruppen. Ein Nichtbefolgen ſeines Be fehls würde den Untergebenen gewiß als ein Vergehen nicht angerechnet werden dürfen und könnte auf dieſe Weiſe derwillen loſen Unſelbſtſtändigkeit die bei dem Militär herrſchen ſoll, am leichteſten abge⸗ holfen werden.

Die Behauptung, daß das ganze Militär inſtitut eine brutale Erfindung der Despotie

und das wohlorganiſirte Werkzeug der rohen

Gewalt ſei, vermögen wir nicht zu beſtreiten, ſobald unſer Bruder Schreiber, die ihm angewieſene Stelle im Militär einnehmen wird, zum Abſchied möchten wir unſeren Schreiber Schulmeiſter noch eine Reminis⸗ cenz aus der Schule in's Gedächtniß zurück⸗ rufen, dieſe lautet: ſobald zwei Subſtantiva zuſammenkommen, muß das Eine im Geni⸗ tiv ſtehen!!

Frankfurter Gold-Cours vom 18. Januar

fl.] kr. Neue Louisd'or 161 5 Friedrichsd'or 9 54 Holländiſche 10 fl. Stücke 109 Rand⸗Ducaten 5 36 20 Frankſtücke 9 35 Engliſche Souverains 1212

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für Friedberg.

3. Sonnt. n. Epiphan. den 21. Jan.

Pfarramtliche Functionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell.

Vormittags predigt in der Stadttirche: Herr Candidat Röschen.

Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Koch. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Cellarius.

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17. Jan. 5. Jan. 29. Dez. Gattung. Fried⸗ ye; Die⸗ berg Mainz burg

5 N fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter 912 8428 n 5 26 5 231 5 30 eri 430 4448 425 Hafer 75 31131 31431 2150

Poltizel Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 20. bis 26. Januar 1849.

1

A

2 Fried⸗ Butz⸗ S Brod⸗Preiſe. berg.] bach. S g kr. pf.] kr. pf 1 Leib-Roggenbrod 2, 1 21 2. 7 441411 4 7 77 2 5 Lth. Lth. Milchbrod 1 30 1 5%

Waſſerweck 1183 Gemiſchte(Tafel-) Brod 1 515% Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch Idee 12 12 herein gemäſtete 9.4 3 Kühſteiſc Angemaſteles 58 3 indfleiſch l demaſtetes 8 . Wonsſteiſch Figennäſtet 7 2 75 Kalbfleiſch 61 17 Schweinenfleiſch 12 12 77 Hammelfleiſch* 8 Schagflleiſch e Wurſt v. blos Schweinen 14 14 Gemiſchte Wurſt 10 Bratwurſtt 16 16 Schwartenmagen 16 16 Geräucherter Speck 24 24 Schinken 19 18 Dörrfleiſch 19 18 Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 24 24 unausgelaſſen 20 20 Nierenfett 1 Hammelsfett 164 16

Die Großh. Heff. Regierungskommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Ouvrier.

Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bind ernagel in Friedberg.