dusgerüſtet Reiſende in indlick eines Blumen und neue Welt wuchernden de überwäl⸗ mag, wenn nem reichen ſlig bleiben ch einer be⸗ agen findet dem Para⸗ und ſieht t Pflanzen; u Staunen bewegt, die gebung an⸗ Martius mit ſeinem denſo ſchon deren durch ene Gipfel u, während und wohl⸗ ſende leicht Heſperiden Reich des Balder ſind ct offenbat nebene und und Tha⸗ ohne daß ie Einwu⸗ dett halle. ihren Ge⸗ er al ſich lern den
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der Inſekten, das ſeltſame Geſchrei und der fremdartige
Geſang der Vögel und das ferne Gebrülle und Geſchwätze
der Affen erfüllen die Scene mit den ungewohnteſten Na⸗ turlauten. Aber abgeſehen davon wendet ſich der Reiſende zu der erhebenden Betrachtung der wunderbar üppigen Vege⸗ tation, die ihn in unüberſehbarer Manchfaltigkeit umgibt, die den Boden dicht bedeckt, ſich an den Stämmen empor⸗ rankt und ſchlingt, und ſelbſt hoch in Lüften, noch leichte Blüthenguirlanden durch Aeſte und Zweige windet, ja die
den Vorder-, Mittel- und Hintergrund, den Boden und den
eigentlichen Himmel der ganzen Waldſcene bildet.
An Contraſten fehlt es im Rahmen dieſes Bildes natürlich nicht. Die hochſtrebende ſchlanke Palme ſchießt bis in den wolkenloſen Himmel hinauf, als ſuche ſiee die nächſte Nähe der Sonne und wolle mit ihrer anmuthigen Krone Alles überragen, und hart an ihrem Fuße entfalten Schwämme auf kurzem gedrungenem Stamme eine breite Krone mit holzigen Zellen. Man vergegenwärtige ſich den Eindruck einer prächtigen Krone dunkelgrüner Blätter von den ſchönſten Formen, die ſich auf dem Gipfel eines ſchlan⸗ ken Schaftes vielleicht 180 Fuß über dem Boden wiegt. Wenn der Wind friſch über die Waldkronen fegt, ſieht man dieſe anmuthigen Monarchen der Pflanzenwelt mit verbind⸗ lichem Neigen ihre Häupter ſchütteln, als wollten ſie ihm ihre freundliche Huldigung darbringen, und ſich wieder er⸗ heben, um die prachtvollen Federn ihrer Wipfeln ſchwingen zu laſſen, gleich als beeilten ſie ſich, wenn der augenblick⸗ liche Gruß vorüber, die ihrem hohen Range gebührende Stellung wieder einzunehmen und aufrecht zu erhalten. Die Standorte, auf welchen die Palmen ſich oft in dieſen Wäl⸗
dern zeigen, geben ihnen noch mehr Schönheit und impo⸗
ſante Pracht. Manchmal wurzeln dieſe„Fürſten der Vegetation“(wie Linné ſie ſo ſchön und treffend nennt) auf dem einſamen Gipfel eines Granitfelſens, wo ihnen der Humus von Jahrhunderten ein Beet gibt, und die Wald⸗ ſtröme ihre Wurzeln befeuchten, und überragen die umge⸗ benden Gewächſe rieſengleich. Andererſeits trifft man ſie zuweilen ebenſo auf einem öden einſamen Fleck; ihr Stamm iſt in der Mitte angeſchwollen, nach oben und unten ſich verjüngend(denn die Palmen haben durchaus nicht einerlei Geſtalt, Wuchs und Größe), und gleichen ſo auf's Täu— ſchendſte ungeheuren Kegeln, die die Natur zur Beluſtigung der alten Enacksſöhne hingeſtellt zu haben ſcheint; und ein ander Mal ſieht man Kinder derſelben Gattung im Schat⸗ ten eines uralten mächtigen Rieſen der Waldung ein Ob⸗ dach ſuchen, und mit einer Art harmloſer Koketterie ihre ſchönen Formen und graziöſen Kronen recht als Kontraſte neben den rauhen verwitterten Stamm und die wirren Aeſte eines ſolchen alten Baumes ſtellen.
Während die Wälder der gemäßigten Klimate eine ewiſſe langweilige Eintönigkeit der Formen des Baum⸗ chlages und der Belaubung zeigen, fallen an den braſi⸗ lianiſchen Wäldern gerade eine wunderbare Mannigfaltigkeit der Geſtaltung und eine endloſe Reihe von Kontraſten in's Auge.„Der Seiden-Baumwollenbaum z. B.,“ ſagt Dr. Spix,„der theilweiſe mit ſtarken Dornen bewehrt iſt, be⸗ ginnt erſt in beträchtlicher Höhe über dem Boden ſeine dicken Arme und gefingerten Blätter auszubreiten, die in leichten luftigen Maſſen zuſammengruppirt ſind, während um ihn her und unter ihm üppige Bäume von niedrigerem Wuchſe und die braſiliſche Anda, die in geringerer Höhe ihre zahl⸗ loſen reichbelaubten Aeſte ausbreitet, ſich zu grünen Bogen- gängen und Laubgewölben vereinigen.“ Ein weiterer ſelt⸗ ſamer Baum, beſonders für's Auge, iſt der ſchildförmige Trompetenbaum(Cecropia peltata) mit ſeinen harten 4 iſſen. Der mannsdicke Stamm, der glatt, wie polirt hellaſchgrauer Farbe iſt, erhebt ſich zu einer be⸗
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deutenden Höhe(40— 50 Fuß) und entfaltet dann erſt plötzlich einen Wirtel von Zweigen in Geſtalt einer Hals⸗ krauſe, die an dem Ende ſchuhbreite weiße filzige Blätter tragen; der ganze Baum hat— wenn es uns erlaubt iſt, zur Verdeutlichung einen ſehr trivialen Vergleich zu ge⸗ brauchen— die Geſtalt jener hölzernen Bäumchen, welche wir in den Schachteln der Nürnberger Kinderſpielwaaren ſehen. Im tieferen Schooße der Wälder finden ſich Baume von wahrhaft coloſſalen Verhälkniſſen. So ſchildert Martius einen ſogenannten Erbſenbaum(Robinia pseudacacia), den fünfzehn Indianer mit ausgeſtreckten Armen kaum um⸗ ſpannen konnten. Mehrere andere maßen am Boden 80 Fuß, und da wo die Stämme cylindriſch wurden, 60 Fuß im Umfange. Als er die concentriſchen Ringe ſolcher Theile des Stammes zählte, an welche er noch gelangen konnte, gelangte er zu dem Schluſſe, daß ſie, ſo alt waren wie Homer und zu Pythagoras Zeiten ſchon 332 Jahre ge⸗ zahlt haben mußten; in der That reducirte die eine Schätzung ihr Alter auf 2052 Jahre, während eine andere ihnen 4104 Jahre gab! Die Wirkung, welche der Anblick dieſer Pflanzenpatriarchen auf die Einbildungskraft ausübt, iſt kaum in Worte zu faſſen. Viele dieſer Bäume tragen Blüthen von allen möglichen Farben und dem verſchieden⸗ artigſten Geruch, der dem Beſchauer bald Behagen, bald Eckel erregt. Einige dieſer Blüthen, in die anmuthigſten Farben gekleidet, contraſtiren angenehm mit dem dunkeln Laub, worauf ſie ruhen, andere bergen ſich darunter, während wieder andere nur in einer Höhe erblühen und verwelken, wo ſie weder die Hand des Menſchen noch der. Zutritt anderer Thiere als der Vögel und Inſekten erreichen kann. Obwohl der Anblick dieſer mächtigen Bäume gewiſſer⸗ maßen Etwas von dem Eindruck eines ewigen Lebens mit ſich bringt, ſind ſie doch nichtsdeſtßyweniger ebenſo ſterblich und vergänglich, als ihre beſcheideneren und niedrigeren Gefährten. Mancherlei Kräfte wirken zuſammen, ſie end⸗ lich doch auszuſaugen, darniederzuwerfen, dem Boden gleich zu machen und wieder in ihren ürſprünglichen Staub zu ver⸗ wandeln. Iſt ein ſolcher Baum unglücklicherweiſe lange von einer Menge Bäume von anderen Arten umgeben ge⸗ weſen, wie die Großen des Menſchengeſchlechts, ſo iſt ſeine Lage deſto gefährlicher. Die neidiſchen Nachbarn ſcheinen ſich verſchworen zu haben, ihm alle Kraft auszuſaugen, ihm die Säfte zu entziehen und mit ſeinen Wurzeln ſich um den Grund und Boden zu ſtreiten. Das Reſultat davon iſt leicht abzuſehen: der edle Baum beginnt zu kränkeln, hin⸗ zuwelken; Aſt um Aſt fällt verdorrt vom Stamm; er ſtirbt ab, verliert ſeine Blätter, fault und vermodert von der Krone bis zu den Füßen, und ſchon nach wenigen Monaten macht ein jaher Windſtoß dem ſtolzen Daſein ein Ende und wirft den morſchen Rieſen an die Erde. Die holzfreſſenden und zerſtörenden Inſekten haben ſich ihn ſchon lange zum Opfer auserſehen, und ſeine beſten Säfte ſchaarenweiſe ver⸗ zehrt. Der herrliche Stamm beugt und krümmt ſich unter der Wucht des Windes; ein plötzlicher heftigerer Stoß er⸗ faßt ihn mit jaͤher Wucht im verzweigten Gipfel, und zu Boden ſtürzt er mit donnerndem Krachen und reißt im Falle noch nicht wenige von den Feinden und Schmarotzern mit ſich nieder, die ſich gegen ihn verſchworen hatten. Allein noch ein weiteres Werk iſt zu thun: ſeltſam geformte und gefärbte Schwämme bilden ſich in Fülle auf dem gefällten Stamme, und entfalten ihr wucherndes Leben auf den Trüm⸗ mern. Dazu geſellt ſich noch der chemiſche Einfluß der Luft und der Feuchtigkeit, und ſo dauert es unter dieſem Himmel gar nicht lange, bis Nichts mehr die Stätte bezeichnet, wo einſt der Rieſe der Waldung geſtanden, als eine formloſe Maſſe vegetabiliſcher Erde. f
(Fortſetzung folgt.)


