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10 kleine ſilberne Löffel
12 filberne Kaffeelöffel,
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14 kleine ſilberne Gabeln, wovon eine C. B. und eine
F. B. gezeichnet iſt,
10 ſilberne Gabeln,
10 ſilberne Böckchen,
1 ſilberne Spargelſcheere,
1 ſilberner Vorleglöffel, ö
2 ſilberne Gemüsloffel, 98 eg 1 ſilbernes Theeſeichen ohne Stiel,,
(ſämmtliche Gegenſtände waren wahrſcheinlich mit dem
Stempel des daſ. Silberarbeiters Schott verſehen)) 1 plattirter Knochenhalter. 5 Sie erhalten hiermit Auftrag, wegen dieſes Diebſtahls die erforderlichen Nachforſchungen anzuſtellen und eintreten⸗ den Falls Anzeige hierher zu machen. a Friedberg am 14. April 1849. 5 5 Ou vr i e r.
Regierungsblatt⸗Auszüge. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 18 von 1849.
1) Bekanntmachung, Veränderungen in der Bezirkseintheilung der Landgerichte Altenſchlirf und Schotten betreffend;— 2) Bekannt⸗ machung. die Herſtellung einer Botenpoſt zwischen Wetzlar und Butzbach betreffend;— 5) Verzeichniß der Vorleſungen, welche auf der Großh. Heſſ. Ludewigs⸗Univerſität zu Gießen im Sommerhalbjahr 1849 gehalten und am 16. April beſtimmt und allgemein ihren Anfang nehmen werden; — 6) Dienſtnachrichten. Am 22. Februar wurden Schmuck und Rapp zu Heizern bei der Main⸗Neckarbahn ernannt; am 5. März dem Schulvicar Lammermann zu Heidelbach, Reg.⸗Bez. Alsfeld, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt und- am 9. dem Schulvicar Schauz zu Basdorf, Reg.⸗Bez. Biedenkopf, die evang. Schullehrerſtelle zu Basdorf und Ober— werba übertragen; am 10. wurde der Privatdocent Dr. Kilian zu Gießen zum Aſſiſtenten bei der Entbindungsanſtalt zu Mainz, am 12 der Buchhalter und Secretär Bader bei der Hauptſtaatskaſſe zum Kaſſier bei derſelben ernannt. 7) Des Dienſtes entlaſſen wurden: Am 22. Februar die Heizer Schnittſpahn und Schenk bei der Main⸗ Neckarbahn, ſodann am 12. März der Diſtr.⸗Steuereinnehmer Rauch u Bingen und am 15. der evang. Schullehrer Hofmann zu Wiſeck,
eg.⸗Bez. Gießen, Letzterer auf Nachſuchen. 8) In den Ruheſtand verſetzt wurde am 12. März der Kaſſier bei der Hauptſtaatskaſſe, Rech⸗ nungsrath Brenner a. Nachſ. u. A. ſ. l. tr. D.
Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 20 von 1849.
1) Bekanntmachung, die Errichtung von Criminal-⸗Senaten bei den Großh. Hofgerichten der Provinzen Starkenburg und Oberheſſen betreffend.— 2) Bekanntmachung, die Umwandlung der Mainz⸗Forbacher Mallepoſt in eine Reitpoſt betreffend.— 8) Namensveränderungen. Es wurde geſtattet: am 17. März dem Ludwig Wolf aus Battenberg, dermalen zu Marburg, künftig den Namen„Blocke, und am 18. dem Adoptivſohne des Carl Kröcker zu Gießen, Martin Henrich, künftig den Namen„Kröcker“ zu führen.— 9) Dienſtnachrichten. Am 17. März wurde dem Pfarrverweſer Renner zu Eſchenrod, im Reg.⸗Bez. Nidda, die evang. Pfarrſtelle daſ., ſodann am 21. dem evang. Pfarrer Stöh r zu Kriegsheim, die reformirte Pfarrſtelle zu Lindenfels und Schlier⸗ bach, im Reg.⸗Bez. Heppenheim, dem kathol, Pfarrer Dehos zu Zorn⸗ heim, die kathol. Pfarrſtelle zu Frieſenheim, im Reg.⸗Bez. Mainz, und dem kathol. Pfarrer Chriſtoph Kempf zu Frieſenheim, die kathol. Pfarr⸗ ſtelle zu Zornheim, im Reg ⸗Bez. Mainz, übertragen.— 10) Ain 16. Marz wurde der Schullehrer Schaller zu Ebersheim, im Reg.-Bez. Mainz, in den Ruheſtaud verſetzt.— 11) Geſtorben ſind: am 53 März der penſ. Reitknecht bei dem Univerſitätsmarſtalle Daniel Becker zu Gießen; am 14. der penſ. Reitknecht bei dem Univerſitätsmarſtalle
Johannes Becker zu Giesen; am 21. der Diſtrietsſteuereinnehmer Johannes Seifried zu Umſtadt.
Wanderungen in einem braſtlianiſchen Urwalde.
„So viel ich auch an großartigen und impoſanten landſchaftlichen Scenen geſehen habe— Gebirge, Felſen— parthieen, Seen, Waſſerfälle und den majeſtätiſchen Ocean ſelbſt,/ ſagt der engliſche Naturforſcher Darwin,—„ſo hat doch niemals Etwas ſo eindrücklich die Empfindung des Erhabenen und Wunderbaren in mir hervorgerufen, als die ungeheuren Wälder Braſiliens. Es iſt in der That auch
und erhabeneres Schau
loſen Walder Nordamerika's,
welche die Tropenwelt auszei
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„wovon einer C. B. gezeichnet,
erwieſen, daß das nen ler Natur kein grohartigeres r uſpiel bietet, das zugleich anmuthiger nd überraſchender wäre, als den Anblick der Urwälder
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Braſiliens zwiſchen dem Orinoko einer-, und dem Parana
und Uruguay andererſeits. Die unabſehbaren und pfad⸗
en Walde dame obwohl an Ausdehnung und Dichtigkeit ihnen vielleicht gleich, ſind doch in ihrem Aeuſſe⸗ ren verhältnißmäßig nur eintönig, winzig und zahm im Vergleich zu den Utforſten Südamerikas; das Klima der nördlichen Hälfte des amerikaniſchen Continents iſt nicht im Stande, ihrer Vegetation jene Kraft und Fülle und jene bleibende, wechſelvolle und maleriſche Schönheit zu geben, eichnen. /,. Fur einen ſolchen Wal iusflug beſonders ausgerüͤſtet und von einem Führer begleitet, wagt ſich der Reiſende in
die Forſten Braſiliens, die ihm von ferne den Anblick eines
wahren Meeres von Bäumen, Sträuchern, Blumen und thieriſchem Leben gewähren,— es tritt ihm eine neue Welt ſeltſamer Schöpfung entgegen, die ihn in ihrer wuchernden Fülle und ſchrankenloſen Manchfaltigkeit beinahe überwäl⸗
tigt. Er ſieht hier, was die Natur zu leiſten vermag, wenn
ſie unter einer glühenden Sonne und bei einem reichen Boden ſich ſelbſt überlaſſen bleibt! Wie armſelig bleiben dagegen Menſchenkunſt und Menſchenkraft! Nach einer be⸗ ſchwerlichen Wanderung von einem oder zwei Tagen findet er, daß er bis zum Aufenthalt der Raubthiere, dem Para⸗ dieſe der Inſekten⸗ und Vogelwelt vorgedrungen, und ſieht hier das Ausgezeichnetſte und Großartigſte der Pflanzen⸗ welt, den Garten der Schöpfung, vor ſich. In Staunen und Bewunderung verloren, von Empfindungen bewegt, die ihm ganz neu ſind, wird er nie müde, ſeine Umgebung an⸗ zuſchauen und zu beobachten. Sagt doch Dr. v. Martius in München, der unermüdliche Reiſende, welcher mit ſeinem Freunde Spix die Reiſe durch Braſſlien machte, ebenſo ſchön als treffend:„In dieſen ungeheuren Wäldern, deren durch Kränze von allerhand Wunderblüthen verwobene Gipfel tief in den blauen Himmel hineinzuragen ſcheinen, während die Ebenen an ihrem Fuße mit den lieblichſten und wohl⸗ riechendſten Blumen bedeckt ſind, mag der Reiſende leicht wähnen, plötzlich in die fabelhaften Gärten der Heſperiden verſetzt zu ſeyn, wenn ſein Auge das ganze weite Reich des königlichen Palmengeſchlechts überſchaut., Dieſe Wälder ſind ungeheuer alt: die Oberfläche des Bodens deutet offenbar darauf hin, daß während in anderen Ländern unebene und bergige Strecken eben gemacht, Berge abgetragen und Thä⸗ ler erhoben wurden, hier Jahrzehnte vergingen, ohne daß auch nur ein Theil der Waldlandſchaft durch die Einwir⸗ kung der Naturkräfte ſeine Phyſiognomie verändert hätte. Die ungeheure Größe der Bäume, die ja alle ihren Ge⸗ burtsſchein und ein treues Regiſter über ihr Alter an ſich tragen, nämlich in ihren concentriſchen Ringen, liefern den beſten Beweis für dieſe merkwürdige Thatſache.
f Die Braſilianer nennen ihre Wälder ſehr paſſend jungfräuliche Wälder. Was dem Reiſenden zumeiſt und zuerſt auffällt, wenn er dieſe Urwälder betritt, das iſt die überraſchende und erfriſchende Kühle, welche hier herrſcht. Am Saume der unabſehbaren Forſten drückt die Hitze mit erſtickender Glut auf das Haupt des Fremden; ſobald er ſich aber in die Tiefe der Wälder wagt, umgibt ihn ein ganz gemäßigtes Klima. An minder dichten Stellen des Waldes wird die Maſſe der Sonnenſtrahlen in myriaden⸗ fache feine Lichtfäden gebrochen, die wie, goldene Nadeln durch das grüne Dach dringen und mehr als die Hälfte ihrer wärmenden und leuchtenden Kraft verlieren. Ein leiſes unbeſchreibliches Murmeln und Geflüſter herrſcht in dieſen majeſtätiſchen Hainen, dem Geſumme einer weit ent⸗ fernten Menſchenmenge zu vergleichen: das leiſe Summen
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