Ausgabe 
5.5.1849
 
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dem Erzähler zuhorchten, ein ziſchendes ſauſendes Ge⸗ räuſch durch die Luft pfiff, dem ein ſchmerzhafter aber unterdrückter Schrei von einem der Jäger folgte.

2.

Im Nu waren die Bergjäger von ihren Sitzen auf⸗ geſprungen, hatten die immer ſchußfertige Büchſe ergriffen und Jeder von ihnen ſich etliche Schritte jenſeit der vom Feuer beleuchteten Stelle platt auf den Boden niederge⸗ worfen(denn es war inzwiſchen Nacht geworden). Allein nicht ein Wort entſchlüpfte ihnen als ſie ſo, dicht an der Erde liegend, die ſcharfen Augen auf die dunklen Umriſſe des Gebüſches geheftet, in deſſen Nähe das Lager ſich be fand, mit geſpauntem Hahn auf die Wiederholung des Au⸗ griffs warteten. Sodann erhob der Anführer der Truppe kein anderer als KillbuckHirſchtödter), der alte Trapper, welcher vorhin etliche Abenteuer aus ſeinem Leben in dieſen Prairien erzählt hatte, und deſſen Muth und Geſchicklichkeit auf der Jagd, dem Biberfang und dem Kriegspfade ihn vor Hunderten ſeines Gewerbes bekannt und gefeiert machte Killbuck, ſag' ich, erhob ſeine hohe lederbekleidete Geſtalt, legte die breite Hand über den Mund und ließ gellend und lange ein indianiſches Kriegs geſchrei über die abendlich ſtille Prairie hinſchallen. Dieſer Ruf ward augenblicklich durch einen ähnlichen aus der Gegend her beantwortet, wo die zum Lager gehörigen Thiere unter der Hut der Wache grasten, und drei ſchrille Pfiffe beantworteten die Warnung des Führers zum Be weis, daß die Wache auf ihrer Hut und das gegebene Signal verſtanden wax. Die Indianer ſchienen ſich jedoch mit jener Kundgebung ihrer Gegenwart zufrieden gegeben zu haben; oder der durch einen Pfeilſchuß begangene Act des Angriffs rührte, was noch wahrſcheinlicher iſt, von einem verwegenen jungen Krieger her, der, auf ſeinem erſten Feldzug befindlich, einen unwiderſtehlichen Drang empfand, ſeinen erſten Streich zu führen und ſich ſo ſchon beim Beginne der Feindſeligkeiten auszuzeichnen. Nachdem die Bergjäger noch etliche Minuten vergebens auf eine Erneuerung des Angriffs gewartet, erhoben ſie ſich ins geſammt und ſuchten die Thiere auf, mit welchen ſie ſo⸗ fort in's Lager zurückkehrten. Nachdem ſie dann die Thiere ſorgſam gefeſſelt und an Pfähle gekoppelt hatten, die man zuvor ſchon feſt in den Boden getrieben, ſtellten ſie noch eine weitere Wache auf, unterſuchten das nahe Dickicht,

und ſetzten ſich dann wieder, ihre Pfeifen anzuͤndend, in die Runde um's Feuer und dampften das würzige Kraut ſo gemüthlich und im Frieden, als gäbe es auf tauſend Meilen weit um's Lager kein Geſchoͤpf wie ſo eine blut dürſtige Rothhaut. ö

Wenn's je ſchlimme Indſchens auf dieſen Ebenen gab, brummt endlich Killbuck und biß ärgerlich hart auf ſe ine Pfeifenröhre,ſo ſind's dieſe Rapahos, und doch ſind ſie noch die erbärmlichſte Race dazu!

Können's noch lange nicht mit den Schwarzfüßern aufnehmen! ſagte La Bonté, vom Nellow-Stone-Lande, und ein ſchmucker wackerer Burſch von Mountaineer. Uebrigens kann Einer von Euch ſich fetzt die Mühe nehmen, dieſen Pfeil aus meinem Rumpf zu ziehen, ſetzte er hinzu, ſich nach dem Feuer vorlehnend, und zeigte einen Pfeil, der ihm unter dem rechten Schulterblatt ſteckte, und einen Blutſtrom, der aus der Wunde über ſeine Jacke aus Hirſchhaut herabträufelte. Sein nächſter Nach⸗ bar verſuchte es; als er aber nach einem herzhͤften Zug gefunden, daß ernicht gehen wollte, gab er ſeine An⸗ ſicht dahin kund, die ſchaͤdliche Waffe müſſe wahrſchein⸗ lich herausgeſchnitten werden. Dieß ward denn ſofort auch mittels der groben Klinge eines Scalpirmeſſers be⸗ werkſtelligt, eine Handvoll Biberwolle ſtatt der Charpie auf die Wunde gelegt und mittels eines Streifens roher Hirſchhaut um den Körper herum feſtgebunden, worauf der Verwundete kaltblütig ſein Jagdhemd wieder anzog, ſich auf ſeine Ferſen hockte, die Pfeife wieder anzündete und, mit der ſchußfertigen Büchſe ſammt geſpanntem Hahn quer über dem Schooße, ruhig weiterrauchte.

(Fortſetzung folgt.)

Markt- Bericht. Friedberg, am 2. Mak 1849.

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Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

rr Bekanntmachung.

(653) Montag den 7. Mai und die folgen⸗ den Tage, von Morgens 9 Uhr an, werden in bieſigem Rathhauſe diefenigen Pfänder, welche die Verfallzeit erreicht haben und nicht renovirt, auch nicht ausgelöſt ſind, mit dem Anfügen melſtbietend verſteigert, daß Mittwoch den 2. Mai das Pfandhaus geſchloſſen wird und können

nur bis zu dieſem Tage die Pfänder ausgelöſt

und reuovirt werden. Friedberg am 18. April 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Weine

Bekanntmachung.

(55) Die Gr. Herren Bürgermeiſter werden im Intereſſe ihrer Gemeinde- Angehörigen er⸗ ſucht, bei Ausſtellung von Bürgſcheinen zum G50 von Braunkohlen auf Eredit von dem Gr. Dorheimer Braunkohlen-Bergwerk auf die erlaſſene Bekanntmachung vom 12. September 1848 in dieſem Blatte, Inſerat 1252, die nö⸗ thige Rückſicht zu nehmen, und namentlich noch durch die Schelle bekannt machen zu laſſen, daß ein neuer Bürgſchrin nur dann gültig

auf hieſigem Bergwerk angenommen werden wird, wenn der Einleger die Bezahlung einer älteren, bereits fäl⸗ lig geweſenen Schuld durch Vorlage der Quittung nachzuweiſen vermag. Zugleich wird weiter beſtimmt, daß die auf einem Bürgſchein verzeichneten Braunkohlen läugſtens vier Wochen vor Ablauf des Credittermins abgefahren ſein muͤſſen, indem ſpater deine Abgabe von Braunkohlen auf einen ſolchen Bürgſchein mehr erfolgen kann. Diejenigen Braunkohlen-Conſumenten des hie⸗ ſigen Bergwerks, die das Vorſtehende angeht, werden auf die ſtrenge Beobachtung des Vor⸗ ſtehenden ausdrücklich aufmerkſam gemacht, da⸗ mit ſie nicht in die Unannehmlichkeit verſetzt wer⸗ den, mit loerem Geſchirr zurückfahren zu müſſen. Dorheimer Bergwerk und Friedberg am 18. April 1849. Der Gr. Berginſpector Der Bergrentmeiſter . ee

Bekanntmachung.

(709) Die Benutzung des Graſes an den Böſchungen und in den Gräben der Staats⸗ ſtraßen des Baubezirks Friedberg pro 1849, wird in folgenden Terminen öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert:

1) In Niedermörlen Montag den 7. Mai

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J. J., Vormittags um 10 Uhr, im Gaſt⸗ haus zum Löwen vom J. und II. Bau⸗ aufſehersbezirk. 0

2) In Friedberg Dienſtag den 8. Mai l. J., Vormittags um 10 Uhr, in der Wohnung des Herrn Gaſtwirths Hieronlmus vom III. Bauaufſehersbezirk. 8

3) In Niederwöllſtadt Mittwoch den 9. Mai I. J, Vormittags um 10 Ühr, bei Hrn. Gaſtwirth Puth vom IV., V., VI. und VII. Bauaufſehersbezirk.

4) In Niedermoxſtadt Donnerſtag den 10. Mai l. J., Vormittags um 11 Uhr, auf dem Rathhaus vom X. Bauaufſehers⸗ bezirk.

5) In Büdingen Freitag den 11. Mai l. J., Vormittags um 9 Uhr, bei Herrn Gaſt⸗ 1750 Walz vom XII. Bauaufſehers⸗

ezirk.

6) In Lindheim Freitag den 11. Mai l. I, Nachmittags um 1 Uhr, bei Herrn Gaſt⸗ wirt) Koch vom IX. und XI. Bauauf⸗ ſehersbezirk.

7) In Altenſtadt Samſtag den 12. Mai l. J., Vormittags um 9 Ühr, bei Herrn Gaft⸗ dean Holzapfel vom VIII. Bauaufſebers⸗

ezirk.

8) In Obereſchbach Dienſtag den 15. Mai l. J., Vormittags um 11 Uhr, bei Herrn