ngunt. 18, wurde dem Pfarrverweſer Braun zu Schorngheim die 2. pf ell u Alsheim, R.⸗B. Mainz, und dem Pfarrperweſer Wundt
Wachenheim die evang. Pfarrſſelle 1 eim, R.⸗B. Mainz, ragen Am 25. wurde dem evang. Pfarrer und Decan Göbel zu Vöhl die 1. evang. Pfarrſtelle zu Gladenbach, R.⸗B. Biedenkopf, und dem evang. Pfarrer Koch zu Wetterfeld die evang. Pfarrſtelle zu Vöhl und Oberwerba, R.⸗B. Biedenkopf, übertragen. An demſelben Tage wurde der von dem Stadtvorſtande zu Grünberg auf die Rectoratsſtelle daſelbſt präſentirte Pfarramtscandidat Urig 8 Friedberg für dieſe Stelle beſtätigt. Am 30. wurde dem Martin Schmitz von Mainz die Stelle eines Pedellen bei dem Gymngſium daf, und am 5. August dem Schullehrer Tewag zu Langwaden die evang. Schullehrerſtelle zu Allen⸗ dorf bei Battenberg, R.⸗B. Biedenkopf, übertragen.— 10) Militär⸗ dienſtnachrichten: Am 22. Juni iſt der Hauptmann Ale wyn im 4. Inf.⸗Reg. i. d. Ruheſtand verſetzt worden; am 24. wurde der Ober⸗ lieut. Hof vom 2, zum Hauptmann im* der Lieut. v. Rotsmaun vom 3. zum Ober⸗Lieut. im 4. und der Lieut. Haber mehl vom 3. zum Ober⸗Lieut. im 2. Inf.⸗Reg, befördert. Am 12. Juli wurde der Lieut. Rüti in der Gensdarmerie zum Ober⸗Lieut. befördert.— 11) Dienſtentlaſſung: Am 25. Juli wurde der Schullehrer Wetterroth zu Gräfenhauſen, im R.⸗B. Darmſtadt, auf Nachſuchen von ſeiner Stelle entlaſſen.— 12) In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 7. Juli die Förſter Wolf zu Beſſungen und Hechler zu Auerbach; am 11. der Hoſpftalmeiſter, Hofrath Wolff zu Hofheim mit Rückficht auf ſeine ge⸗ ſchwächte Geſundheit.— 12) Concurrenz für; die Stelle eines Steuer⸗ commiſſärs im Steuerbezirk Schlitz mit dem etatsmäßigen Gehalte; con⸗ currenzfähige Bewerber haben ſich binnen 14 Tagen bei der Gr. Heſſ. Oberſteuerdirection anzumelden; die kath. Pfarrflelle zu Holzhauſen v. d. H., im R⸗B. Friedberg, mit jährl. 500 fl.) die kath. Pfarrstelle zu Oberabtſteinach, im R.⸗B. Heppenheim, mit jährl. 1177 fla die evang. Pfarrſtelle zu Bechtheim, im R.⸗B. Mainz, mit jährl. 1012 fl.; die evang. dan hen zu Lehrbach, im R.⸗B. Alsfeld, mit jährl. 500 fl., zu welcher dem Generalmajor Grafen von Lehrbach das Präſentationsrecht zuſteht.— 14) Geſtorben find: am 13. April der penſ. Schullehrer Kempf zu Gernsheim, im R.⸗B. Heppenheim; am§. Juli der penſ. Oberſt Weber zu Darmftadt: am 14. Juli der penſ. Förſter Haag zu Wendelsheim, im R.⸗B. Mainz.
Der Strich. (Schluß.)
Das war ſein letzter Lumpenſtreich. Der liebe Gott hatte ihn in die rechte Zucht genommen und es ging ihm, wie dem verlornen Sohne im Evangelium, er ſchlug in ſich und beſſerte ſich. f
Hierher aber wollte er nicht. f
Fünf Jahre blieb er in A. bei ſeinem Vetter, dann wurde er Reiſender für ein Kaufmannshaus in Frankfurt. Man hörte nichts von ihm, aber ſeine Mutter ſagte mir oft mit Freuden, wie ihr Sohn ſich gemacht habe.
Eines Tages fährt ein Wagen vor dem Hauſe drü⸗ ben vor. Ein junger Herr ſteigt heraus und fällt der Wittib Kron um den Hals. Es war der Strick. Ein Staatsburſch, Jacob, das kannſt du mir glauben.
Nach einer Stunde geht er aus. Wohin? Rath' 'mal! Ja, das räthſt du nicht! Schnurſtracks zu dem alten Kneip, Der kennt ihn nicht und macht ein Kratzfuß über den andern; aber der Strick gibt ſich zu erkennen, reicht dem alten die Hand und ſagt: Habt Dank, Meiſter, für die Prügelſuppe, die ihr mir gegeben. Sie war der erſte Schritt zu meiner Beſſerung.
Der alte Kneip macht ein Geſicht das zwiſchen Lachen und Weinen mitten drinnen liegt, und fängt an, Entſchul⸗ digungs reden loszulgſſen, die aber der junge Mann nicht gelten läßt. Habt ihr den alten Knieriemen noch, womit ihr mich durchgebläut? fragt er.
Der iſt noch da, ſagte der Alte, aber er hat jetzt ausgedient.
Ach, ſchenkt ihn mir, bittet der Strick. Ich will ihn in meiner beſten Stube aufhängen, weil ich ihm ſo viel Gutes ſchulde. f
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le es dem jun⸗ änſelnz aber
Dem Kneip kommt's vor, als ra gen Kron im Oberſtübchen oder er wolle i das iſt purer Ernſt. ö„ f
Endlich gibt er ihm den Knieriemen und der junge Menſch geht dankend ab. Bald d'rauf ſchickt er dem Alten
ein tüchtiges Präſent in gutem Tabak.
Von dem Kneip kommt er zu mir.
Meiſter, ſagt er, es hat vielleicht niemals ein Pfar⸗ rer eine Predigt gehalten, die tiefer in's Herz ging, als die, die ihr mir unter der Thuͤre eurer Schmiede gehalten. Es war Alles volle Wahrheit; ich war auf dem Wege zum Galgen. Gottlob, des alten Kneip Schmiſſe und eure bittre Arznei haben mich kurirt. Ich verdiene den Namen Strick nicht mehr, und daß ich eines beſſern wür⸗ dig geworden bin, das dank' ich Kneip's Knieriemen und eurer bittern Predigt. Ihr ſpart nun das Geld für die Stadtpfeifer und eure Leiter braucht mir nicht den ſchlim⸗ men Dienſt zu leiſten. Nehmt meinen Dank. Er kommt aus Herzensgrunde! 5 3 5
Du weißt, Jacob, fuhr der Meiſter fort, ich bin keiner von denen geweſen, die leicht in Verlegenheit kom⸗ men; aber das ſag' ich dir, ich ſtand eben doch da, wie Butter in der Sonne. Endlich ſag' ich: Das iſt ſchön, Herr Kron, daß ſie ſich gebeſſert haben und ich will hof⸗ fen, daß ſie ihrer alten Mutter noch recht viel Freude machen und gute Nachbarſchaft halten!
Darauf gibt er mir die Hand. Verzeiht mir alle
meine Unart, bat er und geſtel mir ſehr gut. f
Als er ſo hingeht, denk' ich, an dem hat Gott der Herr Großes gethan!
D'rauf geht er zu dem Mauſchel, dem er die Ham⸗ melmäuschen in's Haus geſetzt, die ihn ſo gequält haben und den er mit Blut ſo abſcheulich angemalt, bittet auch den um Verzeihung. So geht er zu Pfefferkorn, zu dem alten Bartfeger, zum Apotheker— kurz zu Allen, die er einſt geärgert, und die ganze Stadt hallt wieder von alle dem Neuen und Merkwürdigen, was ſich mit Kron's Fritz, dem ehemaligen Strick, zugetragen. a
Fortan lebte er ſtille, eingezogen und brav. Alle Leute vergeſſen ſeine Maleſtzſtreiche, achten und lieben ihn.
In dem d'rauffolgenden Frühjahr baut er ſeiner Mutter Häuschen neu auf, richtet ſich einen Laden ein, wie keiner in der Stadt, verkauft billig und hält gute Waare und iſt ein ſehr wohlſtehender Mann geworden. Mit mir hält er gute Nachbarſchaft und beſucht mich oft, wie ich ihn, wo er mir dann alle Ehre anthut. Komm, ſagte er darauf, wir wollen ihn beſuchen!
So geh'n wir denn hinüber und wie thue ich die Augen auf! Da iſt Alles neu und nett und die alte Mut⸗ ter ſitzt auf einem weichen Seſſel, eine bildhübſche Frau ſitzt mit zwei Kindern bei ihr und bald kommt er auch.
Herr Nachbar, ſagte der Meiſter, da bring“ ich ihnen einen alten Freund aus Strick's Zeiten. Kennen ſſe ihn noch?
Er beſieht mich, aber ſchüttelt dann den Kopf,
Glaub's auch, ſag' ich, daß ſie mich nicht mehr kennen. Mir ſind, ſeit ich ihnen die geſalzte Ohrfeige gab, als ſſe den Juden Mauſchel ſo roth anmalten, ſpa⸗ niſche Kugeln um den Kopf geflogen und ich habe mein Bein in ſpaniſcher Erde mit militäriſchen Ehren begraben.
Ach, Jacob! rief er da aus und eine leichte Röthe überflog ſein ſchönes Geſicht, indem er mir die Hände drückte. 5 I
eine Thräne in ſeinem Auge
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