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Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 11 von 1848.
J. Verordnung, den 14. März, die Trennung des Miniſteriums des Innern und der Juſtiz in zwei Miniſterien betr., wonach zum Geſchäftskreis des Miniſteriums des Innern diejenigen Gegenſtände ge⸗ hören, in ſo weit ſie noch in Betracht kommen, welche in der Verordnung vom 28. März 1821 über die Organiſation der oberſten Staatsbehörde unter I. A.; zum Geſchäftskreis des Miniſteriums der Juſtiz diejenigen, welche in vorerwähnter Verordnung unter I. B. verzeichnet ſind.
II. Geſetz, die Freiheit der Preſſe betr., welches zur Ausfüh⸗ rung des Art. 35 der Verfaſſungsurkunde beſtimmt: 1. Die Preſſe iſt frei. Die Cenſur iſt aufgehoben, und darf nie wieder eingeführt werden. — Jede Druckſchrift muß mit dem Namen des Druckers und Verlegers, jede Zeitung mit dem Namen des Druckers und verantwortlichen Redac⸗ teurs verſehen werden.— 3. Der Art 1 des gegenwärtigen Geſetzes ſteht unter den Garantieen der Verfaſſungsurkunde.
III. Geſetz, betr. das Petitions⸗ und Verſammlungsrecht, welches verfügt: 1. Der Art. 81 der Verfaſſungsurkunde iſt hinfichtlich aller darin enthaltenen Beſchränkungen des Petitionsrechts aufgehoben.— 2. Das Recht der Verſammlungen zur Berathung über allgemeine poli⸗ tiſche oder Privatintereſſen kann frei ausgeübt werden.— 3. Gegenwär⸗ tiges Geſetz ſteht unter den Garantieen der Verfaſſungsurkunde.
IV. Geſetz, die Aufhebung des Polizeiſtrafgeſetzes betr., durch welches S. K. H. der Erbgroßherzog u. Mitregent, um die Ihm kund gegebenen Wünſche zu gewähren, mit Zuſtimmung d. Stände verordnet: Das Polizeiſtrafgeſetz vom 2. November 1847 und das Geſetz über deſſen Einführung und die Competenz der Polizeigerichte zur Unterſuchung und Beſtrafung der Polizeiübertretungen vom nämlichen Tage ſind aufgehoben.
V. Bekantmachung Gr. Miniſt. der Finanzen vom 28. Febr., Erhebung des Chauſſeegeldes auf den Staats- und Provinzial⸗ ſtraßen betr., welche einige durch Nachmeſſungen gefundene Unrichtig⸗ keiten der Entfernungen verſchiedener Orte in den drei Provinzen berichtigt.
Ein gu en
Geſtern begab ſich— in Folge deßhalb erhaltener Einladung— die hieſige Zehntdeputation, welcher faſt ſämmt— liche Gemeinderathsglieder nebſt noch einigen andern geach— teten hieſigen Einwohnern ſich anſchloſſen, nach Aſſenheim um mit dem jungen Herrn Grafen Max von Solms be— züglich der Zehnt- und Grundrentenablöſung einen auf Billigkeit gegründeten Vergleich abzuſchließen.
Der gleichfalls dort anweſende Gr. Miniſterialrath Maurer bot, in Gemeinſchaft mit dem Gr. Kreisrathe Küchler, in ſo umſichtiger Weiſe dem beabſichtigten Frie— denswerke die Hand, daß ein— allen billigen Anforderun— gen der durch Nichtvollzug eines früheren Vertrags in ganz eigenthümlicher Weiſe in Nachtheil gekommenen hie— ſigen Pflichtigen entſprechender— Vergleich glücklich zu Stande gebracht ward.
Bei Rückkunft der Deputirten gerieth die ganze hleſige Bevölkerung wegen vollbrachten Friedenswerks in die freu⸗ digſte Aufregung, dergeſtalt, daß dieſelbe nicht wohl davon zurückgehalten werden konnte, noch bis in die ſpäte Nacht hinein durch Abſingen patriotiſcher Lieder, Vivatsrufen, mitunter auch Gewehrſalven,— jedoch ohne dabei die min⸗ deſten Exceſſe zu verüben— ihren Empfindungen Luft zu machen.
Möchte allenthalben mittelſt ähnlicher Verſtändigung zwiſchen Berechtigten und Pflichtigen einer Mißſtimmung ein Ende gemacht werden, welche hin und wieder bereits zu den traurigſten Exceſſen gefuhrt hat.
Petterweil am 21. März 1848. F.
Friedberg den 27. März 1848.
Soeben, Abends 6 Uhr, wurde in unſerer Stadt Regimentsmarſch geſchlagen und ſofort, erhaltenem Befehle gemäß, ein ſtarkes Commando gegen Alsfeld hingeſendet, Eine große Menge hieſiger Einwohner begleiteten das Militär bis an das Ende der Stadt. Es war eine erheb— liche Scene, als beim Abſchiede die ganze Menge ſich gegenſeitig ein Lebewohl! zurief und der Commandeur Herr Hauptmann Wolff, ein biederer Soldat und Bürgerfreund, ausrief:„Es lebe der Bürgerſtand!“, welches von den Bür— gern mit:„Es lebe die Linie!“ erwiedert wurde. Köſtliche Worte, die, herzlich gemeint, laut und vernehmlich die Stille der Nacht durchdrangen, ſo daß es vom nahen Gebirge wiederhallte. Mögen unſere verirrten Brüder, die vielleicht durch einen falſchen Begriff von Freiheit zur Geſetzloſigkeit übergingen, bald wieder auf den göttlich vorgeſchriebenen Pfad der Ordnung und Geſetzlichkeit zurückkehren.
Unſere Bürgergarde hat bereits den Nachtdienſt an— getreten, obgleichwohl die Ordnung und Sicherheit noch in keiner Weiſe geſtört worden iſt.
Für die armen Schleſier
ſind noch eingegangen: durch Falk von L. S. 30 kr, direct von der Gemeinde Bruchenbrücken 10 fl., Gemeinde Niederurſel 10 fl, nachträg⸗ lich von Pf. Buchhold in Oſſenheim 1 fl. 45, einem Ungenannten durch Pf. Strack in Oberrosbach 24 kr., im Ganzen 22 fl 39 kr. und mit der in Nr. 23 d. Bl bereits quittirten Summe 1350 fl. 13 kr.
Aufrichtigen Dank und e den edelen Gebern.
riedberg am 27. März 1848.
ee 1 pr. Matthias.
Bekanntmachungen von Be⸗ 6925
Wellen buchen Reiſerholz, „ birken aspen
ſtag den 4. Schweinenmarkt und Mittwoch den 5 5. April d. J. Krämermarkt dahier ſtatt, was 5 man hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringt.
hoͤrden. e
rr Bekanntmachunng,
Holz⸗Verſteigerung im Forſtrevier Oberrosbach betreffend.
3896) Montag den 3. April d. J. werden in den bei Oberrosbach gelegenen Domanial— walddiſtricten Kellerberg, Weſterfeldſcher— wald, Mainzerhecken und Katzenſtirn an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert:
4% Stecken buchen Scheitholz, 5½%„ eichen„
1½%„ buchen Prügelholz, 87% bien„
5%„ buchen Stockholz, 11„leichen 5
ungefähr 20 Wagen Leſeholz, 7 Eichen⸗Klötze zu Bauholz von 14 bis 24“ Durchmeſſer und 14 bis 35“ Länge, 7 Nadelholz⸗Stangen.
Die Zuſammenkunft iſt Morgens präcis 8 Uhr, vor'm Wald, auf dem in den Kellerberg führen— den Weg.
Oberrosbach den 20. März 1848.
Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bin gmann.
Marktverlegung.
(398) Der auf den 18. April d. J. fallende Krämermarkt zu Nidda wird wegen der jüdiſchen Feiertage nicht abgehalten. Dagegen findet Dien⸗
Nidda den 18. März 1848. g Der Großh. M weg L..
Garten-Verſteigerung.
(403) Donnerſtag den 30. März, Morgens um 10 Uhr, wird in hieſtgem Rathhauſe nach⸗ ſtehender, zum Nachlaß der Friedrich Auguſt Söllner'ſchen Eheleuten gehörender Garten meiſt⸗ bietend verſteigert, als: 76,6 Klafter, 39 Ruthen, von der Hockenmühle, am Eck gegen die Stadt, an Johs. Zobel, gibt in die Stadtkirche 11½¼ kr. Friedberg am 23. März 1848. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Friedberg: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
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