Wandlungen ſind ndl, M Fried Ddernagel
Naben
Hicht⸗
AFriegk.
gen
1
Intelligenz Olatt
für die Provinz Oberheſſen . 3 im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke
75 im Beſonderen.
.—AS——.——
rr
Eingeſendet.
In der Sylveſter⸗Nacht feierten die Einwohner von Bruchenbrücken ein freudiges Feſt. Ihr verehrter Bürger⸗ meiſter Beſt war vor einigen Tagen wieder auf weitere 6 Jahre in ſeinem Amt höchſten Orts beſtätigt worden.
Die Einwohnerſchaft beſchloß deßhalb ihre Liebe gegen denſelben ſichtbarlich an den Tag zu legen und einen Later⸗ nenzug zu veranſtalten. Nachdem alle nöthigen Vorkehrun⸗ gen getroffen waren, ſetzte ſich der Zug, welcher aus Per⸗ ſonen jeden Standes und Alters beſtand, um 12 Uhr von dem Schulgebäude an, mit Buntlaternen verſehen, in Bewegung. Vor der Wohnung des Bürgermeiſters angekommen, hielt ein Gemeinderathsmitglied an denſelben im Namen der Einwohner eine der Feier angemeſſene Anrede, überreichte zugleich ein einfaches, aber aus liebevollem Herzen kommen⸗ des Andenken, welches in einer geſchmackvollen Standuhr beſtand; worauf der geehrte Bürgermeiſter mit herzlichen Worten dankte.
Referent dieſes iſt kein Einwohner dieſer Gemeinde, kann jedoch nicht umhin, da er dieſer Feierlichkeit beiwohnte, zu bemerken, daß es einem Bürgermeiſter zur Ehre gereicht,
ſich das Zutrauen in ſolchem Maße von ſeinen Mitein—
wohnern erworben zu haben; einer Gemeinde übrigens nicht minder, daß ſie die Thätigkeit ihres Bürgermeiſters zu würdigen weiß. Ch. M. aus D.
—
athſchläge für Auswanderer nach Nordamerika.“)
Folgende Bemerkung für Auswanderer aus 4
) Sicherem Vernehmen nach beabſichtigt die kbnigl. preuß Regierung wanderer nach Pommern zu ziehen, wo noch Striche von 35000 Morgen Landes und mehr unbebaut liegen und urbar zu machen ſind. Uns ſcheint eine Einwanderung in Pommern viel größere Sicherheit des Gelingens darzubieten, als eine ſolche nach Nord⸗
amerika, oder gar Südamerika oder Auſtralien und behalten wir uns vor, auf den Plan der preuß, Regierung ſpäte, nn ie Red.
Sonnabend, den 29. Januar
1848.
dem„Lippiſchen Anzeigeblatt“ dürfte eine weitere Verbrei⸗ tung verdienen:
Indem ich vor ungefähr fünfzehn Jahren einige Be⸗ merkungen zum Beſten der Auswanderer in dem„Mindener Sonntagsblatte“ abdrucken ließ und jetzt bei der vermehrten Auswanderung einige Blätter für Auswanderer niederzu⸗ ſchreiben gedachte, iſt mir dieſe Mühe durch eine zwölf Seiten enthaltende Schrift:„Einige Anweiſungen für Auswanderer nach den weſtlichen Staaten von Nordamerika, von Auguſt Rauſchenbuſch. Altona. P. A. Santz 1847, erſpart. Es ſind dieſe Anweiſungen von dem Paſtor Rauſchenbuſch, wel⸗ cher vor zwei Jahren nach dem Staate Miſſouri in Nord⸗ amerika auswanderte und ſeit länger als einem Jahre daſelbſt als Reiſeprediger wirkt, abgefaßt, und es ſollten dieſelben von keinem Auswanderer ungekauft und unbefolgt bleiben. Es dürfen dieſelben allen Auswanderern als durchaus ſach⸗ gemäß und praktiſch empfohlen werden, und es wird ein Jeder, welcher dieſelben befolgt, einen großen Nutzen von ihnen haben. Als einige wichtige Bemerkungen aus ihnen mögen angeführt werden:
1) Landbauer haben vor Allen Ausſicht, in Amerika gut fortzukommen, und es iſt der Landbau daſelbſt ein ſehr geachteter, wahrhaft belohnender, patriarchaliſcher Stand. 2) Dienſtmädchen erhalten in St. Louis 6—8 Dollars(2 fl. 42) fuͤr den Monat. 3) Für hundert Dollars erhält man eine große Strecke Congreßland, für vierhundert Dollars einen ziemlich gut eingerichteten Farm. 4) Das beſte Geld ſind holländiſche Zehnguldenſtücke und Zwanzigfrankenſtücke, und nach anderer Nachricht auch die Fünffrankenſtücke, zu Haus in der Heimath, nicht in Bremen einzuwechſeln. 5) Klei⸗ dungſtücke und Möbeln nimmt man nicht zu viel mit, be⸗ ſonders kupferne Keſſel, Kochgeſchirr und Eßgeſchirr. 6) Der Weg geht von Bremen über New-Orleans und St. Louis nach den weſtlichen Staaten. 7) Die beſte Zeit zur Abreiſe iſt Ende Auguſt und Anfang September, oder früh im Frühjahr(am beſten wohl wegen der Märzſtürme An⸗ fang April). New⸗Orleans muß man zur Zeit der Wärme, ſobald als möglich wegen der gelben Fieber und wegen der Theuerung verlaſſen. 8) Zur Seereiſe nehme man in Bre⸗ men mit: Bremer Zwieback, Hafergrütze, Eſſig und getrock— netes Obſt, und für Kinder etwas Zucker, obwohl man freie Schiffskoſt hat. 9) Man leſe mehrere Schriften uber


