nicht zurück. Spater kam ich ſelbſt zu Solz; es ſchien jedoch als habe ſich derſelbe während dieſer Zeit mit ſeinem Gewiſſen ganz abgefun⸗ den, denn ſtatt die 10 fl. herauszugeben, gab er mir den etwas theuren Rath:»ich möge beſſer aufpaſſen.“ Für dieſes Geld kann man ſich wohl auch bei einem engliſchen Advocaten Raths holen. Holzhauſen den 22. Juni 1848. Jacob Haſſelbach, Fahrknecht bei Müllermeiſter Vorbach.
Ein vollſtändiges Logis,
(929) beſtehend in 4 Zimmern, Küche, Keller, Speicher und Holzſtall, welches bis den 1. Ok⸗ tober d. J. bezogen werden kann, iſt zu ver⸗
miethen bei Glaſermeiſter Wetzſte in auf der Ludwigsſtraße.
Letzte Erklarung.
(930) Bereits in meiner Erwiederung vom 14. d. M. habe ich angedeutet, daß ich, dem Weißbinder Rühl gegenuber, mich nicht zu ver⸗ antworten hätte; auch hiermit ſoll dies nicht ge⸗ ſchehen. Um indeſſen mit den angeblich beein⸗ trächtigten Weißbindern zu Oberwollſtadt fertig zu werden, beziehe ich mich auf die unten fol⸗ gende Erklärung des Weißbinders Koſt dahier und überlaſſe es den Herren Raiſonneurs, gegen denſelben ihre etwaigen Rechte zu verfolgen. Bei einer Unterſuchung bezüglich der Wahrheit oder Unwahrheit der Weißbinder Koſt'ſchen An— gaben, wird es ſich dann herausſtellen, wer Umtriebe bei jener Arbeitsverſteigerung einge— leitet,— wer gelogen und wer verletzt hat.— Die gegen mich ausgeſtoßene Beſchuldigung: „lügenhafter Angaben“— weiſe ich als eine gemeine und rohe Inſolenz zurück.
Was die witzgeſpitzten Pfeile anbelangt, welche die Oberwöllſtadter Herrn Weißbinder resp. ihr elſtreicher Herr Mandatar gegen mich abſchießen, o wird das Publikum wiſſen, was es davon zu halten hat, denn wer einmal in Bufferts Marionettentheater den Caspar geſehen und ge⸗ hört hat, dem fallen dergleichen Witze nicht mehr auf. Ich bin blos Bauer oder Landwirth und als ſolcher bin ich überall zu verwenden; das Bürgermeiſteramt wurde mir durch das Ver⸗ trauen der hieſigen Gemeinde zu Theil und die⸗ ſes Vertrauen habe ich mir bis jetzt erhalten. Das aber muß ich ſchließlich bemerken, daß, wäre ich auch im Beſitz aller Fähigkeiten zur Begleitung von Dienſtſtellen, ich doch ſicher, bei der bevorſtehenden Organiſation, mich um keine Stelle bei einem Baukolleg bewerben würde.
Niederwöllſtadt den 24. Juni 1848.
Der Bürgermeiſter Ko ſt.
Erklärung.
(931) Der Unterzeichnete beſtätigt hiermit, daß ihm von den Oberwöllſtädter Weißbindern, insbeſondere durch Adam Breidenbach, welcher, ſonderbarer Weiſe, die Widerlegung in Nr. 49 d. Bl. nicht mitunterzeichnet hat, bei der am 5. d. M. dahier abgehaltenen Arbeits verſteigerung 7 fl. unter dem Verſprechen abgefordert haben, daß ſie mir dann die fragliche Arbeit um die Voranſchlagsſumme zukommen laſſen wollten. Dieſe Thatſache werde ich durch mehrere Zeugen beweiſen. Weißbinder Schneider von Helden⸗ bergen aber hat mir keinen preuß. Thaler abgefor⸗ dert; ich habe vielmehr Obigen erklärt, daß, wenn ich ihnen 7 fl. bezahlen müßte, ich dann auch Schneider wohl 1 fl. 45 kr. zu bezahlen hätte. Hier hatte mich der Bürgermeiſter Koſt
mißverſtanden, was er auch dem Weißbinder
Schneider gegenüber anerkennen wird. Niederwöllſtadt den 24. Juni 1848. Jab d 8.
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Bekanntmachung.
.(932) In dem Wohnhauſe des Freiherrn von Wieſenhuͤtten auf dem Hofe 8 zu Niederweiſel werden 5 Dionnerſtag den 29. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, 8 verſchiedene ſehr gut erhaltene Möbel, als Spiegel in Goldrahmen, mehrere Uhren von Bronze und Alabaſter, Sophas mit grünen und blauen Ueber⸗ 8 zügen, Stühle, Tabourets, verſchiedene Tiſche von Mahagoni, ein Secretär 2 von Paliſander, eine große Anzahl ausgezeichnet ſchöner Cryſtallgefäße und 2. Taſſen u. ſ. w., ein Etagere von Mahagoni mit Spiegelwand, zwei Ofen⸗ 8 ſchirme von lakirtem Eiſenblech, mehrere Fußteppiche, ein ganz neues Billard — und verſchiedene gute Kupferſtiche meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung verkauft, wozu Kaufluſtige eingeladen werden.
Niederweiſel den 19. Juni 1848.
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2 illes, Gärtner.*
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Von dem„Montags-Kränzchen“ in Frankfurt a. M., deſſen Loſung heißt: „Freiheit, Einheit, Ordnung und Recht,“
(933) iſt ein Aufruf an das deutſche Volk ergangen, welcher den engen Au⸗ ſchluß aller Vereine derſelben Tendenz aneinander bezweckt und auffordert, ähnliche Vereine aller Orten zu gründen. So ſoll ein allgemeiner deutſcher„Volks⸗ Verein“ entſtehen, deſſen Haupt- und Zweigvereine ſich durch alle deutſche Gauen verbreiten. Nur auf dieſe Art kann ein gedeihliches, einheitliches Wirken des deutſchen Volkes für ſeine errungenen Freiheiten ſtattfinden; nur ſo kann das Eroberte feſtgehalten werden.
Der freie Bürger-Verein dahier hat beſchloſſen, einen ſolchen Hauptverein gründen und in demſelben aufgehen zu wollen. Mittwoch den 28. Juni, Abends 8 Uhr, werden in dem Gerlach'ſchen Saale in einer Verſammlung die proviſo— riſchen Satzungen dieſes Vereins vorgelegt, berathen und wo möglich noch der geſchäftsführende Ausſchuß erwählt.
Alle Bewohner Friedbergs werden hiermit eingeladen, dieſe Verſammlung zu beſuchen und Theil zu nehmen an dem zu gründenden Vereine. Möchten die Mitglieder dieſes Vereins recht zahlreich werden; möchten die Bewohner unſerer Stadt zeigen, daß ſie nicht hinter denen anderer Städte zurückbleiben, wenn es gilt ein Schutz- und Trutzbündniß fur das Wohl des deutſchen Volkes!
Friedberg den 26. Juni 1848. Groh.
Volksverſammlung in Melbach!
Sonntag den 2. Juli
(930 zur Beſprechung über die im Laufe der vorhergehenden Woche gefaßten Beſchlüſſe der Nationalverſammlung.
Aufruf des Vorſtandes des democratiſchen Vereins zu Friedberg. C. Rullmann, Präſident.
Oeffenklicht Sitzung des democratiſchen Vereins nächſten Donnerſtag den 29. Juni, präcis 8 Uhr Abends,
(938) im Saale des Bürgers Gerlach. Friedberg den 21. Juni 1848.
C. Rullmann, Präſident.
J. Schmidt,
Secretär.
Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindern agel in Friedberg.


