Ausgabe 
26.1.1848
 
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nur langſam, weil die ganze Sache in einem verhältniß mäßig nur ſehr kleinen Kreiſe bekannt geworden war, Nie mand auch zur Ableiſtung jährlicher Beiträge ſich verbind lich gemacht hatte, man alſo lediglich auf zufällig kommende Geſchenke und die Zinſen des vorhandenen Kapitals ange wieſen war. Je dringender aber von Jahr zu Jahr das Bedürfniß wurde, um ſo mehr mußte man ein raͤſches Zu nehmen des Unterſtützungsfonds wünſchen, und von dieſem Wunſche getragen, machte man im Jahr 1841 dem hochſten Miniſterum verſchiedene Anträge, die bei dem wahrhaft humanen Sinne, der unſere Staatsbehörden beſeelt, überall lebhafte Unterſtützung und endliche Gewährung gefunden haben. Es wurde von Höchſtpr. Miniſterium am 23. Februar 1843 die Erlaubniß gegeben, im ganzen Lande jährliche Beiträge von 30 Kreuzer bis zu jeder beliebigen Größe zu erheben, und auf drei Jahre eine Collecte in allen Kirchen und Synagogen bewilligt. Das Kapital, welches im Jahre 1843 780 fl. betragen hatte, ſtieg im Jahre 1844 auf 1890 fl., im Jahre 1845 auf 4470 fl, im Jahre 1846 auf 7023 fl. 43 kr., und wir haben ſo durch die Liebe guter Menſchen und unter dem Beiſtande und Segen Gottes des Vaters, der will, daß Allen geholfen werde, eine ſolche Summe zuſammengebracht, deren jährliches Erträßniß voll kommen zur Beſtreitung der jährlichen Ausgaben hinreicht. Wir ſind darum nicht allein nicht mehr um die gnädigſt in Ausſicht geſtellte nochmalige Bewilligung der dreijährigen Collecte eingekommen, ſondern wir haben ſogar bei Großh. Oberſchulrathe gebeten, die für die folgenden Jahre noch gezeichneten Beiträge(die ſich auf 200 bis 300 fl. belaufen) nicht mehr erheben zu dürfen, und dieſe hohe Behörde hat, in Erwägung der für unſere Bitte angeführten Gründe, dieſelbe unter dem 11. Auguſt v. J. genehmigt. In dem wir alſo allen edeln Menſchenfreunden, die mit ihren Liebes gaben die Taubſtummenunterſtützungs kaſſe bedacht haben, unſern herzlichen Dank für die geleiſtete Hülfe ausſprechen und ſie der beſonderen Gnade Gottes empfehlen, bitten wir zugleich diejenigen unter Ihnen, welche auch künftig ihre milde Steuer noch opfern woll- ten, dieſelbe, da unſer Bedürfniß defriedigt iſt, in ihrer Barmherzigkeit anderswohin wenden zu wollen.

Roller, Director der Taubſtummenanſtalt. Pfarrer Dr. Matthias, Rechner der Taubſtummenkaſſe⸗

Localſection des Gr. Heſſ. Gewerbvereins fuͤr Friedberg und die Umgegend.

Da der Unterricht in der Gewerbſchule für junge Handwerker dahier bereits am 9. d. M. ſeinen Anfang ge nommen hat und nunmehr durch den Eintritt neuer Schüler ohne Zweifel Störungen im Lehrplan entſtehen müſſen, ſo bringe ich hiermit zur allgemeinen Keuntniß, daß für dieſes halbe Jahr keine Anmeldungen mehr berückſicht werden können.

Friedberg den 23. Januar 1848. Wahl.

Einladung.

Bekannt ſind die Bemühungen Dänemarks, die Herzog⸗ thuͤmer Schleswig-Holſtein dem deutſchen Geſammt-Vater⸗ lande zu entfremden, wohl gar von demſelben zu trennen. Ganz Deutſchland hat ſchon feierlich gegen ſolchen Verſuch proteſtirt.

erzogthuͤmer, f. rhaltung deut⸗ ſcher Nationalität zu wirken ſich bͤͤſtreben, ſteht Beſeler oben au, der Präſident der Schleswig'ſchen Stände-Verſamm⸗ lung im verfloſſenen Jahr. Jetzt wieder berufen, hat ſeine

Unter denjenigen Bewohnern dieſer welche mit dem kräftigſten Erfolg für die

Regierung ihm, dem Advocaten und Notar, den Urlaub verweigert Um den Eintritt ſich möglich zu machen, hat er, der Familienvater ohne Vermögen ſich entſchloſſen, ſeiner Anſtellung und damit allen Einnahmen durch dieſelbe, zu entſagen. Ein großer Theil Deutſchlands bemüht ſich, durch freiwillige Gaben, großere und kleinere, ein Kapital zuſam⸗ men zu tragen, das dem gefeierten Manne zunächſt zur Entſchadigung dienen könne. Das Großherzogthum Heſſen wird nicht zurückſtehen in dieſem acht vaterländiſchen Be⸗ ſtreben. Wir richten an unſere Mitbürger die Einladung, einen Beitrag dafür von beliebiger Große zu unterzeichnen, für die richtige Ablieferung des Ganzen werden wir ſorgen, und das Reſultat demnächſt bekannt machen. 28 Darmſtadt den 13. Dezember 1847. A. W. Heſſe. Kilian. Wernherr. Zitz. Emmerling J. Riedeſel. Köſter. Eigenbrodt. Krug. Carl Zöppritz. Lehne. Löw. Zulauf. Reh. Dr. Lan⸗ gen. Aull. Steinberr. Kloch. Chr. Frank. C. E. Heinrichs. v. Günderrode. Keil v. Fürth. Buff. Grode. Brunk. Lotheißen. Lerch. Chriſtian Zoͤppritz. Dr. Heldmann. Keil v Melbach. Stoll. Kinſcherf. Ram ſpeck. von Rabenau. Kahlert.

von Gagern.

Zur Empfangnahme von Beiträgen erklären ſich bereit:

Hofmann, Landrichter. Trapp III., Hofg.-Adv.

Wahl, Apotheker. Dr. Gilmer, Ldg.⸗Aſſeſſor.

Bitte um Unterſtuͤtzung.

Den Bewohnern Friedbergs und der Umgegend wurde bereits durch öffentliche Blätter die betrübende Kunde, daß in der Nacht vom 12. auf den 13. Jan. l. J. ein bedeuten des Brandunglück die Stadt Wimpfen, welche ſchon vor einigen Jahren der Schauplatz eines ähnlichen Unglücks ge weſen, heimgeſucht hat.

Fünf und zwanzig größten Theils dürftige Familien, von welchen nur einige ihre Fahrniß verſichert hatten, fühlen ſich obdachlos unter der Strenge des Winters der härteſten Noth ausgeſetzt und ſehen in banger Sorge der Zukunft entgegen.

Eine ſchnelle Unterſtützung der uns durch die Bande des engeren Vaterlands nahe ſtehenden armen Abgebrannten dürfte hiernach ſo nothwendig, wie menſchenfreundlich er ſcheinen und indem ſich im Hinblick auf das Geſchehene die Unterzeichneten gerne erbieten, alle ihnen zur Milderung der Noth dieſer Unglücklichen übermacht werdenden Gaben chriſt licher Liebe an den Ort ihrer Beſtimmung befördern und über ſolche öffentliche Rechenſchaft ablegen zu wollen, ergeht kraft dieſes an Friedbergs und der geſammten geſegneten Wetterau wohlwollende Bewohner die ergebenſte Bitte, ihre milde Hand zu öffnen und wenn auch nur kleine Gaben zur Unterſtützung unſerer ſchwer geprüften Landsleute ge fälligſt den Unterzeichneten zufließen zu laſſen.

So geſchehen Friedberg den 22. Januar 1848.

Trapp III., Hofg.⸗Advocat. Dr. Fertſch, Profeſſor. Bender, Bürgermeiſter. Schaffnit, Cand., d. Th. Dr. Sell, Profeſſor.

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