Ausgabe 
23.2.1848
 
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48 62 128.

Unterarzt Dr. Groß vom 4. Jnf.⸗Reg. zum Oberarzt im 2. Inf.⸗Reg. und Lazareth-Acceſſiſt Dr. Wenk zum Unterarzt im Lazareth zu Fried⸗ berg ernannt; ſodann Oberarzt Dr. Wepland vom Lazareth zu Darm⸗ ſtadt zum 1. Inf.⸗Reg, Oberarzt Dr. Nebel vom 1. Inf-Reg. zum Lazareth zu Darmſtadt, Unterarzt Dr. Strecker vom 2. zum 4. Inf. Reg. und Unterarzt Dr. Verdier vom Lazareth zu Darmſtadt zum 2. Inf. ⸗Reg. verſetzt.

VII. Charakterverleihungen: Am 15. Nov. 1847 dem Lehrer der Prinzen Ludwig und Heinrich von Heſſen GG. H., Dr. Becker alsHofrath; am 8. Jan. dem Rechner bei der Straf⸗ anſtalt zu Marienſchloß, Keim, alsCommerzienrath /.

VIII. In den Ruheſtand ſind verſetzt worden: Am 23. Dez. Schullehrer Wolf zu Zahlbach; 5. Jan. Schullehrer Fer zu Abenheim.

IX. Concurrenz für: die Stelle eines Steuercommiſſärs des Bezirks Kirtorf(binnen 14 Tagen bei Gr. Oberfinanzkammer 1. Sect.); die evang. Pfarrſtelle zu Gimbsheim mit jährlich 800 fl., worauf jedoch eine zeitweiſe Abgabe von 400 fl. bis Ende 1853 und von 1854 an eine ſolche von 300 fl. ruht; die Stelle eines Secretärs bei der 2. Seet. der Großh. Oberfinanzkammer mit jährlich 1000 fl.(binnen 3 Wochen bei der genannten Behörde).

X. Geſtorben ſind: Am 30 Juli 1846 penſ. Präceptor So m⸗ merlad zu Okarben; 22. März 1847 penſ. Steuereinnehmer Rieß zu Niederolm; 15. Mai penſ. Diſtrictseinnehmer Baierle zu Linden⸗ fels; 5. Dez. Schullehrer Hofmann zu Hörgenau; 12. Generalmajor Frhr. v. Breidenbach zu Breidenſtein, 2. Command. des Garde- reg. Chevauxlegers; 17. penſ. Forſtſchütz, Wie ſenwärter Knöß auf dem Petershainerhof; 22. penſ. Forſtmitaufſeher Walt hers zu Niederohmen; 25. Stabsarzt Kraus vom 2. Inf. ⸗Reg.; 7. Jan, penſ. Phhſikatsarzt Dr. Goldmann zu Schotten; am 8. Steuercommiſſär Wagner zu Homberg; penſ. Oberförſter Rückert zu Beſſungen.

Ueber Auswanderung nach Weſtpreußen ꝛc.)

Wir haben in einer früheren Nummer d. Bl.(9) von dem Projekte einer Einwanderung in Weſtpreußen im Vor⸗ beigehen geredet und uns vorbehalten, auf dieſen Gegen⸗ ſtand gelegentlich zurückzukommen. Wir bieten darum jetzt unſern Leſern vorläufig einen der Gr. Zeitung entnommenen, über die fragliche Angelegenheit ſich verbreitenden Artikel und können nicht leugnen, daß uns hier mehr geboten zu werden ſcheint, als die überſeeiſchen Länder, allen Erfah⸗ rungen gemäß, jemals werden bieten können. Der Artikel lautet:

Heidelberg, Ende Januar. Durch die Munifizenz S. M. des Königs von Preußen ſind neuerdings zur An- ſäßigungmachung für ſüddeutſche Auswanderer bedeutende Ländereien in Oſt⸗ und Weſt⸗Preußen, ſowie in Pommern geboten. Die Verhältniſſe und Bedingungen ſind ſo günſtig und berückſichtigungswerth, wie ſolche ſich außerhalb Deutſch⸗ lands für Deutſche nie bieten können, ſo daß es als Pflicht erſcheint, alle diejenigen unſerer Mitbürger im ſüdweſtlichen Deutſchland, welche auszuwandern entſchloſſen ſind, in ihrem eigenen Intereſſe auf dieſelben aufmerkſam zu machen. Während hier die Anſiedeler für einen ſehr billigen, in kleinen Raten nach und nach abzuzahlenden Preis urbaren guten Boden erhalten können, gehen für den Aus⸗ wanderer in Amerika fern vom deutſchen Vaterland Jahre großer Anſtrengung und Mühſeligkeiten darauf, um nur ſoviel urbar zu machen, als nothwendig iſt, die drin gendſten Lebensbedürfniſſe erzeugen zu können, nicht zu

) Herr Kreisbüreaugehülfe Fink in Friedberg ertheilt auf Anfragen nähere Auskunft.

gedenken, daß die bloße Reiſe nach Amerika ꝛc. ein Capital verzehrt, welches hier, zum Ankauf von Ländereien ver⸗ wendet, ſchon eine behagliche Zukunft und ſichere Exiſtenz gewähren kann, und nicht zu gedenken, welchen Einfluß fremde Sitten, Sprache, Gewohnheiten, ja fremdes Recht und Geld, auf deutſche Auswanderer in einem für ſie ganz fremden, weit entfernten Lande äußern müſſen, und den traurigen Erfahrungen nach ſchon unzähligemal geäußert haben. Man denke nur an Texas! Bei einer Wanderung aus einem Theile des deutſchen Vaterlandes in den andern, fallen dieſe Gefahren und Mühſeligkeiten von ſelbſt weg. Eine ganz beſondere Frage muß es für den Auswanderer ſein, ob er einer Privatſpeculation verfällt, ob er auf eigene Fauſt und mit gaͤnzlicher Unkenntniß ſeiner zukünftigen Ver⸗ hältniſſe auswandert, oder ob er von vorn herein unter Garantie einer deutſchen Regierung ſich einen neuen heimathlichen Boden ſucht, und nach einem beſtimmten Plan und nach feſten Beſtimmungen verfahren kann? Dieſes ſei von einem jeden zur Auswanderung entſchloſſenen, fuͤr die Zukunft ſeiner Familie beſorgten Famienvater wohl zu bedenken. Von den Eingangs erwähnten Ländereien iſt ſchon in dieſem Jahre ein Theil, und zwar vorerſt in der Herrſchaft Mokerau die Domäne Mokerau im Regierungs⸗ bezirke Marienwerder, zur Unterkunft fur Auswanderer aus dem ſüdweſtlichen Deutſchland beſtimmt, die eine eigene Gemeindeordnung nach adminiſtrativen Grundſaͤtzen erhalten ſell, und wozu die Bedingungen ſo vortheilhaft und die Preiſe für den ſehr fruchtbaren Boden ſo gering geſtellt

ſind, daß beides bis jetzo noch ohne Beiſpiel daſteht), weß⸗

halb Referent diejenigen, welche ſich entſchloſſen haben aus⸗ zuwandern, in ihrem eigenen Intereſſe hierauf um ſo mehr aufmerkſam macht, da eine ſpecielle Aufforderung in dieſer Sache, dem Vernehmen nach, in der Kürze erfolgen wird.

) Die Bedingungen erſcheinen in mehreren Stücken noch vortheil⸗ hafter, als die der heſſiſchen Anſiedelung in Rothfließ(jenſeits der Weichſel, während Mokerau noch dieſſeits derſelben liegt), welche ſich ſo gut bewährt hat. Unter andern darf die neue Gemeinde auch einen eigenen Lehrer mitbringen, welcher dorten eine gute Be⸗ ſoldung erhalt, ſo daß der Schulunterricht frei iſt. Möge dies, worauf viel ankommt, ein recht tüchtiger Mann ſein!

Für die armen Schleſier

ſind eingegangen:; durch Oberlieutenant Hoffmann v Fr. R. S. 2 1. 87 Fr. N. S. 1 fl. 45 kr, den Unteroff, der V. Comp. 1 fl. 9, der VI. Comp. 1 fl., der VII. Comp. 1 fl. 51, der VIII. Comp. 1 fl. 39, der II. Schützencomp. 2 fl 40, durch S. J. Ho chgeſand v. Diſtriktsein. Dieffen⸗ bach 2fl, J K 30 kr., K. W. 1 fl. 30, H. G. 1 fl. 30, H. L. 24 kr., K. 36 kr., M. 1 fl., Ungenannt 5 fl. 36, Wenn ich Dich lieb habe, was geht es Dich an 1 fl. 30, L. 30 kr., L. B. 30 kr, X. A. Z. 2 fl. 30[ ie, 5. W. 3 fl. 30, durch die Redaktion d. Bl. von einer Ungenannten 1 fl., desgl. 30 kr, einem Ungenannten 1 fl., desgl. 5 fl., Jean Huber 2 fl. 42, durch Hofgerichts-Advocat Trapp III. von Fr. N. aus Fr. 7 fl., bei dem Unterzeichneten von Tbſt Lehrer Schäfer 1 fl., durch denſelben 1 fl. 30, Tbſt. Lehrer Speckhard 30 kr., 27 taubſt. Kindern aus ihren kleinen Erſparniſſen 1 fl., K. 18 kr, Frau H. 6 kr. Gefängniß⸗ wärter Schnell 1 fl., Lehrer Kalbhenn in Oſſenheim und ſeinen Schülern 4. fl. 16, Eiſenhändler J. Fritz 2 fl. Dr. G. 3 fl. 30, M. 1 fl. 45, aus Liſettchens Sparbüchſe 15 kr., W. M. p. 1 fl, o. P. in R. 2 fl. 45, A. und C. o. P. in R. aus ihren Sparbüchſen 2 fl., Fried. Waas 45 r., 1. J. 3 1 fl., H. an ſeinem Geburtstage 1 fl. Blum 21 kr, einer Ungenannten 30 kr., H. Weller 1 fl., Maul 30 kr., Pf. Bornagius in Aſſenheim 1 fl., durch denſelben von einer Ungenannten 39 kr., desgl. von den Confirmanden in Aſſenheim 53 kr., desgl. aus einer kleinen Privatſchule daſelbſt 53 kr., Kfm. Hatteroth 1 fl. 45, 5 Kindern aus ihren Sparbüchſen nebſt einer Zubuße von ihrem Onkel 2 fl., im Ganzen 8a fl 33 kr. und mit der bereits quittirten Summe(Int.⸗Bl. Nr. 15) 121 fl. 59½ kr