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Sendſchreiben, wuͤnſcht man elne unparthellſche Darſtellung der in Rede ſtehenden Sitzung und bittet darum ſowohl im Intereſſe der Wahrheit, als auch wegen der namhaft gemachten, zum Theile ſehr geachteten Perſönlichkeiten.
Brrr en anderes Bild!
4969) Hier gönnen ſe ſehen de Friedberger Fruchtmarkt, wo die Bauern ihre Frucht zum Verkoufe ouffahren und ſich wegen allzugroußer Billigkeit keene Koufliebhaber einfinden. Die Bäcker und Jüdches nähmen ſie zwar jerne, aber wohl noch um en Joppſtück billiger, als die lofenden Preiſe ſind.
Eener, welcher Frucht zum Verkoufe da hatte.
Geſchäfts⸗ Eröffnung. 1970) Ich mache hiermit Stadt und Um⸗
gegend die ergebene Anzeige, daß ich meine Fär⸗ berei am hieſigen Platze gegründet habe, und indem ich mich zu allen in mein Fach einſchla— genden Arbeiten, insbeſondere auch zum Färben von Seiden und Merino in allen Farben beſtens empfehle, verſpreche ich zugleich die billigſte und reellſte Bedienung. Butzbach den 5. Juli 1848. Louis Braubach in der Färbgaſſe.
Eine brave Magd, 14971) mit guten Zeugniſſen verſehen, welche Hausarbeit und bürgerlich zu kochen verſteht, kann gegen angemeſſenen Lohn ſogleich oder bald einireten. Bei wem? ſagt die Expedition dieſes Blatts.
Ein Logis, (9712) beſtehend in zwei Zimmern mit Möbel, ift für eine einzelne Perſon zu vermiethen bei Chriſtian Reuß auf der Breitenſtraße.
5 0 bis 60 O hem
4973) guten Aepfelwein werden zu einem an⸗ mehmbaren Preiſe zu kaufen geſucht. Nähere Auskunft wird ertheilt von
Friedberg Joh. Reitz III.
Ein vollſtändiges Logis,
197) gleicher Erde, iſt zu vermiethen bei Wittwe Dienſtbach.
An die Brennerei ⸗Beſitzer.
4975) Sämmtliche Branntweinbrennerei-Be⸗ ſitzer werden erſucht, zu einer weiteren Berathung, an Betreff der Maiſchbüttenſteuer, ſich künftigen Sonntag den 9. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, auf dem Oſſenheimer Jagdhauſe einzufinden. Friedberg den 5. Juli 1848. Ein Feind der Maiſchbüttenſteuer.
Bekanntmachung.
(976) Unterzeichneter erläßt beſtes Jagd⸗ und Scheibenpulver los in /½/ Pfund Packeten, den Centner zu 62 fl., bei Abnahme von wenigſtens J Centner, ſowie preußiſche Patent-Zündhütcher, das Tauſend zu 1 fl., bei Abnahme von min⸗ deſtens zehntauſend Stück. Butzbach im Juli 1848. Johannes Wießler.
Schwalheimer Brunnen.
(977) Sonntag den 9. d. M., wird bei Ge⸗ legenheit der Volks⸗Verſammlung zu Melbach, auf vielfaches Verlangen, Tanzbeluſtigung dahier ſtattfinden, wozu höflichſt einladet
Henkel.
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Zum Verkaufen.
(978) Eine zweiflügliche eichne Thür mit Füllungen, geeignet zu einer Haus- oder Laden⸗ thür, ſteht billig zu verkaufen bei Wittwe Reuhl, in Vilbel.
Nothgedrungene Erklaͤrung.
(979) Mit Bezug auf meine Erſuchung in Nr. 41 Inſerat 708 d. Blts., hat mir der En⸗ ſender ſeinen Namen und Wohnort wegen der ausgeſprochenen Veröffentlichung in Nro. 36 Inſerat 626 d. Blts., bis heute verweigert; auch wird er wahrſcheinlich beides nicht erſchei⸗ nen laſſen dürfen; und zwar weil ein Jeder, der bei der Sache zugegen war, aus dem Reſul— tat ſeiner Veröffenklichung entnehmen kann, daß der Verfaſſer nicht perſonlich zugegen war, um ſolches zu beurtheilen, und blos auf angehörte Glaͤtereien oder aus der Luft Ergriffenes ange- nommen und mich als beſchuldigt in Veröffent— lichung gebracht. Wertheſte Mitbürger und Leſer, kann man auch einem ſolchen Subject Glauben ſchenken, daß ſeine Veröffentlichung Wahrheit iſt? Nein! Indeſſen erkläre ich hiermit Jedem, daß der in Rede ſtehende Verfaſſer ein ehrloſer„Schwachkopf, Verläumder und ſchlechter Musje“ ſein muß. Rodenbach am 6. Juli 1848. Hetter ich, Bürgermeiſter.
Der demokratiſche Verein zu Friedberg.
(980) Seit kurzer Zeit in's Leben gerufen durch das ideale Streben einiger Candidaten des Predigtamtes, verfolgt der in Frage ſtehende Verein nach§. 13 ſeiner gedruckten Satzungen die Tendenz, eine Selbſtregierung des Volkes durch ein auf beſtimmte Zeit frei gewähltes Oberhaupt zur Geltung zu bringen und ver⸗ pflichtet ſeine Mitglieder, für dieſen Zweck zu wirken, ſomit die Regierung durch unſern Lan⸗ desfürſten aus dem Wege zu räumen. Der 29. Juni brachte den Einwohnern Friedbergs die Gelegenheit, einer öffentlichen Sitzung der Mit— glieder des Vereins, zu welcher der Vereins- Präſident das Publicum eingeladen hatte, beizu— wohnen. Auch der Unterzeichnete fühlte den Beruf, in dieſer öffentlichen Sitzung zu erſcheinen, nicht wiſſend, was die Tagesordnung zum Ge⸗ genſtand der Erörterung erheben würde.— Nach Verleſung einiger demokratiſchen Addreſſen wurde das Verhältniß des demokratiſchen Vereins zu dem in hieſiger Stadt neu zu gründenden Vaterlandsverein zur Diskuſſion ausgeſetzt und an die Anweſenden richtete der Präſident in aller Ordnung die Frage, wer über den beregten Gegenſtand ſprechen wolle.
Herr Dr. Ritzel meldete ſich zum Wort— wurde jedoch, was ich— geſtützt auf die Grund— ſätze einer parlamentariſchen Ordnung ausdrücklich guthieß, mehrfach bedeutet, von der Klinge nicht abzuſpringen und nur zur Sache Gehöriges vorzubringen. Nachdem der Genannte dieſer Auflage nicht entſprochen, wurde dieſem das Wort entzogen und mir daſſelbe auf Begehren gegeben.
Mit Rückſicht auf die vorausgegangene Aeuſ— ſerung eines Mitglieds des demokratiſchen Ver⸗ eins, daß deſſen Beſtrebungen mit denen des neu gegründeten Vaterlandsvereins als identiſch zu betrachten ſeien, nahm ich nun Veranlaſſung, dieſer Behauptung zu widerſprechen, die Tendenzen beider Vereine in's Auge zu faſſen und hierbei nach Pflicht und Gewiſſen, wie es die Ueber— zeugungstreue eines Mannes heiſcht, meine An— ſichten, die nun allerdings der Tendenz des demokraliſchen Vereins keineswegs das Wort redeten, unverholen auszuſprechen und mir neben— bei auch gegen das neue Wetterauer Volksblatt
— das Organ demokratiſcher Gefinnungen— einen zur Sache gehörigen Angriff zu erlauben. Meine improviſirte Expectoration, welche weder auf oratoriſchen Schmuck— noch auf rhetoriſche Kunſt— weder auf dialeckiſche Ge⸗ wandheit— noch auf ſophiſtiſche Schärfe— irgend einen Anſpruch macht, war durch eine momentane Eingebung provozirt und ich ſprach daher, ohne nach Effect zu haſchen und um Volksgunſt zu buhlen, meine freie Meinung grade ſo aus, wie es mir um's Herz geweſen. Nachdem das, was ich, ohne mich irgend in Perſönlichkeiten einzulaſſen, furchtlos und ohne Scheu geredet, in der ſehr zahlreichen Verſamm⸗ lung mit großem Beifall aufgenommen worden, hatte Herr Candidat Scriba die Abſicht, mir zu entgegnen, wurde jedoch ohne jegliches Ver⸗ ſchulden von meiner Seite und zu meinem großen Bedauern durch äußere Störung, für welche ich als Freund freier Meinungsäußerun⸗ gen keinerlei Sympathie hege, von Erreichung ſeiner Abſicht abgehalten, indem der Präſident urplötzlich die Sitzung für aufgehoben erklärte.
Dieſe Vorkommniſſe, deren Wahrheit Hunderte bezeugen können, haben nun den Herrn Candi⸗ daten Scriba vermogt, in Nr. 2. des von ihm redigirten Wetterauer Volksblattes meine Perſon zum Gegenſtand der trivialſten Schmäh— ungen und Anzüglichkeiten zu machen und ob⸗ gleich ich es nach meiner Perſönlichkeit unter meiner Würde halte, hierauf zu dienen, ſo bin ich doch der Wahrheit und guten Sache die folgenden Andeutungen und Berichtigungen ſchuldig:
1) meine Anweſenheit in der demokratiſchen Verſammlung hat nicht nur keine Unordnung erregt, vielmehr, was jeder Anweſende be⸗ kennen wird, gradezu exceſſive Auftritte ab⸗ gewendet;
2) weder Prügel noch Säbel hatte ich an dem betreffenden Abende zu meiner Verfügung geſtellt;
3) ich behauptete nicht, daß der hieſige Volks⸗ verein gar keinen Zweck habe— vielmehr nur, daß ſolcher in deſſen Satzungen nicht klar ausgeſprochen ſei;
J) weder der Barometer der Friedberger Volks- gunſt noch das Bravogeſchrei meiner Geſin⸗ nungsgenoſſen geben mir den Maasſtab für die Stimmung des deutſchen Volks, wohl aber finde ich einen ſolchen Maasſtab in der Geſittung— dem Character und der Bil— dung der Deutſchen, wie auch in der ver⸗ gangenen und gegenwärtigen Geſchichte des deutſchen Vaterlands;
5) ſtelle ich die Beurtheilung der Frage, ob nicht der Verfaſſer des in der Probenummer des Wetterauer Volksblattes unter der Auf— ſchrift Wühler enthaltenen Artikels eine Verwirrung der Begriffe intendire oder ich ob dieſer Behauptung einer Begriffsverwir— rung zu zeihen bin, dem geſunden praktiſchen Urtheile des Volkes anheim.
Um übrigens noch ſchließlich die Redlichkeit der Mittel, deren ſich Herr Scriba mit ſeinen Geſinnungsgenoſſen zur Erreichung ſeines idealen Zieles— der demokratiſchen Republik— gegen mich berühmt hat, nicht unberührt zu laſſen, verweiſe ich diejenigen, welche Wahrheit wünſchen und ſuchen, auf den Inhalt des über die jüng⸗ ſten Beſchlüſſe der Nationalverſammlung beliebten Aufſatzes, welcher in demſelben Blatte, in wel— chem mir eine gute Doſis demokratiſchen Geifers beigebracht worden, zu leſen ſteht, indem in ſolchem der Majorität unſerer Volksrepräſen⸗ tanten in der Paulskirche für eine beſtimmte Eventualität die ideale Perſpeetive auf Mord und Todtſchlag geſtellt worden.
Bereits länger denn 20 Jahre habe ich ſo in guter wie in ſchlimmer Zeit bei Darlegung meiner volksthümlichen Geſinnungen unverändert die Farbe bekannt und rufe ich ſchließlich meinem


